Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1950
- Issue
- Heft 39 (26.7.1950)
- Date
- 1950-07-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Nr. 39 CDie 'Stimme Seife 7 Bekanntmachung des Palästina-Amtes Sehr geehrte Redaktion t Wir ersuchen Sie hiermit, um folgende Bekanntmachung betreffs des Artikels in der Zeitschrift ,,Neue Welt und Judensfaaf" Nr. 46, über die sogenannte Kranken- und fnvalidenversammlung in Fbelsberg, während welcher sich die Teilnehmer üb«r die Lage ihrer nach Israel ausgew'änderten Kameraden und über das verständnislose Verhalten des Zentralpalästina a mtes heschworten. Bekanntlich begann Anfang 1930 der MALBKN (eine gemeinsam von der Jewish Agency und Joint ins Leben gerufene Institution) ihre Tätigkeit in Israel und zwar die Betreuung von Kranken und Invaliden. Bis jetzt hat sich der MALBEN mit der Fürsorge von ca. 3000 Kranken und Invaliden beschäftigt, entsprechend ihres Krankheifszustandes und den daraus bedingten Verhältnissen. Die Kranken, die spitalsbedürftig sind, werden gleich nach ihrer Ausschiffung in für sie vorbereitete Spitäler gebracht. Leichtere Fälle, die nicht unbedingt Spitalsbehandlung bedürfen, werden in speziellen Aufnahmslagern untergebracht, wo sie unter besseren Verpflegungs- und Wohnverhältnissen leben. In diesen Lagern lernen sie je nach ihrer Begabung und Vorbildung 4 Stunden täglich ein Gewerbe und während weiteren 4 Stunden intensiv hebräisch. Das Ziel ist, sie entsprechend ihres Gesundheitszustandes und ihrer persönlichen Begabung in so eine Lage zu bringen, daß sie sich selbst und ihre Familie erhalten können und somit vollwertige arbeitende Bürger Israels werden. So ein Krankenlager existiert auch in Ähuzat-Bajt, welches auf einem der schönsten Plätze am Karmel ca. 10 km vom Zentrum Haifa’s entfernt, liegt. Hier übt der MALBEN seine selektierende Tätigkeit aus und entscheidet darüber, wohin und unter welchen Umständen die Leute eingeteilt werden. reich ausgew änderten Kranken und ihre Einstellung zur Lage befrifff, ähnelt sie vollkommen den aus anderen Ländern eingewanderten Kranken, es gibt immer zufriedene und unzufriedene. Es hängt alles davon ab, was für eine Einstellung der betreffende hat und welche Ansprüche er stellt. Menschen, die sich in demselben Lager und unter denselben Bedingungen befinden, beurteilen ihre Lage ganz verschieden. Das ist eine ganz allgemeine Erscheinung, welche nicht zu ändern ist. Jedenfalls muß festgestellt werden, daß alles Mögliche getan w ird, um den Kranken und Invaliden möglichst gute Bedingungen zu sichern. In diesem Zusammenhang muß noch behauptet werden, daß die tfanz überwiegende Majorität der in Oesterreich zur Alija registrierten Kranken und Invaliden sich schon in Israel befindet und der übrige Teil cs handelt sich um eine Gruppe von maximuni 50 Personen (die Familie nicht eingerechnet) - allen Anzeichen nach ihre Abfahrt möglichst aufschieben wollen. Ein nicht unbedeutender Teil dieser Personen ist auch für die Emigration in andere Länder registriert und diese hoffen, ihre Abfahrt bis zu diesem Zeitpunkt zu verschieben, wenn cs geklärt ist, ob sie als Kranke in andere Länder aufgenommen werden oder nicht. Was den Mangel an Verständnis des Palästinaamtes betrifft, muß festgestellt w erden, daß dieses Amt alles getan hat, um den Kranken die Reise unter Ausnahmsbedingungen zu ermöglichen und hat es durch die großzügige Einstellung der Joint in Oesterreich eine nicht unbedeutende Hilfe betr. Ge pä ck t r a n s p o r t erl e Ich t e r u n ge n, Werkzeuganschaffung gesichert. In dieser Hinsicht kann nichts vorgeworfen werden. Es gibt einen Punkt, in welchem das Palästinaamt kein „Verständnis“ zeigen konnte und wollte. Es handelt sich um diejenigen Kranken, die sich nach mehreren Aufschiebungen endlich in einen Transport registriert haben und sich in der letzten Minute vor Abgang des Transportes ohne jede annehmbare Begründung oder überhaupt ohne Begründung, weigerten abzufahren. Diesen Leuten wurde mitgeteilt, daß sie im Rahmen der zur Uebersiedlung der Kranken und Invaliden von Oesterreich geleiteten Aktion, welche in jedem Falle auf Grund von individuellen Genehmigungen der medizinischen Abteilung des Immigration Ministry und der Emigrationsabtei’ung