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Die Stimme · 1950-03-30 · Heft 34 (30.3.1950) · page 5

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Journal
Die Stimme
Volume
1950
Issue
Heft 34 (30.3.1950)
Date
1950-03-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 34 3)ie Stimme Seite 5 Wiener diultusgemeinde ohne diu lins k o in m iss io ti ist snlans'i' wahr, als sio Iruchl.liar ist." (Marlin BiiIht.) I)io Fruchtbarkeit, unserer Religion bedarf keiner weiteren Erörterung, als des Hinweises darauf, daß die Juden ihren Talmud der Welt geschenkt und dadurch auf ihre Ethik entscheidenden Einfluß genommen Indien. Die Aufgabe einer Kultusgerneindo bestellt vornehmlich darin, daß sie ihren Mitgliedern die .Möglichkeit biete, iliro religiösen Bedürfnisse erfüllen zu können. Im § 3 der Statuten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien heißt es: ,,Aufgabe der Kultusgomeindo ist, innerhalb der durch die Staatsgesetzo gezogenen Grenzen für dio Befriedigung der religiösen Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu sorgen und dio durch diesen Zweck gebotenen Anstalten zu erhalten und zu fördern.“ Di es offenbart, daß dio Kultusgemeindo in erster Linie für die Befriedigung religiöser Bedürfnisse gegründet wurde. Gewiß obliegt es auch der Kultusgemcinde, andere soziale Fragen zu behandeln und die Interessen der Juden Wiens wahrzunehmen, doch darf diese Tätigkeit nicht das Gebiet verlassen, welches außerhalb des rein jüdischen Interesses liegt. Das Ansehen der alten Wiener Kehillah, ihre Bedeutung und ihr Einfluß auf das Geschehen innerhalb des sozialen Lebens ist vornehmlich darauf zurückzu führen, daß in die Kultusgemeinde dio höhere allgemeine Politik keinen Eingang gefunden hat. Allerdings haben in früheren Jahren linksradikal gerichtete Elemente nicht danach gestrebt, ihre politische Tribüne in der Kultusgemeinde aufzurichten; hatten sio doch dio richtige Erkenntnis, daß eine allgemoinpolitische Partei, die noch dazu antireligiös gerichtet ist, innerhalb einer konfessionellen Gemeinschaft unmöglich ist. Das prekäre Dasein der Wiener jüdischen Gemeinschaft findet in der hiesigen Kehillah ihren moralischen Niederschlag. Objektive Beobachter stellen die Frage, ob dio derzeit maßgebenden Persönlichkeiten in der Kultusgerneindo es sich vergegenwärtigen, daß sie dem kardinalen Problem der Pflege des religiösen Lebens nicht nur keine Bedeutung beimessen, sondern nach dieser Richtung hin schwere Versäumnisse begehen, die sie der Öffentlichkeit gegenüber nicht zu verantworten vermögen. Wahrlich, es wird in den Hitzungen des Kultusvorstandes lange und ausführlich diskutiert und der Öffentlichkeit die Möglichkeil, geboten, den Reden der Kultusvorstehor beizuwohnen; doch ist es nicht, bekannt, daß die Zuhörer die Befriedigung geäußert hätten, daß die gefaßten Beschlüsse ihren religiösen Bedürfnissen entsprächen. Der Öffentlichkeit soll nicht verschwiegen werden, daß vor Aufstellung der Einheitsliste zur letzten Kultuswahl ein alle beteiligten Parteien bindender Fakt, geschlossen, worin die RessoiTverteilung unabänderlich festgelogt wurde. Die Wahl der Einheitsliste ging daher reibungslos vor sich, so daß der Realisierung des Faktes kein Hindernis im Wege stand. Mit, Staunen aber wird man vernehmen, daß anläßlich der Konstituierung dos Kultusvorstandos die Linksten Ul hm gegen den von der Jüdischen Föderation vorgosehlagonon Referenten für Kultus und rituelle Angelegenheiten gestimmt und so vorsätzlich (hm Fakt; gebrochen haben. Rio Proteste der Föderation gegen die Untreue und Gewalt, konnten nicht; ignoriert worden, so daß nach einigen ergebnislosen Abstimmungen dio Vertrags vorlot zung infolge1 Stimmenthaltung der anderen, Koalitionspartner