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Die Stimme · 1950-07-26 · Heft 39 (26.7.1950) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1950
Issue
Heft 39 (26.7.1950)
Date
1950-07-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 ^Die <Stimme Nr. 39 Berichtigung Gemäß der <80 21 und 24 des Pressegesetzes sind wir verpflichtet, nachstehende Berichtigung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien zu veröffentlichen : „Es ist unwahr, daß die Israelitische Kultusgemeinde Wien jährlich Millionen Schilling, welche durch das American Joint Distribution C ommittee zur Verfügung gestellt werden, verschluckt. Wahr ist vielmehr, daß die durch das American Joint Distribution Committee der Israelitischen Kultusgemeinde Wien zur Verfügung gestellten Beträge unter strengster Kontrolle der genannten amerikanischen Institution und der statutarischen Organe der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gewissenhaft nach wirtschaftlichen und sozialen Grundsätzen verwendet werden. Es ist unwahr, daß die Machtfaktoren in der Finanzkommission der Israelitischen Kultusgemeinde W ien ihre Funktion nach ihrer persönlichen Einstellung ausüben. Wahr ist : Die Mitglieder der Finanzkommission üben ihre Funktionen nicht nach ihrer persönlichen Einstellung, sondern objektiv in Zusammenarbeit und unter Kontrolle seitens der statutarischen Organe der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Präsidium, Vertreterkollegium und Kultusvorstand, aus. Es ist unwahr, daß der Referent für Steuerbemessungen nur am Dienstag von 3 5 Uhr amtiert. Wahr ist, daß dieser Referent Sprechstunden am Dienstag und Donnerstag und weit über die vorgerehenen zwei Stunden hinaus abhält. Es ist unwahr, daß bei der Behandlung von Steuerzensiten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien eine Protektionswirtschaft besteht, daß Leute, die „Verbindungen“ haben, eir.en Vorzug genießen, daß die Kultussteuerbemessung willkürlich gehandhabt wird und daß kleine Beamte mit 200 Schilling für das Jahr besteuert werden, während große Geschäfts’eute es sich’s zu „richten“ wissen. Wahr ist, daß bei der Behandlung von Steuerzensiten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien keine Protektionsw irtschaft herrscht, daß Leute, die Verbindungen haben, keinen Vorzug genießen, daß die Kultussteuerbemessung nicht willkürlich gehandhabt wird, daß kleine Beamte nicht mit 200 Schilling für das Jahr besteuert werden und große Geschäftsleute sich’s nicht zu „richten“ wissen, sondern daß die Steuerbemessung lediglich nach sachlichen Gesichtspunkten auf Grund der Ueberprüfung aller maßgebenden Umstände erfolgt und daß kleine Beamte nach der Höhe des in ihrem Lohn- oder Gehaltsstreifen ausgewiesenen Einkommen besteuert werden, w obei die sonstigen individuellen Verhältnisse berücksichtigt werden. Es ist unwahr, daß ein der Wochenschrift „Die Stimme“ gut bekannter Beamter mit seiner Familie aus einem Heim der Israelitischen Kultusgemeinde Wien delogiert wurde. Wahr ist, daß der betreffende Beamte nicht delogiert wurde, sondern daß er das von ihm und seiner Familie unentgeltlich durch mehr als 3 Jahre in einem Heim der Israelitischen Kultusgemeinde Wien bewohnte Zimmer über Einschreiten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien heim Keren Kajemeth freiwillig geräumt hat.“ Central-CfCotel Warm- und Kaltwasser, Zentralheizung Wien II, Taborstraße 8a Telephon R 450 28, R 44 573 Meeting der Arbeiterräte der Industriearbeiter Errichtung eines neuen Werkes zur . _ von Gebrauchsölen Die Arbeiterräte der Industriearbeiter Israels trafen kürzlich in Tel-Avlv zusammen, um den Bericht der Delegation entgegenzunehmen, die zum Studium moderner Arbeitsmethoden und Produktionsprozesse in den verschiedenen Industriezweigen nach den Vereinigten .Staaten entsandt worden waren. Der Regierungschef erklärte anläßlich des Meetings : „Es ist möglich, daß wir schon in der nahen Zukunft gezwungen sein werden, unse e Ersparungsmaßnahmen