Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1950
- Issue
- Heft 41 (11.9.1950)
- Date
- 1950-09-11
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 'J)ie Stimme Nr. 41 „ eines DU um die AUet* und HcohUch Planes zur int. Ueberwachung jüdischer Friedhöfe in Deutschland Der Staat Israel hat Oeffenf liehe Erwiderung an das amerikanische State Departement über den Zustand der Gräber von Naziopfern in Deutschland Der I. \\ . K. gab am 27. 8. seine Ab icl t bekannt, einen Plan zur internationalen Ueberwachung der Friedhöfe jüdischer Naziopfer in Deutschland auszuarbeiten. Die Erklärung wurde von Dr. Israel Goldstein, dem Vorsitzenden der Abteilung für die westliche Hemisphäre der Exekutive des J. W. K. veröffentlicht und stellt die Antwort des I. V. K. auf eine Anfrage des State Departement dar. Der j.W.K. hatte dem State Departement bereits am 24. 7. ein System der internationalen Kontrolle vorgeschlagen. John Hay, der gegenwärtige Direktor des Deutschlandbüros im State Departement, erklärte, daß. „da keine Detai's angegeben wurden, wie eine solche Organisation konstituiert werden solle und wie sie ihre Aufgabe bewältigen könnte, sind wir nicht in der Lage, uns bezüglich der Schaffung der von ihnen in Vorschlag gebrachten Organisation eindeutig festzulegen, insbesondere, da keine Klarheit darüber besteht, ob eine solche Organisation tatsächlich in der Lage sein würde, die ihr gestellte Aufgabe zu erfüllen.“ Nunmehr hat dtjr amerikanische Die Delegation der Olej Austria ist vor einigen Tagen in Wien eingetroffen. Sie besteht aus Frau Anitta Müller und Herrn Sigmund Führer. lieber Initiative der Olej Austria, welche die zentrale Organisation für die Juden aus Oesterreich, die in Israel leben, ist, wurde die Ueberführung der sterblichen lleberreste des Oberrabbiner Chajes in die richtigen Wege geleitet. Es fanden bereits Besprechungen mit dei Israelitischen Kultusgemeinde und dem Landeskomitee statt. Frau Anitta Müller ist den Juden Wiens bekannt und da sie sich längere Zeit in unserer Stadt aufhalten w ird, und Einladungen zu Vorträgen bereits angenommen hat, werden weite Kreise noch Gelegenheit haben, mit ihr in Fühlung zu treten. Wir möchten daher bei unserem Leserkreis und den Freunden unserer Bewegung den Delegierten, Herrn Sigmund Führer, einführen. Herr Führer übersiedelte nach dem Weltkriege nach Dresden, wo er dem Vorstand der zionistischen Ortsgruppe angehörte, Keren Kajemeth Kommissär war und Mitbegründer der jüdischen Volkspartei. Er nahm an dem kulturellen und sozialen Leben der Stadt lebhaften Anteil. In Israel gelang es ihm, dank seiner Tüchtigkeit in kurzer Zeit eine führende Stellung einzunehmen und ist als der größte Juwelier und beste Experte bekannt. Seine ausgedehnte kaufmännische Tätigkeit hindert ihn aber nicht daran,! Hochkommissar John J. McC’loy Inj : fonr.ationen veröffentlicht, denen zu-! folge das Stiegenhaus einer Schule n! Koblenz in der französischen Zoi e aus! I jüdischen Grabsteinen besteht. Das Stiegenhaus wurde von den Deutschen wahrend des Krieges gebaut. Anstatt die Grabsteine nach Beendigung des Krieges zu beseitigen, begnügten sich die Deutschen damit, die hebräischen Inschriften abzukratzen sie hofften offenbar, auf diese Weise die Herkunft der Steine verbergen zu können. Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Erklärung, daß Experten des J.W.K. mit der Ausarbeitung eines Planes zur internationalen Kontrolle jüdischer Gräber in Deutschland befaßt sind, hat Dr. Israel Goldstein auch den Text eines Briefes von Mr. Hay an Dr. Robert S. Marcus, den politischen Direktor de* Abteilung für die westliche Hemisphäre des J. W. K. bekannt gegeben. Mr. Hays Brief befaßt sich sehr ausführlich mit der Schändung jüdischer Friedhöfe in Deutschland und mit den Schritten die die amerikanischen Behörden unternahmen, um diesem Vandalismus Einhalt zu gebieten. daß er auch immer Zeit und Geduld für die großen Anforderungen hat, die die Allgemeinheit an ihn stellt. Führer ist Mitbegründer des Wiener Minjan, des Bethauses, in welchem Herr Rabbiner Rosenmann bis zu seinem tragischen Tod gewirkt hat. In diesem Bethaus wird der Gottesdienst nach Wiener Ritus abgehalten, ein Wiener Chasan verschönt die Feiern durch den Vortrag von Sulzers Melodien. Rabbiner Schornstein, der Begründer des Tiergartens in Tel Aviv hat an Herrn Führer den ersten Förderer seiner Bestrebungen gefunden. Mit unendlicher Mühe ist es gelungen, den Zoo einzurichten, der jetzt die Freude von Jung und Alt ist. Als Vorstandsmitglied der Olej Austria hat er an allen Aktionen, besonders an der Rettung und Betreuung der Oesterreicher, die illegal nach Palästina kamen, teilgenommen. Herr Führer betrachtet es als große Ehre, daß er mit der Aufgabe betraut wurde, nach Wien zu reisen, um gemeinsam mit den zuständigen Instanzen die Ueberführung der Gebeine des Oberrabbiners Chajes s. A. durchzuführen. Frau Führer, die liebenswürdige und gütige Gattin ist seine treue Helferin in der sozialen Arbeit, sie leistet in der Stille viel Gutes. Die beiden Söhne des Ehepaares Führer haben im Negew im Befreiungskrieg gekämpft. Wir wünschen Herrn Führer alles Gute und erfolgreiche Arbeit zu seinem Aufenthalt in Wien. ge : das Problem der Aufnahme und Einordnung der „Kranken Alijah“, wie man die Alijah von Tausenden Erwachsenen und Kindern, Männern und Frauen nennt, die in der Golah körperlichen oder seelischen Schaden erlitten haben und nun nicht mehr in der Lage sind, für ihren Unterhalt zu sorgen und ein gesundes und mehr oder weniger geordnetes Leben zu liihi en. Solche Einwanderer kommen aus allen Ländern, im besonde:ei aber aus solchen Staaten, wo das Niveau der Volksgesundheit und der medizinischen Institutionen ein besonders niedriges ist, weiters aus den Kreisen jener Einwanderer, die ein jahrelanges zermürbendes Lage/dasein und all die körperlichen und seelischen Qualen, die hiemif verbunden waren, hinter sich haben. Aufwendungen in der Höhe von 17'G Millionen Dollar. Für diese Kategorie der unglücklichen Neueinw andere: sorgt eine neue Institution, „Malwan“ genannt, die aus Mitteln der Regierung, der Sochnuth und des Joint subventioniert wird. Das Budget dieser Institution beträgt 12l , Millionen Dollar, wovon 7 Millionen vom Joint, 5 Millionen von der Sochnufh und 21 G Millionen von der Regierung des Staates Israel beigesteuert werden. Es wurden bereits die ersten Siedlungsanlagen und Anstalten zur Aufnahme kranker Olim errichtet, ferner Erholungsheime und Spitäler, Dinge, die jedoch nur einen Bruchteil der umfangreichen Pläne ausmachen, die der Tätigkeit der neuen Institution zugrunde liegt. An. 28. 8. langten in Israel ungefähr 700 Flüchtlinge aus Tientsin, Honkong und Schanghai ein, unter ihnen mehr als 300 Kranke und Invalide zum größten Feil Opfer des Nazismus. Die Zahl der Kranken dieser Kategorie ist auch unter den Einwanderern aus Vorder-Asien und Nordafrika sehr groß. 21 Millionen Dollar wurden von der internationalen Hilfsorganisation I. R. O. zur Erleichterung der Einwanderung Schwerkranker und Invalider heigesteuert. Altersheime, Lungenheilstätten. Im Einwandererlager Ejn-Schen ec hat man kürzlich 14 Häuser, die zur Aufnahme von Olim bestimmt sind, in Heilanstalten umgewandelt, in denen sich Platz für 270 Neuein wunderer hohen Alfers findet. Die Adaptierung dieser Gebäude wird bis Mitte Oktober vollendet