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Die Stimme · 1951-09-12 · Heft 53 (12.9.1951) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 53 (12.9.1951)
Date
1951-09-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nt*. 53 DIE STIMME Seife 5 Die Von Z* F. Finkelsfeim Von Basel bis Jerusalem» Wie Patriarchen aus einer uralten Zeit saßen sie alle drei auf der Tribüne am Htöffnungsabend des Kongresses. Drei unmiffeibare Trabanten Herzls und dessen letzte Mohikaner in Israel* Sieben sind noch heute in aller Welf und noch knapp vor der Eröffnung des Kongresses starb im Altersheim Haifas der Aelfeste von allen, Dr. Heinrich Loewc. Von Basel bis Jerusalem zieht sich der Lebensweg der drei Herolde der jüdischen Renaissance in bewundernswerter Vitalität und wie richtige Triarier (Kerntruppe der Römer) des unsterblichen Meisters bewahrten sie bis zum heutigen Tage die Schaffensfreude und Enthusiasmus, die sie vor über fünfzig Jahren beseelten, als sie den Dornenwieg nach Zion betrafen. Da erstrahlt der Riesensaal des Kongresses in einem Lichtmeer und mit wuchtigen Schritten betritt Dr. Isidor Schabt in Begleitung der zwei anderen den Präsidialtisch. 'Seine drei Hammerschläge verkünden die offizielle Eröffnung des Kongresses. Es sind dieselben Hammerschläge, mit denen er vor einem Mcnscbenalfer das Ende der jüdischen Zerstreuung verkündete. Eine vielköpfige Menge erhob sich von den Sitzen und jubelte den drei Greisen zu. Es war Dank und Triumpf, Stolz und erhabenes Gefühl einer neuen Generation, die nun zu ernten beginnt, was die drei Letzten einst um Herzl säten. * * * Dr. Isidor Schalif, Prof. Josef Klausner und Dr. Mayer Ebner. Drei Greise und drei verschiedene Welten. Der Jüngste im Alter von 76 Jahren wirkt noch beute als temperamentvoller Redner, extrem radikaler Politiker und einer der hervorragendsten Wissenschaftler des Judentums ungebrochen und von stupender Agilität. Ein Meister der jüdischen Geschichtsforschung und ein klassischer Deuter der modernen hebräischen Literatur. Vom Mitarbeiter des „Harn e 1 i t z“ und Redakteur des „H a - s c h i 1 o a c h“ in Rußland bis zur Professur an der Universität in Jerusalem führt ein steiler Lebensweg bis zum Rande gefüllt von einem immensen Fleiß und Schöpfungskraft, die unerlahmt auch im Greisen alter fortwirken. Klausners sechs Bände der modernen hebräischem Literatur, seine Geschichte Israels im Zeitalter des Zweiten Tempels, seine sensationellen Werke über „Jesus dein Nazarener“ und „Paulus“ gehören zu den Standardwerken der jüdischen Moder n e, die Klausner zum Klassiker der jüdischen Wissenschaft legitimieren. Hiebei erfüllt dein Gelehrten ein ungebrochener Kampfgeist, der ihn einst nach Basel führte. Ein Oppositionist im Fahrwasser Jabotimskis und ein streitbarer Geist, der auch die Sch lag werte der Agitationslokale nicht verschmäht. Eine Mischung des Alltags und Ewigkeit,wandelt Klausner in den Straßen Jerusa- Serndet Bücher nach Israel an Eure Angehörigen u. Freunde durch die PRATERBUCHHANDLUNG Wien II, Ilgpl. 7, Tel. R 40 3 41 Wir garantieren beschleunigte, zollfreie Zustellung. Vergessen Sie nicht, daß das gute Buch ein wichtiges Instrument für jeden Berufstätigen ist und einen bedeutenden Faktor im Aufbau des Landes bildet. Buchdruckerai A. Gliicksmann & Söhne Wien XVII, Behelmgasie 77, Tel. A 29 2 27, A 28 0 29 Alle Acten von Drucksorten Holen Sie bei uns Offerte ein drei Letzten lems, als deren populärste Gestalt und stolzes Merkmal der Vergangenheit, die vom Traum iin Basel zur Wirklichkeit in Jerusalem führte... * * * Viel abgeklärter und harmonischer wirkt der zweite im Bunde der Vergangenheit, Dr. Mayer Ebner. Anwalt von Beruf und Journalist von Bestimmung. Und obendrein Agitator, Redner, Politiker und Organisator. keinem der zionistischen Kongresse, wirkt als einer der Hauptzeugen im bereits sagenhaften Prozesse um die „Protokolle von Zion“ in Bern, kämpft und wird bekämpft, ein politischer Haudegen eigenartiger Distinktion und ein aufrechter Jude, der ungebeugt und ungebrochen, die Fahne des modernen Judentums von Basel bis Jerusalem hochhält... * * * SCH IFFAH RT5GESELLSCHA FT-VENEDIG ADRIATICA LUXUS- EXPRESSDIENST nach ÄGYPTEN (Alexandrien) und LIBANON (Beirut) mit M/S „ESPERIA" von Venedig 1. 9., 26. 9., 20. 10., 14. 11. usw. von Genua 12. 9., 6. 10., 31. 10. usw. EXPRESSDIENST nach GRIECHENLAND, ZYPERN, ISRAEL (via Korinth) von Venedig mit : S/S „ABBAZIA" 6. 9., 23. 9., 10.10. usw. von Genua mit : M/S „GRIMANI" 13. 9., 2. 10., 18.10. usw. EILDIENST PASSA8IERRUNDLINIE nach GRIECHENLAND und ISTAN- BUL (via Korinth) von Venedig mit: M/S „BARLETTA" 14. 