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Die Stimme · 1951-01-22 · Heft 45 (22.1.1951) · page 7

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 45 (22.1.1951)
Date
1951-01-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE STIMME Seite 7 Nr. 45 Zur Erinnerung an Professor Dr. Julius Donath und an Generalstabsarzt I. R. Dr. Arnold Raschkes B&dtcb&tycn aus l&tael Vor 'einiger Zeit habeif wir Professor Donath 'begraben. Er war einer von den Stillen im Lande. Nie suchte er laute Anerkennung. Nie trat er in die Oeffentlichkeit und war doch in al/er Stille einer der größten Wohltäter seines Kreises, verehrt und geliebt von allen, die mit ihm in Berührung kamen. 40 lange Jahre gingen wir den gleichen Weg von dem Hause, in dem wir wohnten ln das Haus, in dem wir unseren Beruf ausübten und hatten das gleiche Ziel, durch Arbeit am Krankenbett und durch wissenschaftliche Eorscherarbeif unseren Dienst am Kranken zu leisten und für unsere Auftraggeber, das Gremium der Wiener Kaufmannschaft, unter seinem tatkräftigen Präsidenten Leopold Pollack von Parnegg und Leopold Langer und die Krankenkassa der Handlungsgehilfen unter der opferwilligen und arbeitsfrohen Leitung von Karl Pick und Genossen, ein mustergültiges Krankenhaus herzustellten. Ich glaube, es ist uns gelungen, weil wir alle, Auftraggeber und Beauftragte, von der Bedeutung des Werkes durchdrungen waren, durch das für alte Beschäftigten das bedeutungsvollste Gut der Menschen, ihre Gesundheit, gewonnen und erhalten werden sollte. Sr. Majestät dem Kranken war das Haus gewidmet, wie bei seiner Eröffnung im Jahre 1900 der Gehilfenobmann Karl Pick so schön sagte und das blieb so, solange wir die Leitung zu besorgen hatten. Unter weitaus schwierigeren Verhältnissen hat Donath eine ähnliche Aufgabe übernommen, als ihn im Jahre 1938 die Leitung der internen Abteilung im damaligen Rothschildspital übertragen wurde. Gering waren die Mittel, die uns eine wenig wohlwollende Nazi-Obrigkeit zur Verfügung stellte. Es war schwer die allernotwendigsten Medikamente und Instrumente auch nur zu kaufen, da uns die Geldmittel gesperrt und die Instrumente verschleppt wurden und wir sogar in der schwersten Kriegszeit itn ein ungeeignetes Haus übersiedeln mußten und gezwungen wurden, die schönen zweckmäßigen Operationssäle aufzugeben und neue mit unzulänglichen Mitteln zu errichten. Hin alles mußte gekämpft werden und es wäre noch schwerer geworden das unbedingt nötige zu erzielen, wenn nicht der eiserne Wille des körperlich so schwachen Mannes den schweren Weg zu den feindlichen Behörden gesucht JÜDISCHES BONBONS- UND SCHOKOLADENGESCHÄFT POSTVERSAnD NACH ISRAEL UND ALLEN LÄNDERN M. ENGEL WIEN III, LANDSTRASSE-HAUPTSTR. 48 TEL. U 16 4 37 PERSICANER « GO, Wien I, Schottenring 25 Telephon A 11-0-55 und A 11-0-57 Gegründet 1875 Technische Gummi- und Asbestwaren," Dichtungsmaterial, Armaturen, Technische Bedarfsartikel! Treibriemen, Förderbänder und gefunden hätte. Er fand tatkräftige Unterstützung hei dein im Juli vorigen Jahres in UwSA dahingeschiedcr.cM Direktor der Anstalt, Generalstabsarzt i. R. Dr. Arnold Raschkes. Gleiche Hilfsbereitschaft beseelte be i de und beider angesehene Stellung in der Aerzteschaft erleichterte es ihnen von den zu Vogtdiensten bestellten Vorgesetzten in der Kammer, das Notwendigste zu erreichen, selbst für das Wohl der Pflegebefohlenen wirken zu können. Es war freilich nicht viel, denn immer drückender wurde die Sorge wegen der Zwangsverschickung