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Die Stimme · 1951-01-22 · Heft 45 (22.1.1951) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1951
Issue
Heft 45 (22.1.1951)
Date
1951-01-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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DIE STIMME Seite 6 Nr. 45 Aus dem zionistischen Leben in Wien KLEINE NOTIZEN Zionistische Föderation aufs Neue aktiviert Nach ei:1.er Vereinbarung aller zionistischen Parteien wurde in der vorigen W oche die Tätigkeit der Zionistischen Föderation erneut aufgenommen. In den Räumen des Keren Hajessod versammelten sieb die Delegierten aller zionistischen Parteien zu einer konstituierenden Sitzung. Unter anderen w aren auch die zionistischen Mandatare der Israelitischen Kultusgemeinde anwesend, sowie die Sochnut-Vertreter aus Israel, die Herren Riemer, Schwalb und Schamir. Herr Dr. Pordcs eröffnete die Sitzung und wies auf die Dringlichkeit der Zusammenarbeit aller zionistischen Parteien hin. An der anschließenden Debatte, die die Neukonstituierung und künftige Arbeit der Föderation betraf, beteiligten sich viele Redner, in der darauf folgenden Wahl wurde unter großem Beifall Herr Dr. Emil N e u s p i e 1 (Allg. Zionisten) zum Präsidenten der Föderation gewählt, als Vieepräsidenten die Herren Oberrabbiner Dr. Akiba Eisenberg (Misrachi) und Dr. Pordes (Mapai). Weiters gehören als Vertreter der Allgemeinen Zionisten die Herren Böhmer, Schapira und Tischenkel der Föderation an. Mapai wird von den Herren Dr. Pordes und Dr. Tuttmann vertreten, Mapam von den Herren Dr. Hirsch 1 und Markowitz, dem auch das Sekretariat übertragen wurde. Die Revisionisten entsenden Herrn Barth, die W'izo Frau Gröbl, Misrachi außet dem Vieepräsidenten noch Herrn Neugrüschl. Sämtliche zionistische Mandatare gehören automatisch der Föderation an. Präsident Dr. Neuspiel übernimmt den Vorsitz, betont eingangs die Notwendigkeit einer Intensivierung der zionistischen Arbeit in Oesterreich und erwartet, daß die Föderation in der jetzigen Zusammenstellung wertvolle zionistische Arbeit wird leisten können. Anschließend drückt der neugewählte Präsident dem abtretenden Präsidenten Herrn Lippa Neufeld den Dank für die in schwerer Zeit geleisteten Dienste aus. Wellpappe-, Kartonagen-, Büroartikel-Fabriken und Druckereien A.GLÜCKSMANN&SÖHNE Wien XVII., Beheimgasse 77 A 29 2 27 A 28 0 29 sp- Caf6 — Bar — Tanz Wien IX., Porzellangasse 39 Tel. R 52 405 Heinrich STEIN Wien IV, FavoritenstraBe 24 Telephon: U 49 0 64 ERZEUGNISSE: Selbstroller Rollvorhänge Verdunkelungen Bretterjalousien Holzrollbalken Durchsichtige Schaufensterrollos Der Zionistische Landesverband in Oesterreich gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es die Föderation verstehen wird, selbständig und autonom zu handeln, daß diese Institution der Platz sein wird, wo sich erfolgreiche Tätigkeit entfalten wird, statt kleinliche parteipolitische Kämpfe auszufcchten. ln diesem Sinne begrüßt der Zionistische Landesverband die reaktivierte Föderation. Die neugewählten Delegierten unter Führung unseres Gesinnungsgenossen Dr. Neuspiel, der sich in der jüdischen Öffentlichkeit großer Anerkennung und Beliebtheit erfreut, geben die Sicherheit einer ersprießlichen zionistischen Arbeit. Magbith Meuchedeth Konstituierende Sitzung Nach langen Vorbereitungen fand am 28. Dezember 1950, die erste konstituierende Sitzung sämtlicher Vertreter von zionistischen Parteien und Organisationen statt. Unter Vorsitz des Herrn Privatdozenten Dr. Heinrich Kiwe