Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1951
- Issue
- Heft 48 (19.4.1951)
- Date
- 1951-04-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 48 DIE STIMME »Seite 3 Solidarität des Judentums Aus einem Vortrag Dr. Nahum Goidmann Die ruhige Haltung der Juden Inder Welt und das Gefühl der »Sicherheit, sind objektiv nicht begründet. Man begreift, daß Juden nach den unruhigen letzten 15 Jahren wieder in den Zustand der Normalität ein treten wollen. Hitler iist tot, der Nazismus besiegt, die Demokratien werden stärker und der jüdische Staat ist erstanden, das ist das allgemeine Gefühl, das aber objektiv ganz unberechtigt iist. Die Welt Ist voll sozialer Kämpfe, die gekuppelt sind mit machtpolitischen Aspirationen. Die Optimisten meinen dazu, man müsse zufrieden sein, wenn der kalte Krieg noch viele Jahre andauere und es werde noch sehr lange gehen, bis die Weltkonflikte gelöst werden können. »Selbst in den Vereinigten Staaten ist die »Sicherheit nicht selbstverständlich und viele mächtige Staaten zittern vor den Entscheidungen von morgen und übermorgen. In solchen Situationen sind die Juden besonders bedroht. Juden können nur prosperieren, wenn ihnen lange und ruhige Zeiträume zur Verfügung stehen, wie dies teilweise im 19. Jahrhundert der Fall war. Das 20. Jahrhundert ist aber ein brutales Zeitalter, in welchem die Machtpositionen neu verteilt werden. Das ist die richtige Atmosphäre zur Entwicklung des Antisemitismus. In Osteuropa wohnen zwei bis zweieinhalb Millionen Juden, nicht unter einem anti jüdischen Regime, aber unter einer Akkumulation dieser Gefühle gegen die Juden mit der Gefahr einer ständigen Bedrohung. In den mos’einitischen Ländern leben eine oder drei Viertel Millionen Juden auf einem Vulkan. Glücklicherweise konnten bisher Massakers vermieden werden. Trift eine Weltkatastrophe ein, so besteht keine Möglichkeit der Intervention mehr. Die 600.000 Juden in »Südamerika leben in einem Kontinent voll sozialer Spannungen. Keine jüdische Gemeinschaft ist in Ländern von Diktaturen gesichert. So kommt man zum »Schlüsse, daß ein Drittel des heutigen jüdischen Volkes in Gefahrenzonen lebt. Jetzt wendet sich der Blick dem »Staate Israel zu. Der Wahlkampf hat dort mit dem ganzen Fanatismus eingesetzt. Die Regierung hat gewiß viele Fehler gemacht, aber sie hat große Leistungen aufzuweisen. Der Staat ist aus einem Chaos entstanden, er ist ECMTTSE PEIRSEffS-SMä'VffSNTl UND flM!LÄNB> - TEIPtPflCUUE zu den billigsten Preisen Arthur Kollmann Wien VIII, Alserstraße 55 I 14, Tel. B 44 402 Wellpappe-, Kartonagen-, Büroartikel-Fabriken und Druckereien a. glDcksmann&sOhne Wien XVII., Beheimgasse 77 A 20 2 27 A 28 0 29 . Teller WIEN I, SALZTORQASSE 5 TELEFON U ü5-4-Hb HhRRfcN-, DAMINKI HDtR UND -MÄNTfcL MODISCHI SPORT- UNI) Rfcl/hNSCHUI/Ht KLHDUNC/S- I AHRIK jedoch der am besten funktionierende Staat im Mittleren Osten. Israel hat einen Krieg geführt und gewonnen. Das ist gar nicht so selbstverständlich, wie viele meinen. Die Militärs haben auf der Jeschiwah studiert und nicht in Akademien. »Sie waren bisher keine Fachmänner für den modernen Krieg. Für Wunder und heldenhafte Leistungen gibt es keine Rückversicherungen. Die größte Leistung des Staates von 700.000 Juden ist die Aufnahme von 550.000 Flüchtlingen. Alle Fachmänner haben immer wieder erklärt: Das ist reiner Selbstmord. Kaplan und Ben Gurion haben aber daran festgehalten, daß der Staat nur eine moralische Existenzberechtigung hat, wenn die Einwanderung andauert. Diese Haltung der Solidarität ist die Ursache aller »Schwierigkeiten. Wenn Israel die Einwanderung sperren würde, wären alle Schwierigkeiten überwunden. Das ist die zionistische Antwort auf die Judenfrage. Jetzt sind noch 35.000 Juden im Lagern, im letzten Jahr waren es noch 100.000. Aus der Gefahrenzone ist Israel noch nicht heraus. Es bestehen noch keine Friedensverträge und die arabischen Staaten sind heute entfernter davon als je. Die Araber rüsten auf die zweite Runde; sie erklären, daß sie zwar eine Schlacht, aber nicht den Krieg verloren haben. Sie können 1000 Gelegenheiten finden, den Kampf wieder zu beginnen. Solange kein Frieden besteht, bleibt Israel eine Insel im arabischen Waffenmeer. Fleisch holt man aus Argentinien, Getreide aus Kanada und Oel über das Kap der