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Die Stimme · 1951-02-25 · Heft 46 (25.2.1951) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 46 (25.2.1951)
Date
1951-02-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DTK STIMME Nr. 46 Der kommende Zionistenkongress — seine Zusammensetzung und seine Probleme Von Sam Segal, Jerusalem V enn man in früheren Zeiten über dir Zusammensetzung; des Zionisten- Kongresses sprach, dachte man vor allem an das Kräftev erhältnis der verschiedenen politischen Parteien. Auch zum 1? >. Zionisten - Kongreß w erden die vorhandenen zionistischen Parteien erscheinen und sich bemühen den Cianv; der Ereignisse zu beeinflussen. Besonders bei der Aufstellung der führenden Instanzen der zionistischen Bewegung. Aber diesmal erscheint auch noch eine neue Fra sie bezüglich der Zusammensetzung des Kongresses, denn fast die Hälfte aller Delegierten werden in Israel gewühlt und wenn man noch berücksichtigt, daß auch im Ausland Israel-Bürger gewählt werden können, so besteht die Möglichkeit, daß der Kongreß zu einer breiten Versammlung von israelischen Aktivisteen werden wird. Niemand will damit sagen, daß d'e Bedeutung der israelischen Aktivisten geringer ist, als die der ausländischen, aber man muß feststellen, daß der Kongreß die gesamte Judenheit von 10 Millionen zu vertreten hat und nicht nur die eine Million Juden Israels. Die „dreifache“ Rechnung. Der Schreiber dieser Zeilen hat bei der letzten Sitzung des Aktionskomigefordert, das doppelte Recht der Israel - Schekelbesitzer abzuschaffen. Keiner hat diese Frage wieder aut die Tagesordnung gesetzt, seitdem sie aus innerjüdischen Erwägungen von der zionistischen Exekutive beschlossen wurde. Es waren Zeiten, wo die zionistische Exekutive eine „Regierung unterwegs“ war und ihre potentiellen Bürger nur die Juden Israels waren. Wenn nun z. B. ein Zionisten-Kongreß Widerstand gegen die Mandatsregierung zu leisten hatte, dann war es nur logisch, daß die Juden Israels die den Kampf auszutragen hatten, ein größeres Mitbestimmungsrecht erhalten mußten, als die Juden des Auslandes, die in diesem Kampf ja doch nur Zuschauer waren, wenn sie ihn auch nach besten Kräften unterstützten. Die Entstehung des Staates Israel bedeutete die Krönung der zionistischen Arbeit, sie bedeutete aber auch gleichzeitig die Aenderung der ganzen Zielsetzung der zionistischen Weltorganisation. Juden aus der Galuth können sich nicht in die inneren Angelegenheiten Israels einmischen; es ist selbstverständlich, daß nur die Juden Israels ihr Parlament und ihre Regierung wählen. Das muß aber auch zu einer Aen.derung iri der „doppelten“ Buchhaltung der israelischen Schekelbesitzer führen. Es gibt keinen Grund mehr, warum der Zionist aus Israel ein doppeltes Stimmrecht gegenüber dem Zionisten aus einem anderen Land haben soll. Die „gesetzliche“ Argumentation, daß nur ein Zionistenkongreß diese Aenderung herbeiführen kann, ist sehr zweifelhaft, denn es ist noch nie festgestellt worden, ob nicht auch das Aktionskomitee kompetent wäre, diesem Beschluß abzuändern. LEBENSMITTEL¬ GROSSHANDLUNG WIEN VI, LINKE WIENZEILE 10 TEL. B 21 4 81, A 36 0 76 Der Schreiber dieser Zeilen fand Keine große Anhängerschaft in der l rage der baldigen Aenderung des „doppelter“ Stimmrechtes der Isr.iel- Hchehelim. Die große Mehrheit ist der Meinung, daß erst der Kommende Kongreß dies durchführen kann. Da Kann man nichts machen, wir werden halt roch 6 Monate warten müssen, cbwohl diese doppelte Buchhaltung natürlich, auch ihre Auswirkungen auf die Zusammensetzung des kommenden