und ausführlichem Bericht des neuen Leiters des Magbeth Meuchedeth, Herrn Ing. B. Baumann, wurden nach reger Debatte folgende Damen und Herren in das neue engere Komitee gewählt. Josef Lauf (Zionistischer Landesverband) Dr. Schlang (Mapai) Ein Vertreter der Misrachi Frau Dr. Herzka (Mapam) Alexander Sobel (Revisionisten) Schlomo Rosenberg (Agudath Jisraeil) Frau Dr. Neuspiel (Wizo) Chaim Keller (Verb. Poln. Juden) Dr. Heinrich Kiwe Gustav Leitner Elias Schapira Gleichzeitig wurden auch 3 Herren für die Revisionskommission bestimmt. Sämtliche Vertreter der Parteien gaben die Erklärung ab, aktiv für den Magbith Meuchedeth mitzuarbeiten, damit diese Aktion erfolgreich dieses Jahr abschließen soll. Außerdem wurde beschlossen, einen Aufruf an die jüdische Bevölkerung Wiens zu veröffentlichen. Mit dem Schlußwort und nochmaligem Appell des Vorsitzenden Herrn Dr. Kiwe, aktiv für den Magbith Meuchedeth zu arbeiten, wurde die Sitzung geschlossen. Liederabend Wilhelm Silber Der erste Kantor des Wiener Stadttempels, Herr Wilhelm Silber, veranstaltet am 5. Februar 1951 im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses, Hl., Lothringerstraße 20, seinen ersten Liederabend in Wien. Aus dem Programm : Rezifativen berühmter Kantoren hebräische und jüdische Volkslieder. Vorverkauf an der Kassa des Konzerthauses, im Sekretariat der „ffakoah“, in den Cafes Herrenhof, Gartenbau und Babenbergerhof. Karten von S 3. bis S 10. Wir zweifeln nicht, daß dieser Abend ein genußreicher werden wird und empfehlen allen unseren Lesern, sieh diesen Kunstgenuß nicht entgehen zu lassen. Herr Silber verfügt über eine hervorragende Stimme und sein Vortrag ist erhebend. Buchhalter selbständig, jüngere Kraft, empfiehlt sich für Halbtag!- >- oder SfundenarhciL ,Sämtliche Büro agentlen. Unter : „Beste Refcre.nzen 145“ an die Verw. d. Bl. jüdische Buchausstellung In der Zeit vom 7. bis 21. Dezember fand in den Festsälen der Israelitischen Kultusgemeinde eine äußerst sehenswerte Buchausstellung statt, die sieh eines guten Besuches erfreute. Althebräische Bücher, neuhebräische Literatur, jiddische Literatur, zionistische Schriften und nicht zuletzt Kinderbücher entzückten den Kenner und bereiteten auch dem Laien viel Genuß. Eine an geschlossene Menorah-Ausstellung zeigte Menoroth, denen man das würdige Alter ansah, bis zu jener Menorah, die von unbekannten todgeweihten Künstlern mit den primitivsten Mitteln in einem Konzentrationslager verfertigt wurde. Besonderes Verdienst um diese Ausstellung erwaro sich der Bibliothekar der Israelitischen Kultusgemeinde Herr Singer, der jeden Besucher wie seinen eigenen Gast behandelte und bereitwilligst Auskunft erteilte. Die Bibliothek der Kultusgemeinde, I. Seitensfettengasse 2, ist täglich geöffnet und steht Interessenten zur Verfügung. Empfang beim Israelischen Konsul in Wien Anläßlich der Anwesenheit des Generaldirektors der israelischen Fluggesellschaft El-Al, des Herrn Dr. Rifkind fand dieser Tage beim Konsul des Staates Israel in Oesterreich ein Empfang statt, bei welchem der Konsul Worte der Begrüßung an Herrn Dr. Rifkind richtete. Wie üblich, waren die zionistischen Organisationen Wiens zu diesem Empfang nicht geladen worden . .. i Chanukkah-Ball des KKL 1 j I ■! 