Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1950-04-23 · Heft 35 (23.4.1950) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1950
Issue
Heft 35 (23.4.1950)
Date
1950-04-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2431292-2431325-2431327--0220-2431817
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 35 Ü.)ie Stimme Seite 5 Hoshe Kolf .\litgli«*«l «l«*r Exekutiv«' der Jewish Agency Wege zur Realisierung des Allgemeinen Zionismus seine eigenen Werte Ih*siI/1. Wir wol- (Forlselzimg von Nr. 31) Wir haben das Glück gehabt. die Krrieliliing unseres Staates zu erleben. Das Problem, das jetzt vor uns sieht, ist die Kealisienmg des Zionismus in dem bestehenden Staate. Dieses Ziel kann nur dureh eine vollständige Zu sainmenarbeil zwischen dem jüdischen Volk in der Gniuih und der Me dinalh Israel erreicht werden. Wir haben die erste Million iib(*rsehrillen und müssen in Kürzt“ die zweite Million erlassen. Die arabischen Staaten rüsten ständig auf: wir müssen unsere Kräfte verstärken, um ihnen die Lust zu einem Kevanehekricg zu nehmen. Die zweite Million wird ohne Geldmittel kommen, denn die -luden aus den arabischen Ländern haben kein Geld. Wie werden wir das Land entwickeln können? Woher werden wir die Ghaluzim nehmen, die -luden, die jetzt ankommen, haben keim' Ahnung von Ghaluziulh (Pionierarbeit; und man wird sie erst dazu erziehen müssen. Das nationale und private Kapital iimll konzentriert und zu Investitionen ermutigt werden. Die Zionisten sollen nicht glauben, daß man sieh begnügen kann, in einem oder dem anderen -lahr zu spenden. Der Prozeß des Aufbaues des Staates verpflichtet, zu unaufhörlichen Anstrengungen auf lan^e Jahre hinaus. Wir haben lestgesteHl, daß wir uns mit der Einwanderung aus den arabischen Ländern nicht begnügen können. Wir wollen auch die jüdische Jugend aus allen freien Ländern. Israel soll nicht eine Kopie der Länder des Mittleren Osten sein. Wir haben ein entsprechendes kulturelles Niveau zu bewahren und streben eine Alijah an, die uns helfen wird, die Olim des Mittleren Ostens zu erziehen. Wir müssen geistige Aufnahmszentreu schaffen. Wir sind nicht einverstanden mit der Theorie, die in Amerika propagiert wird: Wir Juden wollen jetzt nicht nach Israel, um nicht ..den Platz den -luden aus Algier wegztmehmen." Es ist genug Kaum für die Juden aus dem Mittleren Osten, aus den Vereinigten Staaten. Südamerika und Südafrika. Ausschließlich mit der Hilfe der nordafrikanischen Juden kann der Zionismus nicht realisiert werden. Die Juden aus Nordafrika kommen, weil wir sie brauchen und weil sie sich reiten müssen. Wir wollen die jüdische Jugend aus den reberseeländern, die nicht wegen ökonomischen Kedingungen oder Pogromen zu uns kommt, sondern die von dem positiven Willen getragen wird, sich an dem großen Verwirklichungsproz.eß des Zionismus zu beteiligen und damit den historischen Kund der Vereinigung aller 'Teile der jüdischen -lugend zu schließen, wir begnügen uns nicht mit einigen hundert Ghaluzim ans Amerika. Wir wollen (“ine Synthese von einer freien demokratischen Ordnung, von einem Volk, welches sieh in seinem I leimallande erneuert und welches Spielmann, Weiß & Co, 0. H. G. Textil-, Strick- und Wirkwaren Wien X, Favorltmtr.? 