Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1951
- Issue
- Heft 48 (19.4.1951)
- Date
- 1951-04-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48 DIB STIMME Seite 5 NACHRICHTEN AUS ISRAEL Ben Qurion besucht Truman New York (INA) —- Der Ministerpräsident Ben Gur Ion, der anläßlich des Beginns der Ausgabe der Unabluiingigkeifsanleihe für die Zeit von 10 bis 14 lagen zu einer Reihe von Vorträgen und Ansprachen nach den (ISA kommen wird, wird bei dieser Gelegenheit mit Truman Zusammentreffen, erklärte „New York Herald Tribüne". Ben Gurion wird seine erste Rede im Madison Square Garden am 10. Mai halten; auch der Präsident Truman wurde eingeladen, an der gleichen Veranstaltung das Wort zu ergreifen. Ben Gurion wird auch in Tos Angeles und anderen Orten Reden halten. Br wird mehrere Wochen in den USA bleiben. KKL-Budget Für das laufende Jahr hat der Keren Kajemeth durch Beschluß seines Direktoriums das Äusgaben-Budget von 15 Millionen Pfand bestätigt. Davon sind 41 /.. Millionen für Bodenkauf bestimmt, l'T Millionen für Amcllorafionsarbeiten und Trockenlegung im Huleh-Gcbiet, 1 Million für Aufforstung, 4 Millionen für Änsiedluing, 3I/. Millionen für Schuldentilgung und 500.000 Pfund für Verwaltung und Propaganda. Fortsetzung von Seite 4 er mir; „Fahr doch einmal nach Warschau 1“ Glaubte ich doch zu verstehen, was er meinte t In Warschau habe ich einen Verwandten, versteht ihr mich? Einen reichen Mann; er steht sogar bei jenen Leuten in hohen Ehren und hat in der Gemeinde viel zu sagen. Denke ich mir, der Rebbe meint, ich möchte zu ihm fahren und ihn um Hilfe bitten, damit er mir ein Auskommen verschafft. Ich wundere mich sogar : denn es ist vergebliche Mühe, ihn um Geld zu bitten. Er ist ein großer Geizhals, gibt keinen harten Dreier umsonst her, hält sich für sehr klug in Geschäftssachen, will die ganze Welt versorgen und denkt doch immer nur an seine eigenen Interessen. Mit einem einzigen harten Dreier möchte er sich das ewige Leben auf jener Welt kaufen und zugleich mich auf dieser Welt für mindestens zwanzig Jahre versorgen. Ich versuchte auch einmal, ihn um eine Stelle zu bitten; fragt er mich, ob ich Polnisch kann 1 Doch wenn der Rebbe sagt, ich soll fahren, fahre ich eben hin. Ich werde schon sehen, was zu tun, etwas wird sich schon machen lassen. Nun stellt sich heraus, daß er, sein Andenken zum Segen, etwas ganz anderes im Sinne hatte 1 Ich sitze im Zug, schaue mich um und sehe, daß neben mir ein Mann mit einer chassidiscbeu Mütze sitzt. Ich komme mit ihm ins Gespräch : Wohin fährt ein Jude? Er will anfangs nicht sagen; ich ziehe ihn an der Zunge und cs kommt heraus, so wie Oel aus dem Wasser herauskommt, daß er ein Raw aus einer kleinen Stadt ist und nach Warschau fährt, um dort ein Dajan zu werden... Was meint ihr? Ich verspreche, ein gutes Wort für ihn bei meinem Verwandten cinzulegen und lasse mir dafür fünfundzwanzig Rubel bezahlen. Ich bin doch ein ehrlicher Mann 1 Ich mache mit ihm ausdrücklich aus, daß ich mich -nur verpflichte, mit dem Verwandten zu sprechen. Und ob es was helfen wird oder nicht, das geht mich nichts mehr an. Wie die Sache ausging, weiß ich auch heute nicht; doch ich hatte einen Pessach auf ganz Israel gesagt! Knesseth-Debatte Die Budget - Debatte in der Knesseth zeigte völlig eindeutig, daß in unserem Finanzhaushalt etwas nicht in Ordnung ist. Sogar einer der hauptsächlichen Verteidiger der Regierung, Mitglied der herrschenden Partei, mußte gestehen, daß „er den Eindruck habe, daß man im letzten Jahr sich nicht genug um die Eindämmung der Inflation gekümmert hat". Was sich augenblicklich auf unserem Geldmarkt abspielt, der unaufhörliche Niedergang des israelischen Pfundes, der Verlust der Kaufkraft unseres IT, die Ausweitung des Schwarzmarktes alles das ist unzweifelhaft ein Anzeichen dafür, daß „man