Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1950
- Issue
- Heft 38 (20.6.1950)
- Date
- 1950-06-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 38 (Die Stimme Seite 3 Allgemein-Zionistische Siedlung TalmeiYAFFE (YAFFE’S FURCHEN) - AuOenposten im NiGEV Fast jeder Tag i>ri11 ^t dir Frriclilung einer neuen Siedlung in Israel, doch TALMF1 \ AFFL. der jüngste der Außeiiposlen an der Grenze, ist besonders hervor/,ulielien. niebt mir wegen des Charakters seiner Gründer und Siedler, jungen Menschen zwischen 17 und 21 Jahren, die schon Veteranen der l ntergrundbewegung in Kuropa sind und aus den Anhaltelagcrn in Gypern stammen und den Krieg Israels um seine Knahhängigkeit mitgemaeht haben, sondern auch wegen des Namens, den diese Siedlung verewigt. * KEN! YAKFE. Sprecher und Säuger von Zion, hat Furchen in die Nerzen von zwei Generationen der jüdischen Jugend im weiten Reich der Diaspora gezogen. In Grodno, im Jahre 1876 geboren, wurde sein glühendes Naturell '‘schon frühzeitig von 0er Ilibat Zion-Bewegung angezogen und er nahm am ersten Zionistischen Kongreß in Basel teil. Durch viele Jahre rang er mit der Aufgabe, die jüdischen Gemeinden in Litauen und Rußland für die nationale Wiedererweckung des jüdischen Staates aufzurütteln eine Aufgabe, die oft undankbar und vergeblich erschien, im Laufe der Jahre jedoch ihre Früchte trug. Bald nach dem ersten Weltkrieg kam Yaffe nach Palästina, um seine Lehre in die Wirklichkeit umzusetzeu. Aber er hat sein Werk zu gut getan und seine Begabung der Aufklärung und Ueberzeugung wurden dem Keren Hayesod nutzbar gemacht. Immer wieder wurde er in die jüdischen Gemeinden nach Europa,) ^Kanada (und Südamerika entsandt, um die Botschaft des im Entstehen begriffenen jüdischen Staates zu überbringen und das Nationalbewußtsein des Weltjudentums aufzurütteln. Sogar nach seiner Ernennung zum Direktor des Aufbaufonds (Keren Hayesod) im Jahre 1926 setzte er seine unaufhörlichen Reisen für die Sache Israels fort, gewann Zehntausende, die sich von der jüdischen Herde entfernt hatten und. iihte seinen Einfluß auf eine große* Anzahl von Nichtjuden aus. deren Freundschaft sieh später als unschätzbar erwies. * Niehl umsonst begannen, als die Stunde geschlagen halte, viele tausende jüdischer junger Menschen nach dem neuerstandenen Israel zu strömen, um ihr Anteil au seiner Befreiung zu nehmen. Die Kraft, die sie trieb, hatte ihre Wurzeln im Abgesandten Leih Yaffe. der durch zwei Generationen bemüht gewesen war. den Boden liir ihre Rückkehr vorzuhereilen. Die Wurzeln, auf die sie trafen, lagen tiefer, als sie es wußten und viele von jenen, die gekommen waren, um das Land zunächst gegen seine menschlichen Feinde und dann gegen die Kräfte der Natur zu verteidigen, mögen nicht einmal die Namen jener gewußt haben, die* ihnen die Straße gewiesen hallen, der sie nun folgten. Die hundert Mitglieder von Talmai Yaffe sind nicht unter diesen. Sie haben voll Stolz den Namen ihres großen Führers für ihre neue Siedlung augenommen. Trotz ihrer Jugend sind sie durch eine harte Schule gegangen. Die meisten von ihnen stammen aus Rumänien, die anderen aus Polen. Kaum aus dem Kindesalter heraus, hatten sie geholfen den ..Escape Expreß" (Fluch I-Exprcß) aus dem Naehkriegs-Europa zu organisieren und zu erhalten, durch welchen viele lausend#* Juden aus den Lagern gerettet und gegen Ende der feindlichen Mandalsregierung nach Israel gebracht worden sind. Ais die Reihe an sie selbst kam. bahnten sie sieh den Weg an die Küste ihres Landes. aber nur. um zuriickgeschlagen und in Gypern (‘ingekerkert zu werden. Manchen von ihnen gelang es, zu entkommen und Israel im frühen Zeitpunkte des arabischen Krieges zu erreichen. Die anderen wurden später befreit. Sie traten sofort der Verteidigungsarmee bei und nahmen an den Schlachten im Jordantal teil. Als die Kämpfe eingestellt wurden, verbrachten sie zwecks landwirtschaftlicher Schulung ein Jahr in Degania und dann bildeten sie eine Siedlungsgruppe. Es wurden ihnen 3000 Dunum fruchtbaren Landes im Süden Israels zugesprochen und nun zogen sie aus, um von ihrer neuen Heimat Besitz zu ergreifen. * Talmei Yaffe umfaßt einen Hügel, nur wenige