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Die Stimme · 1951-09-12 · Heft 53 (12.9.1951) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 53 (12.9.1951)
Date
1951-09-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 53 DIE STIMME Seife 3 1/tUHackzm liilai: StcetfUcUiev vom iloHisiceUoH^ccss dU tiauf (Utn J4>OC HeCfzl Bei Zionistenkongressen wir immer die Eröffnungssitzung das große Ereignis. Beim ersten Kongreß in Jerusalem ist die Eröffnungssitzung zugunsten der Feierstunde am Grabe Herzls in den Schatten gestellt worden. Fünftausend Menschen wohnten der Zeremonie am Grabe Herzls bei. Im jüdischen Leben kennt man es wenig, daß man beim Grab eine Schehechejanu macht. Der greise Raw Maimon - Fisch man sagte mit Inbrunst und Rührung die Schehechejanu und die' Menge antwortete mit Amen. Jugendliche mit Tafeln und Fahnen, 22 an der Zahl, stellten die 22 in der Golah stattgefundenen Kongresse mit den betreffenden Fahnen dar. Die Teilnehmer waren schon stark ergriffen als die Herzl-Fahne des ersten Zionistenkongresscs in militärischen Ehren aufgezogen wurde, aber Tränen waren in den meisten Augen, als zum erstenmal in der jüdischen Geschichte das Gebet „El Male Rachamim“ für Herzl und seine Mitarbeiter, sechs Millionen jüdische Opfer der Verfolgung und des zweiten Weltkrieges und die Helden des israelischen Befreiungskrieges, gesagt wurde, während die Ehrenwache des Militärs (Landarmee, Luftwaffe und Marine) die Waffen präsentierte und die Offiziere salutierten. Nicht Reden, sondern Zitate aus Herzls Tagebüchern belegten die Erfüllung der Prophezeiungen Herzls. Es war sowohl für die Ausländer wie auch für die Israelis ein heiliger Moment und Schehechejanu war für jeden der Ausdruck des Erlebten. DU bei dec £zöffh.uHtysfeiec fehlte* Als der frühere Sekretär Herzls, der greise Dr. Isidor Schallt mit drei Hammerschlägen in traditioneller Weise das Zeichen für den Beginn der Eröffnungssitzung gab, richteten sich alle Augen auf die Veteranen des ersten Zionisfenkongresses, die am Präsidiumtisch saßen : Dr. Isidor Schalit, Prof. Joseph Klausner und Dr. Meier- Ebner. Für alte Kongreßbesucher fehlten die 2 Veteranen Dr. David Farbsfein aus Zürich und Ing. Joseph Mirkiu aus London. Beide waren als Ehrengäste eingeladen, konnten aber aus Gesundheitsgründen nicht teilnehmen. Es fehlten auch die Vertretungen der Länder Osteuropas, die heute hinter dem Eisernen Vorhang sind und früher immer wichtigen Anteil am Kongreß genommen haben. Wenn auch die meisten Zionisten, die beim vorigen Kongreß im Jahre 1946 als Delegierte dieser Länder teilgenommen haben, heute in Israel leben, fehlen doch bei diesem Kongreß diejenigen Zionisten, die heute wegen ihrer zionistischen Tätigkeit in den Kerkern Rumäniens und anderer Länder schmachten. Zum vollen Glanz der Kongreßeröffnung fehlte die Anwesenheit des Staatspräsidenten Weizmano. Obzwar ß. Teilet WIEN I, SALZTORQASSE 5 TELEFON U Ü5-4 Ö5 I (ERREN-, PAMhNKl I IDI R UNI) -MANTU. MOPISCI II: STÖRT- UND REt/ENSCtIUT/HI K1 T.IDUNl/S I AHRIK sein Gesundheitszustand es ihm nicht erlaubt hat, für die Eröffnung nach Jerusalem zu kommen, will der Staatspräsident es sich nicht nehmen lassen, mit den Delegierten des Kongresses, mit denen er jahrzehntelang zusammengearbeitet hat, auch diesmal zusammen zu sein und hat die gesamten Delegierten zu einem geseiligen Zusammensein nach seiner Res:denz in Rechowoth eingeladen. dU l6&t0'Ceß~Atfn<tepUäte Es gibt in Jerusalem keine sogenannte Kon groß-Atmosphäre, obzw ar es eine natürlicherweise geben müßte. Schuld