der Jewish Agency, entsprechend den Jeweiligen Verhältnissen innerhalb des MALBEN durchgeführt wurd, ihrer Reihe verlustig gingen und der Termin ihrer Abfahrt auf ein späteres noch unbekanntes Datum verschoben w? erden muß. Gleichzeitig mit dieser Mitteilung wurde betont, daß unsere Institution ihre moralische Verpflichtung gegenüber der interessierten Personen betreffs ihrer .Alija erfüllt hat, dadurch, daß ihr mehrmalig die Gelegenheit zur Auswanderung gegeben wurde und daß die Verantwortung für alle weiteren Aufschiebungen und etwaigen Schwierigkeiten lei sei-er Alija, auf ihn persönlich fällt Dementsprechend wurden diese Personen von der Liste der aktuellen Alijakandidafen gestrichen. Jedenfalls haben sie das Recht, wenn sie sich schon endgültig entschieden haben ihren Weg nach Israel einzuschlagen, noch einmal zu registrieren. nsivieref den ugust 1950 Dem hochverehrten Herrn Oberrabbiner Dr. Akiba Eisenberg und seiner Gattin die herzlichsten Gratulationen anläßlich der Geburt ihres Sohnes Zionistischer Landesverband in Österreich El AI eröffnet direkten Luftverkehr Wien-Lydda Am 4. Juli 1950 landete ein stolzer viermotoriger Skymaster, das erste Flugzeug der israelischen Fluggesellschaft El Al, in Schwechat und eröffnefcdamit den regelmäßigen Flugverkehr zwischen Wien und Israel. Aus diesem festlichen Anlaß fand eine Coktailparty im Kursalon statt, an welcher Repräsentanten der österreichischen Behörden und Ministerien, die Presse und die Spitzen der zionistischen und jüdischen Organisationen teilnahmen. Nach der herzlichen Begrüßung der Gäste durch die Repräsentantin der Fluggesellschaft in Cer,'erreich, Frau Irene Friedrich, sprachen Konsul Dr. D. Lewin, ein Vertreter des österreichischen Verkehrsministeriums und Hans Winter, der Direktor der El Al Fluggesellschaft in Israel. Die ausgezeichneten und interessanten Ausführungen der Red- Die Radiosendung Israels für die Golah Der israelische Radiosender in Jerusalem wird die Sendungen für die Golah wieder wie vorher auf Welle 33.3 vornehmen, da es sich nach einigen Ueberprüfungen erwiesen hat, daß diese Wellenlänge sich am besten bewährt. Der Sender begrüßt das große und aktive Interesse für seine Auslandsendungen und ersucht die Höhrer auch weiterhin bezüglich der Programmbildung den schriftlichen Kontakt mit der Leitung des Senders aufrecht zu erhalten. Im Allgemeinen ist das Problem der Kranken alija aus der US-Zone, mit Ausnahme der noch in Spitälern weilenden chronischen Fälle, nach der Alija der überwiegenden Mehrheit der anderen Kranken, als gelöst zu beurteilen und dementsprechend wird das Linzer Palästinaamt, welches sich hauptsächlich mit dieser Angelegenheit befaßt hat, am 15. Juli geschlossen. Die Spitalsfälle, die sich noch in diesem Kreis befinden, sowohl wie auch andere individuelle Fälle, werden von dem Zentralpalästinaamt Wien betreut. Mit Shalom \ A. M. Yoffe Direktor Immigration Office for Israel Austria ner wurden von den zahlreichen Gästen mit viel Beifall aufgenommen. Der Ausbau der israelischen Fluglinie ist für die Touristik und für den wirtschaftlichen Verkehr von größter Bedeutung. Neben den bereits bestehenden ständigen Verbindungen mit Rom, Zürich, Paris, London, Istambul und Wien wird die Aufnahme des Verkehrs mit New York und Südafrika bereits vorbereitet. Das Flugpersonal ist fast ausschließlich jüdisch und der Dienst am Kunden ist vorbildlich. Jeden Dienstag fliegt um 7 Uhr von Lydda das Flugzeug über Rom nach Wien, Die Ankunft in Wien erfolgt um 16,50 Uhr am Flugfeld in Schwechat. Ab Wien verkehrt der viermotorige, geräumige Äeroplan ebenfalls jeden Dienstag um 18,50 Uhr um Mittwoch in Lyyda um 7 Uhr morgens, nach einer technischen Zwischenstation in Rom, bei welcher keime Passagiere aufgenommen werden, zu landen. Es ist ein schönes und stolzes Gefühl, schon am Schwechater Flugfeld gewissermaßen auf israelischen Boden treten zu können, und der El Al Linie ist es zu danken, daß unser Israel uns nun auch örtlich so nahe gebracht wurde. Generalrepräsentanz der Atlantic Lloyd Tel Aviv- Haifa Israel Reisebüro bei der Firma Capri Wien I., Graben 10 Offizielle Ausgabestelle für alle Flug-, Schiffs¬ und Bahnkarten PaO- und Visabesorgung Schekelverkauf in jedem jüdischen Haus!