Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1950
- Issue
- Heft 35 (23.4.1950)
- Date
- 1950-04-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 iZ)/e Stimme Nr. 35 Ein Gebräisdier lUeltkongreh — das Gebot der Stunde Professor Josef Klausner: Kin Traum \mi mehr als \ der/.ig (imu ratimimi. iUmin mi-eien Jagen \\ irklichkeit w ird. hat zwei gewicht iev Erscheinungen im Leben Israels mit -ich umbracht: Pie Rückkehr hm- Golah-.lmlcnhcit nach Erex I •- rar i und die Wiedergeburt dt r hebräischen Sprache als Staatssprache. 1 >ie.-e beiden ErsGieinungen sind enu mileinander verknüpft. Sind es *I<k■ h nur dl) Jahre hei*, da der I hmker Ach.ad llaam die Rückkehr der Juden nur auf ..übernatürlichem Wege" sich denken kennte. I heses geschieht heute amf einem durchaus natürlichen Werre. 1 >ie jüdische (iesaiiithcvölkerung vieler Länder. atisäßig dort seit Jahrhunderien. wandert aus innerhalb weniger Metiate: ganze jiidisiJn' (iemeinden. die ver-treiit in Mutzenden von verschiedenen Staaten lebten, konxentricinn sich im Staate Israel, um ihr Lehen aufs neue aufzubauen: (iemeinden. verschieden voneinander in sozialer und politischer Stellungverschieden in Lel»eiisart und Kulturstufe. Urinier. Getrennt voneinander seit (lenerationen. einer dem anderen fremd und unbekannt. sind ins Land gekommen und wohnen nun beieinander in der Stadt, im Morf und im Kibbuz. Was kann sie binden und einen:' Früher einmal war es die1 Religion Israels.welche dioGoiiieiusehafl Israels einte. Loch verschieden sind die Religionsformen. als da sind die verschiedensten jüdischen (i emeinschaften: schwer und fremdartig mutet es Juden aus Yemen oder Afghanistan an. in einer Synagoge polnischer Juden oder in einer der Anhänge]- des MAMA zu beten. Was also soll diese verschiedenen und verschieden gearteten Gemeinschaften einen? Weiches ist das Bindeglied. das sie zu einem Volke im Staate Israel machen soll und zu einem Volke mit den Juden außerhalb dieses Staates? Gewiß wird die Antwort lauten: ein einheitliches Lrziehungssystem. Loch wes Herz blutet nicht angesichts des Sprachenbabels in den Wohnvierteln der Xeueinwanderer in .Jerusalem, in Jaffa oder in den evakuierten arabischen Mörfern? In all diesen Orten versteht kein Jude die Sprache seines Nachbars. Ls gibt Leute, die sich mit der Hoffnung trösten wollen, daß die Kinder dieser Linwanderer .-chon Ivrith sprechen worden. La.- ist schon möglich: doch ebenso gilt möglich ist es. daß Juden, die nicht: als selbst bewußt e (»lim ins Land gekommen sind, sondern notgedrungen aus der Golah geflüchtet. - sie selbst, ihre Kinder und Kindeskinder auch weiterhin die Sprache ihrer allen, früheren Heimat sprechen werden. Aber auch angenommen, daß die hebräi.-cho Schuhder kommenden Generation eine Linhei Is.-prache verleihen wird was soll aus der Jugend im Au.'lande werden? Menn kommen wird der Tag. flu die Idee der Rückkehr aller Juden verwirklicht werden wird gemäß den Worten der l’ro- Idielen und der I loffnung. die in unseren Gebeten zum Au-druck komm!. Moch nicht von heute auf morgen können Millionen von Men-chen iibersiedeln. na'-|idem ihr Leben -eit Genera- Honen tief verwurzelt in den Ländein ihier (lehurt war. Sind es doch nur eine .Million Juden, devorläufig im Staate Lrael leben, während in Amerika allein iilmr fünf Millionen wohnet!. Illid weilen- :-eehs .Millionen -ind ver.-treiil überall auf der Erdkugel. Menu nachdem Satan un-orer Zeit ochs Millionen Juden umgebracht hat. hat iiii' die \ or-cjiiing zwölf Millionen erhalte,,. Miese zwölf Millionen über Mutzenden von Ländern verstreut, mit er ver.-1 hiedeimriigen Kult urbedinguugi-n. ohiuji-gliclum inneren Lande und har jeder \ nrbereitung zu einer nennen - wert m nat iotmlmi Leben:-form -- Mdleii wir sie ihrem Schicksal und Zustand überlassen? Solch eine Hexiehung zur großen jüdischen Weltgeuwinschaft würde eine unverzeihliche Sünde sein. Solch eine Beziehung würde sich letzten Ende.