Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1949
- Issue
- Heft 32 (3.5.1949)
- Date
- 1949-05-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 cDie Stimme Nr. 32 Die Sdiidualsstunde hat gesdilagen 1 Miss Hanmih Stein ist Mil”li'd drr Exekutive dar Zionist isehen Föd'ration für Großbritannien und Irland, ebenso des Europäischen Sekretariats der Weltorganisation der Allgemeinen Zionisten. Miss Stein war langjährige Präsidentin der Föderation der Zionistischen .Tilgend Großbritanniens und je171 Vi/epriisidentin dieser Organisation Sie heuehIe Israel dreimal in den XaehkriegsJahren und hat im Aufträge der kanadischen Hadassah Kanada kreuz und quer durchreist. Augenblicklich befindet sieh Miss Hannati S|,.in übe Finladung der zionistischen Organisationen Amerikas — auf einer Vortragsreise durch die I SA. Wenigen von uns ist diu Bedeutung des 3. Ijar voll /um Bewußtsein gekommen. Die persönliche Einstellung der Juden hat sieh geändert, sie sind stolzer und selbstsicherer geworden. Israels Kraft während und nach den Kämpfen hatte zur Eolge. daß die Juden als (ianzeseine großem Selbstachtung bekamen, ganz abgesehen von der allgemeinen Meinung Heute hat der theoretische oder ideologische Sprecher seine Zuhörerschaft verloren. Nur dem Israeli, der sagen kann: ..Ich kämpfte”. ..Ich haute”. ..Ich war dabei", gehört die Bewunderung der jüdischen Massen. Und trotz .all dem großen Enthusiasmus. der unverlüschbarcn Liehe zu Zion, nähert sich die Bewegung des Welt-Zionismus einer Krise. Jahre harter Arbeit und Lasten haben so manchen ermüdet. Und so hört man oft sagen: ..Jetzt, wo der Staat ge gründet wurde, braucht man uns nicht mehr und wir können unsere Arbeit beenden.” Viele Zionisten, darunter führende Persönlichkeiten, wären für eine längere Ferienzeit sehr dankbar. Es scheint, daß sogar in Israel viele denken, die Zionistische Weltorganisation sei überflüssig. Man ist der Meinung, daß Kapital auch ohne zionistische Erziehung, ohne eine Organisation. welche ein Minimum von Hingebung verlangt, einfließen wird. Solche Gedanken sind ein Hemmschuh für eine weitere Entwicklung der Weltorganisation. Und schon wenige Monate nach der Errichtung des Staates linden wir eine Verringerung des allgemeinen Interesses am Zionismus. Heute besteht die Liehe für Israel, aber es besteht kein Zweifel, daß eine Entfernung von der zionistischen Tätigkeit eine Entfremdung vom jüdischen Staat mit sich bringt. Wir wollen nicht übersehen, daß der Staat nicht zu dem Zweck gegründet wurde, um eine weitere Nationalität zu der großen Anzahl der schon Vorhandenen hinzuzufügen. Her Staat wurde für das jüdische \'^>lk und durch das jüdische Volk (Fortsetzung von Seile ,‘Jj Proklamation der Errichtung des Staates Israel wordenen jüdischen Volke in gegenseitiger Hilfe zusammenzuarbeiten. Her Staat Israel ist bereit, seinen Anteil an der gemeinstumm Anstrengung, den ganzen Vorderen Orient zu entwickeln, hei zu tragen. Wir appellieren an das jüdische Volk in der Diaspora, sich um den Jischuw heim Werke der Einwanderung und dos Aufbaues zu scharen und ihm in seinem schweren Kampfe um die Verwirklichung des generationenalten Strebens nach Erlösung Israels zur Seite zu stehen. Im sicheren Vertrauen uuf den Hort Israels unterzeichnen wir zu I rkund dessen eigenhändig diese Proklamation der Sitzung des Provisorischen Staatsrats auf dem Boden des Heimatlandes, in der Stadt Tel Aviv, heute, vor Eingang des Sahhath, am 5. 