Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1950
- Issue
- Heft 41 (11.9.1950)
- Date
- 1950-09-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 41 fJ)ie?.Stimme »Wie wuden dit Heist üfowiHde**« ln den Gedichten und Vermutungen, die im Zusammenhang mit der bevorstehenden Besetzung des Handels- und Industrie - Ministeriums HERBST¬ NEUHEITEN Damen-Moden WÄSCHE KLEIDER MÄNTEL KOSTÜME MODE-SCHUHE laut wurden, kehrt auch der Name Dr. Herbert Förder immer wieder. Förder ist in Berlin geboren, war bereits während seiner Studienzeit aktiver Zionist, später politischer Sekretär der Z. O. für Deutschland, Vorstandsmitglied der Hitachuth, Olei Germania, dann Exekutiv-Mitglied der „Alijah C'hadaschah“ und ist jetzt Mitglied der Allg. Zion. Fraktion in der Knesseth. Er i,st leitender Direktor der „Rassco“-Siedlungsgesellschaft, w ar während der ersten Zeit der staatlichen Selbständigkeit Lebensmittelkontrolleur, eine Zeitlang Direktor der Ballgesellschaft „Amidar“, an der Staat und Sochnuth beteiligt sind, und ist jetzt u. a. Vorsitzender der staatlichen Kommission zur Verbilligung der Baukosten. Förders Wirtschaftsprogramm. Seine vielfachen Erfahrungen gerade auf den Wirtschaftsgebieten, die heute für den Staat entscheidend sind, autorisierten Dr. Förder ein Wirtschaftsprogramm auszuarbeiten, das er jetzt seiner Partei vorlegt, damit sie - es als ihr Programm akzeptiere. In unserer Situation ist nach Auffassung Förders keine andere Wirtschaft möglich, als eine kontrollierte, Schon die angespannte Valuta- Zuteilung läßt keine freie Wirtschaft zu. Die Massenalijah, die eine gemeinsame Forderung Aller ist, zwingt uns, in einer Art kriegswirtschaftlichem Zustand zu verharren. Andererseits bleiben Zena und Import - Beschränkungen wertlos, wenn sie nicht mit nachweisbarer wirtschaftlicher Entwicklung verbunden werden. Wir dürfen nicht auf der Stelle treten, sondern müssen, um existieren zu können, die Zahlungsbilanz verbessern und die Produktionskraft erhöhen. „Zena“ allein ist jedenfalls nicht genügend. Wir müssen, auch aus psychologischen Gründen, den Versuch machen, zu einer gewissen Neu-Orientierung zu gelangten. Mit Recht hat die Regierung den zalilung(slosen Import eingeschränkt. Dafür einen Ersatz zu finden, schlägt Dr. Förder vor, „semi-essential articles“ zahlungslos zu Heinrich STEIN Wien IV, Favoritenstraüe 24 Telephon: U 49 0 64 ERZEUGNISSE: Selbstroller Rollvorhänge Verdunkelungen Bretterjalousien Holzrollbalken Durchsichtige Schaufensterrollos Itilewiew mit De. Täedee importieren, da die direkt lebenswichtigen auf diesem Wege nicht erreichbar sind, weil sie keine attraktive Verdienst-vSpanne gewähren. Ist also beispielsweise Fleisch durch zahlungslosen Import nicht zu haben, so soll der Import von Fleisch-Konserven bewilligt werden usw. Kann die Regierung für diese Importe keine Devisen zur Verfügung stellen, so kann sie doch die Einfuhr durch Olim-Transfer und bei echten Investoren 50"" des Kapitals-Transfers gestatten. Dabei kann die Behörde auf die Kontrolle der Preisgestaltung verzichten, sodaß dem Importeur ein angemessener Verdienst gesichert ist. Ein zweiter Vorschlag zur Auflokkerung der jetzigen Regierungs-Politik liegt auf dem wichtigsten Gebiete des Fixportes. Förder schlägt vor, daß die Regierung den Industriellen, die exportieren, 25"" des echten Devisen- HERBST- NEUHEITEN Herren-Moden MODE - HEMDEN KRAWATTEN WARM E WÄSCHE WESTEN, PULLOVER SCHUHE Gew inns, d. h. der Differenz zwischen Devisen - Selbstkosten und Devisen- Einkommen aus dem Export zur Neuerwerbung von Rohmaterialien und industrieller Ausrüstung aus dem Ausland zur Verfügung