daran hat in erster Reihe die Stadtverwaltung Jerusalems. Da der Kongreßsaal im Convention Centre klein ist, hat man für die Eröffnungssitzung für Gäste aus dem Ausland Vorzugsrechte an beraumen müssen (wobei trotzdem noch nicht einmal alle Ausländer Karten bekommen konnten) und man war daher nicht in der Lage, sämtliche Stadträte Jerusalems einzuladen, sondern nur den Bürgermeister und die Vice-Bürgermeister. Der Stadtrat beschloß daher ..broigeß“ zu sein; führte* die Beflaggung der Stadt nicht durch und sagte auch den Empfang der Stadt Jerusalem für die Delegierten ab. Die Stadt hat dann aber doch ihren Standpunkt revidiert, aber zu spät und nicht genügend. Man glaubte, daß die Bevölkerung Jerusalems kein Interesse für die Kongreß-Sitzungen haben wird und die Galerien leer bleiben werden. Dies ist aber nicht der Fall. Bei den Vor- und Nachmittagssitzungen sind sogar die Galerien gut besetzt, zu den Abendsitzungen stehen hunderte Leute und warten stundenlang geduldig, um eine Eintrittskarte zu bekommen Es gibt noch sehr viele Zionisten in Israel und sogar in Jerusalem. Es i&t nicht uninteressant, unter den Zuhörern patriarchalisch-rabbiinische Gestalten mit langen Bärten und Seidenkapoften zu sehen, die mit großem Interesse den Rednern folgen. Was man bei früheren Kongressen vermeiden konnte die lebhafte Anteilnahme des Publikums in Form von Beifall oder Mißfallen — ist diesmal unmöglich. Diese Schwierigkeit gibt es sogar bei den Uebersetzern. Die Kcngreßreden werden in die französische, spanische, englische, etc.., Sprache übersetzt. Die Uebersetzer stehen in Kabinen und die Delegierten hören die UeberSetzungen mittels Hörer die an jedem Sitz befestigt sind. Es ist sehr interessant die Uebersetzer zu beobachten : wenn sic zu einer Stelle kommen, wo sie sich mit den Rednern mit begeistern, machen sie lebhafte Gestikulationen mit den Händen. Das kann nur beim jüdischen Temperament passieren. die Hede* wh Saale u*a tec de*% liutisse* Es ist für niemanden ein Geheimnis, daß die programmatischen Reden, die gehalten werden, meist nicht das enthalten, worüber eigentlich hinter den Kulissen verhandelt wird. Zum Ur.forschied zu allen übrigen Kongressen findet dieser Kongreß im Staate Israel statt, nach den kürzlich abgehalter.en Wahlen zum zweiten Parlament und zu einer Zeit wo die neue Regierung noch nicht gebildet worden ist. Allgemein heißt es, daß der strittige Punkt und das diskutierte Problem sei, daß die Zionistische Organisation vom Staate einen anerkannten Status verlangt. Wie schwer so ein .Status definiert werden kann, zeigt die Tatsache, daß die Gruppe Allgemeiner Zionisten aus Amerika unter der Führung von Silver mit Hochdruck daran arbeitet, daß die Allgemeinen Zionisten Israels in dicReg erungskoalifion eintreten sollen, und daß H err New-man aus Amerika sich als Schlichter zwischen den beiden allge nie in-zionistischen Gruppen in Israel angeboten hat. Noch einigen Kongreßtagen war bis jetzt ein Höhepunkt zu verzeichnen, der --- wie bei jedem Kongreß — für alle Teilnehmer unvergeßlich bleiben wird. Es war eine Abendsitzung, in der Rose Halperin, Chaim Green borg, Dr. Silver und Minister Golda Meierson ihre Klingen kreuzten. Es waren rednerische Glanzleistungen, ernst und aufrührerisch, die sowohl Redner wie Galerien ln Bann hielten. Der Saal war so überfüllt,, daß der Vorsitzende bat, keine Leute mehr hereinzulassen, da Einsturzgefahr vorhanden sei. &npfa*ty des JtU*islec~ ptaside*te* Die offiziellen Empfänge in Jerusalem finden im schönen Rosengarten in Talbieh statt. Oft