Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1951
- Issue
- Heft 45 (22.1.1951)
- Date
- 1951-01-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 3× ep/1048155
- Agen 1× ep/1043981
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DIE STIMME Nr. 45 Seite 5 „Wer selbst kein Oleh ist und Israel auch nicht hilft ist kein Zionist” Dez „VUüc Typ" VON HANS! BERGER Herr Sam Segal, Dir. der Magbit- Abfcilung in Jerusalem berichtet über den Verlauf der Magbif-Ak fion in Europa und Nordafrika. Nach dem Besuch mehrerer europäischer Länder hat H. Sam Segal, Dir. der Magbif-Abteilung in Jerusalem einer Pressekonferenz in Paris seine Einschätzung des Verlaufes und der Resultate der Magbit-Akfion für Europa und Nordafrika im Jahre 1950 dargeiegf, Laut der Erklärung Serails wurden im Jahre 1950 bessere Resultate als im Vorjahr erzielt. Schweden an erster Stelle. Obwohl der Magbith-Leiter keine genauen Ziffern angeben konnte, unterstrich er die Tatsache, daß die besten Resultate in Schweden erreicht wurden, wo mit den eingesammelten Geldern bedeutende Einkäufe im Rahmen des schwedisch-israelischen Handelsabkommen getätigt werden konnten. Die Hilfsaktionen für Israel wurden auch in den übrigen skandinavischen Ländern Norwegen, Einnland und Dänemark durchgeführt, aber die dortigen jüdischen Gemeinden sind zu klein, so daß die Ergebnisse, auch beim besten Willen, keine wesentliche Bedeutung haben konnten. Die freundschaftliche Einstellung der Regierung Dänemarks, die genau so viel für Israel spendet, wie die Juden Dänemarks aufbrachten, muß besonders erwähnt werden. Die Juden gaben ihre Hille in Bargeld und die dänische Regierung in Eorm von Ausstattungen für israelische Spitäler und Institutionen. Musterhafte Ordnung in Holland. Eine musterhafte Ordnung gibt es in Holland, wo gleichzeitig zwei Sammelaktionen durchgeführt w erden; eine für Israel und eine zweite für die dortigen jüdischen Institutionen (Altersheime, Spitäler, Kindergärten, Schulen etc.). Die Resultate der diesjährigen Sammlung waren bei weitem bessere, als bei der vorjährigen. Die Aktion in Belgien. Auch in Antwerpen konnten in diesem Jahr bessere Resultate erzielt werden als 1949, führte »Segal weiter aus. Jedoch Antwerpen ist nicht Belgien und in den übrigen Teilen Belgiens und Luxemburgs ist das Ergebnis kaum besser als im Vorjahr. Das bedeutet, daß von Belgien noch viel mehr aufgebracht werden müßte. Unerwartet war das schlechte Resultat der Aktionen in Italien, wo wir einen zwar nur kleinen, aber wohlhabenden Jischuw haben, welcher in früheren Jahren eine große Opferwilligkeif Hir Israel zeigte. Der diesjährige Mißerfolg bewies, daß wir nur eine kleine Schichte der jüdischen Bevölkerung erfaßt haben, und daß neue Methoden angewendet werden müssen, um die Gesamtheit der Juden zu » LIGOMfl « LIPINSKI&CO..K.G. Import Ixport Allg. Handels-A.G. Wir übernehmen undvermiftelnWaren uller Art. Verläßliche und korrekte Abwicklung garantiert. WIEN l.f ElisabothstraBo 1 erreichen und sie an der jüdischen Problematik zu interessieren. Kein Magbif in Deutschland. Im Einklang mit dem Beschluß der Jewish Ageney, in Deutschland jede zionistische 'Tätigkeit abzubrechen, wurde schon im Jahre 1950 keine Sammlung mehr durchgeführt. Erste Schritte in Oesterreich. Dagegen haben wir in Oesterreich in diesem Jahr die ersten Schritte bei der jüdischcn Bevölkerung unternommen und es ist zu hoffen, nach den ersten Resultaten zu schließen, daß die Juden, welche dort verbleiben, in einen