Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1951
- Issue
- Heft 46 (25.2.1951)
- Date
- 1951-02-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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) Nr. 40 DIE STIMME €11, iß- Aus dem ide j her tes dm icn i ju-! me CIl, •io- |J luzu-!S entert *ue len >en Bipemg üsdie en, ier ■fei ia- 3emn en, rk- £e- :ht. lit- >nd cht xeie- :aß mi i I Ul ja ies >nra- 311- >nir ird t^eine vie )rvir aeion mxeein ii Ier an- 3echiegadie ind nidie ar- 1. 1 i Trauersifzung für Arnold David Am 28. Jänner fand in unserem Verbandsheim eine Traiiersifzung anläßlich des Ablebens unseres verehrten Vizepräsidenten Arnold David stad, zu der sieh alle Vorstandsmitglieder eingefunden hatten. Der geschäftsführende Vizepräsident Herr Direktor Hrnest »Stiassny würdigte die Verdienste des Verstorbenen und wies darauf hin, daß gerade der Zionistische Landesverband und seine führende Position im zionistischen und jüdischen Leben Wiens der unermüdlichen Tätigkeit seines dahingegangenen Vizepräsidenten zu verdanken habe. „Wir werden die Lücke, die Arnold David hinter lassen hat,“ endete der Redner, „nicht schließen können, geloben aber in seinem Sinne den Landesverband weiterzuführen und die Idee des Allgemeinen Zionismus hochzuhalten.“ (Die Würdigung unseres verewigten Mitarbeiters auf der ersten Seite dieses Blattes.) Vortrag Arieh Heller Im Rahmen unserer Donnerstag- Abende sprach der Leiter des Palästinaamtes Wien, Herr Arieh Heller über die Wirtschaftslage in Israel. Er beschäftigte sich in seinem Referat weniger mit der Auswirkung der Krise als mit ihren Ursachen und kam zu dem Schluß, daß die große Alijah die Wirtschaftskrise zum überwiegenden Teii hervorgerufen habe, bringt doch die Masseneinvvanderung eine gewaltige Anzahl Menschen ins Land, die den gestellten Ansprüchen begreiflicherweise nicht gewachsen sind. Bei der Analyse der Einwanderung brachte der Redner interessante Vergleichsziffern vor : Hätte zum Beispiel Amerika im selben Verhältnis sein Land den Einwanderern geöffnet, so wären in einem Zeitraum von weniger als zwei Jahren 30 Millionen Menschen neu einzugliedern gewesen, umgerechnet auf Oesterreich 4 Millionen. Daraus könne man ersehen, welche gewaltige Leistung der Jischuw vollbringt. Nimmt man noch hinzu, daß es sich im Falle Israels um einen neuen, im Aufbau befindlichen Staat handelt, dann übertreibt man nicht, wenn man von einer grandiosen Tat spricht. Die Notwendigkeit der unbeschränkten Einwanderung aber ist bei den gegenwärtigen Verhältnissen in der Welt ein absolutes Gebot, warten doch Hunderttausende auf die Möglichkeit nach Israel zu kommen, die fürchten müssen, daß die Ausreise aus ihren derzeitigen Aufenthaltsländern früher oder später nicht mehr möglich sein wird. Der Vortragende zweifelt nicht, daß die Krise in Israel eine vorübergehende ist und führt als Beweis dafür an, daß der Großteil der Einwanderer in einer verhältnismäßig kurzen Zeit bereits eiingeordnet werden konnte. Reicher Beifall belohnte die interessanten Ausführungen des Vortragenden. Heinrich STEIN Wl«n IV, Favoritanstrafie 24 Talaphon: II 49 0 64 ERZEUGNISSE: Selbstroller Rollvorhänge Verdunkelungen Bretterjalousien Holzrollbalken Durchsichtige Schaufensterrollos »Seite 3 Zionistischen Landesverband Direktor Ernest Stiassny: „Die Juden Wiens - gestern, heute, morgen11 Vortrag gehalten am 1. II. 1951. Direktor Ernest Stiassny erwies sich in seinem wohldurchdachten und psychologisch w ertvollen Vortrag über die Jud en Wiens als ausgezeichneter Kenner der Wiener Verhältnisse und der Mentalität der Wiener Juden. Es gelang ihm Gedanken zu formulieren und klar auszusprechen, die jeder von uns oft genug empfindet. Nach einem kurzen Rückblick auf die Gemeinde vor 1938, ihre gewaltigen Leistungen auf politischem, kulturellem und sozialem Gebiet, kam der Redner auf die heutigen Verhältnisse der Wiener judenheif zu sprechen, wobei er betonte, daß das Bestehen einer jüdischen Gemeinschaft in Wien eine Tatsache sei, aus der man seine Folgerungen ziehen müsse. So ist es also notwendig, alles dazu zu tun, einen engeren Zusammenschluß zu finden, basierend auf gegenseitiger Hilfsbereitschaft und Erkenntnis der schwierigen Situation, in der sich die Juden hier befinden. Die Grundlage jeder jüdischen Gemeinschaft sieht der Vor tragende in der Liebe zu unserem Israel und im Hochhalten des nationalen und zionistischen Gedankens. Mit einer Aufforderung an die Zuhörer, dem Zionistischen Landesverband beizutreten und aktiv mitzuarbeiten, schloß der Redner seine eindrucksvollen Ausführungen, die lebhaften Beifall fanden. B. R. Mitgliederversammlung Im Festsaal des Cafe Herrenhof fand am 15. Februar eine Versammlung unserer Mitglieder