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Die Stimme · 1950-10-15 · Heft 42 (15.10.1950) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1950
Issue
Heft 42 (15.10.1950)
Date
1950-10-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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ISglCSK «siFiSKTO:?TS5C?5F'- . :^#g!*r' . ^.v5^v? »*4„V ^i*1-' * ' $ Nr. 42 DIE STIMME Seite 5 Z)ec Jtototyccß Die Errichtung des Staates Israel hat die zionistische Bewegung vor das Problem ihres fortgesetzten Bestandes und ihrer Nützlichkeit gegenüber der durch das Bestehen des neuen Staates geschaffenen neuen Wirklichkeit gestellt. Gemäß dem demokratischen Charakter der Bewegung sind die Probleme in der zionistischen Presse, hei zionistischen Versammlungen durch verschiedene, zu diesem Zwecke ernannte Komitees und durch die Exekutive und das Aktionskomitee diskutiert worden. Bindende Entschlüsse können nur durch die höchste Körperschaft der zionistischen Bewegung, den Kongreß, gefaßt werden. Der kommende Zionisten-Kongreß in Jerusalem, der erste seit der Errichtung des Staates Israel, wird sich mit der Zukunft der Bewegung befassen. Den Wählern und Delegierten des Kongresses schlagen die Allgemeinen Zionisten folgende Darlegung des Standpunktes und der Prinzipien vor : Funktion der zionistischen Bewegung. Die Errichtung des Staates Israel verkörpert den wesentlichsten Wendepunkt im Fortschritt der zionistischen Bewegung, bedeutet jedoch nicht die endgültige und vollständige Verwirklichung des Zieles der Bewegung. Der Staat Israel sieht sich der gigantischen Aufgabe gegenüber, das zionistische Ziel det*Einsammlung und Aufnahme aller Juden, die ihr Leben In Israel aufbauen wollen, doch der Staat allein kann die-.e Aufgabe ohne Hilfe nicht durchführen. Es obliegt allen Juden, an diesem Werk Anteil zu nehmen und viele nicht zionistische Juden leisten wertvolle Hilfe; doch ist die Zionistische Weltorganisation am wesentlichsten an diesem Werk interessiert. Es ist die einzige, diesem Zwecke gewidmete Körperschaft. Es ist heute auch die dynamischeste und demokratischeste Massenbewegung und ihr Charakter muß erhalten bleiben. Die Zionistische Weltorganisation muß mit der Arbeit betraut werden : Die jüdische Einwanderung nach Israel zu organisieren, die Einwanderer für ihr neues Land vorzubereiten, ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Einordnung in das Leben in Israel zu unterstützen, die finanziellen Hilfsquellen und die Arbeitskräfte für die Ausführung dieser Vorhaben zu mobilisieren und zu verwalten, das Einfließen von geldlichen Spenden, Geschäftsimestionnen, technischen Fachleuten und idealistischer Jugend (Chalutzim), die bereit sind, ihr Leben dem Aufbau Israels zu widmen, zu fördern; die Heranbildung und Vorbereitung von Technikern und Chalutzim in Uebereiostimmung mit den Bedürfnissen Israels zu unterstützen; unter dem jüdischen Volke außerhalb Israels eine beständige Anteilnahme an Israel und den Wunsch wachzuhalten, an seiner Entwicklung feilzunehmen und jede Kundgebung der Entfremdung zwischen den Juden von Israel und den Juden der Diaspora zu bekämpfen, das geistige, kulturelle und sprachliche Band zwischen den Juden von Israel und den Juden der Diaspora durch Ermutigung und aktive Organisation des Studiums der hebräischen Sprache und durch die Verbreitung der Kenntnis und des Ve rständnisse-; des kulturellen Lebens der Juden Israels unter den Juden der Diaspora und vice versa zu verbreiten; dem jungen Staate politische Hilfe zu leisten, wann immer er dieselbe benötigen sollte und dazu beizutragen, unter der Bevölkerung im allgemeinen eine Atmosphäre zu Gunsten des Staates Israel zu schaffen. Stand der Zionistischen Weltorganisation. Um dieses Werk wirksam durchzuführen, muß das Interesse und die demokratische Initiative ihrer Mitglieder wachgehalten werden, die Zionistische Weltorganisation, muß als oberste jüdische Organisation, die sich mit der Unterstützung Israels befaßt, betrachtet werden, als