- an \ olk und Staut Israel.- rächen. Mer Hebräische Welt verband hat dieses große und schwerwiegende Rro Idem viele Jahre vor der ( Mündung des Staate- Lrael erkannt. Mer Hebräische Woltverbniid hatte sich zum Ziele gesetzt. die jiidi.-ohen Gemeinschaften im Auslände durch hebräLohe Sprach- und Kulturbünde zu einen. Miese Hunde sind Gemeingut des gemimten jüdischen \ olkein Israel und außi-rhalb seiner Grenzen, ungeachtet der Gemeinde oder der Parteizugehörigkeit. Moch die Tatsache des Werkes zur Rückkehr der Juden nach dem Staate Israel und die (-norme Änderung in den Beziehungen zwischen Staat und Golah. die die Gründung des Staates mit .-ich gebracht hat. hat dieses große Problem vertieft und sie zur Entscheidungsfrage für Volk und Staat gemacht. Doch nunmehr können die bescheidenen .Mittel, die dem Hebräischen Weltverband bis zur Gründung des Staates zur Verfügung standen, nicht mehr au.-reichen. um dieses gewaltige Problem lösen zu können. Allein ein Hebräischer Weltkongreß ist dazu angetan und berufen. Lösungen zu suchen und zu finden zur Präge der Einigung aller Volksteile in und außerhalb des Staates Israel mittels einer verstärkten Vorbercitungstätigkeit für die hebräische Sprache und durch die Pflege der hebräischen Kultur. In diesem Kongreß soll die Auslese der Kulturkräfte des jüdischen Volkes vertreten sein. Männer der Vision als auch Menschen mit praktisch-politischem Verständnis. An erster Stelle wird der Hebräische Weltkongreß der Kulturzustand der jüdischen Gemeinschaften i überall in der Welt zu überprüfen | Mie Regierung Ostdeutschlands hat ihre Bereitwilligkeit, ausgediiickf. in \ crhandlungen mit bevollmächtigten Vertretern Israelzu treten, um die \\ icdergiilmaohung.'- und Entscliädigiingszahlungen zu besprechen. IN wurde betont, daß in diesem Entsehädigungsrahmen auch diese .Juden eingeschlossen werden. welche inzwischen Mcutschland verlassen haben. aimh diejenigen, die sich in Israel befinden. Es wird ferner ausgeführt. daß mit der Eröffnung dieser \ erliamllmmcti d1'. n-ddeiilsche Reemiiing in keiner Form zu einer Anerki imiing L ruck .-ich bindet. Wie wir erfahren, verstärkt sich in den Regierungskreisen Israels und in der Jewisli Agency allgemein die Meinung. die Wb-dergiil ninchungsverhandlungcn mit der westdeutschen Regierung zu eröffnen. Keine „Entschädigung“, sondern Rückgabe des geraubten Gutes Mio Lraeli.-che Tageszeitung: .Jlafxofed" -ehrcibt: „Mer Beschluß, welcher Von der Jewisli Agency, vom Joint und vom World .Jewisli Kongreß gefaßt, wurde, wonach eine Delegation nach Mcutschland gesandt werden .-oll. um I 'nlerlmndliingen betreffs des geraubten ji'uliohen Vermögens zu haben: aL dann wird er die Notwendigkeit klarlegen müssen, zu einei gemeinsamen Sprache und einer einheitliehen Kultur, auf daß die jüdische Nation nicht in zwei gesonderte Teile ge-paiten wird; sehließlich wird der Kongreß Wege und Mittel behandeln mii-M’ii. krall derer die hebräische Sprache und Kultur in jeden W inkel jüdischen Lohenbringen .-oll. Mer Hebräische Weltkongreß wird eine erhabene Lösung an alle Länder der jüdischen Golah ergehen lassen: Im Staate l.-rael allein besteh! die* Möglichkeit.daß die hebräiseheSpraehe zur täglichen, einzigen Lmgang;-sprache eines jeden Juden wird; soll Ivrith wenigstens zur zweiten Sprache derjenigen Juden der Golah worden, die ihre nationale Verbindung mit ihren Brüdern aus den hebräisch sprechenden Lrael nicht verlieren wollen. Miese große Losung, entsprungen aus den Bedürfnissen der Wirklichkeit., mußte die Ausle.-e dm- Kulturträger Israels und außerhalb seiner Grenzen um dmi Kongreß« scharen. Vor ö.J .Jahren hat der große Ilerzl .-(‘inen Ruf zur Konstituierung eines zionistisch-politischen Weltkongresses erla.