Kongresses haben wird. Dann ist in diesem Zusammenhänge noch eine zweite Frage zu erörtern. W ie kam es, daß man vor 5 Monaten die Schekelaktion in Israel mit der „imposanten“ Ziffer von 700.000 „verkauften“ Schekelim beendigte 7 Listen wurden nicht gemacht, der größte Teil der Schekelim ist, ohne mit Namen und Adresse ausgefüllt zu werden, verkauft worden. Wem wird man einreden wollen, daß es in Israel 700,000 Schekelkäufer bei einer Bevölkerung von 1,000.000 gibt, besonders wenn man bedenkt, daß ein Schekelbesifzer zumindest 18 jahre alt sein muß 7 Zu Knessethwahlen gibt es nicht mehr als 600.000 stimmberechtigte Wähler wobei man noch die Aggudisten, Kommunisten und andere Gruppen abrechnen muß, die sich nicht an den Wahlen zum Zionisten-Kongreß beteiligen. Wer hat ein Interesse die zionistischen Kräfte Israels so offensichtlich zu verfälschen 7 Weshalb hat man sich so leicht darauf eingelassen, den m o - r a 1 i s c h c n Wert der israelischen Vertreterschaft auf dem Kongreß zu vermindern. 7 Dieses „dreifache“ Recht der Israel-Schekelim kann ernsthaft den Wert des nächsten Zionisten-Kongresses in Trage stellen. Der Zionisten-Kongreß hat immer Bewunderung hervorgerufen wegen seines freien und demokratischen Charakters. Der Kongreß widerspiegelte immer das w irkliche Kräfteverhältnis in der Judenheit. Diesmal aber droht die ernste Gefahr der Verfälschung des demokratischen Charakters des Kongresses. Diese „Falsche Buchhaltung“ ist ein schreiendes Unrecht gegenüber den jüdischen Gemeinschaften in der Galuth. Die 5 Millionen Juden in Amerika, welche so viele Treue der Judenschaft gegenüber erwiesen haben, werden kaum die Hälfte der Delegierten aufzuweisen haben, die die eine Million Juden in Israel stellt. Die 400.000 Juden Argentiniens werden nur 12 Delegierte haben, und nur deshalb, weil sie die „Sehekelimtechnik“ Israels nicht genügend meisterten. Wir benötigen jedoch einen Kongreß, der die w irklichen Kräfteverhältnisse der Weltbewegung w iderspiegelf und nicht nur eine Versammlung von israeliseben Aktivisten darstellt. Diese Frage besteht in ganzer Schürfe und die zionistischen Instanzen müssen sich ernsthaft mit der „abnormen* Schekel-Buchhaltung Israels beschäftigen. Die Ärbeitsbilanz der abfretenden Exekutive. Mehr wie viereinhalb Jahre biegen zwischen dem 22. und 23. zionistischen Kongreß. Diese Periode kann man in zwei 'Feile teilen : In eine bis zur Entstehung des Staates und in eine nach seiner Entstehung. Die Entstehung des jüdischen Staates brachte eine vollständige Aenderung in der Arbeit der zionistischen Organisation mit sich. Aber ohne Zweifel ist die Entstehung des Staates die Frucht der 50jährigen Arbeit der Zionistischen Organisation. Die Bilanz der Tätigkeit der zionistischen Exekutive seit Entstehung des Staates ist verschiedenartig. Sie konnte auf verschiedenen Gebieten Erfolge erzielen, hat aber auch Mißerfolge aufzuweisen. Zweifelsohne kann man die Schlußfolgerung ziehen, daß die Exekutive zu groß war, bei 23 Mitgliedern, die teilweise ohne Aufgabe waren, ist eine wirklich produktive Arbeit oftmals unmöglich. Auch fehlte es an Koordination zw ischen den verschiedenen Sektionen und jede Abteilung arbeitete vollständig selbständig. Es wird nötig sein, ernsthaft in Erwägung zu ziehen, ob es nicht besser wäre, zu einer Exekutive von 7 bis 9 Mitgliedern in Jerusalem und einer von 3 bis 5 in New7 York zurückzukehren. Natürlich wird das die Abschaffung von einigen Abteilungen verlangen, die sich ja schon teilweise sowieso als überflüssig ■erwiesen haben, einerseits aus Mangel