Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1950
- Issue
- Heft 44 (2.12.1950)
- Date
- 1950-12-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44 DIE STIMME Seife 5 Keren Kayemeth Leisrael Wien I, Schottenring 25 Telephon A 16-0-35 Samstag, 9. Dez. 1950, 20.30 Uhr in den Sofiensälen Wien III, Marxergasse 17 (Eingang Blattgasse) CUoHuUUaU - Bail „Im Jubeljahr — 50 Jahre Keren Kayemeth Leisrael“ Ehrenprofekforaf: Frau Konsul Ada Eschel (Israel) Kapelle: Fred Klement Tombola: Jedes Los gewinnt Belustigungen Viele Überraschungen Karten und Tischbestellungen im Büro des Keren Kayemeth Leisrael und in allen Zionistischen Organisationen Menschenhandel im Jahre 1950 Deutsche Militärs in der Arabischen Legion (Universum Press.) Die Remilitarisierung Deutschlands wird Voraussicht- „Das jüdische Buch im Wandel der Jahrhunderte” In der Zeit vom 4. bis cinschl. 10. Dezember 1950 (Chanuka -Woche) veranstaltet die Israelitische Kultusgcmcinde Wien in ihrem b'estsaal Wien I, Schottenring 25. Stiege rechts, eine Buch - Ausstellung unter der Devise: „Das jüdische Buch im Wandel der Jahrhunderte.“ H'ebei wird auch die Monoroth - Sammlung der Kultusgemeinde zur Schau gestellt werden. D;e hier angekündigte Buchscbau soll nicht nur eine Ausstellung von Büchern sein, sie soll vielmehr die Reihenfolge der Entstehung der einzelnen Werke, wie sie von unseren großen Geehrten schon im Altertum und Mittelalter geschaffen wurden bis zur neien Literatur zeigen. Es wird deshalb mit dem ältesten Buch, das d;e Juden der Welt geschenkt haben, mit der Bibel begonnen werden. Wir werden eine Ausgabe aus dem Jahre 1724 zu sehen bekommen bis zur „Lilicntbal - Bibel“ in deutscher Sprache aus dem Jahre 1923. Selbstverständlich-gibt es vie’e Ausgaben des großen Werkes des Talmud. Bekanntlich enthält der Talmud Ritual und Rechtsgesetze, die durch viele Jahrhunderte gesammelt und kommentiert wurden. Es fehlt nicht an neu-hebräischer Literatur, die die Renaissance des Judentums einleitete, bis zu den literarischen Werken des neuen Israel. reine in ultbewixhvlev Qualiiäi wie dev bei RICHARD SCHWARZ DER HUT DES HERRN WIEN I, ADLERGASSE 4 TEL.El’HON R 20 2 71 SÜSS & CO. TEL. U 18 2 19 LEBENSMITTEL- GR OSSHANDE L OBST- UND SÜDFRÜCHTE-IMPORT Wien 111/40, 20 »LIG0M9« lipinski&Co..k.g. Import Kxport Allg. Handels-A.G. WIEN l.y Elisabethstraße 1 lieh der Entwicklung einer Branche peinlichen Menschenhandels ein Ende bereiten, die seit Kriegsende in Blüte steht. Es ist dies die Vermittlung deutscher ehemaliger Offiziere und Soldaten der Wehrmacht und der Waffen- SS nach dem Nahen Osten. In einer im Augsburger „Echo der Woche“ erschienenen Reportage aus Rom wird von einer solchen Durchschleusestelle für deutsche Mi'itärs nach den Staaten der Arabischen Liga erzählt und von einem „Salvadianerkloster“ im römischen Borgo vecchio, wo deutsche Offiziere in Mönchsverkleidung das Geschäft der Menschenlieferung in großem Stil betreiben sollen. Die graue Eminenz des umfangreichen Geschäftes mit Menschen (und mit Waffen) ist Hassim Bcv, ein in den Ministerien für nationale Verteidigung Syriens und Libanons, Aegyptens, Jordaniens und Iraks gern gesehener Gast, den man freilich ebenso oft auch in kleineren und unauffälligeren Hamburger und Frankfurter Hotels entdecken kann. Er ist Großkaufmann par excellence; es gibt bei ihm keine Absage von Bestellungen und er führt alle Aufträge geschickt und pünktlich aus. Die Orders lauten einmal auf ein ganzes Infanterieregiment, dann wieder auf ein Panzerbattaillon. Seine Mei•terleistung war kürzlich die