deutlich zutage trat. Für die Wahl des Referenten für Kultus stimmten nur die Mandatare der Föderation. Während alle statutarisch vorgeschriebenen Kommissionen schon längst konstituiert sind, wird mit vorgeschützten Argumenten die Konstituierung der Kultuskommission verhindert, und ihr ordnungsgemäßes Funktionieren sabotiert, Rio Gründe der Sabotago sind darin zu suchen, daß die Linkskoalition es nicht zulassen will, daß auch nur eine Kommission nicht durch sio majorisiort werde. Welche Schlüsse wären nun daraus zu ziehen? Die Linksgerichteten, derzeit in der Kultusgerneindo Maßgebenden sind parteipolitisch gebunden und haben hinsichtlich der Betätigung auf dem Gebiete der Religion und Erziehung gewisse Richtlinien ihrer Parteien zu befolgen. Ihre Parole lautet im besten Falle: „Religion ist Privatsache“, wenn nicht gar: „Religion ist Opium für das Volk“. Das Bestreben der Linken geht dahin, eine Objektivität an den Tag zu Sitzung des Europäischen Rates der Allgemeinen Zionisten Eine wichtige Sitzung des Europäischen Rates der World-Confederation wird am 29. und 30. März in Antwerpen stattfinden. Die Delegierten aus allen europäischen Ländern und aus Nordafrika werden an diesem Meeting teilnehmen. Die Tagesordnung enthält hauptsächlich Punkte im Zusammenhang mit den bevorstehenden Sitzungen der Weltexekutive und des Zionistischen Aktionskomitees. Der Zionistische Landesverband in Österreich wird durch Chawer Schamir vertreten sein. Weltkonferenz der Allgemeinen Zionisten in Jerusalem Iin Zusammenhang mit der Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees, welche am 19. April in Jerusalem anberaumt ist, hat die World-Confederation eine Weltkonferenz der Allgemeinen Zionisten in Jerusalem einberufen. Die Tagung findet vom 12. bis Iß. April statt, Der Zionistische Landesverband in Österreich wird durch seinen Präsidenten L. Neufeld, durch Chawer Schamir und durch Chawer Josef Rosenstock vertreten sein. 275.000 Hadassah-Mitglicder Jerusalem — Bei einer Pressekonlegen, dio mit einer raffinierten Täuschung derart, identisch ist, daß sie einen ihr bedingungslos ergebenen Menschen, der sich religiös gehabt, ins Bethaus geht, vortäuscht, nach den Vorschriften unserer Thora zu leben und — lohend sei hervorgehoben — den Dienst der heiligen Taharah versieht, ins Kultusreferat entsenden will. Der besagte Herr gehört wohl weltanschaulich nicht der Linken an, aber er ist ihr ans rein persönlichen Motiven mit Haut und Haar verschrieben. Erscheint damit die Majorität der Kultusgemcinde einigermaßen charaklorisiert, soll nicht verschwiegen werden, daß cs auf anderen Tätigkeitsgebieten der Kehillah nicht besser aussieht, Beschlüsse worden gefaßt, die morgen umgestoßen werden, nur, weil cs dem einen oder anderen Politiker in den linken Parteien paßt oder nicht, Nicht dio Bedürfnisse der religiösen Juden sind maßgebend, sondern einzig und allein die Parteipolitik. Dies scheint der Anfang vom Ende dieser Kultusgemeinde zu werden. Dort, wo cs sich um Probleme des positiven national und religiös denkenden .Judentums handelt, wird mit mehr oder minder versteckter Brutalität operiert und fruchtbare Arbeit vereitelt. Wann wird eine Änderung eintreten? dentin, Mrs. Rose Heilprin, daß die Organisation der Hadassah, (Allgemeine Zionistische Frauenorganisation Amerikas), 275.000 Mitglieder besitzt und damit zahlenmäßig die größte zionistische Gruppe der Welt ist. Es Averden 9 Millionen Dollar jährlich aufgebracht, welche für Kindererziehung und medizinische Zwecke verwendet werden. Chawer S. Segall, Direktor des Magbith Meuchedeth Der gewesene Generalsekretär der World Confederation of General Zionists und Mitglied des Aktionskomitees, S. Segall, ist auf den leitenden Posten