statt, bei w elcher drei interessante Referate mit anschließender Diskussion gehalten wurden. Zu dem Thema „Der Zionismus in der Golah“ sprach unser Vizepräsident Herr Direktor Ernest Stiaßnv über die Aufgaben des Zionismus außerhalb Israels. Der junge »Staat braucht die Hilfe aller Juden, dies umso mehr, als die unbeschränkte Einwanderung das Land vor schwerwiegende Probleme stellt, die nur mit Einsatz aller Kräfte und Mittel gelöst werden können. Die Zionisten der Golah müssen die überaus wichtige Aufgabe übernehmen, die jüdische Jugend für Israel vorzuhereiten und ihr die Möglichkeit zu gehen, jene Berufe zu erlernen, die für den neuen Staat wertvoll sind und die, diese Jugend befähigt, an dessen Aufbau erfolgreich mitzuarbeiten. Auch die Aufbringung von Geldmitteln ist notwendig, um die Einordnung der Neucinwanderer zu beschleunigen und gehört mit zu den Aufgaben der zionistischen Organisationen in aller Welt. Als nächster Redner referierte der Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde Herr Dr. Wolf Herzberg über die Tätigkeit der Israelitischen Kultus gern ein de Wien und wies hauptsächlich auf die Schwierigkeiten bei den RücksteHutngsverfahren hin, in welchen die Kultusgemeinde nach unzähligen Interventionen und Vorsprachen bei den österreichischen Behörden doch nennenswerte Erfolge erzielen konnte. Auch in der Fürsorge für alte, kranke unnd arbeitsunfähige Glaubensbrüder wird trotz unzureichender Mittel Ersprießliches geleistet. Der Vortragende bemängelte die allzugroßen und unerfreulichen politischen Zerwürfnisse innerhalb der Kultusgemcinde und appellierte an 'die Zuhörer alles dazu zu tun, um bei den nächsten Kultuswahlen den Zionisten zur Majorität zu verhelfen, um den nationalen Erfordernissen besser gerecht werden zu können. Anschließend berührte Herr Chaim Schamir die Veränderungen in der zionistischen Bewegung seit der Gründung des Staates und die damit zusammenhängende Desorientierung in Ges. m. b. H WEN REINWOLLENE DAMEN¬ UNI) HERRENSTOFFE, FRANZ. UND SCHWEIZER SEIDEN-NOUVEAUTES SINQER-STOFFE WIEN I, ROTEN TURMSTRASSE 17 den Reiben der Zionisten, sowohl in Israel als auch in der Golah. Es gab unter den Zionisten hauptsächlich unter den Führern der Mapai solche, die glaubten, daß die zionistisch:1 Bewegung ihre Aufgabe erfüllt hülle und eine Liquidation die beste Lösung sei. An Stelle der zionistischen Organisation sollten Institutionen gebildet werden unter dem Titel „Freunde Israels“, die dann keinen Anspruch darauf hätten, sieh mit Israels Problemen zu befassen und die dazu heslimmt waren, zu philanfropischen Vereinen herabzusinken. Versuche in einigen Ländern der Golah, angesehene aktive Führer aus dem zionistischen Lehen zu eliminieren und an ihre »Stelle nichtzionistische Freunde zu setzen, in der Hoffnung Geldmittel aufzubringen, sind gescheitert. Die Einkünfte der Fonds fielen rapid und die zion. Bewegung erlitt als Folge dieser Politik eine Niederlage auf organisatorischem Gebiete. 3 Jahre Israel-Wirklichkeit mit seinen spezifischen Problemen hat gezeigt, wie falsch diese Ansicht war und bestätigt, daß eine zion. Weltbewegung das Rückgrad bilden müßte für den neuen Staat, in materieller und politischer Hinsicht, ganz besonders in einer Periode der Masseneinwanderung mittelloser Menschen. Und die Aufgabe des Kongresses wird es sein, die zion, Organisation zu untermauern, sich stützend auf bewährte zion. Kräfte, um so dieser Bewegung den alten Glanz zu verleihen. Nur eine solche Organisation ist imstande, die Massen um sich zu scharen. Zum Schlüsse seines Referates berührte der Redner dien Kampf der Allgemeinen Zionisten gegen die Entrechtung der zion. Weltbewegung und wies auf die Notwendigkeit hin, den allgemeinen Zionismus in der Golah und in Israel zu stärken. In der Golah hat diese Bewegung große organisatorische Aufgaben zu erfüllen, in Israel aber muß sie die Zentrums-Parfei bilden, die zu verhindern hat, extreme Eskapaden von links und rechts, die so gefährlich sind, In der Zeit des Kibutz Galujoth. Eine starke allgemein zion. Delegation zum Kongreß gibt die Garantie, daß die gesamte zion. Bewegung w ieder zu einem entscheidenden Faktor im jüdischen Leben werden wird und, nach einem Ausspruch Dr. Nahum Goldmanns, dieser Kongreß zu einem zweiten Ersten werden w ird. E. M. Vortrag Univ. Prof. Dr. Heinrich Schur Auf Einladung des Zionistischen Landesverbandes spricht Donnerstag, den 1. März, um 20 Uhr, im Eestsaal des Cafe Herrenhof Herr Univ. Prof. Dr. Heinrich »Schur über „Die Berufswahl der jüdischen Jugend“. Gäste willkommen. WIEN VII, KIRCHENGASSE 7 TEXTILIEN UND HERRENKONFEKTION r \ 4 4 'i ü i k r\ v X f I i» V :i i % i i $ ü ä i | i > i s i I j i } i i | i S f j! "UUPP7UP"UU7PUUUPU