stelle. Lieber diese 25"" soll der Industrielle selbst frei verfügen dürfen. Dieser Versuch ist in anderen Ländern mit großem Erfolge gemacht worden, um den Export zu beleben. Gegen die inflatorischen Tendenzen soll die Regierung ein zentrales Spar- Insfitut schaffen, das folgende Anreize bietet : Absolute Sicherheit und das Recht, einen bestimmten Teil des Sparkapitals vom einkommensteuerpflichtigen Betrag abzuziehen, ähnlich den Lebensversichierungis - Prämien. Dadurch können, zusammen mit einer Kontrolle über die Pensions-Kassen, erhebliche Mittel für produktive Investitionen mobilisiert werden. Die Regierung hat insbesondere auch in dem jetzt zur Erörterung stehenden Entwicklungs-Budget große Aufgaben auf sich genommen. Sie muß die notwendigen Organe schaffen, um diese Arbeiten durchzuführen. Zweierlei wäre notwendig : 1. Die „Belebung“ des Handels- und Industrie-Ministeriums. Entscheidend ist dabei aber nicht die personelle Besetzung, sondern die Frage der Kompetenzen des Ministeriums. In der heutigen Form ist dieses wichtige Amt ohne Einflußmöglichkeit. Es muß er- I neuert werden und seine Hauptfunktionen müssen sein : a) Ermunterung des Kapitals in Zusammenarbeit mit dem Finanz-Ministerium und der Investitions-Zentrale, die jetzt zu arbeiten beginnt; b) Zuständigkeit für Abschluß und lleberw achung aller Handels-Verträge; c) Alle Fragen der Industrie müssen in die Kompetenz dieses Ministeriums lallen. Man kann nicht künstlich zwischen der Industrie für den Inlandsmarkt und der für den Export eine l’rennungslinie ziehen. Das Ministerium muß die Entscheidung über Rohmaterial-Import haben, denn es muß die Arbeitsvoraussetzungen für die Fabriken sichern und die Rohstoff-Zuteilung vornehmen dürfen. 2. Eine oberste Instanz für das Bauwesen (Building Authoritv). Diese kann auch an das Arbeits-Ministerium angelehnt werden. Die Hauptaufgabe wäre Reorganisation und Rationalisierung auf vielen Gebieten des Bauwej sens, eine Festlegung von Bevorzugtenj gen bei Zuteilung des Baumaterials nach Maßgabe der Erfordernisse de Allgemeinheit; berufliche Ausbildung von Facharbeitern des Bauwesens, an. denen es schwer mangelt; und Kontrolle der Qualität des Baus. 3. Ein ZentraÜ-Büro für Planung und KKoordination. Wenn man einen Entwicklungsplan durchführen will, wie beispielsweise den von Dr. Grünbaum, in vorliegender oder etwas abgeänderter Form, so setzt das ein Organ voraus, das den einzelnen Wirtschaftszweigen Richtung und ein optimales Ziel vorschreibt, aber gleichzeitig für Uebereinstimmung mit Anpassung an andere durchzuführende Aktionen in anderen Wirtschaftszweigen sorgen muß. Sehr wichtig wäre, den Fortgang der Entwicklung mit Zahlen-Material zu belegen, ähnlich dem Ecconomic Surve\ der englischen Regierung. Ein solches Zahlenbild würde ein wirksames Instrument gegen viele inhaltlose Parolen auf dem Gebiete der Wirtschaft sein und würde andererseits dem Volke die Ueberzeugung und die Kraft geben, die schwere Zeit durchzuhalten, wenn es sieht, daß wir laufend FFortschritte zu verzeichnen haben und uns einer besseren Epoche mft einer stabileren Wirtschaft nähern. Schließlich noch ein Wort über die in den letzten Wochen immer wieder diskutierte Frage der beiden Sektoren des kollektiven und des privat-wirt- HERBST- NEUHEITEN Textilien SEIDEN DRUCKE FLANELLE VORHÄNGE WOLL-STOFFE schaltlichen. Wenn oben gesprochen wurde von kontrollierter Wirtschaft, so ist dies keinesfalls ein Gegensatz zu privater Initiative. Unser Problem ist Privatwirtschaft zu sichern im Rahmen einer kontrollierten Wirtschaft. Ein Beispiel fü rviele : die Regierung muß auf dem Gebiete der Industrie für