'läge des Ijar 5708, dem 14. Mai ID48. geschaffen. Das Schicksal des Wcltjudentums ist mit dem Israels billigst verbunden, bis der größere Teil des Judentums in Erez leben wird. Wir hören den Ausdruck ..jüdische Heimatlosigkeit” nicht gern, aus Furcht ..doppelter Loyalität“4 bezichtigt zu werden. Dieses Schreckgespenst wurde dazu noch in unseren eigenen Reihen geschaffen! Als oh nicht jedes menschliche Wesen in dieser komplizierten Welt vor solche Fragen gestellt würde. Stehen nicht (.hrisfentum und Patriotismus im Gegensatz zueinander? Sind Eamilien- und Geschäftsinteressen identisch? Sind Katholiken nicht Teil einer Weltbewegung, ohne verleumderischen Beschuldigungen ausgesetzt zu sein? Vor zwei Monaten haben die Hannah Stein Iren eine offizielle Organisation gegründet, um „einen kulturellen Sammelpunkt für Millionen Iren im Ausland, deren "Tätigkeit «aus Mangel eines koordinierten Apparates zerstreut und zersplittert ist, zu schaffen44. Das Geflüster, die zionistische Tätigkeit zu unterbinden, wurde von den lauwarmen Zionisten aufgegriffen und kommt von Anti-Zionisten, welche es nicht wagen, ihr wahres Gesicht zu zeigen. Jahrelang haben sie die Einwendung gemacht, das Judentum sei nur eine Religion. Jahrelang wurde debattiert, daß etwas Unaussprechliches alle Juden verbindet. Und langsam begannen sie es einzusehen, die zionistische Bewegung wuchs. In dieser Stunde werden dieselben Argumente wieder vorgebracht, und wenn man ihnen nicht Halt gebietet, wird das Judentum bald in dem Glauben eingewiegt sein, daß sie — sagen wir Deutsche —■ mosaischen Glaubens sind. Die Neigung zur Assimilation ist in allen Ländern, in welchen verhältnismäßig Buhe herrscht, recht stark. Wahre Zionisten klagten immer darüber, daß jüdische Kultur und Erziehung hinter Politik und Finanz zuriiekstehen mußten. Während jetzt die politischen Aufgaben in den Hintergrund getreten sind, ist noch das finanzielle Problem sehr akut, aber wir können uns. endlich den erzieherischen und kulturellen Aufgaben zuwenden. Wenn wir es unterlassen, werden wir Imnderttnusende Juden durch den Prozeß der Assimilation verlieren. Was soll ihnen den Mut und die wahren Werte des Lehens gehen, wenn sie die positiven Seiten des Judentums nicht erkennen?- Die Regierung Israels ist sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Weltjiulenlum bewußt und es ist ihr Insulin gelungen, sieh von der gegenwärtigen Spaltung in der Welt fernzulialten. Doch sprechen Anzeichen dafür, daß es bald nicht mehr zu umgehen sein wird. Viele größere- Staaten haben Forderungen dieser Stunde naehgeben müssen. Sollten diese Probleme an Israel heranlrelen, würden wir automatisch vor einer Spaltung im Weltjudenlum stehen. Die gleiche Stellungnahme aller Juden in den lelzten Jahren ersl im Kampf gegen llilh-r. dann für den jüdischen Staat wird aiifhören. Erinnern wir uns daran, wie schnell sieh Menschen in unerfreulichen und beschwerlichen Situationen trennen. Wie leicht kann da i-ino unwissende jüdische öffentliche Meinung gegen Israel heeinllußt werden. Schon allein diese- T a ts a e h e v e r 1 a n g t di e E o r Iselzung d e r / ionis I i s e h e n B (- w e g u n g. Das Sammeln von Millionen für die Rettung. Unterstützung und Rehabilitierung der überlebenden Juden war von großem erzieherischen Wert, was aber zum Großteil durch die Katastrophe der Kriegs- und Nachkriegszeit bedingt war und für die Zukunft nicht erwartet werden kann. Es gehören schon große und erzieherische Bemühungen dazu, ebenso hohe Summen für die Einbürgerung der Flüchtlinge in Israel zu erzielen. Der Strom der Einwanderer mag vielleicht bald versiegen, vielleicht wegen des Auswanderungsverbotes mancher Staaten. Israel braucht