7, Tel. U 43-4-56 len das Reste aus anderen Ordnungen und Kegimen nehmen und diese positiven Werte mit unserem jüdischen Geist und unserer jüdischen Tradition verschmelzen. Die Medinalh Israel könnte nur eine Episode sein, wenn wir nicht im Lichte dieser großen Vision gehen. In unserer Geschichte gab es Epochen des Erwachens, welche nicht entsprechend ausgenütz! wurden. Nach den großen Siegen von Kar Kochba sind wir wieder zuriiekgefallen. Die Keslätigung der Kalfour-Deklaration hat uns eine gute Ghanee gegeben und Lloyd George hat damals zu Weizmann gesagt: ..Ich gebe Dir die Schlüssel zu Erez Israel, bringe gleich die .luden, wer weiß, was später sein wird." Weizmann hat das Volk aufgerufen. - aber die Juden sind nicht gekommen. Jetzt ist die Lage nicht weniger ernst; wir sind von Feinden umringt. Was berechtigt zur Gleichgültigkeit der jüdischen Jugend in den Ueberseeländern? Warum sollen wir nicht zu dieser Jugend gehen und sagen, daß sie* gegen sich selbst und das Volk sündigt, wenn sie nicht jetzt kommen und den Staat aufbauen, die Grenzen sichert und die Millionen Dunum, welche zu unserer Disposition stehen, erlösen. Wie können wir diese Gleichgültigkeit dulden? Keine andere Kewegung ist so berufen, das Erwachen mit einem größeren Erfolg zu fordern, als wir. die Pioniere des Allgemeinen Zionistischen Gedankens. Wir sind die Schlichim (Abgesandten) des Volkes. Wenn wir es nicht tun werden — eine andere Partei wird es nicht machen. Es war eine Zeit, welche die Allgemeine Zionistische Jugend versäumt hat. Jetzt ist uns die Möglichkeit gegeben. die ersten bei der Verwirklichung des Zionismus zu sein. Welche Generation hat das Glück gehabt, an dem Befreiungskampf unseres Volkes teilzunehmen? Vernachlässigen wir nicht dieses Moment, wer weiß, ob wir Gott behüte auch diesmal uns nicht verspäten. Wir wissen, daß die Weltlage jetzt sehr kompliziert, ist. Als Lord Peel und seine Kommission im Jahn1 11)37 den 'Teilungsplan veröffentlicht hat, gab es im zionistischen Lager große Meinungsverschiedenheiten, von für und wider. Ich habe mich damit nicht einverstanden erklären können, daß wir auf einen großen 'Teil des Landes verzichten sollen, beim Kongreß aber stimmte“ ich trotzdem für den Peel-Plan. Man fragte mich: ..Warum stimmst du für diesen Plan, wohin wird man die Menschen bringen? Das Land ist doch so klein." Ich habe meinen (Jiawerim geantwortet: ..Die Gewässer im Millelmecr werden stürmisch. wie Weizmann sich damals ausdrüekte, - wer weil.», ob nicht (*in Weltkrieg ausbriehl und der Nazismus zeitweilig siegen wird und wir die Möglichkeit haben werden, die europäischen .luden nach Erez zu bringen, wer weiß, ob wir es überhaupt dann noch erleben werden, daß sie ins Land kommen. Wir haben nur eine kurze Zeit. Das war 11)37. Jetzt; bclinden wir uns weltgeschichtlich in einer ähnlichen Luge. Die“ Gefahr eines drillen Weltkrieges ist natu*. Das Land Israel ist klein, aber immerhin größer als der Teilungsplan vom 31). November 11)47 und wir haben jetzt die Möglichkeit mehrere Hunderttausende zu konzentrieren und eine Einwohnerzahl von zwei Amerikanische Kogierungsbeamte in Washington gaben die Erklärung ab. daß sie ..gegenwärtig“ das Ersuchen Israels um Lieferung von schweren Waffen wie Tanks und Kanonen. ablehnen müssen. Es besteht aber vielleicht die ...Möglichkeit“, die Erlaubnis zu erhalten, leichte Waffen und einige Kampfflugzeuge zu erwerben. Dieser Beschluß wurde gemäß des Vorteidigungsministcriums deshalb gefaßt, da Amerika nicht über eine genügende Anzahl von schweren Waffen verfügt, um gleichzeitig Israels Bitte zu erfüllen und die notwendigen Waffenlieferungen an westeuropäische Staaten und ..Länder, die von der kommunistischen Gefahr bedroht sind“, durchzuführen. Vor drei Monaten hat die Legierung Israels an das Außenministerium in Washington das Ansuchen gerichtet. Waffen zu liefern, welche nur für Verleid! gungsz wecke und nicht für Angriffszwecke bestimmt sind. Israel verlangte IIuizer-Kanonen. Kanonen mittleren Kalibers. 