Meilen von der Grenze, während des Krieges war es ein ägyptischer Maschinengewehrposten und die Oberfläche des Bodens trägt noch die Spuren von liefest igungen und Bunkern. Schon aber sind die Narben des Krieges mit grünem Gras und roten Anemonen überwachsen und die Weizenfelder der nächst liegenden Naehbarsiedluug Gvar-Am streichen fast an die neu errichteten Zäune der Siedlung. Am läge der Einweihung waren die sechs Holzhüt len der Siedlung mit Flaggen und Bannern geschmückt. Die vornehme Versammlung. einschließlich der Vertreter der Jewish Agency, des Knesset, des Keren Hayesod, Allgemein-Zionistische Führer und anderer nationaler Institutionen betrachteten liebevoll die tapferen jungen Gesichter der Siedler, die bereit waren, so rücksichtslos ihre zarten Körper der steinernen Wildnis entgegenzuwerfen. Die Versammlung war sich bewußt, daß sich ihnen bei ihrem Wiederkommen ein ganz anderes Bild bieten würde. Die Furchen in ihren Herzen werden Furchen in den Feldern geworden sein, die kleine Gruppe von Hütten und. der felsige Grund werden sieh zu einer weiteren Festung in der Kette der Grenzdörfer Israels verwandelt haben. Junge Olim in den Kibbuz! Nach einem Beschluß des Einordnungsamtes der Soehnulh werden sämtliche unverheirateten neuen Olim im Alter von 17 bis 35 Jahren, soweit sie z.u körperlicher Arbeit fähig sind, von nun an nicht mehr in die Olimheime kommen, sondern sofort nach ihrem Eintreffen aus dem Sammellager .,Schaar Haalija“, je nach ihrer freien Wahl in Kibbuzim oder in die Zeltlager gebracht werden, die das Einordnungsamt der Sochnuth nach einem gemeinsam mit dem Arbeitsministerium ausgearbeiteten Plan errichtet hat. Diese Zeltlager befinden sich vielerorts in den für die Landesaufschließung in Aussicht genommenen Teilen des Staates. Die Ahnfrau kommt Sechs Generationen ihrer Nachkommenschaft erwarteten die älteste Olah, die 106jährige Mirjam Löb, die auf der „Transsylvania“ ins Land kam. Wie sie erzählte, waren 16 von ihren 18 Söhnen von den Deutschen nach Auschwitz geschickt und dort vergast worden. Jetzt leben noch zwei ihrer Kinder, ein Sohn und eine Tochter, in den Vereinigten Staaten. Dutzende ihrer Enkel und Urenkel, die im Lande leben, hatten einen Familienrat gewählt, und abgeordnet, sie im Hafen zu empfangen. Sie schienen vergeblich zu warten. Die Ahne kam nicht vom Schiff. Schließlich fand man sie, ganz verängstigt, in einem Versteck auf dem Schiff. Vor ihrer Abfahrt hatten Rumänen ihr erzählt, daß die Juden in Israel nur junge, waffenfähige Menschen brauchen und eine so alte Frau wie sie deshalb hier ins Meer werfen würden. (!) Der Empfang im Hafen nahm ihr schließlich jede Furcht. Entweihung der Klagemauer Die Klagemauer ist ständiger und systematischer Entweihung ausgesetzt, erklärte Dr. Kahane, der Leiter des Religionsministerium, Presse - Vertretern in Jerusalem. Es sind Photos beim Religionsministerium eingegangen, die arabische Jugendliche beim Fußballspiel an diesem heiligsten Orte des Weltjudentums zeigt. Das Religionsministerium wird sich an die israelischen Vertreter der Waffenstillstands- Kommission wenden, um einen Protest bei den jordanischen Behörden in dieser Sache vorzulegen. Die Photographien werden demnächst im Beth Ha’Edud auf dem Zionsberge öffentlich ausgestellt werden. IMPORT/EXPORTGROSSHANDEL TELEGRAMMADRESSE: ALTMATEX, WIEN A TlLTMANN I & COMP. I GEGRÜNDET 1909 WIEN I, SALZGRIES 16 TELEPHON U 26-2-87, U 28-0-26 1 DAS FÜHRENDE WIENER GROSSHANDELSHAUS IN TEXTIL-, STRICK-, WEB- UND KURZWAREN, GALANTERIE- UND SPIELWAREN Jpassweg. WIRKWAREN UND WÄSCHE-ERZEUGUNG Tel. R 29-0-43 WIEN, I., Fleischmarkt 16 Postspurkasstn-Konto Nr. 30.937 Tel. R 29-0-44 ..«WSKt i mm i »u*\' * i * h 11 » '. * ÜH! Ehrung des zionistischen Führers LF/ß YAFFF Mr. M. Kol (Jewish Agency) hält seine Gedenkrede bei der Veröffentlichung der Siedlung Talmei Yaffe. Von links nach rechts: Dr. A. Granott, M. Kol, l. Gruenbaum. E. Berlin und Frau Leib Yaffe. Nf IA |K| I C T E |L| V Ermöglicht die Existenz und den Ausbau der einzigen Allgemein-Zionistischen Zeitung in mm IW Iw IJ I E IM I Österreich. Abonniert selbst und werbet bei Euren Freunden, uns. Zeitung zu abonnieren