9., 28. 9., 12.10. usw. 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Im ersten Weltkrieg nach Sibirien verschleppt, kehrte er dann als rumänischer Bürger in seine Heimatstadt zurück, wird Mitglied des Parlaments, rumänischer Senator bis ihn die braune Welle nach Israel trägt. Zwischendurch wirkt er mit nie erlahmender Tatkraft. Redigiert jahrelang Zeitungen, fehlt beinahe bei Dr. Isidor Schalif, der resche und noch immer fesche Eiinundachtziger, wirkt noch heute als ein Abglanz der Wiener Gemütlichkeit aus der Zeit Girardis, Alexander Moissis und des uinsterblichien „Fiakerliiedes“. Aufrecht und schien mit der hohen Gestalt Id ie Umgebung überragend, glüht er förmlich, sobald er seine unerschöpfliche Fabulierkunst zu präsentieren beginnt. Arzt von Beruf und Lebenskünstler aus Berufung. Und obendrein ein ewiger Enthusiast. Redner von ungewöhnlichem Format, Agitator, Organisator, Politiker, versteht Schalif zeitlebens die Harmonie einer starken, beinahe überschäumenden Persönlichkeit zu wahren. Seine Agitationsreden begeistern noch beute, da sie aus einer unerschöpflichen Quelle von Erlebnissen aus uralter Zeit strömen. Diese Sucht nach Erlebnissen und der Feuereifer einer jungen Seele führte Schabt vor einem Menschen alter zu Herzl. Der uralte WOLLE UND GARNE größte Auswahl ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 Telephon a32oos XVI, Neulerchenfelderstraße 20 II, Rotensterngasse 5 Eigentümer, Herausgeber u. Verleger : Zionistischer Landesverband in Oesterreich, IX, Uni\ersitütsstralJe 4, Redigiert von einem Redaklionskollegiiim. Redakteur: Fritz Müller, Wien II, Krummbaumgasse I. — Druck : Dounustadt, Wien II, Max-Winterpl, 5 R 47 0 30 Jüdische Spar- und Kreditgem. m. b. H., Wien I, Franz-Josefs- Kai 7—9, Tel. R 27 5 55 KREDITE an jüd. selbständige Kaufleute, Gewerbetreibende und an freie Berufe. Die Israelifische Kulfusgemcimie Wien teilt mit : 1. Ab 1. September d. J. befinden sieh nunmehr alle Abteilungen und Aemfer der Israelitischen Kulfusgeme'nde Wien im Amfsgebäudc L, Schot fenring 25, Telefon A 11 5 30. 2. Das Spital der Israelitischen Kulfusgemeinde W ien fehemals II., Malzgasse 7) bleibt bis zur 1 Jebersiedlung in das neue, allen Ansprüchen genügende Haus, IX., Seegasse 9, einige Wochen geschlossen. Die Eröffnung des neuen Spitals wird rechtzeitig in den Tageszeitungen und in „Die Stimme“ angekündigt werden Judenstolz erwachte in den beiden Wienern und so fanden sie sieb in Lebensziel zusammen. Herzl träumte in die Ewigkeit, Sehalit erfaßte die Not des Ta ges. So schlug er Mensuren als Couleustudent der „Kadimah“, so wirkte er einige Jahre als Herzls Sekretär und Vorbereitet* '"des ersten Kongresses und so erfüllte er als treuer Triarier des Meisters an der Wende der jüdischen Geschichte die Rolle eines freuen Eckermann der Rede und der Tat. Erster Kongreß, die Führung einer Expedition nach Istambul während der Balkankriege, Organisierung einer bewaffneten jüdischen Selbstwehr nach dem Zusammenbruch der Monarchie, die Schaffung und Führung zionistischer Organisationen, zwischendurch Reisen, Reden, Schriften und schwerer, mühsamer Lebenskampf im /Alltag. Nur eine wahrlich bewundernswerte Persönlichkeit vermochte all diese Fülle des Lebens und 'Erlebens in sich un ge b ro eben au fz uneh men. * * * Drei Greise und Hobe Priester der Vergangenheit. Die letztem drei in Israel! Bescheiden und in sich versunken sitzen sie hier auf der erhobenen Tribüne des Kongresses und wie schmetternde Fanfaren der Geschichte strömt von ihnen das Fluidum eines ganzen Menschenalters. Eines Menschen alters der Zerstreuung und Sammlung, des Traums von Basel und der Wirklichkeit von Jerusalem. „Od Io avdah Tikwafenu“ — : ein blutiger Dornenweg und doch ein Triumpf sondergleichen!.... Die Israelitische Kultusgemeinde Wien teilt mit : Zu Rosch-Haschana und Jom- Kippur findet außer -im Stadttempel auch im Brahmssaal (Musikvereinssaal) ein feierlicher Gottesdienst statt. Die Ausgabe der Tempelsitzkarten für beide Gottesdienste erfolgt ab 12 . September d. J. I., Scbottenring 25, III. Stock, Zimim|er 8 Ifjnd 10, und zwar an Wocheintagen 16 — 19 Uhr, an Sonntagen 9 —■ 12 Uhr. Hand gCiM'bcileic Modcsdiuhc und Spcsudilidcti in BALLy-Sdiulicu "SCHUH^^ ■öütHZ Chem. präparierte Papiere G.m.b.H. PAPIERWARENFABRIK WIEN lllf RADETZKYSTR. 14 TELEPHON B 51-4-26 Paraffinierte und bedruckte Papiere sowe öl- und Paraffin - Packpapiere für Inland- und Übersee - Verpackungen

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