und wegen.der bereits bekanntgewordenen unerhörten Mißhandlungen und Entwürdigungen in den KZ-Lagern. Wegr.ehmen konnte niemand diese Sorgen, aber die beiden bedeutenden Aerzte wußten im Bunde mit den andeien Äerztcn und den Schwestern die Bedrückten zu trösten und ihnen mit mitleidsvollem Zuspruch den Glauben an die Menschheit zu geben. Es war nicht leicht, denn jedem der Tröster und Helfer drohte dasselbe Schicksal. Man brauchte die Se eien stärke der beiden Leiter, ihr Herz und ihr Gemüt, um auf die Kranken Eindruck zu machen und die Aerzte und Schwestern zu gleichem Handeln zu bewegen. Nur selten gelang es, unter Lebensgefahr, unter Benützung günstiger Umstände, die gezählten Menschen ihren Verfolgern zu entreißen, aber jeder wußte, daß im Krankenhaus allps geschah, um ihnen nach Möglichkeit zu helfen. Schon dieses Bewußtsein war ein Trost. Es war hauptsächlich der Seelengröße, der Menschlichkeit und der Güte der beiden Aerzte zu danken. In jungen Jahren und im reiferen Alter hat steh Donath auch rein forscherisch betätigt. Die wichtige Entdekkung der Donath-Landsteinerischen Blutreaktion, als Ursache der Anfallsweise auftretenden Blutkörpercheii- Äuflösung, stammt von Donath und Landsteir.er. Sie ist um so bedeutungsvoller, als sie die Grundlage für die Entdeckung der Landsteinerischen Blutgruppen wurde, durch die es ermöglicht wird, ohne Gefahr Bluttransfusionen vorzunehmen. In späteren Jahren war seine wissenschaftliche Betätigung direkter im Dienste der Klinik. Er wurde ein ausgezeichneter Ken rer der Lungenröntgenelogie und vor altem der Elektro-Kardio-Üntersuchung und blieb so bis an sein Lebensende modernster Lungenarzt und Herzpathologe. Das Krankenhaus benützte diese seine Kenntnisse bis an die letzten Tage seines Lebens. Prof. Donath war, trotzdem ihm große Erfolge beschieden waren, niemals heiterer Natur. Stille Zufriedenheit war das Maximum seines Lebensgenusses. Er genoß den Segen eines glücklichen Ehelebens und die Frau Nvar es ja, die ihn vor Hitler schützte und von realen Sorgen war es vor allem die Sorge um die Frau die ihn bedrückte. Aber auch hier hat ihm ein gütiges Schicksal eine halbwegs zufriedenstellende Lösung noch erleben lassen. Daß ihn das viele Leid, das er um steh sah, tief bedrückte, ist selbstverständlich, aber es schien, daß ihn das immerwährende Elend dies jüdischen Volkes dauernd noch mehr belastete. Er fühlte sich bis zuletzt Touristisches : Kam ein Amerikaner nach Israel und brachte mit seinem Gepäck fünf Erigidairc. Aufgefordert, sie zu verzollen, erklärte er sehr befremdet. er habe sich für seinen Gebrauch hier im Lande seine Küchengeräte mitgebracht, was cs da zu verzollen gäbe. „Fünf Frigidaire 7“ fragte der Zollbeamte. „Of coursc \ Einen für Fleischig und einen für Milchig.“ - „Sind doch erst zwei 7“ - „Und dann kommt jetzt Pessach. Brauche ich wieder einen für Fleischig und einen für Milchig.“ — Dem Zollbeamten blieb weiter nichts übrig, als zu fragen : „Und wozu den fünften 7“ Jetzt blickte der Reisende verlegen zu Boden und gestand : „Manchmal esse ich auch trefe ...“ — Zena und die schlanke Linie. Es ist kein Witz : Die Leute in Israel, besonders die Frauen, werden dick. Die Konfektionsindustrie hat das schon berücksichtigt, und in den neuen FrühjahrskoBektionen weit mehr größere Nummern bereitgestellt als früher. Nicht deshalb, Aveil Dr. Josef, der Ernährungsminister (böse Zungen nennen ihn den Unterernährungsminister) sein Programm nicht durchsetzt, sondern w e i 1 er cs durchsetzt. Gemüse und Fleisch ist nicht da, und von Nudeln, Brot und Mehlspeisen wird man dick auf der ganzen Welt. Eine Frau, die ihre aufgehenden Formen im Spiegel betrachtete, sagte voll Bitterkeit : „Die reichen Damen sind immer noch schlank!