Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1951
- Issue
- Heft 48 (19.4.1951)
- Date
- 1951-04-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 48 DIB STIMME Sette 7 KLEINE NACHRICHTEN AUS WIEN München Dr. Philipp Auerbach, Präsident des Bayrischen Landesamtcs für Wiedergutmachung, wurde vorigen Monat von der Münchner Polizei verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Diese Verhaftung stellt einen Uebergriff dar und verletzt gröblich die Auffassung von demokratischem Recht. München, die Stätte, wo die Verhaftung erfolgt ist, erspart uns die Mühe, den Beweis dafür zu führen, daß hier ein anitsemitisches Kesseltreiben vorlag, dem der Jude Auerbach zum Opfer fallen mußte. Die deutsche Reaktion erhebt schon wieder dreist ihr Haupt und greift frech zu Mitteln, die sie in Zeiten der Weimarer Republik gegen politisch Andersdenkende mit Erfolg angewendet hatte. Daß die Verhaftung Dr. Auerbachs eine vorbedachte Rechtsverletzung darstellt, beweist die Tatsache, daß er inzwischen freigelassen und ein gerichtliches Verfahren gegen ihn nicht eiin geleitet wurde. Als Dr. Auerbach das Amt eines Präsidenten des Bayrischen Landesamtes für Wiedergutmachung übernahm, sagten maßgebende jüdische Persönlichkeiten voraus, daß seine Mission Im Deutschen Reich zu einem bösen Ende führen wird. Nun tritt klar zu Tage, daß die Verhaftung alle Merkmale eines Attentats gegen Juden aufweist und Dr. Auerbach von den Drahtziehern zum symbolischen Objekt auserkoren wurde. Die Bayrische wüste Brut übertrug ursprünglich Auerbach das Amt für Wiedergutmachung, um den rechtschaffen denkenden Menschen vorzutäuschen, daß es den Naziopfern um ihre Ansprüche nicht bange zu sein hat. lieber die Person Auerbach selbst, sind die Akten noch nicht geschlossen, doch gehört sie, vom jüdischen Gesichtspunkt aus, auf ein anderes Ka„ pitel, das von der jüdischen Oeffentlichkeit behandelt werden muß. Der jüdische Präsident für Bayrische Wiedergutmachung war das Objekt der deutschen Nazi, die ihre Rachegelüste befriedigt haben. Auerbach wurde von den Braunen mehrmals bedroht; sie lagen auf der Lauer, um ihn schmählich zur Strecke zu bringen. In Deutschland, werden überführte Verbrecher, die selbst gestanden, daß sie unzählige Juden ermordet haben, Denket zu den Pessach-Feiertagen daran, daß noch große Aufgaben in unserem LANDE zu erfüllen sind! Denket daran, daß der Boden erlöst und der Wüste entrissen werden mußl Spendet beim Thora-Aufruf für den KEREN KAYEMETH LEISRAEL1 gedenket bei den Jiskor-Gebeten des KEREN KAYEMETH LEISRAEL und Hetzet durch Euren Beitrag beim Aufbau unseres VATER¬ LANDES! Keren Kayemeth Leisrael in Österreich begnadigt, um bald in den Schoß der deutschen Gemeinschaft zurückzu kehren und freudige Aufnahme zu finden; hier ist kein Platz für Juden die sich darum kümmern, daß KZ-lern pekuniäre Entschädigungen gewährt werden. In den Nazi-Gasöfen sind 6 Millionen Juden erstickt und damit die Teufonenmoral besänftigt. Das den Juden geraubte Geld ist deutsches Volksgut und soll für die Nazizucht verwendet werden. Das ist im Zeitalter der Vereinten Nationen möglich, im Angesicht der Sieger, die die Nazi geschlagen und der Welt die