Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1950
- Issue
- Heft 43 (12.11.1950)
- Date
- 1950-11-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE wS TIMME Seite 2 4 )jnmtne Zum Gedenken des 9. und 10. Nov. 1938. Von Dr. Victor E. Pordcs Wieder erwacht in unseren Herzen die Erinnerung an jene namenlos traurigen Tage des 9. und 10. November 1938/ 12 Jahre sind seit jenem deutschen Pogrom an jüdischen Gotteshäusern ebenso wie an unseren Brüdern und Schwestern vergangen, aber die Erinnerung daran hat noch nichts von ihrem Grauen verloren. Für uns bleibt sie untilgbar, nicht nur weil es der erste Axtstreich war, den ein entmenschtes Regime gegen uns führte, sondern auch weil es ein Anfang war, der Beginn der größten Geserah aller Zeiten, was uns anbelangt, und für die Menschheit das Feuerzeichen ihrer bisher größten Katastrophe, die nachher kam. Die Weltgeschichte hat zu diesem ihrem traurigsten Kapitel bereits den Epilog geschrieben. Die Schuldigen eines Weltattentates endeten, wie sie es verdienten : durch Gift oder am Galgen. Aber das moralische, wirtschaftliche und politische Trümmerfeld, welches sie zurückließen, ist noch nicht bereinigt. Die Verseuchung der Seelen ist noch nicht ganz gewichen, und der Opfer erstes und zugleich größtes, unser Volk, beklagt den Verlust eines Drittels seines Bestandes. Trotzdem ist die Erinnerung der Welt an diese Zeit der Greul bereits merklich verblaßt. Wir wollen es ihr nicht verargen : ihr Gewissen war seit jeher vor allem politisch bedingt. Und so wäre es heute eigentlich Avenig opportun, daran zu appellieren. Nur uns selbst obliegt es, besinnliche Rückschau zu halten, vor uns selbst Rechenschaft abzulegen. Die Frage meldet sich: Vielleicht war nach einem grausamen dialektischen Gesetz der Geschichte, diese Hekatombe nötig, damit sie zu einem Blutpreis der Erlösung werde V Vielleicht mußten wir ins letzte Tief des Elends, des Unrechts und der Verfolgung sinken, bevor das Schicksal uns in die Höhe hob? Sei dem, wie es war, erst nach dieser dunkelsten Nacht ging sie uns endlich strahlend auf, die Sonne der Freiheit, der verwirklichte Generationentraum, die Medinath Israel. Ruhigeren, mehr gefestigten Herzens blicken wir heute, wie Schiffbrüchige nach der Rettung, auf die Zeiten zurück, da jener Unstern über uns stand. Und eine Erkenntnis, eine Einsicht in eigene Schuld und eigenes Versagen zeitigt zugleich diese Besinnung : Wäre unser Wille zur Heimat, zur Rückkehr und Wiedergeburt, seit jeher zäher, bewußter und opferfreudiger gewesen, als er Avar, dann wäre die Heimstätte, das Asyl, die Rettung, nicht erst nach sondern vor der Katastrophe dagewesen und der grauenhafte Verlust hätte vermieden werden können. Lernen wir aus dem, was Erez, wenn Avir es rechtzeitig gewollt hät- Met Stefanie WIEN II, TABORSTRASSE 12 TELEFON R 48246 R 49 5 43 MODERNSTER KOMFORT TELEFON IN ALLEN ZIMMERN RESTAURANT GARAGE Nr. 43 Die scUneUste \Jecbindunfy WIEN-ISRAEL Das teste TcacUtsecuicc Passagier- SCAAf0fM4VJA/V Fracht- DIENST * D I E N S T R 27-2-44 SySFJF/H R 25-0-79 WIEN l( KÄRNTNERRING 1-3 Beschlüsse der Konferenz der Allgemeinen Zionisten von Eurooa und Nord-Afrika Organisationskommission. 1. Die Konferenz sendet ihre ehrerbietigen Grüße an den Präsidenten des Staates Israel, Professor Chaim Weizmann, und wünscht ihm eine schnelle Genesung und ein glückliches Neues Jahr. 2. a) Die Konferenz sendet dem Premier-Minister und der Regierung von Israel ihre aufrichtigsten guten Wünsche für einen vollen Erfolg in der großen Aufgabe von „Kibbutz Galuyot“. b) Die Konferenz verpflichtet sich alles in ihren Kräften zu tun, um die Juden der Diaspora zur schnellen Erfüllung dieser historischen Aufgabe heranzuziehen. 