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Die Stimme · 1950-07-26 · Heft 39 (26.7.1950) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
1950
Issue
Heft 39 (26.7.1950)
Date
1950-07-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 39 CDie Stimme Seite 3 Berichtigung Gemäß der §§ 23 und 24 des Pressegesetzes sind wir verpflichtet, nachstehende Berichtigung der Israelitischen Kulfusgemeindc Wien zu veröffentlichen : ,,Es ist unwahr, daß sich 600Pfändungen für Kultussteuer im Büro des Steucrreferenfen der Israelitischen Kultusgemeinde Wien türmen. Wahr ist, daß die Israelitische Kulfusgemeinde Wien lediglich 4 Exekutionsanträge zur Elinbringung von Kultussteuern gestellt hat. Es ist unwahr, daß befürsorgte Mitglieder der Kultusgemeinde mit Kultussteuer bedrängt werden. Wahr ist, daß bei keiner einzigen hefiirsorgten Person Kultussteuer eingehoben wird. Es ist unwahr, daß man aus Verschulden der führenden Faktoren in der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, in den brennenden Fragen der Wiedergutmachung und Wohnungsrückstellungen nicht um einen Schritt vorwärts gekommen ist. Wahr ist. daß die Israelitische Kultusgemeinde Wien, durch Eingaben an Regierungsstellen, Vorsprachen bei Mitgliedern der Bundesregierung und führenden Persönlichkeiten der politischen Parteien alles im Bereich ihrer Möglichkeiten liegende getan hat und tut, um in Wiedergutmachungsfragen, so insbesondere Erlassung des Gesetzes über Rückstellung von Bestandrechten, des Restitutionsfondgesotzes und des 2. RücksteMungsanspruchsgesetzes sowie Abwehr einer Verschlechterung des 3. Rückstellungsgesefzes, Erfolge für die jüdischen Interessen zu erzielen. Es ist unwahr, daß die Israelitische Kidfuseemeinde Wien, vor 1938 keinen größeren Apparat als heute beanspruchte. Wahr ist, daß vor 1938 die^Kultusgetreinde 350 Angestellte beschäftigte, während die Zahl der heute Beschäftigten 267 beträgt, wobei das Spital und Altersheim der Kultusgemeinde ohne Rücksicht auf die Zahl der Patur.ten bezw .Insassen, eine konstante Mindestzahl von Angestellten beschäftigen muß.“ * Unser verantwortlicher Redakteur wurde von der Anklage, die Veröffentlichung der von der Israelitischen Kiul'iusgemeindie Wien verlangten Berichtigung grundlos verweigert zu haben, in zwei voneinander unabhängigen Verhandlungen, welche am 4. und am 18. Juli 1950 stattgefunden haben, freugesprochen. In beiden Fällen verantwortete sich unser Redakteur, der ohne Rechtsanwalt zu den Verhandlungen erschien, daß die Veröffentlichung deshalb nicht erschien, weil die Mitteilungen der Zeitung in Bezug auf die Kultusgemeinde der Wahrheit entsprechen. Nach dem Pressegesetz ist aber jede Zeitung verpflichtet, Tatsachenberichtigungen zu veröffentlichen, gleichgültig ob sie der Wahrheit entsprechen. In beiden Verhandlungen wurden vom Gericht Teile der geforderten Berichtigungen der Israelitischen Kultusgen "ein de, welche von Dr. Schenk und Dr. A. Ehrenhaft vertreten war, gestrichen. Unser Redakteur wurde freigesprochen und die Kosten der hei den Gerichtsverfahren hatte die Kultusgcmeinde als Klägerin zu tragen. Wellpappe-, Kartonagen-, Büroartikel-Fabriken und Druckereien mOCKSMANN&SÖHNE Wien XVII., Beheimgasse 77 A 29 2 27 A 28 0 29 0C4- (Skymaatar) Plugzauge^^^H 44 kamfsrtable PIMtie? erstklassig« Verpflegung Crprobte Besatzung ‘ X BUCHUNSEN: Alle Reisebiireaui DIREKTE FLUGLINIE WIEN-ISRAEL WÖCHENTLICH JEDEN DIENSTAG WIEN-TELAVIV ABFLUG AB WIEN DIENSTAG 18.50 UHR ANKUNFT TEL AVIV MITTWOCH 7.40 UHR ERSTKLASSIGE VERPFLEGUNG (KOSHER) BUCHUNGEN IN ALLEN REISEBÜROS INFORMATIONEN: EL AL ISRAEL NATIONAL AIRLINES LTD. WIEN l„ FICHTEGASSE 5 TELEPHON R 271 16, R 271 26 Mack Israel mit Jstaels Tlugzeugen! 