Freiheit, die Gerechtigkeit zu bringen verheißen. Der Fall Dr. Auerbach muß das gute Gewissen jener Menschen wachrütteln, die Willens sind, den menschenmordenden Nazismus in die Hölle zu verweisen. Bernhard Braver Brief an die Redaktion Aus der Nummer 47 vom 21. März 1951 „Die Stimme“ erfuhr Ich, daß Herr Lipa Neufeld, anläßlich seiner ihn ehrenden Verabschiedung zur Al iah, Worte des Dankes an meine Person gerichtet und auf meine zionistische Pionierarbeit in Wien hin gewiesen hatte. Ich gebe der Genugtuung Ausdruck, daß Herr Neu fei d zu den wenigen Persönlichkeiten der hiesigen jüdischen Gemeinschaft gehört, die nicht nur selbst Großes zu leisten vermögen, sondern der Arbeit und der Mühe anderer Personen gedenken und Anerkennung zollen. Die mir zuteil gewordene Ehrung freut mich umsomehr, als ich mir dessen bewußt bin, daß ich vollkommen uneigennützig an der Gestaltung des zionistischen und jüdischen Lebens in Wien ausschlaggebenden Anteil hatte und zur Ueberw ln düng bitterer Zeiten beitrug. Es ist klar, daß ich allein die unendlich schwere organisatorische Arbeit, namentlich im zionistischen Sektor, nicht hätte leisten können, wenn mir nicht Gesinmuingstreue geholfen hätten. Ich ergreife daher mit Vergnügen die Gelegenheit, Herrn und Frau Wilhelm Lichtmann und Rosl Lichtmann auf diesem Wege meinen aufrichtigen Dank zu sagen, für die glänzende Hilfe, die sie mir bei Gründung Liederabend der Staafsopernsängerin Hilde Zadek. Die ausgezeichnete, in unseren Kreisen bestbekannte Staatsopernsängerin, Frau Hilde Zadek, gibt am Dienstag, den 24. April 1951, um 19 Uhr, im Brahms-Saal einen Liederabend. Das Programm umfaßt Lieder von Schubert, Brahms, Gustav Mahler und Richard Strauß. Prof. Dr. Berthold Hirschl — Direktor der Schottenfelder Realschule. Der sehr populäre Wiener Zionist, Prof. Dr. B. Hirschl wurde vom Bundeskanzler zum Direktor der Realschule Wien VII, ernannt. Die Redaktion gibt ihrer Genugtuung Ausdruck, daß zum ersten Male in Oesterreich ein Jude dieser Ehre teilhaftig wird. Wir gratulieren 1 Vortragsabend Jakob Mannsdorf Aeußerst genußreiche Stunden verbrachten die Zuhörer des am 22. März stattgefundenen Vortrags-Abends des ehemaligen Mitgliedes der Wilnaer Truppe, Herrn Jakob Maninsdorf, der sich, aus Israel kommend, auf einer Europattoornec befindet. Standen alle Darbietungen auf höchstem künstlerischen Niveau, so erreichte die Deklamation des „S h y 1 o k“ in Kostüm und Maske den Höhepunkt des Abends. Großen Beifall fanden, die von Herrn M. Furmanski zu Gehör gebrachten jüdischen und hebräischen Gesänge. Wir werden in unserer nächsten Ausgabe auf dieses künstlerische Ereignis noch zurückkommen uind wollen heute nur darauf hinweisen, daß Herr Mannsdorf gemeinsam mit Herrn Furmanski einen zweiten Abend veranstaltet. (Großer Ehrbarsaal am 25. April 1951, um 19.30 Uhr.) des Zion. Landesverbände« und des PaUistinaamtes, haben angedeihen lassen. Ich danke Ihnen für die gef. Veröffentlichung dieser Zeilen und grüße Sie mit einem herzlichen Schalem Bernhard Braver Ein Herzlfilm. Noch im Laufe dieses Jahres wird der Herzlfilm, der jetzt in Wien hergestellt wird, in den Kinos Israels zu sehen sein. Die Rolle Theodor