ehrenvoller Partner des Staates. Es muß ihr die Freiheit des Handelns in Israel innerhalb eines genügend weiten Bereiches gewährt werden, um ihr Bedeutung zu verleihen und ihr ein Ziel in den täglichen, sich im Lande abspielenden Ereignissen zu bieten. Während das demokratisch gewählte Parlament und die Regierung von Israel die endgültige gesetzliche Autorität für die Formung der Innen- und Außenpolitik des Staates besitzen, muß auch den Interessen der außerhalb des Staates lebenden Juden und der öffentlichen Meinung der Juden in der Diaspora entsprechend Rechnung getragen werden. Die Organe der Zionistischen Weltorganisation müssen als als am meisten autoritative Interpreten der gesamten jüdischen Interessen und der jüdischen öffentlichen Meinung betrachtet werden. Vordringlichkeit der nationalen Fonds. Zahlreiche Campagnen zur Aufbringung von Geldern zur Hilfe für Israel werden in vielen Ländern durchgeführt. Es ist wesentlich, daß die Inteiessen und die absolute Vorherrschaft der beiden historischen Nationalfonds, des Jüdischen Nationalfonds lind des Keren Hayessod immer gewahrt werden muß. Es sollte der Oeffentlichkeit klar gemacht werden und sollte als Angelegenheit der Disziplin unter zionistischen Körperschaften durchgesetzt werden, daß kein anderer Fonds für Israel an Wichtigkeit mit den nationalen Fonds gleich gestellt oder in Konkurrenz mit denselben zugelassen werden sollte. Der Schekel. Der Schekel als Zeichen der Mitgliedschaft an der Zionistischen Weltorganisation hat eine historische und traditionelle Bedeutung und sollte bewahrt werden. Er sollte den Wert eines Zeichens haben, das es i der Zionistischen We'.torganisation ermöglieht, ihren Massencharakter zu wahren. Es wäre jedoch nicht fair, dem zufälligen Schekelzahler gleichen Einfluß mit einem in einer zionistischen Organisation tätigen Manne oder einer solchen I ran zuzubilligen. Organisationen, die mit der Bewegung verschw istert sind, sollten zusätzliche Repräsentanten über die Anzahl der von ihren Mitgliedern gekauften Schekelgelder erhalten. Die doppelte Stimmenabgabe oder der israelische Schekelzahler sollte abgeschafft werden. Der Yischuv ist nicht mehr klein und wird zur Genüge in den Räten der zionistischen Bew egung repräsentiert. Er erfreut sich der zusätzlichen Repräsentation in der Regierung von Israel, welche die endgültige Autorität im Lande besitzt. Ein doppelter Schekel könnte heute nur eine unangemessene Vertretung für die ungeheure Majorität der Zionisten der Diaspora bedeuten, welche schließlich ir einen Verlust des Interesses münden würde. Parteien. Es ist für jeden Zionisten eine natürliche Sache, wenn er ein warmes Interesse am Staate Israel nimmt, seine eigene Auffassung über die Art von Staat zu haben, die er gern entwickelt sehen möchte. Der Unterschied in solchen Auffassungen hat die Teilung in verschiedenen Parteien in der zionistischen Bewegung und nun im Staate Israel zur Folge gehabt. Während die direkte gesetzliche Autorität für die Führung der Angelegenheiten Israels nur dem Parlament obliegt, ist ein gewisser indirekter Einfluß seitens der Parteien außerhalb Israels unvermeidlich, so lange es dem Zionismus vergönnt ist, sich als kräftige und lebensvolle Bewegung zu entwickeln. Die Partei des Zentrums. Die Allgemeinen Zionisten stellen die Partei des Zentrums dar. Sie stehen im Gegensatz zu einem theokratischen Staat und im Gegensatz zu einem sozialistischen Staat. Doch begünstigen sic den Respekt für die traditionellen religiösen Werte des Judentums, ohne in die individuelle Freiheit irgendw ie einzugreifen und sie suchen die lnswerksetzung der jüdischen Ideale von sozialer Gerechtigkeit in Ucbereinstimmung mit den modernen Lebensbedingungen. Die Allgemeinen Zionisten unterstützen das Recht auf Arbeit, sich zur Verteidigung dieser Rechte zu organisieren, sie unterstützen die Erlassung von Gesetzen sozialer Sicherheit und andere liberale Gesetzgebungen. Sie bekämpfen jedoch die Beherrschung der Staatsmaschineric durch