sich nicht genug um die Inflations-Bekämpfung bemüht hat". Der Import ohne Devisen entwikkelt sich in völlig ungeordneter Form. Wenn diese Einrichtung als solche auch ein Positivum darstellt und man ohne sie nicht auskommen kann, so bedeutet sie doch einen Faktor zur Verstärkung der Inflation und zum Kursverfall unseres Pfundes. Eine weitere Erschwerung für die Gesundung unserer Wirtschaft bildet die Lohnpolitik u nserer offiziellen Stellen, die vom Grundsatz der „Einfrierung“ plötzlich zum Prinzip der Lohnerhöhung überging. Wir befinden uns in einem unaufhörlichen Prozeß der Ankündigung und teilweisen Durchführung von Streiks. Alle diese Erscheinungen sind ein Ausdruck unserer fehlerhaften Wirtschaftspolitik. Austritte aus Cheruth Zwei von den 14 Cheruth -Abgeord - nefen haben sieh von ihrer Fraktion abgesondert und die Stellung unabhängiger Chawrej Hakinesseth bezogen, resp. eine neue Fraktion gebildet. Wie in der CSR die vor der Nazi-Okkupation nach Moskau emigrierten Kommunisten eiine reservierte Einstellung zu den Emigranten hatten, die im Westen Zuflucht suchten, so tritt auch hier die Differenz zu Tage, die zwischen den Untergrundkämpfemdes Irgun Zwai Leumi im Lande und ihren Freunden herrscht, welche im Ausland für sie sorgten. Eri Jabotinsky war Organisator der „illegalen" Alijahund Hillel Kuk organisierte unter dem Decknamen Peter Bergson in Washington die Geldaktionen. Beide wurden von ihren hiesigen Kollegen vorerst kameradschaftlich aufgenommen, was ihre Stellung als Fraktions-Mitglieder der Cheruth am besten beweist. Im Laufe der Zeit bildeten sich Differenzen in der Auffassuineg heraus, welche Politik die Freiheitsbewegung jetzt zu verfolgen hat und nun fühlten diese Meinungsverschiedenheiten zum Austritt der Beiden aus Partei und Fraktion. Cheruth ist — nach Ansicht Kuks — ihrer Aufgabe als Bewegung der Erneuerung, des national Schöpferischen nicht gerecht geworden, sondern bildet lediglich eine der Parteien im Staate, einen Teil des aten Revisionismus. Textilfachmann sucht Stellung iin Herrenkleiderfabrik oder Textilindustrie. Aeußerst seriös, geschäftstüchtig, absolut verläßlich. Langjährige Praxis. Frdl. Zuschriften unter ,,Z 240" an die Adniin. d. Bl. Ehrung der Naziopfer 71/o Millionen neue Bäume sah der diesjährige Aufforstungsplan clesKKL’ vor. Darin war die Pflanzung verschiedener Wälder zur Erinnerung an Personen, Organisationen und wichtige Ereignisse im Leben unseres Volkes inbegriffen. Die meisten dieser Gedenkwälder wurden im Jerusalemer Korridor angelegt, ein Bezirk, dessen landwirtschaftlicher Entwicklung und Besiedlung heute vom KKL besondere Bedeutung beigemessen wird. Neben den Wäldern des „Haschomer Hazair" und der „Jugendbewegungen" in Har‘- el bzvv. in Kfar Uria B wurde in Kisalon jetzt die Pflanzung der ersten Bäume im „Märtyrcrwald" vorgenommen. Mit diesem Walde will Israel und das Volk in der Golah das Andenken der Nazi-Opfer ehren. Der Keren Kayemeth hat seine Landesstcllen in aller Welt aufgefordert, durch eine besondere Anstrengung — insbesondere unter den Juden derjenigen Länder, die unter der Hitler-Herrschaft standen — Baumspenden für diesen Wald aufzubringen. Viele zurückgebliebene Familienmitglieder und Freunde werden die Gelegenheit nicht versäumen wollen, auf die Namen ihrer Toten Bäume in diesem Wald zu stiften. Fortgesetzt wurden Pflanzungen im „Jaar Hajischuw", mit dessen Anlage im vorigen Jahre begonnen wurde, sowie im Walde auf den Namen von Rabbi Meir Bar-Ilan s. Ä. (Mitglied des KKL-Dürektoriums) und des Oberrabbiner Kook s. Ä. Anläßlich des dreißigjährigen Bestehens der Histadruth wurde mit der Pflanzung eines „Histadruth - Waldes begonnen. Die ersten Bäume in einem Walde zu Ehren von Chaim Weizmamn sollen im April auf den Bergen Jerusalems gepflanzt wrdeen. Geplant sind ferner Pflanzungen