zu verschärfen. So lange wir noch von ausländischen Lebensmitteln und Rohmaterialien abhängig sind, und solange unsere Produktion nicht mehr als 12"" unserer Importe deckt, sind wir gezwungen e:n System striktester Sparsamkeit, ein System der Beschränkung der Importe auf das Allernotw endigstc, durchzusetzen. Drei Ziele sind es, die sich der Staat Israel auf wirtschaftlichem Gebiete zü stellen hat : Sicherung der Aufnahmebereitschaft des Landes für die Masseneinwanderung, wirtschaftliche Unabhängigkeit und einen anständigen und auch ansteigenden — Lebensstandard. Diese Zie’e können wir nicht allein durch Sparmaßnahmen erreichen, sondern vor allen Dingen durch eine Verbrel'erung unserer Produktionsbasis, die nicht nur der Befriedigung unserer eigenen Bedürfnisse, sondern auch einem steigenden Exporthandel zu dienen hat. Unsere wirtschaftliche Existenz hängt von unserer Produktionsfähigkeit ab. Der Versorgungsminister, der auch für das staatliche Ersparungsprogramm verantwortlich ist, erklärte : Wir werden nicht umhin können, gewisse Industrien zu zwingen, ausschließlich für den Export zu arbeiten. Arbeiten zur Staatsverfassung Israels Parlament, die Knesset, hat sich mit 50 gegen 38 Stimmen dafür entschieden, eine Staats vor Fassung nur im Weg der Evolution über eine vorläufig nicht festgelegte Periode hin anzubahnen. Der Beschluß besagt, daß die Verfassung nur dergestalt entstehen soll, daß Artikel nach Artikel beraten werden und jeder von ihnen in sich selbst ein Grundgesetz darstellen soll. Jeder Verfassungsartikel soll vor die Knesset gebracht werden, sobald der Verfassungsausschuß sein Werk vollendet hat, und alle Artikel zusammen sollen dann Israels Staatsverfassung bilden. Konstruktive Olim-Fürsorge Mit der Vergrößerung des Alija- Stroms wuchs auch die Zahl derjenigen Neueinwanderer, die ohne berufliche Vorbildung ins Land kamen. Das Fürsorgeministerium hat daher im November 1949 Werkstätten für Neueinwanderer eröffnet, in denen sie konstruktive Berufe erlernen und ausiiben können .Diese Betriebe wurrden trotz mannigfacher Schwierigkeiten eröffnet, wie z. ß. Beschaffung angemessener Wohn- und Arbeitsräume, Rohstoffe, Lehrer, Vermarktung, usw. Das Fürsorgeministerium beabsichtigt die Einrichtung w'eiterer Werkstätten und Kleinindustrien, u. a. Jasmin- Anbau für kosmetische Zwecke, Erzeugung von Hüten, Schuhen und Körbchen aus Stroh, Matten, Besen usw. In Ludd wurden Werkstätten für die Erzeugung von Brot-, Blumen-und Flaschenkörben eröffnet, in denen 20 Personen beschäftigt sind. Aehnliche Werkstätten wurden auch in Jaffa (Nussah) und Tel Chanan geschaffen. In der Jaffaer Werkstätte arbeiten 30 Personen, außerdem werden einige Frauen im Verpacken ausgebildet; ein ähnlicher Kurs wird in Jehudije eröffnet. In einer Jaffaer Nähstube sind sieben Frauen beschäftigt, die Kleider für Geschäfte und Institutionen nähen. Eine andere Nähsfube (in Bne Berak) beschäftigt elf Frauen. Außerdem wird in Safed ein Strickkurs abgehalten. Sollte unser Appell nicht gehört werden, werden wir uns gezwungen sehen, diesen Industrien die Zufuhr von Rohstoffen abzuschneiden. Die Landwirtschaft macht große Anstrengungen es werden jedoch noch Jahre vergehen, bis wir auch nur die Hälfte unserer Bedürfnisse an landwirtschaftlichen Produkten aus unserer eigenen Erzeugung decken können. Fis muß uns gelingen, auch für den Export zu produzieren. Der Finanzminister erklärte : Wir tun alles, um den Export zu heben. Unser Ziel ist es, den Export von Industriegütern auf 5,000.000 israelische Pfunde zu erhöhen. Allein aus den Nationalen Fonds werden wir den Jischuw nicht als werktätiges Gemeinwesen am Leben erhalten können. Die Bildung von Produktionsräten muß beschleunigt werden. Es muß dafür gesorgt werden, daß die festgelegten Arbeitsnormen nicht zu bloßen Fiktionen werden. Die Produktion muß unbedingt eine Steigerung erfahren. Der Arbeitsminister gab dem Notruf der Neueinwanderer in den Einwandererlagern Ausdruck, deren dringlichste