an 'Tätigkeit und andererseits durch Ueberschneidung mit anderen Abteilungen. Bemerkenswert waren die Leistungen auf den Gebieten der Emigration, Kolonisation und der Jugendalijah. Dagegen hinkte die Exekutive in gewissen Gebieten nach; diese waren vor allem zionistische Propaganda, Organisation der zionistischen Landesgruppen, Erziehung und Chaluziuth. Diese Bemerkungen wollen nun keinen der leitenden Beamten treffen, es llHflill!!IUK!l HOLZGROSSHANDLUNG HOLZEXPORT UND INTERNATIONALE HOLZAGENTUR Wien VI, Linke Wienzeile 4, II. Stiege, III. Stock Telephon A 30271 WIRKWAREN UND WÄSCHE-ERZEUGUNG Tel. R 29043 Wien I, Fleischmarkt 16 Tel. R 29044 Postsparkassen - Konto Nr. 30.937 wird sehr interessant sein zu hören, was sie über die Gründe ihres Mißerfolges zu sagen haben. Es ist kein Geheimnis, daß gerade in der Periode der Begeisterung über die Entstehung des jüdischen Staates die Zahl der jugendlichen Chaluzlm in den Ländern mit großen jüdischen Gemeinden, sehr gering ist. Die Jugend wurde nicht aus der Schablone des „goldenen“ Lebens herausgerissen, es gelang daher nicht, sie in ein zionistisches Lehen von einem chalusclren ganz zu schweigen hineinzuführen. E.s ist möglich, daß radikale Aenderungen in der zionistischen Arbeit nötig sein w erden, was natürlich neue Menschen erfordern wird, die sieh den Bedingungen der neuen Zeit anpassen können. Der Zionisten-Kongreß wird die Bilanz der abgeschlossenen Arbeitsperiode besonders seit der Entstehung des Staates ernsthaft studieren müssen. Wir müssen genug Mut haben, die Wahrheit zu sagen ungeachtet dessen, ob sie dieses oder jenes Mitglied der Exekutive von dieser oder jener Partei „treffen“ wird. Wir müssen endlich ein Ende machen mit der alten Schablone, die Berichte entgegenzunehmen und dann dieselben Leute wieder zu wählen, unabhängig davon, ob sie nun wirklich fähig sind, die ihnen übertragenen Aufgaben zu erfüllen oder nicht. Ohne Zweifel bewiesen gewisse Mitglieder der Exekutive Fähigkeit u«nd Fleiß, aber sind wir aufrichtig : nicht alle. Man muß nun die Zahl der Exekutivmitgliedcr verkleinern und diejenigen austauschen, die zeigten, daß sie ihr Arbeitsgebiet nicht vollkommen beherrschten. Natürlich kann man dies nicht in einem Artikel genau beschreiben, ja nicht einmal in den Sitzungen des Kongresses beschließen, aber gesonderte Kommissionen werden die Frage offenherzig und drastisch untersuchen müssen. Die Beschlüsse des Zionisten-Kongresses werden ohne Zweifel sehr wichtig sein, aber noch wichtiger wird sein : Wer wird sie ausführen? Das Prestige der Exekutive muß gehaben werden. Dazu ist es nötig, eine Reihe von Problemen zu lösen, wie z. B. die Frage des „Status“ der Organisation. Diese Frage werden wir noch in einem weiteren Artikel behandeln, aber es muß heute schon festgestellt werden, daß die Zusammenstellung der Personen in der Exekutive ein sehr wichtiger Faktor sein wird, für die gesamte Bewegung. Die großen Probleme vor dem Kongreß. Gewiß werden im Zentrum der Verhandlungen des kommenden Kongresses die großen ProbLeme der Bewegung stehen, die seit der Errichtung des Staates entstanden sind. Diese sind vor allem : Die neuen Aufgaben der zionistischen Bewegung; die Beziehungen zwischen dem Staat und der Bewegung; der „Status“ der zionistischen Organisation in Israel; die Frage des Eondes u. s. w. Doch darüber mehr im kommenden Artikel. B. Teil et WIEN I, SALZTORQASSE 5 TELEFON U 25-4-85 HERREN-, DAMENKLEIDER UND -MANTEL MODISCHE SPORT- UND REt/ENSCHUTZBE KLEIDUN t/S- EABRIK

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