1 Der diesjährige Chanukkah-Ball des Keren Kajemeth war ein voller Erfolg. Nicht nur die tanzlustige jüdische Jugend, auch unsere älterein Gesinnungsgenossen kamen ganz auf ihre Rechnung. Begann doch das Fest mit hebräischen Liedern, hervorragend interpretiert vom Ersten Kantor Herrn Wilhelm Silber und Herrn Funnanski. Rührend war das Lichterzünden, das ein Schüler der hebräischen Schule ausführte. Das gesellschaftliche Bild war eine Augenweide und man konnte unsere Jugend aufrichtig bewundern. Zum Tanz spielte unermüdlich die ausgezeichnete Kapelle Fred Clement auf. in der Bar unterhielt das jüdische Bartrio Lebedinsky durch jüdische Welsen die Gäste bis in den frühen Morgen. Das Erfreulichste : der Keren Kajemeth weißt einen bedeutenden Reingewinn aus, der unserem Lande zu Gute kommen wird. Besondere Anerkennung muß den Organisatoren dieses Balles ausgesprochen werden, insbesonders Herrn Salo Guttmann, der sich in aufopfernder Weise in den Dienst dieses bestes stellte. Central-SfCotel Warm- und Kaltwasser, Zentralheizung Wien II, Taborstraße 8a Telephon R 450 28, R 44573 _aus Iscad Die Regierung bat die Bevölkerung Israels aufgefordert, ihre amerikanischen und kanadischen Wertpapiere gegen Bezahlung in Israel-Pfunden alv zuliefern. Die Regierung hofft, damit den Devisenbestand der Nation zu vermehren und zu zeigen, daß Israel Volk sich nicht bloß auf Hilfe von außen her verläßt. Der Beschluß zur Ablieferung der Wertpapiere enthält das Angebot eines Bonus von 35'’<> für Bonds und eines Bonus von 33' Prozent für andere Wertpapiere. Die Besitzer solcher Papiere können sie entweder gegen Israel-Pfunde verkaufen oder sie gegen die Regierungs- Schuldverschreibungen Umtauschen, die binnen kurzem emittiert werden, eine Laufzeit von 20 Jahren haben und mit 3°n verzinslich sein sollen. * Der erste bedeutsame Schritt in der wirtschaftlichen Nutzung des Negev in großem Maßstabe wird in diesem Winter zur Durchführung gelangen, wenn 500.000 Dunam L and im nördlichen Negev für den Anbau von Roggen gepflügt werden. Der Ankündigung von Landw irtschaftsminister Lubinniker zufolge will Israel seine landwirtschaftliche Produktion mit aller Kraft so steigern, daß es in wenigen Jahren seinen Bedarf zum großen Teil aus Eigenem wird decken können. * In Jerusalem starb kürzlich Dr. Sally Hirsch, einer der markantesten Führer des deutschen Zionismus. Er war Anwalt in Berlin und Halberstadt und kam 1933 nach Palästina. Hirsch gehörte dem Präsidium des Aktionskomitees an und saß als Vertreter der Progressiven im Stadtrat von Jerusalem. Im vergangenen Jahre war er von der Regierung zum Verwalter des deutschen Eigentums in Jerusalem ernannt worden, Hirsch, der dem Kreise des verstorbenen Dr. Judah L. Magnes nahegestanden hatte, war auch der Testamentsvollstrecker der Dichterin Else Lasker-Schueler. An der Bestattung beteiligte sich eine große Menge. Der Zug ging zuerst zum Gebäude der Jevvish Agency, wo Knesseth-Präs'ident Sprinzak und Justizminister Rosen Reden auf Sally Hirsch hielten. 4000 Wohnungen baut Mifde-Esrachi Wie wir erfahren, baut Mifde-Esrachi, die bedeutendste allgemein-zionistische ökonomische Institution in Israel 4000 Wohnungen, 3000 davon sind ausschließlich für neue Einwanderer bestimmt. 800 werden in Neve- Jchoschua, 1000 in der Umgebung von Haifa, 130 in Chcderah, 70 in Jerusalem und 13 in Nafanya errichtet. Der Rest entfällt auf Tcl-Aviv und andere Ortschaften. Das Bauvorhaben wurde durch Ankauf von Baumaterialien in den Vereinigten Staaten ermöglicht. Grabsteine und Renovierungen Erstklassige Ausführung Aufstellung auf allen jüdischen Friedhöfen durch Fa. EMMERICH HAGLEITHER Wien Xi, Simmeringer Hauptstraße 255 (Fine Haltestelle uar Zentra/friodhof I. Tor) Kontrahent der Kultusgemeinde

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