auf den Namen von Israel Taiber s. A. und zu Ehren der Witwe des Dichters Bialik. Wiedergutmachung Die Regierung Israels hat sich laut Londoner Meldungen mit dem Ersuchen an die Besatzungsmächte in Deutschland gewandt, daß ihre vor zwei Monaten den Mächten überreichte Note betr. die jüdischen Ansprüche gegenüber Deutschland auf der Konferenz der Stellvertreter der Außenminister der Großen Vier in Paris verhandelt werden möge. Gleichzeitig hat die Regierung in Washington, London, Paris und Moskau gleichlautende Noten überreichen lassen, in denen Israel seinen Anspruch auf Reparationen durch Deutschland auf 1.5 Milliarden Dollar beziffert. Israel schlägt vor, daß die Zahlungen sich über eine Reihe von Jahren verteilen und teilweise iin Waren erfolgen sollen. Auslands-Österreicher in Frankreich lebend, 60 Jahre alt, Jude, sucht anständige Trau zwischen 45 und 50 zwecks Heirat. Gute Situation. Direkte Zuschriften mit Lichtbild erbeten an : E. Kardos, 15, rue Ferdinand Saint Etienme (Loire) France. Amerikanische Journalisten besuchen Israel Nach Julius Cäsar war Gallien bekanntlich iin drei Teile geteilt. In wieviele Teile Israel von den diversen Organisationen geteilt wird, können erst künftige Historiker ermessen. Eine Gruppe von zwanzig amerikanischen Zeitungsleuten besuchte dieser Tage das Land im Aufträge des United Jewish Appeal, d. h. den Teil des Landes, der unter die Auspizien dieser Körperschaft fällt. Eines der dramatischesten Ereignisse im Aufbau Israels ist vm gegenwärtigen Augenblick die Urbarmachung der Huleh, wo aus Sumpf und Wildnis ein zweites Emek Jezrcel entstehen wird. Jene Pionierarbeit hat nur einen Fehler — sie wird nicht direkt vom UJA unternommen, sondern nur von einem Partner, dem Keren Kajemeth, der nicht auf dem Programm der Journalisten steht. Deshalb wurde den Gästen zwar das obere Galii gezeigt, aber ihre Tour führte nicht durch das Huleh-Tal. Hoch oben von den Bergen konnten sie einen BHck in die Ebene tun und etwas von dem gigantischen Plan wahrnehmen. Der Plan sicht auch die Trockenlegung des eigentlichen Sees vor, an dem die Siedlung Hulatta gelegen ist, die, wie die anderen Siedlungen des Tales, einer neuen Blüte entgegensieht. Wahrscheinlich als Vorschuß auf die Zukunft hat die Siedlung jetzt etwas Ueberraschendes gebaut; eine Schiffsanlegestelle im — noch vorhandenen — See. Volksbildungshaus Wiener Urania Wien I, Uraniastraße 1 — Telefon U 18 580/83 Mittwoch, 25. April 1951 — 19 Uhr — Höra. III UNIV.-PROP. DR. HEINRICH SCHUR Der Krebs der Verdeuunisorgane Magen — Leber — Bauchspeicheldrüse n. Darm Karten zu S 1.— Im Vorverkauf an der Uranlakasaa täglich von 13 bla 20 Uhr Jakob Mannsdorf ehemaliges Mitglied der Wilnaer Truppe, jetzt Tel-Aviv, Israel. Rezitationen aus Werken jii discher Dichter. Mitwirkend Max Furmanski — jüdische und hebräische Lieder. Mittwoch, den 25. April 1951, um 19.30 Uhr, Großer Ehrbarsaal, Wien IV., Mühlgasse 30. Vorverkauf: Firma Ligoma I., Elisa bethstraße 1. ÖSTERREICHISCHE STRUMPF- U. WIRKWARENFABRIK HERBST & GAON ZENTRALE: WIEN I, GONZAGAGASSE 1 (MORZINPLATZ 3) TEL. U 25 143 FABRIK: WIEN VI, MOLLARDGASSE 20 TEL. A 30 2 57 ll» I 7 A ZIONISTISCHE FR A U E N - O RG A N I S A TIO N W 1 ** WIEN I., SEITENSTETTENGASSE 2 WIZO-WIEN veranstaltet ihre Feier anläßlich des Gedenktages der Befreiung Israels am Donnertag, den 10. Mai 1951 um 20 Uhr im CafcS Parkring, Wien I, Weihburggasse 28 Frau Adu Eshel, Gemahlin des Konsnls von Israel ln Wien, wird die Bedeutung des Tages würdigen. Herr Oberkantor Wilhelm Silber wird neuzeitliche hebräische Gesänge zum Vortrag bringen. Die hebräische Schule ln Wien wird mit einer Darbietung der Kinder das Programm beschließen. Alle Mitglieder, Freunde der WIZO und alle Gesinnungsgenossen werden zu B u f f e t 1 dieser Feier herzlidist eingeladen! Eintritt frei!