'Tanks, sowie andere Waffen, welche entsprechend des 11il 1‘splalies an westeuropäische St aalen geliefert werden. Das amerikanische Außenministerium und das Verteidigungsministerium sind zu dem Entschluß gekommen, daß es für die amerikanische Außenpolitik derzeit wichtiger ist, die Waffen dieser 'Typen an die Staaten des Atlantikpaktes zu schicken. Bisher hatte die amerikanische Legierung gestattet, leichte Waf¬ oder sogar drei Millionen Juden zu erreichen. Ich wollt)*, daß ich mich irre, aber wer weiß, ob man später von den jüdischen Zentren, aus denen man jetzt noch auswandern kann, später wird auswandern können. Der Zionismus und das jüdische Volk »nässen wachsam sein. Die .Medinalh Israel hat ihr*- Feinde geschlagen. aber die arabischen Staaten rüsten sehr schnell und wir müssen uns in jeder Hinsicht stärken. Wir rufen die jüdische Jugend der ganzen Well auf. ins Land zu kommen und dort ihre und linsen“ Zukunft aufziibauen. Keine Kewegung kann es mit so reinem Gewissen und Selbstlosigkeit tun. wie wir. die 'Träger des Zionismus und Ghaluzismus. Nicht nur Kibuz Galujoih (Sammlung der Zerstreuten), sondern auch Mistig Galujoih (das Verschmelzen aller Einwanderer), im Sinne einer nationalen Erneuerung, erheben wir «lie Fahne des Allgemeinen Chaluzi- Nchen Zionismus und wir tragen sie stolz überall hin, wo jüdische Jugend h'bt, welche inan zur Alijah und zu einem integralen Leben in unserem Lande, im Lunde Israel erziehen soll. fen in einer gewissen Anzahl von privaten amerikanischen 'Rüstungsindustrien zu kaufen, mit der Bedingung, daß diese Waffen nur für Verteidigungszwecke verwendet werden. Nach offiziellen Kreisen ist der amerikanische Beschluß auf folgende Gründe basiert: 1. Israel hat die stärkste Armee im Mittleren Osten. 2. Kann nicht angenommen werden, daß Israel von den Arabern angegriffen werden wird. Wenn sogar England kleine Mengen von militärischer Ausstattung an Länder wie Irak, Transjordanien und Aegypten liefert, so ist entsprechend der Meinung des amerikanischen Außenministeriums dies nicht von besonderer Wichtigkeit, da diese Lieferungen für innere Siclierheitszwocke dienen. England ermutigt arabische Kriegshetzer Englands Ableimung. Waffen an Israel zu liefern, bedeutet einen neuen politischen (Schritt Großbritanniens ia der Politik des .Mittleren Ostens, welcher gleichzeitig die arabischen anti-israelischen Kreise ermutigt, sieh dem Frieden mit Israel enigegenzustellen. Dieser Schritt erweitert, wesentlich die Perspektive der Verständigung der beiden Staaten, an welche man nach der finanziellen Vereinbarung zwischen England und Israel geglaubt hat. Die anli-israelisclie Einstellung in der Antwort Englands bezüglich der Waffenlieferung kommt in den geradezu lächerlirhen 1 ’edingungen zum Ausdruck, welche sic' an Israel gestellt haben, welches zu jeder /.eil bereit ist, Frieden zu schließen, während an arabische Staaten, die Eriedensverhamlhmgen altlehnen, freie Waffenlieferungen fortgesetzt, werden. In einflußreichen Kreisen des LraelLrhen Außenministeriums w ird betont, daß das \ erhalten Englands von arabischen Kreisen als eine Ermutigung aufgennmmen werden wird, gegen jeden endgültigen Friedens Schluß Stellung zu nehmen mul an (“ine ..zweit)' Kunde" zu glauben. Der Sprecher des Außenministeriums macht England für die Konseiiiienz ihrer Politik gegen den Frieden im Mittleren Oslmi veranlwörtlich. FR. SCIMSCI1M 11. SCIK1ÄIP1M HOLZGROSSHANDLUNG HOLZEXPORT UND INTERNATIONALE HOLZAGENTUR TELEPHON :B 30-2-71 WIEN IV, LINKE WIENZEILE 4/2 Amerika verweigert Lieferung von Waffen nach Israel

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.