versammeln sich die ausländischen Diplomaten aller Länder, diesmal versammelten sich die ausländischen zionistischen Delegierten und israelische Gäste. Der Ministerpräsident und seine Frau, unterstützt von seinem Mitarbeiter, Zeow* Scharef, empfing die vielen Hunderte Gäste. Juden aller Sprachen aus allen Ländern fanden sich zusammen. Auf einmal konnte man entdecken, daß der Delegierte aus Peru, aus Zürich und aus Venezuela waschechte Berliner sind, wie (der Delegierte aus Buenos-Aires, New York und Süd- Afrika aus Littauen stammen. Für die Delegierten war es eine gute Gelegenheit ein wenig Muße und Lohn für ihre Anstrengungen zu genießen. Für weitere ähnliche Gelegenheitein wird Sorge getragen und zwar wird der Vorsitzende der ersten Knesseth, Joseph Sprinzak, die Delegierten und „WIENER-STYL” BELA SONNEN FELD, WIEN VI, MARlALlILFr RST RASSE 109, TEL B 22 090 unsere Tier bsi- 11ncl IViniev-Da t neu tuäniel sine/ iritldich e/uus öesoui'/eres in h\ißjoriu, CJuaIiIaI und /Jerar/uw/uMg. 13 e s / e M a ß a r h e i /. Sehr renhliAlliö /s/ unsere Ausira/// iu lUnilei iuauIcI jur s/ar/ve Daiucm. Gäste zu einem Empfang im „Hajosem“ (Erholungsheim mit großen Gartenanlagen von entlassenen Soldaten gegründet und geführt) einlüden. Für sehr viele Zionisten, die Jahrzehnte in der zionistischen Arbeit stehen, ist es die erste Gelegenheit, das Land und seine Probleme kennen zu lernen. Es ist zu hoffen, daß dies dazu beitragen wird, die zionistische Arbeit in den einzelnen Ländern anzuspornen, mehr als die Reden und Beschlüsse des Kongresses. GESCH2 uj i e n Die idealsten Schulterauflagen aus Watte, beste Paßform, für Damen-, Herren- und Kinder- Bekleidung „HAPO” Achselpolster-£ rzeugung RU DICH & Co. Wien //, Aspernbrückeng. 4 Telephon R 45 5 63 dU t/Ul ut*wecbe*e HadassaU Die zionistische Frauenorganisation in USA, die „Hadassah“ ist mit einer sehr starken Delegation beim Kongreß vertreten. Sie nehmen lebhaften Anteil an den Beratungen der Weltkonföderation der Allgemeinen Zionisten, wobei sie sich mit keiner der beiden Gruppen der Allgemeinen Zionisten Identifizieren. Die Hadassah ist klugerweise mit ihren praktischen Arbeitsgebieten in Israel auf getreten. Eine Glanzleistung sowohl von künstlerischem, wie von gesellschaftlichem Standpunkt gesehen» war die Modeschau der Modeschule der Hadassah im Brandeis Centre. Am Vorabend des Kongresses versammelten sich im King David Hotel eine viele hunderte Köpfe zählende Gesellschaft, um dieser Modescbau beizuwohnen. Obzwar die ersten Damen der Kongreßgesellschaft von In- und Ausland das Schönste und Modernste getragen haben, mußte sie zugeben, daß die ihnen gezeigten Modelle attraktiver waren. Kleider aller Arten - Sommerkleider, Cocktail-Kleider, Abendkleider (unter anderen eins, das den Namen Elath trägt), Kostüme, Raglanmäntel entzückten besonders die anw esenden Damen und die Frau des Ministerpräsidenten Ben Gurion ließ sich über einige Modelle nähere Auskünfte erteilen. Die Modeschau soll in der nächsten Zukunft im Hotel Waldorf Astoria in New York gezeigt werden. Das Brandeis Centre hat auch die erste Hotelfachschule in Israel ins Leben gerufen. Diese Hotelfachschule übernahm das Kongreß-Restaurant, das in Form einer amerikanischen Snack-Bar eingerichtet ist. So ist die „Hadassah“ nicht nur durch ihre Delegierte repräshentiert, sondern auch durch produktive Arbeit. Erstklassige Stolle und Zugehör, sowie beste Verarbeitung bilden die Grundlage der bewährten TELLER -KLEIDUNG ///.?o ff 16 2 86

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