sein. Auch mit der Ausführung eines umfangreichen Projekts, in einem Teil des Lagers Bcer-Taakow, das seinerzeit als britisches Militärhospital diente, Heilanstalten für 300 lungenkranke Neueinwanderer zu errichten, wurde bereits begonnen. Beer-Jaakow wird nach Beendigung der geplanten Arbeiten die größte und modernste Lungenheilstätte im Land sein. Modernste medizinische Apparate und Anlagen wurden bereits vom „Malwan" in den Vereinigten .Staaten in Auftrag gegeben. Kiuderheilstätten. Aul dem Wege vor Talpioth nach Bethlehem ist die Errichtung einer Anstalt zur Aufnahme körperlich und geistig behinderter Kinder geplant. Diese Kinder sollen dort unterrichtet werden, ein Handwerk erlernen und sich ständig unter der Aufsicht geschulter Lehrkräfte und fachlich besonders qualifizierter Acrzte befinden. Eine ähnliche Anstalt, die bereits in Herzliah besteht, soll erweitert werden, und der Lungenheilstätte in Gederah soll ebenfalls ein neue1* Sektor für Kinder dieser Kategorie angegliedert werden, d *r vorläufig m,fefähr 50 Kinder Aufnahme bieten soll. Eine Anstalt zur Pflege von Schwerkranken, die dauernde Bettruhe benötigen, ist in Machaneh-Tsrael entstanden. Dort finden sich schon heute 150 Betten, doch soll die Aufnahmefähigkeit dieser /Anstalt um 25 Betten erhöht werden. Weiters wird eine Heilanstalt zur Pflege von Neueinwanderern errichtet werden, die sich hauptsächlich auf die Methode der Arbeit.s- und Beschäftigungstherapie konzentrieren soll. „Malwan“ hat bereits Pläne gebilligt, denen zufolge weitere Altersheime in Jaffa errichtet werden sollen, in denen ungefähr 500 Persoren fMänner von65 Jahren und darüber, Frauen von 60 Jahren und darüber) Aufnahme finden werden. Die zu diesem Zwecke ncuerbauten Anlagen werde'1 sich auf einer Fläche von 50 Dunam erheben. Grünanlagen und Blumengärten werden die Umgebung des Altersheims verschönern. Eine ähnliche Institution soll in Natan-Jah entstehen. Den erforderlichen Boden hat der Keren Kayemeth zur Verfügung gestellt. Die Konferenz der allgemeinen Zionisten aus Europa und Nordafrika, wird in Paris am 16., 17. und 18. September 1950 stattfinden. Es werden Delegierte aus 15 Ländern teilnehmen. Weiterhin w erden Dr. Nachum Goldmann und Mosche Koll, Mitglieder der Exekutive der Zionnistischc i We'tbewegung, sowie Herr Benjamin G. Browdy, Präsident der Z. O. A. bei der Konferenz anwesend sein. Sie werden über Fragen der Einstellung der allgemeinen Zionisten am Vorabend des 23. zionistischen Kongresses und über die gegenwärtigen Probleme in Israel sprechen. Ausländ. “ 1 von Repräsendanten der allg. Zionisten In der letzten Woche besuchten Repräsentanten des europäischen Büros der Weltbewegung der allgemeinen Zionisten verschiedene angeschlossene Organisationen. Dr. J. Frei besuchte Stockholm und Koppenhagen, Mr. Lew Hacohen Wien und M. Waldmann Brüssel, Antwerpen und Amsterdam. Dr," V ‘ " in Wien Dr, Siegfried Roth, Sekretär des indischen Weltkongresses in London, weilte einige Tage in Angelegenheiten des J. W. K. in Wien. Herr Dr. Roth hielt in den Räumen des Zionistischen Landesverbandes bei einer Vorstandssitzung einen hochinteressanten Vortrag über das Problem „Die Aufgaben und das Leben der Juden in der Diaspora“. Die Ausführungen des Vortragenden wurden mit großem Beiall aufgenommen. ■ I■II■■■■IIIBI■I■■IIII■III■II■II■III|| «üiiiililllililültl'niliBiiHifl/1'l. H’R. «r JE. SCHÄfPBRffli 111111IV I1111 lllllllllllllllllllllll 111 BBflil | S B IM 11111 HOLZGROSSHANDLUNG HOLZEXPORT UND INTERNATIONALE HOLZAGENTUR Wien VI, Linke Wienzeile 4, II. Stiege, III. Stock ~ ‘ A 30261 Israel-Delegation der Olej Austria in Wien angekommen D^:.0394.-/.-54$73/.^^ 6965 455 09713387