Sorge es sei, vor allen Dingen erst einmal ein Dach über dem Kopf zubesitzen. In der allernächsten Zukunft wird inlodda ein neues Werk zur Raffinierung von Gebrauchsölen errichtet werden. Das Werk soll Anfang 1951 anlaufen. Die Erbauer gehören einer britischen Aktiengesellschaft an, die bereits über 3 Fabriken dieser Art in England verfüg1!. Ferner ist jüdisches Kapital aus .Südafrika an den Unternehmen beteiligt. Die Maschinen und das erforderliche Anlaufskapital wird aus England nach Israel gebracht werden. Die Errichtung des Werkes ist vor allem der Initiative der Sochnuf zu danken. or«r Cafe — Bar — Tanz Wien IX., Porzellangasse 39 Tel. R 52 405 Stehen wir vor einer Einschränkung der Alijah? W'ie verlautet, haben in einer Sitzung des gemeinsamen Co-Ordinating Board der Jewish Agency und der Regierung die Vertreter beider erklärt, daß die Regierung und die Agency aus finanziellen Gründen sich gezwungen sehen würden, die Einwanderung auf 12.500 Personen monatlich zu beschränken. Nur die amerikanischen Juden haben es in der Hand, diese Einwanderungsbeschränkung noch in letzter Stunde zu verhüten. Anmeldung von. „ ‘ . für die USA-Zone in " .Schadenersatzansprüche für Schäden am Leben, an Körper und Gesundheit, sowie für Entziehung der Freiheit auf Grund der Anordnungen der nationalsozialistischen Machthaber, können auf Grund des Wiedergutmachungsgesetzes für dte amerikanische Zone Deutschlands geltend gemacht werden. Zur U ebernah nie der Anmeldungen ist ausschließlich das Internationale Komitee für jüdische KZler und Flüchtlinge, Wien XVIII., Währingergürtel 97, berechtigt, wo auch die amtlichen Anmeldebögen und alle näheren Informationen erhältlich sind. Spaltung in der revisionistischen Partei Die Exekutive der Vereinigten Gruppe der Gheruth- und Revisionistischen Partei, hat Meir Grossmann, einen der Gründer der Revisionlsten-Zionisten, aus der Bewegung ausgeschlossen. In der entsprechenden Mitteilung heißt es, daß Meir Grossmann aufgehört habe, die Partei in der Exekutive der Jewish Agency zu vertreten. Demzufolge wurde er aufgefordert, seinen Posten in der Jewish Agency niederzulegen und einem Vertreter der Ceruth-Revisionisten-Gruppen den Platz zu räumen. Die britischen Revisionisten sowie eine Konferenz der revisionistischen Organisation Brith Hatzoha r in Paris haben beschlossen, Großmann in seinem Streit mit der (’heruth-Partei zu unterstützen. Grossmcinn selber befindet sich zur Zeit im Auslande; er ist auf dem Wege nach Südamerika, um dort für den United Jewish Appeal zu sprechen. Die Tageszeitung „Davar“ nimmt hiezu folgende Stellung : Der „Joint“ kann in der nächsten Zeit sich nicht mehr in demselben Umfange wie früher an der Finanzierung der Reise der Olim nach Israel beteiligen; er wird in Zukunft nur für 12.000 Neueinwanderer monatlich die Kosten tragen können. Bekanntlich finanziert nicht der „Joint“ allein die Olim-Reisen, sondern auch im Budget der Jewish Agency gibt es für diesen Zweck einen Paragarphen. Doch der Hauptträger der Transportkosten war stets die Gesellschaft Joint und es ist alles andere als erfreulich, daß sie es jetzt als notwendig erachtet, ihre Beiträge für diesen Zweck einzuschränken. Die Schwierigkeiten, die sich bei den Aktionen des United Jewish Appeal in Amerika bemerkbar machten, finden nicht nur In dem Finanzgebaren der Jewish Agency ihren Ausdruck, sondern auch in der Arbeit der anderen, am „Appeal“ Beteiligten, den amerikanisch-jüdischen philanfropischen Gesellschaften und dem Joint. Uns will scheinen, daß sowohl Sochnuth wie auch Joint in dieser historischen Epoche von der üblichen Routine abweichen, neue Wege finden und eine neue Haltung gegenüber den brennenden Fragen der Gegenwart, und insbesondere der Alijah und des Olim-Transportes, einnehmen müssen ... DEGOS Wien I., Wipplingerstraße 1 Telephon U 29274, U 29258, U 211 32 U 20477 Textilien in reicher Auswahl 075293 574621 01020201020100010201020100

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