“ Das Herz der Nation. Vor der großen Alijah war ein Teil der Bevölkerung russisch und der andere deutsch. ■noch immer nicht sicher. Er konnte den traurigen Eindruck der Nazizeit nicht loswerden. Als Schüler Nothnagels hatte er die große Tradition übernommen, die sein Lehrer mit dem großen Kliniker Traube und dessen Schüler Lichtheim verbanden. Noch viel stärker wirkte die ethische Seite des großen Arztes auf unseren Toten. Fast hat man den Eindruck, als Avenn Nothnagel seinen so tief gefühlten Satz „Nur ein guter Mensch kann ein guter Arzt sein“ dem beispielgebenden Wirken Donaths an seiner Klinik entnommen hatte. So still die beiden großen, miteinander innig befreundeten Aerzte Raschkes und Donath AAaren, die dem Krankenhaus der Israelitischen Kultusgemeinde in der Zeit der schweren Judennot vorstanden, so laut wird ihr Lob gesungen von den Mühseligen und Beladerei, die seine Insassen Avaren und überlebt haben. Es Avird immer unser Stolz sein ihr Mitarbeiter gewesen zu sein und sie Averden immer der Stolz der gesamten Wiener Judenschaft bleiben. Infolgedessen gab es russische und deutsche Aerzte. Kam nun ein Herzkranker zu einem russischen Arzt, verbot er ihm strikte den Kaffeegenuß als das schädlichste Gift fürs Herz. Hat man aber im Laufe einer langen Krankheit zwei Aerzte und war der andere ein Deutscher, so riet er, zur Belebung des Herzens Kaffee zu trinken. Meine herzkranke Nachbarin Aveiß das schon und geht je nachdem, ob sie Appetit auf Kaffee hat oder nicht, zu einem ihrer beiden Aerzte. —Welcher der beiden Aerzte hat aber recht? Ich Aveiß cs, der Russe. Tatsächlich hat der Kaffee es fertig gebracht, in den letzten Wochen alle Herzen im Lande in Aufruhr zu bringen, auch die Herzen derer, die gar nicht herzkrank Avalen. — Dadurch nämlich, daß keiner da Avar. Die BLni&n blühten am Carmel schon im Februar. Anemonen, Azaleen, Tulpen, Narzissen, Gladiolen — groß und klein gingen sie pflücken, sie belebten das Straßenbild und jede Wohnung. Und tonnenAA7cise schickte man die widerstandsfähigen Zwiebeln dieser wilden Gebirgsblumen nach Europa und Amerika. Bis, ja bis der Schnee kam ... Israels Blumenexport auch in gezüchteten Blumen macht einen vielversprechenden Anfang. Israel ist meist imstande, im härtesten europäischen Winter die europäischen Großstädte mit täglich frischen Blumen zu versorgen, und das trotz der Kosten des Lufttransportes billiger als jedes andere Blumen produzierende und exportierende Land. Auch was Produktion von Blumensamen und Blumenzwiebeln betrifft, steht Israel heute nach einer Praxis von wenigen Jahren bereits an erster Stelle. Mögen die Blumen Israels Freude in die Welt bringen und uns etwas von den dringend benötigten Devisen. Hansi Berger Verläßliche, tüchtige Bedienerin (gute Köchin), sucht Privat- oder Büro - Bedienung. Angebote schriftlich unter „Beste Nachfrage Nr. 565“ oder telephonisch bei der Administration Ä 26 4 73 Sonntags von 9 bis 11 Uhr. TEXTILGROSSHANDEL UND MANIPULATION IMPORT EXPORT HAMMERSFELD & REINER WIEN I, RUDOLFSPLATZ 1 PELZE Große Auswahl in allen Arten, von 1400 S aufwärts. — Reparaturen Pelzhaus Friedrich Goldschmied II, Heinestraße 13 Tel. 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