-sen. Wie viele waren da. die diesen Ruf mit Kopfsehüttoln. ja mit Spott und Hohn ontgegennahmen. War es doch dieser Kongreß, der eine neue Epoche in der jüdischen Geschichte eröffnet hat. die uns schließlich bis hieher gebracht hat. Ohne große Parallelen ziehen zu wollen, kann doch von einem II e b r ä i s r h e n W e I t k o ngreß angenommen werden, daß er eine umwälzende Änderung in unsere Nationalkultur tragen wird, so wie der politische Zionistenkongroß seinerzeit. eine nationale politische Revolution entfacht hat. Wohlan denn. Gesinnungsbriider der Volkseinheit, wo immer ihr auch sein möget, traget bei Buren Teil zur Verwirklichung des großen Zieles, das sich der Hebräische Weltverband gesteckt. hat. Mit. vereinten Kräften lasset uns an die Vorbereitungsarheiten zum H e b r ä i sch e n W e I t k o n - groß horantreten. Von Irnich und von uns soll diese,- große notwendige Werk getan werden. führen, ist nicht, leichten Herzens angenommen worden. Aber ('im* Sacht' muß besonders klar betont werden: keine Rede von „Entschädigung“ von Deutschland. Deutschland kann uns nicmals mit, (leid ..vergüten“, was sie an unserem Volk verbrochen halten. Es handelt sich hier nur um eine technische Abmachung, über die Rückgabe dos geraubten Vermögens. Mer ..Ma.war“ führt aus: Mie Angelegenheit, kommt, schließlich in ein realeres Stadium. Bei der Entsendung der Delegation nach Deutschland müssen zwei Bedingungen streng gewahrt werden: I. Mie Waren, die man in diesem Zusammenhang aus Deutschland beziehen wird, mü'sen für den Aufbau unseres Staates dienlich sein und dürfen in keiner \\ eise die heimische Wirtschaft, und Produktion stören. 2. Die jetzigen Verhandlungen miism n vollkommen in sich altgeschlossen werden und keine Fortsetzung erfahren. Keim' Aenderung unserer Beziehungen zu Mörder-Deutschland! i »r. \ü( hum (loldmann ist nach Deutschland gelingen, um mit dem amerikanischen I lochkommissar Mac Kley über die Rückgabe des geraubten jüdischen Vermögens zu konferieren. Mer Korrespondent, des ...Maariw“ erfährt, daß die Meiegation \or allem über Restitulionüordernngen verhandeln soll, die von keinem gesetzlichen Erben geltend gemacht, worden sind, insbesondere über das Eigentum hunderter aiisgerolletor jüdischer Gemeinden in Westdeutschland. Man schätzt den Wert, dieses Eigentums auf BOO Millionen Dollar. Mr. K. Mendelsohn. der Direktor der israelischen Zollbehörde im Finanzministerium. weilt gegenwärtig in Deutsehland, um das Problem der Lebei-nahme und Leberführung des riiekerstattoten Vermögens. beziehungsweise des gerauhten Gutes zu behandeln. Pr. Mondelsohn trat, seine Reise, nach Deutschland an. nachdem die israelische Regierung den prinzipiellen Beschluß gefaßt hat. die l'eberführung des jüdischen Vermögens in Form von Maschinen, Rohstolfen und Nahrungsmitteln zu gestatten. Pr. Landauer (Jewisli Agency) hat in einer .Pressekonferenz für israelische Journalisten bokanntgegeben, daß die amerikanische Besatzungsmacht, in Deutschland keino besondere Stellungnahme zu den vorgeschlagenen Abmachungen, welche von der Jewisli Agency ausgearbeitet werden, einnimmt, Die Jewisli Agency, erklärte Pr. Landauei-, hat, eine große, wertvolle Vorarbeit, geleistet, und die Regierung Israi'ls muß jetzt intensiv und schnell sich dieser Angelegenheit widmen, um sie zu einer Realisierung zu bringen. * Fünf Millionen Schilling ä conto Pie österreichische Regierung hat den Beschluß gefaßt, der Israelitischen Kulfusgemoinde in Wien eine Vorauszahlung von fünf Millionen Schilling für das geraubte jüdische Vermögen in Oesterreich zu übergeben. Diese Erklärung gab der Joint, welcher in den letzten drei Jahren die Puterhandhnigeii mit der österreichischen Regierung geführt, hat. Salzer Sdiuhe in altbewährter Qualität und Preislage wieder erhältlich. (Dien X, Quellenstr. 121 Tel. U 44^8-56 WOLLE UND GARNE größte Auswahl ADOLF BOMZE V., Reinprechtsdorferstr.48 XX., Wallensteinstraße 17 Tel. A 32-0-08 „Wiedergutmachung..,