komplette Lieferung einer Bomberbesatzung. Hassim Beys Lieferanten sind durchw eg in Westdeutschland plaziert, das er von Hamburg aus bereist. Sobald er ankommt, setzt die Flüsterpropaganda ein. So mancher Arbeitslose sehnt sich nach dem Kriegshandwerk und meldet sich. In einem ruhigen Hotelzimmer an der Stadtperipheri- Hamburgs oder Frankfurts gebt die Musterung vor sich. Der Akzeptierte unterschreibt, bekommt sein Handgeld in Devisen, und wenige Wochen später geht die Reise nach den Oelländern des Mittleren Ostens los. Hassim Bey übt sein Geschäft nicht allein aus dem Zwange und dem Wunsch, Geld zu verdienen, aus. Er ist auch mit seinem Herzen dabei. Denn unter dem romantischen Namen verbirgt sich Stabsoberleutnant Müller, ein einstiger Offizier Rommels in dessen Afrikafeldzug. Er ist zwar äußerlich braungebrannt und einem echten Araber nicht unähnlich, aber wenn er den Mund aufmacht, merkt man sofort seine Abstammung. Sein Umsatz ist achtunggebietend. Er ist heute der Hauptwerber der Staaten der Liga (und wie es heißt, auch mancher anderen Großmächte) und versorgt . Menschenmaterial erstklassiger deutscher Ausbildung und Weltkriegspraxis“. Nur zw7ei Zahlen sind bekannt und bestätigt : für den Irak hat Hassim Bey bis jetzt insgesamt 4000 deutsche Offiziere und Mannschaften geliefert und für die Arabische Legion Abdullahs von Jordanien 2000. Welch eine tragisch-groteske Neufassung des alten Landknechtstums, dem oft der sentimentale deutsche Wandertrieb als tiefinnerer Anlaß unterlegt worden ist. Und diesmal beweist ein Treppenwitz der Geschichte, daß nicht nur das Wandern, sondern auch das Waffen- und Menschengeschäft „des Müllers Lust“ sein kann. CUafuiUkaU^ciecH in UiUn Das Chanukkahfesf wird in Wien von Vereinen, Jugendgruppen und Organisationen gefeiert. wSo veranstaltet der Sportklub Hakoah am Sonntag, den 3. einen Tanzabend mit Akademie unter Mitwirkung hervorragender Kunstkräfte. Die Jugendorganisation „Gordonia“ begeht das Fest am 3. Dezember im Mozartsaal des Konzerthauses. Wie alljährlich findet in den Sophiensälen am Samstag den 9. Dezember der große Chanukkah-Ball des Keren Kajemeth statt. Die Devise lautet : „Im Jubeljahr 50 Jahre Keren Kajemeth Leisrael“. Das Ehrenprotektorat übernahm Frau Konsul Ada Eshel. Eine reichhaltige Tombola, viele Belustigungen und Ueberraschungen und die ausgezeichnete Kapelle Fred Clement versprechen ein glänzendes Fest. Am 10. Dezember veranstaltet der Jugendbund „Bne Akiba“ im Cafe Landtmann seine Chanukkahfeier. Der Zionistische Landesverband wird eine Chanukkah-Mesibah im internen Miigiiederkreise arrangieren. Gedenktafel für Prof. Dr. Chajes Am 28. November wurde im Tempel in der Seitenstättengasse die von unserem Vorstandsmitglied Herrn Josef Rubin Bittmann gestiftete Gedenktafel für Oberrabbiner Dr. Zwi Perez Chajes enthüllt. Während eines feierlichen Gottesdienstes hielt Regierungsrat Oehler eine ergreifende Ansprache und eine Abordnung des .Präsidiums der Israelitischen Kultusgemeinde enthüllte, begleitet von vielen Verehrern des großen Toten, die in der Vorhalle angebrachte Gedenktafel. Cafe — Bar — Tanz Wien IX., Porzellangasse 39 Tel. R 52 405 Wolle — Garne Große Auswahl in Handstrickgarne En gros — En detail Geschenkpakete nach Israel L. KÄSS WIEN VI, GUMPENDORFERSTRASSE 63b TELEPHON B 23 217 „ELSE” PARFÜMERIE WIEN I, STEINDELGASSE 1 (beim Tuchlauben-Kino) TELEFON U 21 3 64 DIE JÜDISCHE PARFÜMERIE SÄMTLICHE SPEZIALITÄTEN AUS II. S, A. FRANKREICH, SCHWEIZ, DEUTSCHLAND Wir schicken offiziell Pakete mit Parfümerien und Seifen nach Israeli 41454454