Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1951
- Issue
- Heft 53 (12.9.1951)
- Date
- 1951-09-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 53 0 i / uh 4; A-! ' I 4 Seite 8 DIE STIMME Präsident Robert Gliicksmann Heues i/otn S. C. UedeauU Jakob Tannenbaum: Die Idee der Einheit Pie Hu.koah hat es sich zur Aufgabe gestellt, nicht nur das jüdische Sportleien zu pflegen, sondern auch an jedem Samstag einen Tanz- und Unterhaltungsabend zu veranstalten, um so ein Gcselltgkeitszentrum der Juden Wiens zu schaffen. Wir haben tum zu diesem Zwecke ein neues Lokal gefunden, das uns einen würdigen und gemütlichen Aufenthalt für diese Abende garantiert und zwar ist das das Kaffee Landmann, Wien I., LV. Karl Luegerring 4. Der 1. Abend findet am 15. d. M. statt mit einer erstklassigen Jazzkapelle und unter Mitwirkung von Hermann Leopoldi und Helli Mösleiti* Wir ersuchen nun alle unsere Mitglieder und Freunde zur Kenntnis zu nehmen, daß diese Abende allwöchentlich um 20 Uhr stattfinden werden und bitten Sie, dies in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zu propagieren, damit wir die derzeitigen hohen Kosten der Portospeslen für die Einladungen ersparen können. Geben Sie sich alle Rendezvous bei den Hakoah-Abenden, wo nur ein Baustein und Konsumation zu nehmen ist. Sie unterhalten sieh gut und unterstützen damit die jüdische Sportjugend. Aus den Sektionen : Durch das Entgegenkommen der Kult usgemeinde hat die Hakoah ein Kaufe zu Höchsfpreisen Pelzabfälle Panofix Biberet Lederlamm Seal FRANZ ROUBITSCHEK Wien VII, Zollergasse 36 / B 39 8 68 Zeugen gesucht! Wer kann eine Zeugenaussage machen gegen den ehern. Oberwachtmeister der Schupo namens Ivvanciz, aer während der Nazizeit in Tarnow aktiv bei Erschießungen und Judendeportatior.en ins Vernichtungslager mitgew irkt hat. Der erwähnte Iwancic befindet sich jetzt auf freiem Fuß. Die jüd. Historische Dokumentation in Wien ersucht jene Personen, die in Tarnow gelebt haben, an die Redaktion ihre Adressen ehestens bekanntzugeben. Personen, die zu jener Zeit in Tarnow gelebt und derzeit im Ausland ihren Wohnsitz haben, werden gebeten, ihre Adressen ebenfalls bekanntzugeben. Diener (Eurfjfiau# Adolf Reiss Erben 6t Co. Tuchgroßhandel Wien I., Rudolfsplatz 6 U 24 5 18, U 24 5 19 neues Sekretariat in der Seitenstettengasse 4 erhalten, sowie einen herrlichen Ping-Pong-Saal in der Malzgasse 7, wo täglich ab 6 Uhr abendsl trainiert werden kann. Das Kinderschwimmen fängt am Donnerstag, den 13. September wieder an, d. h. jeden Donnerstag von 4 bis 6 Uhr nachmittags im Brünnlbad IX., Lazarettgasse 20. Vertrauen Sie uns Ihre Kinder an, es stehen ihnen 2 gute Trainer und geschulte Pädagogen zur Verfügung, bei denen sie in kurzer Zeit schwimmen lernen können. Am Sonntag, den 16. ds. findet um 10 Uhr am Cricketerplatz ein Hand- Fallmatch und Leichtathletik-Kämpfe statt. Alle Freunde sind herzlicbst eingeladen 1 Alle Mitglieder, die noch keine neuen Mitgliedskarten haben, averden gebeten, sich diese im Sekretariat abzuholen. Ich appelliere hiemif nochmals an die gesamte jüdische Jugend : Kommt zur Hakoah! Betreibt Sport unter der Leitung von geschulten Trainern und Pädagogen! An alle jüdischen Mitbürger richte ich das Ersuchen : Unterstützt den Sportbetrieb durch Eure Mitgliedschaft! Besucht unsere herrlich gelegene Hütte am Semmering! Kommt jeden Samstag ins Kaffee Landmann um 20 Uhr zu Unterhaltung und Tanz. GOTTESDIENSTE zu den hohen Feiertagen (Roschha-Schana und Jom-Kippur) im I., Judenplatz 8 Misrachi-Bethaus Andachtsvoller Gottesdienst. Einziges zionistisches Minjan. Erstklassige gottesfürchtige Kantoren. Geräumige, helle Räume, bequeme Sitzgelegenheiten. Platzreservierungen : I., Juden platz 8, auch telephonisch U 25 7 56 tägl. 9—12 und 16-18 Uhr. Walter BECK vormals Paula BECK GROSSHANDEL mit TUCH- und SCHAFWOLLWAREN Wien I, Wollzeile 24 Schenket Euren Lieben und Freunden zu den U&Uch Feieda^en Waschu, Toiletteartikel. Versand nach Israel per Flugpost zu ermäßigten Preisen JOSEF FRUCHTER Wien VII, Neubaugasse 71 Wien VII, Mariahilferstraße 88 a Tel. B 35-5-34 Der Zionistenkongreß in Jerusalem steht im Zeichen der Idee des Primats der nationalen Einheit. Die Idee des Primats des Volkes, die die Allgemeinen Zionisten auf ihre Lahnen schrieben, wird auch von der Mehrheit der Arbeiterschaft vertreten. Die Mapei setzte ihre Pnrteidoktrinen zurück, erklärte sich für Privatinitiative und tritt für eine Zusammenarbeit mit allen aufbauwilligen Elementen