Arbeiterorganisationen, die Unterscheidung zu Gunsten von kollektiven und kooperativen gegenüber privaten Unternehmungen und die Politik der Unterdrückung der freien Aufbau-Initiative auf dem Gebiete des Geschäftes und der Industrie. Während das Bestehen von Parteifeilungen ein Zeichen von Gesundheit ist, ist es der übertriebene Partei- Geist nicht, der sich innerhalb der zionistischen Bewegung und in Israel entwickelt hat. Wenn man ihm gestattet, sich fortzuentwickeln, kann dies der: Geist der nationalen Einigkeit zerstören. Es ist daher von lebenswichtiger Bedeutung für die zionistische Bewegung, eine starke Partei des Zentrums zu haben, die einen mäßigenden Einfluß auf die Extreme beider Seiten ausübt. Da die überwiegende Mehrzahl der Zionisten außerhalb Israels allgemeine Zionisten sind, ist es wichtig, eine große Vertretung Allgemeiner Zionisten beim Kongreß zu besitzen, um den Zionisten der Diaspora eine entsprechende Vertretung zu sichern. Zionismus außerhalb von Parteien. Die Allgemeinen Zionisten bestehen darauf, daß bei der Wahl administrativer Beamter nur die individuelle Qualifikation in Betracht gezogen werden sollte. Das gegenwärtige System, sogar kleinere Funktionäre gemäß der verhältnismäßigen Stärke der Parteien (Parfeischlüssei) zu bestimmen, führt zu Untüchtigkcit und Demoralisation, die sich die Bewegung nicht leisten kann. Bei der Errichtung von Erziehungsanstalten für die Kinder der Einwanderer oder zukünftiger Einwanderer sollte es keine Parteiteilung geben. Auf den Lehrfarmen und den Einrichtungen für Chalutzim sollte Freiheit der Organisation nach Parteien bestehen, doch sollte es keine Geltendmachung von Parteiteilungen in Angelegenheiten geben, die gemeinsame Sache Aller sind. Die Allgemeinen Zionisten werden jenen Bürgern Israels starke moralische Unterstützung gewähren, welche die Teilung von Schulen nach Parteiprinzipien abzuschaffen bemüht sind. Die Juden außerhalb Israels haben ein direktes Interesse an der Abschaffung der Parteiteilung im Schulsystem von Israel, da dieses Uebel, wenn man den Fortbestand zuläßt, den Sinn der Einigkeit des jüdischen Volkes ernsthaft untergraben wird. Wann immer dies möglich ist, werden die Allgemeinen Zionisten bemüht sein, länderweise zionistische Organisationen aufzurichten, die aus Mit- 'gliedern oder Vertretern aller zionistischen Parteien in dem Lande bestehen. Jede Landesorganisation wird die allen Parteien gemeinsamen Fragen allgemeinen Interesses behandeln und solche gemeinsame Angelegenbeite n besonders betonen, indem sie sie über das Parteiinteresse stellen. Private Investitionen. Die Allgemeinen Zionisten haben als erste das dringende Bedürfnis für die Förderung und Ermutigung von Privat-Investif tonen in Israel als Mittel zur "Vergrößerung der Reschäftigundgsmöglichkeiten für die Massen von Einwanderern und deren raschestmögliche Einordnung in die Wirtschaft des Landes erkannt. Sie werden jedoch versuchen, der Regierung von Israel die Notwendigkeit einer Wirtschaftspolitik vor Augen zu führen, w;elchc solchen Investitionen Ermutigung verleiht. Nicht allein eine geeignete Gesetzgebung ist notwendig, sondern das Vertrauen der Personen, die beabsichtigen Investitionen zu machen, würde durch das Vorhandensein und den Anteil der Allgemeinen Zionisten in der Regierung gefördert werden, besonders durch Portefeuilles, die sich mit Handel und Industrie befassen, wobei private und kollektive Initiative gleich zu behandeln wären. Die Wähler zum Zionisten-Kongreß werden auf gef ordert, eine starke Delegation Allgemeiner Zionisten zum Kongreß zu entsenden, damit die Einheit und der Fortschritt der zionistischen Bewegung in ihrer Arbeit zu Gunsten Israels und des jüdischen Volkes gesichert werden. i Mi ln) vc vcpoctUcet*: ‘Wasserkraft-Generatoren Turbo-Generatoren Transformatoren Elektromotoren Traktionsmotoren Hoch- und Niederspannungs-Schaltgerätc Elektrische Ausrüstungen für Kraftwerke, Transformatorenstationen usw. 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