3. a) Die Konferenz sendet dem jüdischen Volke in Israel den Ausdruck ihrer vollsten Solidarität in seinem harten Existenzkampf und ihre höchste Bewunderung der außerordentlichen Leistungen, die die Juden Israels vollbringen, indem sie einen großen Teil der Last auf sich nehmen, die ihnen durch die Massen-Einwanderung auferlegt wird. b) Die Konferenz ist überzeugt von der Notwendigkeit einer sich fortsetzenden uneingeschränkten Massen- Emigration nach Israel und ruft alle Juden der Welt auf dieser Bewegung ihre größtmögliche Hilfe zu gewähren. ten, für uns damals, in den Zeiten der Not, hätte werden können, lernen wir, sage ich, daraus heute, im Gedenken jener Legionen von Toten, und im Anblick neuer Sturmzeichen, die am Himmel aufsteigen, was es heute für uns ist, ja darüber hinaus, was es für uns und vor allem durch uns — in der Zukunft erst werden soll 1 Schon heute bildet es das einzige Licht der Hoffnung und Zuversicht in jeder Finsternis, den einzigen Leuchtturm in den jetzigen und den noch kommenden Stürmen unserer Existenz Was wir an dieser letzten Zuflucht, diesem Bollwerk eines Volkes, bauen, was wir dafür opfern, was wir dort begründen und dorthin retten, das bauen, opfern, gründen und retten wir für uns selbst. Alle krausen Wege der Galuth, alle „praktischen“ Absichten und Pläne, alles Wandern und Kreisen nach Sicherheit und Existenz, erhält seinen Sinn, erfüllt und vollendet sich erst dort. Unsere Generation wurde die Gnade diese Einsicht als Wirklichkeit zu erleben. Und dort, in einem heiligen Schrein der Erinnerung an unsere zweite, tausendjährige Wüstenwanderung, wollen wir in der unübersehbaren Schar jener, die den jüdischen Tod, den Tod der Verfolgung, starben, auch die Namen der Opfer der Novembertage 1938 aufbewahren. 4, Die Konferenz sendet ihre herzlichsten Grüße an Dr. Israel Goldstein, Präsident der Weltföderation Allgemeiner Zionisten, und dankt ihm für seine unermüdliche Aktivität im Dienste unserer Sache und verspricht ihm die vollste Unterstützung von allen Allgemeinen Zionisten Europas und Nord-Afrikas in seinen Bemühungen die Einheit in unseren Reihen aufrechtzuerhalten und eine mächtige und starke We’tkonfÖderation aufzubauen. 3. Die Konferenz verlangt, daß der 23. Zionistische Kongreß spätestens im Sommer 1931 einberufen Avird. 6, Die Konferenz richtet ihre herzlichen guten Wünsche an Prof. Selig Brodctzki, Präsident der Hebräischen Universität, für ein langes Leben im Dienste des jüdischen Volkes und des Staates Israel. 7. a) Die Konferenz sendet ihre brüderlichen Grüße den halutzischen Allgemeinen Zionisten von „Haoved Hatzioni“ in Israel und beglückwünscht sie zu den großen Erfolgen die sie auf dem Gebiet der chalutzischen Kolonisation und der nationalen Erziehung errungen haben. b) Die Konferenz spricht „Haoved Hatzioni“ ihre Ermutigung aus anläßlich des Kampfes, den sie seit mehreren Jahren innerhalb der „Histadrut Haovdim“ führen gegen jeden politischen Druck auf die Arbeiter,1 für ein einheitliches nationales Erziehungs-System und für den rein professionellen Charakter dieser großen Gewerkschaftsorganisation, die allen Arbeitern Israels, ohne Unterschied ihrer politischen Meinung, offenstehen muß. Politische Kommission. 1. Die Konferenz spricht dem Europäischen Büro und dem General-Sekretär, Dr. J. Frey, ihre Anerkennung für die geleistete Arbeit aus, die einen wichtigen Beitrag zu der Konsolidierung des Allgemeinen Zionismus geleistet hat. 2. Die Konferenz ersucht dje neue Exekutive die Arbeit des Europäischen Büros fortzusetzen im Hinblick auf die Erhaltung der Einheit des Allgemeinen Zionismus in Europa und Nord-Afrika und der Sicherung seiner weiteren Festigung und Entwicklung. 