ein. Diese gemäßigte Arbeiterpartei blieb auch bei den W ahlen zur zweiten Kness-eth die stärkste Partei. Dagegen erlitten die religiösen Parteien, welche die Tradition höher als Volk und Staat stellen und unter sich selber uneinig sind, Stimmenverluste, obgleich die Mehrheit der Neueingewanderten streng religiös ist. Viele religiöse Wähler hielten die ahwegigigen Kampfmethoden der religiösen Parteien zur Zeit der ersten Knesseth als einen mit der Religion in Widerspruch stehenden Akt. Eine große Anzahl Religiöser empfinden jede Partei politik, da sie mit herabsetzender Kritik, Verunglimpfung und Verleumdung des Gegners einhergeht, als unsittlich und religions widrig. Religion soll belehren, unterweisen, Beispiel eines sittlichen Lebens geben, sich aber nicht in Politik mischen, die ihr nur abträglich ist. Die gehässige Parteipropaganda, von der die religiöse Presse keine Ausnahme macht, wird als Verletzung des Verbotes des Bruderhasses scharf verurteilt. Diese wahrhaft Religiösen treten für das Primat des Volkes ein. Sind doch Einheit, Einigkeit und Frieden religiös-moralische Postulafe, eine Voraussetzung der Nächstenliebe, dem höchsten Gebot der Thora! Und beruhen doch diese sozial-ethischen Ideale auf der erhabensten Idee des Judaismus : das Prinzip der Einheit in und über der Natur! Diese großartige Idee des jüdischen Genius, die die Propheten zum ersten Male in klassischer Form aussprachen und gegenüber einer ganzen heidnischen Welt mit der ganzen Wucht ihrer Beredsamkeit vertraten und diese Welt zum Sturze brachten, w'ar es auch, die dem Judentum Ewigkeit verlieh und ihm einen hervorragenden Platz in der Geschichte der Völker eimräumte. Die Propheten, als Visionäre, als Männer der Intuition, sahen die Welt mit den Äugen des Geistes an. Analog dem menschlichen Geiste, der eine Einheit in der Mannigfaltigkeit des Körpers ist, setzten diese Dichter-Philosophen auch ein metaphysisches, geistiges Einheitsprinzip als Urgrun<J der Dinge hin. Die logische Folgerung dieser These auf gesellschaftlich-moralischem Gebiete ist : Einheit des Menschengeschlechtes, Brüderlichkeit, Frieden, Liebe! Gegenüber diesem Einheitsprinzip, welches später die ganze christliche und islamische Welt, aber in verwässerter Form, übernahm, vertritt der Hellenismus und der auf ihm ruhende Geist der westlichen Zivilisation die Idee der Vielheit des Kampfes und Gegensatzes. Der hellenische Geist ist ein empirischer, ein auf die äußere Welt gerichteter. Daher die Mythologie und der Sinn für die bildende Kunst. Von der Erfahrung ausgehend, in welcher der Kampf und Gegensatz, die allge- TRANSYLVANIA Internationale Speditionsgesellschaft WIEN IV, HEUMÜHLGASSE 20 Telephon A 82 2 26 B 29 0 46 Telegramm-Adreaae „Transped" Speditionen aller Art / Verzollungen / Einlagerungen Nah- und Ferntransporte mit eigenen Kraftfahrzeugen SPEZIALVERKEHR von und nach ISRAEL Verpackungen / Übersiedlungen / Sammeltransporte in LI FT VA NS meine Polarität herrscht, wird der Analogieschluß gezogen, daß auch der Urgrund etwas Pluralistisches, Gegensätzliches ist: Das Chaos. Die Schlußfolgerung dieser Lehre im sozialen Bereiche ist: der Kampf aller gegen alle! Diese beiden divergierenden Richtungen spielen in der Geschichte des Geistes die größte Rolle und vom Siege der einen oder anderen Richtung hängt das Schicksal der Kultur und der ganzen Menschheit, in erster Reihe die Existenz unseres Volkes ab. Wolle — Garne Große Au swahl in H a n d s t r i c k g a r n e En gros — En detail Gesehen k p a kefe nach I s r a e I L. KÄSS WIEN VI, GUMPENDORFERSTRASSE 63b TELEPHON B 23 217 Aus dem Gesagten ist aber auch ersichtlich, daß nur diejenigen, welche die Einheit des Volkes fordern, im jüdischen Geiste handeln. Alle anderen aber, die den Parteikampf predigen, wenden ein antijüdisches Prinzip an. Ueberdies müssen unsere Hellenisten in den Reihen der Maparn, die sich so für den materialistischen Pluralismus uind den darvinistischen Kamp Ijums Dasein begeistern uind das heraklitischie Kampfprinzip vergöttern, auch zugeben, daß sich im Verlauf der Entwicklung der Natur aus der chaotischen Vielheit organische und geschichtliche Einheiten in Form eines abgestuften Systems herausbildeten, in welchem die niederen Einheiten sich zu Einheiten höherer Ordnung Zusammenschlüßen und durch Arbeitsteilung gemeinsam für das Wohl des höheren Ganzen Zusammenarbeiten. Fortsetzung folgt. DEGOS TEXTILGROSSHANDEL WIEN I, Wl PPL INGERSTRASSE 1 RADIO U-14 1-84 III.,M AU PTSTR .103 5pe&ja£hao^>