engeren Kontakt mit Israel kommen werden und seiner Nöte und Sorgen gedenken. Schweiz zeichnet sich aus. Sehr gute Resultate ergab die diesjährige Sammlungen der »Schweiz. Die jüdische Bevölkerung ist dort sehr jiidisch-natior.al gesinnt. Sie interessiert sich für die Probleme Israels und ihre Opferwilligkeif wächst stetig. Was die Juden in der Türkei, Spanien und Portugal betrifft, beendete Segal seine „Blitzreise“ durch Europa, haben w ir dafür Beweise, daß sie sich bemühen, ihre Solidarität mit Israel auszudrücken und ihr Bestes tun, ihren Beitrag zu leisten, soweit es ihnen ihre sehr beschränkten Mittel erlauben. Bevor Herr Segal zum Bericht über die nordafrikanischen Länder überging, erwähnte er mit ein paar Worten die Ergebenheit der Jugend Belgisch-Kongos. Es genügt zu sagen, daß die paar Tausend Juden Belgisch-Kongos genau so viel gegeben haben, wie die 250.000 Juden Erankreichs. Nordafnka. Was die norda’frikanischen Juden anbeiangt, so steht Tunis an erster Stelle; hier hat der Magbit im heurigen Jahr 3 mal so viel aufgebracht, wie im Vorjahr. Die Tuniser Juden sind unzweifelhaft ein gutes und treue/; Element, welches noch im Leben des jüdischen Volkes eine große Rolle spielen wird. Wenn wir auf Tunis so viel Kulturarbeit aufgewendet hätten, wie auf Polen oder Litauen, so würden die Tuniser Juden im nationalen Bewußtsein sicherlich hervorragen. Die Ergebenheit dieser Juden konnte man am besten durch den Empfang abschätzen, den man mir z. B. in einem kleinen Städtchen wie Spaxs, bereitete. Bei meinem Erscheinen in Spaxs kam eine Gruppe jüdischer Arbeiter zu mir, die erklärten, sie sei zwar sehr arm, aber sie werden trotzdem jeder drei Arbeitstage spenden und alle jüdischen Arbeiter in Spaxs lieferten den Lohn dieser drei Tage ab. Die Juden in Tunis leiden an einem Diskriminationskomplex, der durch Nachrichten aus Israel bestärkt wird und es liegt in unserem Interesse sie so sehn el/1 wie möglich zu überzeugen, daß er jeder Basis entbehrt. Frankreich. Der Durchfall der Aktion in Frankreich macht der Zionistischen Exekutive Eine Französin war in Israel zu Gast. Drei Wochen lang hafte sic das Land bereist und erzählte über ihre Eindrücke. Was die sensible, lebhafte brau am meisten beeindruckt hatte, das war der „Neue Typ“ in Israel. Es lohnt sich, sich über den neuen Typ, von dem seit ungefähr 30 Jahren, also einer Zeitspanne, in der so viel Typen entstehen können wie I)amenmoden, gesprochen wird, einmal Gedanken zu machen. Der jüdische Arbeiter, der junge Soldat und Offizier, Bauer und Bäuerin in der Moschawot und die Jugend im Kibbutz, was die Pariserin wohl mit dem neuen Typ gemeint hat, sind auf unserem Boden schon uralte Typen geworden. Es sind bereits viel neuere aufgetaucht. Von einem wall ich berichten, den ich nie vergessen werde : Es war im Moraotwinter 1947. In unserer Wohnung in Haifa war eine sogenannte „Emdah“ stationiert, ein Wachtposten von drei Haganahleuten, der alle acht Tage, immer dann, wenn sich die Eamilie an eine Gruppe gewöhnt hatte, wechselte. Die Burschen, alle um die 20 Jahre herum, kamen aus aller Herren Länder. Einer von ihnen, ein Pole, ein orthodoxer, frommer Jude. Er trug ständig den Hut am Kopf, er aß nicht, was die anderen aßen, sondern brachte sein eigenes, koscheres Essen mit, er legte Tefillin, er betete. Eines Tages „ging es los“. Schüsse in der Nachbarschaft, man mußte in Bereitschaft sein. Wie dieser Junge, ohne seine Haltung zu ändern, ohne ei sen überflüssig schnellen Schritt