3. Die Konferenz weist dfb Exekutive vor allen Dingen auf die Bedeutung hin, die eine zahlreiche Allgemein Zionistische Delegation aus Europa und Nord-Afrika zum 23. Zionistischen Kongreß haben wird. 4. Die Konferenz ersucht die Exekutive alle Anstrengungen zu machen, um die Allgemein Zionistische Bewegung in Nord-Afrika zu entwickeln und zu stärken. 5. Die Konferenz ersucht die Exekutive, zahlreiche Besuche in den Ländern Nord-Afrikas zu organisieren und in engstem Kontakt mit diesen Ländern zu bleiben. (). Die Konferenz ersucht die Exekutive die Interessen unserer Bewegung in allen Ländern Nord-Afrikas zu verteidigen und darauf hinzuwirken, daß der Allgemeine Zionismus in allen zionistischen Institutionen dieser Länder vertreten ist. 7. Die Konferenz schlägt der Exekutive vor, sich mit der Möglichkeit der Schaffung eines Nord-Afrikanischen Büros zu beschäftigen, welches der Exekutive gegenüber verantwortlich zu sein hat und seinen provisorischen Sitz in Tunis haben soll. 8. Die Konferenz ersucht die Exekutive eine Aliyah-Kommission ins Leben zu rufen, die sich bei allen zuständigen Instanzen (Aliyah-Büros, Mossad etc. etc.) um die Aliyah-Probleme unserer C hawerim zu kümmern hat. Sie wird sich damit zu beschäftigen haben, unsere Chawerim zu den C ooperativen, Mochavim oder Kibbutzim weiterzuleiten und sie in Bezug auf die Anlage von Privat-Kapital in Israel zu beraten. 9. Die Konferenz begrüßt die Entwicklung der halutzischen Allgemein Zionistischen Jugend-Bewegung" Hanoar Hatzioni“ in Europa und Nord- Afrika und unterstreicht die erfolgreiche Arbeit der Schlichim aus Israel von Hanoar Hatzioni. 10. Die Konferenz ersucht die Exekutive der Bewegung Hanoar Hafzioni alle notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die zu einer Verstärkung ihrer Arbeit dienen können. 11. Die Konferenz ersucht alle Allgemein Zionistischen Landes-Organisationen der Erziehungsarbeit von Hanoar Hatzioni ihre Hilfe zur Verfügung zu stellen. BecsihtlicUkeUeH ütec CUafes. Auszug aus einem Brief von Dr. Weizman an Dr. Chajes nach Schluß des 13. Zionistenkongreß : „...Ich hatte nicht die Gelegenheit und die Möglichkeit, Ihnen Worte des Dankes zu sagen, für all das, was Sie mir in Ihrer stillen und würdigen Weise in den schweren Tagen des Kongresses waren. Männer wie Sie - man kann sie leider nur an den Fingern abzählen machen es einem noch überhaupt möglich, die Last weiter zu tragen, sonst wäre man längst unter der Bürde zusammengebrochen.“ Rektor Schwarz der Israielitischtheologischeii Lehranstalt: „Er war im edelsten Sinne des Wortes ein Jachid bedoro, kein Vereinzelter, aber ein- Einziger seiner Tat. Er war ein religiöser Führer, sodaß man von ihm wie von König Saul sagen muß, gerade durch das, was auf seinen Schultern ruhte, überragte er jeden im Volk um eine ganze Haupteslänge.“ Oberrabbiner Dr. Feuchtwang : „Alles was in seinen Wirkungskreis kam, mußte ihn lieben, lieben und verehren. Er hatte eine solche innere Persönlichkeit, Größe und Fürstlichkeit, daß man sagen kann, wem er nicht innerlich gut sein konnte, in dem mußte etwas Falsches sein. In Chajes war eine Güte und Größe, die. kaum Vergleiche duldet. Er war ein Mann aus einem Guß. Das höchste Ziel vor Augen, war sein Leben ein einziges Opferfest, das er im heiligsten Ernst seiner Mission w idmete, an die er fest glaubte.“ Heinrich STEIN Wien IV, FavoritenstraBa 24 Talaphon: U 49 0 64 ERZEUGNISSE: Selbstroller Rollvorhänge Verdunkelungen Bretterjalousien Holzrollbalken Durchsichtige Schaufensterrollos i!i