des Direktors für die gesamte Weltorganisation cles Magbith Meuchedeth berufen Avorden und wird sich besonders mit der Arbeit für Europa (außer Skandinavien) und Nordafrika befassen. Neue Siedlung im Negev Im Laufe dieses Monats Avird eine neue Siedlung des IJaoved Hazioni (Allgemeine zionistische Arbeiterbe- AAregung) eröffnet werden. Die Siedlung liegt in der Nähe vom „Mavkiym“, welche auch der Haoved Hazioni gehört. Über hundert ChaAverim, Avelche größtenteils aus Rumänien stammen und durch das Lager in Zypern gingen, Averden die neue Siedlung besetzen. Drei Jahre K. M. K. in Israel Diesen März sind cs drei Jahre, daß der K. M. K. (Konstruktiver Allgemeiner Zionistischer Fonds) seine Tätigkeit in Isrnel begonnen hat, In dieser Zeit hat der K. M. K. unter der Leitung von J. Kubowitzki große Erfolge in der allgemeinen konstruktiven Arbeit, in Israel erzielt, Mona Schramek in Israel Die langjährige, beliebte Sekretärin des Zionistischen Landesverbandes in Österreich, Erau Mona Schramek, hat gemeinsam mit ihrem Gatten, Doktor Alfred Schramek, nach seiner Promotion zum Doktor der Medizin, ihre Alijah angetreten. Wir wünschen unserer Mitarbeiterin und ihrem Gatten eine erfolgreiche Zukunft in ihrem heißersehnten Heimatland. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiio Israel-Radiosender für Europa eröffnet Am 11. März fand die feierliche Eröffnung der Radiosendungen für Europa in Jerusalem statt. Auf der Kurzwelle 33,3 Meter (9000 Kilohertz) werden täglich die Sendungen in drei Sprachen, und zwar Jiddisch um 23.30 Uhr, Französisch um 0.15 Uhr und Englisch um 1.00 Uhr durchgeführt Averden. Vorläufig sind die Sendungen für Europa, Nord- und Südafrika bestimmt und nach Fertigstellung der neuen, großen Sendeanlage, welche bereits aus Amerika bestellt wurde, werden die Radiosendungen die ganze Welt, inklusive Süd- und Nordamerika, erreichen können. Die Golah-Sendungen werden Nachrichten, Referate, Unterricht in Ivrith und Unterhaltungsprogramm enthalten. Zu den Feiertagen sind spezielle Sendungen vorgesehen. Der Präsident Dr. Weizmann hielt die feierliche Eröffnungsrede und führte unter anderem ans: „Wenn bisher die Errichtung unserer politischen Selbständigkeit und die Verwirklichung des Aufbaues des Staates Israel unsere Aufgabe war, so ist heute unsere Losung, die Befestigung unserer nationalen Selbständigkeit.“ In seinen Ausführungen, Avelche an das Judentum in der Golah gerichtet waren, betonte der Präsident besonders die große historische Bedeutung der ..Sammlung der Zerstreuten“ (Kibutz Galujoth), und den unzerreißbaren Bund zAvisclien der Medinath Israel und dein Judentum in der Golah. — Ho Avie zur Zeit des Befreiungskampfes ist auch heute die volle Unterstützung der Golah für Israel eine unbedingte Notwendigkeit. Im Namen der Sochnuth (Jewisli Agency) sprach Berl Locker und betonte die gegemvärtigen Aufgaben der zionistischen BcAvegung und bezoichneto als Ziel der Israel-Sendungen, jeden Juden, avo immer er sich in der Welt befindet, mit der ,.Stimme Zions“ zu erreichen. Im Namen des K1\D sprach Dr. A. Granot und für den Koren IJajessod Dr. Hantke. Nach den offiziellen Eröffnungsreden brachte die erste Sendung künstlerisches Programm. illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll öingAt dettt iMa(Uk$ Wir putzen mit „ALVASIN“ Ihre russigen Malereien und Tapeten. Wir putzen Ihre Schaufenster prompt und billig.! Wir reinigen Ihre Wohnungen und Bliros komplett nach dem Maler. REINIGUNGSANSTALT F. W. CERN ER Wien 17., Taubergasse 42 Tel. B 44 - O - 61 IIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIII l’erenz in Jerusalem erklärte die Präsi- </|tax Ges. m. b. H WIEN AUI © WIH6UM6

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