Herzls spielt der jüdische Schauspieler Ernst Deutsch. Deutsch verkörperte übrigens in dem in Venedig preisgekrönten Film „Das Gesetz“, die Rolle eines Juden in einem kleinen ungarischen Dorf. Dieser Filmstreifen stellt eine Ritualmord-Affäre dar, die sich indem kleinen Ort zutrug. Bei der Erst-Aufführung des zuletzt erwähnten Filmwerks in Tel-Aviv wird, wie verlautet, Ernst Deutsch zugegen sein. Purimball des KKL Am 17. März d. J. fand in den Sofiensälen der traditionelle Purimball des K. K. L. Wien statt. Es war ein gesellschaftliches Ereignis, bei welchem sich die Spitzen der jüdischen Gesellschaft zusammenfanden. Nach der Begrüßungsansprache des Herrn Hugo Löwy, der auf die besondere Bedeutung des Jubeljahres des KKL hinwies, und einen flammenden Appell an die Juden Wiens richtete, sich an der Jubiläumsaktion des KKL zu beteiligen, wurden die Wettbewerbs- Prämien für die größten Sammelerfolge der zionistischen Jugendgruppen durch Herrn Salo Gutmann verteilt. Anschließend brachte Jugendliche israelische Tänze zur Aufführung, die vom Publikum lebhaft akklamiert wurden. Die Vorführung eines Tanzreigens fand außerordentlichen Beifall. Um Mitternacht begannen die künstlerischen Darbietungen, woran sich Tanz Wettbewerbe anschlossen, die von dem bestbekannten Tanzmeister Fred Erdstein hervorragend arrangiert waren. Es herrschte die beste Stimmung, denn es war dafür Sorge getragen, den Anwesenden gute Unterhaltung zu bieten. Eine besondere Ueberraschung war die von der israelischen Fluggesellschaft EL-ÄL in hochherziger Weise gespendete Freiflugkarte nach Israel. Außer dem Ballkomitee haben sich besonders der Vorsitzende des KKL, Herr Salo Gutmann, der Leiter des KKL-Büros, Herr Eifermann und die Sekretärin, Frl. Pistol, um das gute Gelingen der Veranstaltung bemüht. Verlautbarung Das Rabbinat der Israelitischen Kultusgemeiinde Wien gibt bekannt, daß die von der Israelitischen Kultusgemeiinde Wien aus gegebenen MAZZOTH, sowie das MAZZOTH-MEHL nach strengsten rituellem Vorschriften erzeugt und verwahrt worden sind. Der diesbezügliche Hechscher liegt im Rabbinat auf. Wir sehen uns zu dieser Verlautbarung veranlaßt, weil gewissenlose, sich als religiös oder orthodox und sogar als „Rabbiner“ bezeichnende Personen das jeder Grundlage entbehrende G e r ü ch t verbreiteten, wonach diese MAZZOTH und dasMAZ- ZOTH-MEHL den rituellen Vorschriften nicht entsprechen sollen. Wir werden gegen diese unverantwortlichen Behauptungen entsprechend Vorgehen. An dieser Stelle soll nur festgehalten werden, daß diese Gerüchte, die nicht genug gebrandmarkt werden können, von Privatpersonen aus materielllen Interessen ausgestreut wurden. Für das Rabbinat d. Israelitischen Kultusgemeinde Wien Ob. Rabb. Dr. Äkfiba Eisenberg r iimiuiiiiimiimiiiimiUHHiinitHMHHimiiimuHiuiiiiimMiiiHMiiiiiiiiminiiiHii#^ i Sp&ziattuntyiyü**£ ZUM „JOM HA’ATZMAUTH” f UNABHÄNGIGKEITS-TAG 1 NACH ISRAEL | mit s/s ARTSAH — 24. April | mit s/s KEDMAH - 2. Mai I L Buchungen und Informationen 2 mm durch alle Reisebüros oder durch i SHOHAM MARITIME SERVICES | WIEN I, FICHTEGASSE 5 TELEFON R 27116 i aiMlliaaillllllllMIIIIMdllllllllHKIMIIIIIMIIIIKHIlimilllHIIMMMIIMlIHNIIimMHIl «tri!