zu machen, die Waffen aus ihren Verviel Sorgen. In der Kampagne des Jahres 1951 wird ein letzter Versuch gemacht werden. Sollte der auch nicht gelingen, so wird ein Abbruchen jeglichen Kontaktes mit der zionistischen Bewegung Erankreichs in Betracht gezogen, ähnlich wie es in Deutschland geschah. Ein Zionist kann man heute nur sein, wenn man als Oleh nach Israel geht, oder wenn man Israel hilft. Eine andere Form des Zionismus existiert heute nicht mehr. Feierliche Erklärungen und Manifestationen bedeuten heute keinen Zionismus. Israel benötigt heute große materielle Hilfsleistungen, nicht für die früher eingewanderten Bürger, sondern für die Massen der neuen Olim u. zw. sowohl für die, die eben gekommen sind, ah auch für die, die noch kommen werden. Die Pflicht eines jeden Juden in der Welt ist es, bei dieser gigantischen Aufgabe mitzuhelfen und wer seine Hilfe verweigert, ist sicherlich kein Zionist. Zum Schluß dankte Segal im Namen der Sochnuth in Israel allen jenen Hunderttausenden von Aktivisten, die sich so selbstlos in den Dienst der Magbit-ArbeÜ gestellt haben. In der jetzigen gespannten internationalen Lage muß jeder Jude bedenken, daß Israel genau so sein Land Ist, wie unser. Die jetzige Zeit ist eine außerordentlich schwere, die Anstrengungen des jüdischen Volkes müssen deshalb auch' außerordentlich große sein. größte Auswahl WOLLE UND GARNE ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 Telephona32oo8 XVI, Neulerchenfelderstraße 20 stecken holte, (an der nächsten Straßerecke stand der englische Posten, die Situation ist schon halb vergessen), den Sfengun aus dem Bett, die Patronen aus dem Badeofen, die Handgranaten aus dem Kinderw agen, und dann ungerührt mit seinem »Steil im Lenster lag, mit einer »Selbstverständlichkeit, als oh er seit Generationen nichts anderes getan hätte kann mir üiner meiner Leser die Frage beantworten, ist das nun ein alter Typ oder ist es ein neuer V Der jemenitische Familienvater zum Beispiel, von dem seinerzeit das hübsche Gosch ich fehen durch die Presse ging : Er hatte von der Sochnuth 1 und einhalb Zimmer zugewiesen bekommen und bat dringend, ihm doch zwei Zimmer zu geben, seine Eamilie sei groß. Er hatte 4 Frauen und 32 Kinder. Seinesgleichen hat es vor zehn Jahren, auch vor 2 Jahren hier noch nicht gegeben. He is a brandnew typ in Israel. Vieles haben wir neu in unserem reuen, eigenen Land : Neue Minister, neue Einbrecher, neue Briefmarken, neue Kochrezepte, neue Schiffe, neue Feiertage — aber auf den n#uen Typ müssen wir noch warten. Der Typ des Amerikaners bestand auch noch nicht, als die Lebensgemeinschaft, all der Menschen, die dort zusammenkamen, zwei Jahre alt war. Welche Teile des Konglomerates der trotz gleicher Abstammung doch von verschiedenen Zonen kommenden Menschen in der neuen Mischung am meisten sichtbar sein werden, wie das tägliche Leben hier das Material zurechtschleifen wird, was untergeben und was sich durchsetzen wird — ein Menschenaltcr später wird es anfangen, sichtbar zu werden. WIEN VII, KIRCHENGASSE 7 TEXTILIEN UND HERRENKONFEKTION ******** 2 Merkantil- bzw. Akzidenzsetzer, mit allen Arbeiten vertraut, suchen Dauerkondijon. Unter „Sehr agil Nr. 570“ an die Verw. des Blattes. ****MM******MNN*IM****NMN******NNNN******HNNi Eli» JOS. REINL Wien I, Herrengasse 17, Tel. U 27 213 Bahn — Auto - Flugieug’ — Schiff Inland — Ausland — Übersee Spezialverkehr nach Israel Auskünfte, Fracht, Transportberatung Erstklassige Vertretungen an allen größeren Plätzen