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Die Stimme · 1949-05-03 · Heft 32 (3.5.1949) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
1949
Issue
Heft 32 (3.5.1949)
Date
1949-05-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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~^r Nr. 32 2)ic Stimme Seite 3 Proklamation der Errichtung desStaatesIsrael In F>ez Israel stand die Wiege des jüdischen Volkes; hier wurde sein geistiges, religiöses lind [)olitisclies Antlitz geformt; hier lebt es ein Lehen staatlicher Selbständigkeit; hier schuf es seine nationalen und universellen Kulturgüter und schenkte der Welt das unsterbliche „Buch der Bücher“. Mit Gewalt aus seinem Lande vertrieben, bewahrte es ihm in allen Ländern der Diaspora die 'Freue und hörte niemals auf, um Rückkehr in sein Land und Erneuerung seiner politischen Freiheit in ihm zu beten und auf sie zu hoffen. Auf Grund dieser historischen und traditionellen Verbundenheit strebten die Juden in allen Geschlechtern danach, ihre alte Heimat wiederzugewinnen; in den letzten Generationen kehrten Massen von ihnen in ihr Land zurück. Pioniere. Helden und Kämpfer brachten die Wüste zu neuer Blüte, erweckten die hebräische Sprache zu neuem Lehen, errichteten Städte und Dörfer und schufen so eine ständig zunehmende Bevölkerung eigener Wirtschaft und Kultur, friedliebend, aber imstande, sich selbst zu schützen, eine Bevölkerung, die allen Bewohnern des Landes Segen und Fortschritt bringt und nach staatlicher Selbständigkeit strebt. Im Jahre 1897 trat auf den Ruf Theodor Herzls, des Schöpfers des jüdischen Staatsgedankens, der Zionistenkongreß zusammen und proklamierte das Recht des jüdischen Volkes auf nationale Wiedergeburt in seinem Heimatlande. Dieses Recht wurde in der Balfour- Deklaration vom 2. November 1917 anerkannt und im Völkerbund-Mandat bestätigt, welches insbesondere der historischen Verbundenheit des jüdischen Volkes mit F>ez Israel und dem Recht des Volkes, sein Nationalheim wiederzuerrichlen, internationale Geltung verlieh. Die über das jüdische Volk in der letzten Zeit hereingebrochene Vernichtung, in der in Europa Millionen Juden zur Schlachtbank geschleppt wurden, bewies erneut und eindeutig die Notwendigkeit, die Furage des heimat- und staatenlosen jüdischen Volkes durch Wiedererrichtung des jüdischen Staates in Erez Israel zu lösen. Dieser Staat wird seine 'I’ore für jeden Juden weithin öffnen und dem jüdischen Volke die Stellung einer gleichberechtigten Nation unter den Völkern verleihen. Die jüdischen Flüchtlinge, die sich aus dein furchtbaren Blutbade des Nationalsozialismus in Europa retten konnten, und Juden anderer Länder strömten ohne Unterlaß nach Erez Israel trotz allen Schwierigkeiten, Hindernisse und Gefahren; sie forderten unablässig insbesondere ihr Recht auf ein Leben der Ehre, F’reiheit und redlichen Arbeit in der Heimat ihres Volkes. Im zweiten Weltkriege hat die jüdische Bevölkerung Palästinas an dem Ringen der freiheits- und friedliebenden Völker mit den Kräften der nationalsozialstischen Verbrecher ihren vollen Anteil genommen und sich mit dem Blute ihrer Kämpfer und durch ihren Kriegseinsatz das Recht erworben, den Völkern, die den Bund der Vereinten Nationen gegründet haben, zugerechnet zu werden. Am 29. November 1947 hat die Vollversammlung der Vereinten Nationen einen Beschluß gefaßt, der die Errichtung eines jüdischen Staates in Erez Israel fordert; die Vollversammlung verlangte von der Bevölkerung Erez Israels, seihst alle für sie notwendigen Schritte zu unternehmen, um diesen Beschluß durchzuführen. Diese Anerkennung des Rechtes des jüdischen Volkes auf Errichtung seines Staates durch die Vereinten Nationen kann nicht rückgängig gemacht werden. Es ist das natürliche Recht des jüdischen Volkes, ein Lehen wie jedes andere staatlich selbständige, souveräne Volk zu führen. Wir, die Mitglieder des Volksrates, die Vertreter der jüdischen Bevölkerung Palästinas und der zionistischen Bewegung, sind daher heute, ain Tage der Beendigung des britischen Mandats über Erez Israel, zusainmengetreten und proklamieren hiermit kraft unseres natürlichen und historischen Beeiltes und auf Grund des Beschlusses der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Errichtung eines jüdischen Staates in Erez Israel, des Staates Israel. Wir bestimmen, daß vom Augenblick der Beendigung des Mandats in dieser Nacht zum 15. Mai 1948 an bis zur Errichtung der ordentlichen Staatsbehörden, die auf Grund eines durch die verfassunggebende Versammlung bis spätestens zum 1. Oktober 1948 zu erlassenden Gesetzes gewählt werden sollen, der Volksrat als Provisorischer Staatsrat fungiegieren und sein ausführendes Organ, die Volksleitung, die Provisorische Regierung des jüdischen Staates, dessen Name Israel sein soll, bilden soll. Der Staat Israel wird für die jüdische Einwanderung und die Sammlung der zerstreuten Volksglieder geöffnet sein; er wird für die Ent Wicklung des Landes zum Wohle aller seiner Bewohner sorgen; er wird auf den Grundlagen der Freiheit, Gerechtigkeit und des Friedens, im Lichte der Weissagungen der Propheten Israels gegründet sein; er wird volle soziale und politische Gleichberechtigung aller Bürger ohne Unterschied der Religion, der Rasse und des Geschlechts gewähren; er wird Freiheit des (Rauhens, des Gewissens. der Sprache, der Fhzieluing und Kultur garantieren; er wird die Heiligen Stätten aller Religionen sicherstellen und den Grundsätzen der Verfassung der Vereinten Nationen treu sein. Der Staat Israel wird bereit sein, mit den Institutionen und Vertretern der Vereinten Nationen bei der Verwirklichung des Beschlusses der Vollversammlung vom 29. November 1947 zusammenzuwirken und auf die Durchführung der wirtschaftlichen Einheit ganz Palästinas hinzuwirken. Wir appellieren an die Vereinten Nationen, dem jüdischen Volke bei dem Aufbau seines Staates beizustehen und den Staat Israel in die F'amilie der Völker aufzunehmen. Wir appellieren — sogar während der Dauer des blutigen Angriffs, der auf uns seit Monaten unternommen wird — an die Angehörigen des arabischen Volkes, die im Staate Israel leben, den Frieden zu bewahren und sich am Aufbau des Staates auf der Grundlage voller bürgerlicher Gleichheit und entsprechender Vertretung in allen Institutionen des Staates, den provisorischen und den endgültigen, zu beteiligen. Wir strecken allen Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und auf gute Nachbarschaft entgegen und appellieren an sie, mit dem in seinem Lande selbständig ge- (Fortsetzung auf Seile 4) 7 - ” T. *i r V’; , ' Proklamation des Staates Israel tün dieser großen Slunde k *

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