Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1950
- Issue
- Heft 39 (26.7.1950)
- Date
- 1950-07-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 CDie Stimme Nr. 39 Koussevitzky über seine Eindrücke in Israel Oer Dirigent übernimmt die Amerika-Tournee des „Israel Symphony-Orchestera“ Mit einer geistigen Frische und körperlichen Elastizität, als ob er soeben von einer ausgiebigen Erholungsreise und nicht von einer an streng ndtiee Tournee, die den 76jährigen nach England, Frankreich, Belgien, Italien, Israel und vorher nach Brasilien und Cuba geführt hat, am selben Morgen im Flugzeug aus London zurückgekehrt wäre, unterhielt sich Serge Koussevitzky in seinen Räumen im Savov Plaza Hotel mit den Kritikern der New Yorker Zeitungen und Musikzeitschriften. Er hatte zum ersten Mal nach 22 Jahren Paris, und nach 30 Jahren Rom wiedergesehen. Ueberall, wo er in europäischen Ländern dirigierte, war er überwältigt von dem Enthusiasmus, mit dem die Bevölkerung auf die Musik reagierte. Die furchtbaren Erfahrungen des Krieges haben, wie er immer wieder konstatieren konnte, das Verlangen nach guter Musik in einem ungeheuren Maße gesteigert. Aber nirgends hat Koussewitzky ein so intensives, von der ganzen Bevölkerung getragenes Musikleben gefunden wie in Israel : ,,Fiir jeden, ganz gleich welchen Berufs und welchen Alters, bedeutet die Musik, und im besonderen die vom ..Israel Symphony Orchestra“ gebotene, einen wichtigen Teil des inneren Lebens. Selbst jeder Arbeiter, er mag tagsüber im Straßenbau oder sonstwo in härtester körperlicher Beschäftigung seinen Unterhalt verdienen, nimmt an der Musikpflege teil. Ich wurde auf meinen Wegen von ihnen angesprochen und in gebildeter Form nach irgendwelchen Einzelhel'en gefragt, aus denen ich ihr Verständnis und ihre Liebe zur Musik erkennen konnte. Das Orchester kann sich ganz besonders in der außergewöhnlich guten Gruppe der I. Violinen den besten an die Seite stellen. Es ist kein Wunder, daß diese Streichergruppe so überragend ist: sie enthält viele aus den verschiedensten Ländern vertriebenen Konzertmeister der großen europäischen Orchester.“ ,,Ich dirigierte das Orchester in 16 Konzerten in Tel Aviv, Haifa, Jerusalem und anderen Orten mit zwei verschiedenen Programmen, und überall war die gleiche Begeisterung. Das Land ist gewiß arm an materiellen Mitteln, aber es ist unendlich reich in seinem geistigen Leben. Der kulturelle Standard ist schon jetzt sehr hoch.“ * Die Arbeit mit dem Orchester hat Koussevitzky so tief befriedigt, daß er sich bereit erklärt hat, die Tournee durch Amerika, die im Januar beginnen wird, zusammen mit „seinem früheren Schüler und jetzigen liehen Freund und Kollegen“ Leonard Bernstein und wenigen Gastdirigenten zu übernehmen. Es sind 60 Konzerte in allen Teilen des Landes vorgesehen, von denen bereits 35, in verschiedenen Städten sogar mehr als eines, kontraktlich gesichert sind. Es wird bei dieser Tournee nicht bleiben. Koussevitzky erklärt vielmehr: „Von zwölf Monaten werde ich in den kommenden Jahren einen, diesmal den Oktober, in Israel verbringen. In ihm werde ich das Programm der Tournee vorbereifen. Auch die Idee eines „Tanglewood von Israel“ mag dabei zur Realisation kommen, Als den Ort solcher Festspiele kann ich mir nur Jerusalem denken. Ich bin sicher, zu solchen Aufführungen wird sich die ganze musikalische Welt einfinden. Die Atmosphäre des ganzen Landes übt einen ungeheuren Reiz aus : man fühlt sich allen Epochen vom Altertum his zur Gegenwart nahe, wie an keinem anderen Platz der Welt; nicht einmal Rom mit seinen verschiedenen Kulturstufeif gibt diese Sensation so stark wie Israel,“ Auf die Frage nach der musikalischen Produktion des Landes gibt Koussevitzky eine zurückhaltende Antwort : „Ich sah verschiedene Partituren. Ich habe aber im allgemeinen den Eindruck, daß man jetzt noch nicht große, originelle schöpferische Leistungen erwarten kann. Die Verbindung des Menschen mit dem Lande ist zu jung, um jetzt schon in der künstlerischen Vision realisiert zu werden. Aber die Zukunft wird gewiß auch in der künstlerischen Arbeit das Ungewöhnliche bringen. Die jungen Menschen des Landes erscheinen seelisch so rein, sie sind so intelligent und energiegeladen, daß man große Erwartungen nach jeder Richtung haben kann.“ Obgleich die Regierung ein Uebermaß an Verpflichtungen jeder erdenklichen materiellen Art hat, stützt sie das 94 Musiker umfassende Orchester — wie andere kulturelle Institutionen — in hohem Maße. Gemäß den in der Konferenz gemachten Angaben trägt die israelische Regierung 13 bis 14.000 Dollar zu dem etwas 450.000 Dollar betragenden Budget bei. Rund 90.000 Dollar kommen aus dem „American Fund for Israel Institutions“ und der große Rest w'ird aus Eintrittsgeldern und privaten Mitteln israelischer Bürger gedeckt. Herr Utcbetb liuct BiUfnOHft und Frau Auyuste uw* werden in ihrem eigensten Interesse und zwar zur Wahrung von vermögensrechtlichen Ansprüchen ersucht sich in der Kanzlei des Herrn Dr. Wilhelm Popper, Rechtsanwalt, Wien I., Tiefer Graben 19 Telephon U 27 015 zu melden. WOLLE UND GARNE größte Auswahl ADOLF BOMZE V, Reinprechtsdorferstraße 48 XX, Wallensteinstraße 17 Telephon A 32 0 08 Heinrich STEIN Wien IVf FavoritensfraBe 24 Telephon: U 49 0 64 ERZEUGNISSE: Selbstroller Rollvorhänge Verdunkelungen Bretterjalousien Holzrollbalken Durchsichtige Schaufensterrollos Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Zionistischer Landesverband In Österreich, Wien IX., Universltätsstrafle 4/4. Redigiert von einem Redaktionskollegium. Redakteur: Rudolf Stappler, Wien III., Weyrgasse b Druck: Donaustadt, Wien II.. Max Winterplatz 5. Telephon R 47 0 30 „Jüdische Ärzte“ werden nach Israel gesucht Interessenten möchten sich schriftlich mit Einsendung ihres Curriculum Vitae und Angabe ihrer Adresse beim Zentralpalestinaamt Oesterreich, Medizinische Abteilung Dr* Engel IX., Frankgasse 2 melden.“ WIENER ALLIANZ VERSICHERUNGS-AKTIENGESELLSCHAFT Zusammenschluß von: Allgem. Vers.-Ges. Phönix, gegr. 1860 Wiener Vers.-Ges. (1881) Providentia, allg. Vers.-Ges. (1808) ZENTRALE derzeit: Wien I, Riemergasse 4, R 23540 FILIALDIREKTIONEN FÜR WIEN u. NIED. ÖST.: Wien I, Dominikanerbastei 19, R 28 030, R 23023 WEITERE FILI ALDIREKTIONEN IN: Linz Salzburg — Graz — Klagenfurf — Innsbruck Alle Ver sic h er un g sz wei g e Die Schekelaktion 1950 Die Verbreitung des Schekels als Auftakt zum Zionistischen Kongreß wird gegenwärtig auf annähernd 2,000.000 geschätzt, wie anläßlich einer Sitzung des Organisations-Komitees der zionistischen Weltbewegung, die in Jerusalem stattfand, bekanntgegeben wurde. Es wird angenommen, daß die Gesamtzahl der Schekelankäufe in den U. S. A. gegenüber den vergangenen Jahren ein leichtes Absinken erfahren wird. In Israel hofft man, die Verbreitung des Schekels auf 450,000 Exemplare steigern zu können. Zur vorbereitenden Organisationsarbeit im Zusammenhang mit der Schekel-Aktion zum kommenden zionistischen Kongreß haben sich fünf Schlichim im Namen der Organisationsabteilung der zionistischen Weltbewegung nach Europa und nach Afrika begeben („Haarez“) * * * Zum Mif’al Haschekel in Oesterreich schreibt M. Ischon im „Hazofeh“ : Bezüglich der Notwendigkeit, den Schekel in Oesterreich zu verbreiten, gibt es keine Meinungsverschiedenheiten.