Guten Hoffnung. Auch keines der politischen Probleme wurde bisher gelöst. Bisher hat die katholische Kirche ihren Standpunkt um Jerusalem gehalten, die Grenzen Israels sfcehein nicht fest und sie sind auch von den Großmächten nicht garantiert. Die politische Lage zwingt Israel zur ständigen Anspannung. Israel kann die 700.000 arabischen Flüchtlinge nicht zurücknehmen. Hundert© von Millionen w'ären nötig, sie neu anzusiedeln. Ueberlegt man sich alle diese Schwierigkeiten, so kommt man zum Schlüsse, daß die Fronten vom Judentum der ganzen Welt gehalten werden müssen. Nicht in Washington oder in Kairo liegt der entscheidende Abschnitt, sondern in der jüdischen Welt. Es macht heute keinen Unterschied, ob jemand für oder gegen den Judenstaat ist; von einem Erfolg oder Mißerfolg Israels werden alle Juden betroffen. Die heutige Generation hat den Untergang eines Drittels des Volkes erlebt. Sie wird einmal eine der verseilrieensten der ganzen jüdischen Geschichte werden, wenn sie nicht beweisen wird, daß es ihr gelingt, die Vision des Staates zu verwirklichen und ihn als Segen für die künftigen Generationen zu erhalten. WOLLE UND GARNE größte Auswahl ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 Telephon A 32 008 XVI, Neulerchenfelderstraße 20 zu Pessach und Sch'wuoth mit EL AL Wöchentlicher Flugdienst mit 4 - motorigen Skymasters Verbilligte Gesellschaftsreisen Buchen Sie durch Ihr Reisebüro od er EL AL ISRAEL AIRLINES LTD. Wien l„ Fichiegasse 5/1, R 27116, R 27126 Das Wirken der WIZO ZAHLEN SPRECHEN! WIZO befürsorgt über 23.200 Kinder aller Altersstufen. 9 Kinderbewahranstalten : 3 »Säuglingsheime 3 Kleinkinderheime 3 Kinderheime 121 Kinderheime; 28 »Säuglings-Fürsorgcheime 31 Tageskrippen 32 Kindergärten 23 Nachmittags-Kinderklubs 26 Neue Tages-Krippen und Kindergärten für einwandernde Kinder 62 Institutionen für Einwanderer in Uebergangslagern. WIZO bildet Jugendliche heran in : 5 landwirtschaftlichen Schulen und Schulungs-Farmen für Knaben u. Mädchen mit 650 Schülern; 4 Berufsschulen für Mädchen mit 750 »Schülerinnen; (Haushalt- und Gewerbeschulen und die Bczalel-Gewerbeschule) 2 »Schulen zur Heranbildung von Säuglingsschwestern : 140 Schüler. Anzahl der Graduierten seit Errichtung dieser Schulen und Schulungsfarmen : zirka 8000. WIZO sorgt für Vorberufserziehung und Schulung : In Handarbeit und Handfertigkeit für weibliche Schülerinnen der Volksschulen in 17 Werkstätten für 1000 Schüler; laufende Kurse für Handfertigkeif sichrer haben 300 Graduierte herangebildet; Gartenbau wird durch WIZO - Instruktoren in 78 »Schulen Kindergärten und Jugendklubs gelehrt. WIZO dient der einwandernden Frau und ihrer Familie. 3 Herbergen für einwandernde junge Mädchen und Frauen ohne Familien sorgen für 215 Insassen. 3 Beratungsstellen iin den drei Hauptstädten stehen mit Rat und praktischer Hilfe in allen Fragen der Einwanderung zur Verfigung. 2 Schulungswerkstäften für Berufsschulung ermöglichen es den Frauen, ihren Lebensunterhalt während der Erlernung eines Gewerbes zu verdienen. 30 Kleiderkammern, werden von den WIZO-Föderationen in Uebersee mit Material versorgt. 4 Reparaturwerkstätten versorgen Frauen mittleren und fortgeschrittenen Alters mit Heimarbeit. 3 Läden für Kunstgewerbe sichern ein Absatzgebiet und fördern die Entwicklung der Heimindustrie. 4 WIZO-Restaurants in Tel-Aviv liefern nahrhafte Mahlzeiten zu volkstümlichen Preisen und sichern 73 Arbeitern Beschäftigung. 50 Fürsorge-Helferinnen, welche in der WIZO-Instruktions-Abteilung herangcbildet wurden, besuchen die Heime der neuen Einwanderer, geben persönlichen Rat und Unterweisung in Angelegenheiten des Haushaltes, des Kochens und der Hygiene zwecks Inpassuing an die Bedingungen des Landes. Ständige Kurse für Kleidermachen, Marktlehre und Kl ein-Landwirtschaft w erden abgehalten. lieber 200.000 jüdische Frauen, in allen Gebieten des Lebens auf der ganzen Welt, sind mit!WIZO, der Internationalen zionistischen Fraiuen- Organisation, verbunden. Verbindet Euch durch die Föderation Zionistischer Frauen mit dem neuen Staate Israel! Mitgliedsanmeldungen in Wien WIZO, Wien 1, Seitenstettengasse 2. Erstklassige Stolle und Zugehör, sowie beste Verarbeitung bilden die Grundlage der bewäh TELLER-KLEIDUNG dlage \n\A r t e n W ///. UaüphiraHtSS- 90 U16 2 #6