30 j&Uce. lUce.n Haie&sod Am 2. Tamus 5710 war es 30 Jahre her, da Weizmann gemeinsam mit Schtrarjahu I.ewin und Ussischkin,unterstützt von Bialik, Leib Jaffe, Berthold Feiwel und Kurt Blumenfcld den Keren Hajessod - Aufbaufonds begründete. Dieser Aufbaufonds, der im Gegensatz zum Keren Kayemefh die Reichen des jüdischen Volkes erfassen wollte und mit Recht glaubte, daß, so unschätzbar die Groschen der breiter Massen seien, sic doch nicht genügen, um den Weg für eine Massenaliiah im selbständigen Staat zu bahnen. Dieser Keren Hajessod wußte, daß das Privatkapital niemals Landstraßen anlegen würde, kollektive langfristige Anleihen geben könne, dieser Fonds versuchte Sümpfe zu trocknen, Landstraßen zu pflastern, Häuser zu bauen, Siedlungen und mit ihnen zugleich den Schutz für diese zu errichten. Steuern konnte das jüdische Volk in der Welt nicht erheben und mit den Steuern der in Israel ansässigen Menschen konnten die Aufgaben nicht bewältigt werden. So mußte der Keren Hajessod diese Aufgabe, zuerst sogar gegen den Widerstand der eigenen zionistischen Reihen, übernehmen. Den Zionisten vor 30 Jahren, an ihrer Spitze Lilienblum, schien es unmöglich, die reichen Juden füi diese dringende Aufgabe zu gewinnen. Die Armen würden cs sein, die mit ihren Groschen in der Keren - Kayemeth Büchse den Boden erwerben w ürden, und diese neue Aufgabe würde trotz des Einsatzes von Weizmann an der Spitze nicht gelingen. Doch Weizmann ließ sich nicht von diesen vernünftigen und für lange Zeit leider wirklich geltenden Ansichten abbringen. Von Stadt zu Stadt in Nordamerika, in Südafrika und in aFe großen Städte Englands und Deutschlands fuhr er selbst in den Jahren von 1920—1933. Nicht nur um Geld aufzubringen, sondern auch um durch das Instrument des Keren Hajessod der Welfjudenheit von der zionistischen Bew egung und ihrem Aufbauwerk in EREZ-ISRAEL zu erzählen. Nicht nur die Grundlagen für die landwirtschaftliche Kolonisation konnte der Keren Hajessod legen, sondern auch manche kleinere Stadt und wirtschaftliche Institutionen verdanken dem Keren Hajessod ihre Existenz. Die Elektrizitäts- und die Pottashgesellschaft wurden durch den Keren Hajessod mitbegründet. An dem Aufbau der hebräischen Universität und der Errichtung anderer kultureller und erzieherischer Institutionen nahm der Keren Hajessod teil. Immer war es der Keren Hajessod, der die Initiative auf sich nahm und damit die erste, oft gewagteste Verantwortung. Wie haben sich die Zeiten geändert, als der Streit um das 2 Millionen Pfund Budget ging, und die Amerikaner erklärten, daß sie nur die Garantie für 100.000 Pfund auf sich nehmen könnten. Der letzte Rechenschaftsbericht erzählt uns, daß der Keren Hajessod vom Mai 1948 bis Ende Februar 1949 durch die Jewish Agency 70 Millionen Pfund investierte. Während der Zeit von 1920 — 1939 gelang es 30 Millionen Pfund aufzubringen, die für die Einwanderung, Landwirtschaft und Sicherheit des Tandes verwendet wurden. In den letzten 2 Jahren gab der Keren Hajessod für die Arbeit der Jugendalijah 5 Millionen Pfund und zum Erziehungsbudget trug er iin letzten Jahr 1 (Million Pfund bei. Eine Generation hat ihr Werk im Keren Hajessod vollbracht, doch die Aufgabe wächst täglich von Neuem. So ist es unser Wunsch, daß1 der Keren -Haiessod Menschen finden möge, die sich mit der gleichen Intensität und demselben Enthusiasmus wie Weizmann und seine zum größten Teil leider schon verstorbenen Freunde, dieser unendlich schw ierigen und doch um jeden Preis zu leistenden Arbeit widmen. Shoshana Rosenberg

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