gelernte Arbeiter lind dies erfordert eine ganz andere Erziehung von klein auf: Ilandwei ksselmh'ii, Lager. Hebräisch. Klubs. Diskussionen. Und da der Sinai für das Volk geschaffen wurde, muß das Volk sowohl über die Emmgcnschafleii wie auch seine Probleme unlerriehlel sein. Wir sind vielleicht über dir Zeit wöchentlicher oder monatlicher Zusammenkünfte hinweg, doch niemand kann die Not wendigkeil, all lind jung zu informieren, in Abrede stellen. Jüdische Kultur wird wiederrrwrckl! Wir wollen Irilhabrn an den neuen hebräischen Volkssagcn. den Liedern, der neuen Literatur. Das jüdische Leben wird durch di<- Existenz eines normalen Staates bereichert werden. Sollten wir da abdanken und warum? Ein «anderer Vorschlag wurde grniaehl: die Vereinigung der ganzen Galulh-Akliviläl unter einem Ban ner. Vielleichl werden wir einmal dieses Ziel erreichen - heule ist es eine Utopie, ebenso wie die Hoffnung auf (-int- Wellregierung Tatsächlich würde das die Liquidation der zionistischen Bewegung zur Eolge haben. Dieser Tendenz zu einer Selbslvernichtimg muß Hall geboten werden. Der Tag, an dem eine zionistische Organisation überlliissig ist. mag vielleichl nicht mehr fern sein. Nun, da wir endlich auf konkrete Errungenschaften hinweisen können, auf einen Sieg, den zu erleben nur wenigen Generationen vergönnt ist, wäre es ein Verbrechen, destruktiven Bestrebungen irgendwelche Möglichkeiten zu gehen. Hiiniiüli Stein Sin Jahr Israel Sesllichkeiten anläßlich des ersten Jahrestages der Siaalsgriindung Jsraels Der historische Jahrestag. der f>. Ijnr, der Tu” der Gründung des Staates Israel, wird in Wien, sowie in der ganzen Well. Tesllich begangen werden. Die Zionistische Föderation in Österreich veranstaltet am 1. Mai In, Ijar) im Großen Mnsikvereinssaal (.-ine Fest Veranstaltung, hei welcher der Vortroter Israels, Dr, K u r I L o w i n. die Festrede Indien wird. Der Präsident der Israeli1! ischrn Kullusgenieinde Wien, Dr, I) a v i d S c li a p i r a und der Herr Oherrabhhier Dr. A k i b a K i s e nl> i! r K wer dem das Wort ergreifen. Hilde Zadek (Slaatsopcr), begleitet vom Wiener TonkiinMllcrorchesler, und Vera H o/. s a iStaalsoper), am Flügel Sigmund Indimajin. werden Arien und Fieder zmn Vortrag bringen. Prof. Hans Knauer dirigiert seine Feslouvertiiio zu Ehren Israels; „Sc liajom kiwinu Io1'. Hegimi ‘20 Flir. Eintritt frei. Mai, linden feierliche jüdischen Andachlsslalt. Im Sladlleinpel Ol lerrabbiiH-r I Ink lor Am Dienstag, Gottesdienste in alle slällcn um 10.,‘50 Flu wird die Feslpredigt A. Eisenbtvg hallen. Mittwoch, den I. Mai findet um K) Flir ein Gau” zum Grabe Theodor IlerzTs stall. Treffpunkt llanplloi des Döbling, r Friedhofs. BallimKursalonileiAtadtroien Der Zionistische l.aiulcsvcrliaud in Österreich veranstaltet in sämtlichen Sälen des Kursnloiis der Stadt Wien, Stadlpark, am d. Mai einen Ihitl za Ehren einjährigen Ih-stehens des Staates Israel. Degiim 20 llhr, (ii Anhetrae.ht des zu erwartenden starken He.suclies empfiehlt es sich Tischrcscrvieriiiigi‘n schon jetzt vorzniichmen Eintrittskarten und Auskünfte: Zionistischer Fnndr.sverhund in Österreich, Wien IX, Univcrsilätssh-nlhi, Tel. A 20-4-7d. A 9 &*&*>*■ S o 1 1 e n die D. P.-Lager endgültig liquidiert werden? Sollen die gefährdeten Gemeinden Europas, Afrikas, Asiens, gerettet werden? Sollen täglich 1000 Olim nach Israel einwandern können? Soll Israel im zweiten Jahr seiner Existenz die gigantische Aufgabe: Einwanderung / Sicherheit / Kolonisation erfüllen können? Deine Antwort entscheidet unsere Zukunft! Opfere über Deine Kräfte d e ni MAGBITH MEUCHEDETH