die notwendigen Rohmaterialien sorgen, aber der einzelne Industrielle muß frei sein, entsprechend seinen spezifischen Tätigkeiten seinen Industriebetrieb zu entw ickeln. Beide Sektoren, der kollektive und der private, müssen von der Regierung gefördert werden. Eine Bevorzugung des kollektiven Sektors wäre verhängnisvoll, weil er seiner Natur nach nur einen Teil des Volkes umfassen kann. Die Regierung muß bereit sein, beiden Sektoren möglichste Hilfe angedeihen zu lassen. Unsere Wirtschaft ist ein so kleines Gebilde, daß nur die übertriebene Politisierung, die sich nicht nur in der Erziehung, sondern auf allen Lebensgebieten all zu sehr breit macht, zu dem absurden Ergebnis führen konnte, daß die Wirtschaft schon quasi zwei-geteilt ist. Unser Bestreben muß sein, diese übertrieben ^ugespitzten Gegensätze zu mildern und alle Kräfte einzusetzen, um zu einer stärkeren Gesamtleistung zu kommen. Der Histadruth-Funkfionär, der glaubt, nur für seine Institutionen Forderungen durchsetzen zu müssen, versündigt sich nicht weniger am Gesamtinteresse als der Privatkaufmann, der die Lebensrechte kollektiver Zusammenschlüsse nicht anerkennen will. M. F. Seife 7 30 Jahre WIZO Die \\ izo (Internationale Zionistische Frauenorganisntion) in Israel hat, Dank der Mitarbeit ihrer Schwesfern- Zw eigstellen, in der ganzen Welt, so auch in V ien. Gigantisches für die' I ran und das Kind in Erez geschaffen. Ebenso ist sie unermüdlich bestrebt, den Neueinwanderern rasche Hilfe und erw i rbslähige Einordnung zu ermöglichen. In diesem Jahre nun begeht diese bewährte Erauenorganisafion den 30. Jahrestag ihrer Gründung. Aus diesem Anlasse veranstaltet die Vizo in Wien im Laufe des Monats Oktober einen Bazar, welcher von ihren Mitgliedern und Freunden mit selhstverfertigfen Handarbeiten und sonstigen Gegenständen, die sich für einen Bazar eignen, beschickt werden soll. Das Erträgnis aus diesem Bazar soll die Möglichkeit bieten, die für den Winter in den verschiedenen WIZO-Institutionen in Israel notwendigen Bedarfsgegenstände zu beschaffen. Wir sind davon überzeugt, daß dieser Bazar, der mit einer geselligen Zusammenkunft eingeleitet wird, in allen jüdischen Kreisen das größte Interesse auslösen und jeder freudig sein Schärflein für das gute Gelingen beitragen wird. Errichtung der allgemein Zionistischen Bewegung in Tanger Kürzlich wurde die allgemeine zionistische Organisation in Tanger gegründet. Ihr Komitee besteht aus führenden Persönlichkeiten der Juden Tangiers. Herr Abraham Larredo, ein Wissenschaftler, ist Präsident, die Herren Elias A. Zagourny und Joseph Salama, Vizepräsidenten und Herr Saul Benda\an, Generalsekretär. Die junge Organisation spielt schon eine aktive Rolle in der zionistischen Tätigkeit in Tangier. Verschiedene Versammlungen haben stattgefunden, bei welchen auch Besucher aus dem Ausland teilnahmen, die der Arbeit des Das moderne Kaufhaus II, Taborstralle 25 Jeden Monat einen Tag alles umsonst Komitees neuen Antrieb gaben. Darunter: die Herren Harari, Delegierter in der Knesset, Mr. Kalchheim von der Nah-Ost-Abteilung der Jewish Agency, Abraham Elmalah, stellvertretender Bürgermeister von Jerusalem und Z. Schulmann, Präsident der allgemeinen Zionistischen Organisation in Marokko. Die Organisation in Tangier ist an das Büro für Europa und Nordafrika der Weltorganisation der allgemeinen Zionisten angeschlossen. Liijentümer, Herausgeber und Verle;4er : Zionistischer Landesverband in Oesterreich, Wien IX., UnLversitatsstraiJe 1 1. Redigiert von einem Redaktionskollegium. Redakteur : Fritz Müller, Wien 11., Kruimnbuumgasse 1 'Jo. Oi lick : Donaustadl, Wien II, l'eleion R 17 o 3u