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Die Stimme · 1949-01-28 · Heft 30 (28.1.1949) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1949
Issue
Heft 30 (28.1.1949)
Date
1949-01-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 iD/'e Stimme Nr. 30 IIRAIL Eleonore Roosevelt Hei der Konferenz des United Jewish Appeal Frau Kloanoro Roosevelt. Mitglied <i(M- USA-Dclegation l>oi den Vercinten Nationen, gal) l»ei einer Konferenz des Fnited Jewish Appeal in New V ork «ler Hoffnung Ausdruck, da ff Israel in der Frühjahrssession der I N in Lake Surcess als Mitglied hei den V ereinten Nationen aufgenominen wird. ..Die Regierung des jungen Staates hat bewiesen. daff sie ein Recht darauf hat. in die Familie der Völker aufgenoninion zu werden." Frau Roosevelt ist ler Ansicht, daff die Beziehungen Israels zu seinen arabischen Nachbarn bald friedlicher Natur sein werden und daff andererseits die arabischen Staaten mit Beginn der Friedensverhandlungen mit Israel vom neugegründeten Staat nur Nutzen haben werden. Zionistischer Weltkongreß 1949 Die Exekutive der Jewisli Agency in .Jerusalem hat den Beschluff gefaßt, den nächsten Zionistischen Weltkongreß im August 1949 in Jerusalem abzuhalten. Ein Sonderkomitee zur Vorbereitung der Kongreffpläne ist bereits ernannt worden. Weizmanns Mahnung: Zahlt Eure Schuld! ..Israel verlangt kein Almosen, aber hunderttausende heimatlose Juden Europas pochen an die Tore des jüdischen Staates: wir müssen sie aufnehmen und Heime für sie bauen. Das ist eure Sache ebenso wie unsere!" Die Worte sprach Präsident Dr. (’haim Weizmann beim Empfang der Abordnung des ..Council of Organizations of the United Jewish Appeal“, die unter Führung des Vorsitzenden Max (>gust. des Vorsitzenden des Administrativen Committee Benjamin Schallek und des Direktors Norman Cdlmovsky jetzt in Israel weilt. ..Ihr habt gesehen“, fuhr Dr. Weizmann fort. ..wieviel Blut und Schweiß es uns kostete, unser Heim zu bauen, das auch den Heimatlosen aus Europa ein Heim sein soll. Wir geizen nicht, geben unser Bestes und Teuerstes. Ich bitte euch darum, klärt unsere Brüder und Schwestern in den Vereinigten Staaten darüber auf. daß es an ihnen ist, das notwendige Kapital zu beschaffen.“ \V irtschaftliche Entwicklung Ifandelsministor Dr. Fritz Bernstein erklärte in einer Rede, daff ein neues fbesetz über die industrielle. Entwicklung in Israel erlassen werde. Der amerikanische Industrielle Israel Posnansky aus New York errichtet jetzt, im Industrieviertel bei Bnei Brak auf dem Boden des Xationaltonds eine Fabrik, zur Herstellung von Schrauben und anderen kleinen Metallteilen. Die automatischen Drehbänke wurden in der Schweiz angekauft. Die Fabrik soll in erster Linie die blühende Metallindustrie von Bnei Brak versorgen. Albert K. Epstein und Abraham Dickenstein haben sich im Aufträge der American Palestine Trading Co. (Ampalj nach Israel begeben, um mit der Regierung in Tel Aviv und mit der Ilistadruth verschiedene finanzielle T ransakt innen abz lisch ließen, die insgesamt über 10,000.000 Dollar betragen. »Ägyptische Tanks“ Das Nachrichtenamt der Verteidigungsarmee Israels teilt mit, daß nunmehr der Typus von fünf ägyptischen Tanks identifiziert worden sei, die in einem der ägyptischen Angriffe auf das (leidet bei der jüdischen Siedlung Kirim unschädlich gemacht wurden. Fs wurde feMgcMollt. daß diese Tanks amerikanischer Herkunft sind, bekannt unter der Bezeichnung T9EI. Clowicht 7 Tonnen. Bewaffnung 47 mm-kanone und 5 Maschinengewehre. Diese Tankart ist von den Amerikanern niemals benützt worden, sondern wurde speziell für (froßbritannion gebaut, nach britischen Angaben, um in den britischen Riesengleitflugzeugen vom Typ' ..Hamilcar" befördert werden zu können. Die britische Bezeichnung für diesen Tank ist. ..Locust“. Es ist bekannt. daß (Iroßbritannion Lieferungen derartiger Tanks im .Jahre 1948 von USA. und Ägypten Verstärkungen seiner Tankwaffe in den letzten Monaten von Großbritannien erhielt. Dies war das erstemal, erklärte das Armee-Nachrichtenamt, daß dieser Tanktyp vom Feinde in Angriffen auf israelische Stellungen benützt wurde. Ein künstlicher See Die nationalen Institutionen studieren auch einen Plan für die Steigerung der Wasserversorgung im Negev. Es handelt sich darum, einen künstlichen See zwischen Tel Aviv und Petach Tikvah zu schaffen. als Hauptreservoir. aus dem Wasser in das Rohrleitungsnetz des Negev gepumpt werden soll. Dieser See wird durch das Regenwasser und den Jarkonfluß gespeist werden. Die Experten sind 'der Ansicht, daß genügend Wasser für die Irrigation des Negev wäre, wenn man diesen See benützt. Das Projekt wird durch die nationalen Institutionen finanziert werden. Die Regierung Israels wird alle Konzessionen, die von der britischen Mandatsregierung erteilt worden sind, mit Einschluß der Konzession für das Hule-Gebiet einer Nachprüfung unterziehen. Das Ministerium für Handel, Industrie und A\ irtschaftsversorgung ergreift Schritte, um die Durchführung der Pläne zur Erschließung des Uule- Konzcssionsgebietes (diese Konzession ist eine der ganz wenigen, die seinerzeit einer rein jüdischen Gesellschaft erteilt wurden) sicherzustellen. Das Hule-Gebiet besteht aus 50.000 Dunan fruchtbaren Bodens. Nach Trockenlegung der Sümpfe wird Raum für die Ansiedlung von 10.000 Personen geschaffen werden. 1(W) neue Kolonien Die .,Jewish Agency“ hat ein Kolonisationsprogramm für das laufende Jahr ausgearbeitet: 10 neue Kolonien sollen gegründet werden, welche eine Ausgabe von I. L. 10,000.000 beanspruchen. Ein spezielles Komitee, das sich aus Vertretern der ..Jewish Agency“, des Jüdischen .Nationalfonds, des Aufbauf'onds Keren Hajessod, der Regierung Israels und der Armee zusammensetzt, hat eine Prioritätsliste aufgestellt. Das Kolonisationswerk wird besonder« drei Zonen umfassen: Galiläa, die Gegend von Jerusalem und den Negev. Dieser Plan entspricht in erster Linie den dringendsten Bedürfnissen Israels; zweitens soll er die Aufnahme neuer Immigranten ermöglichen und schließlich den Erfolg der israelischen Armee konsolidieren. Der Plan enthält auch das Projekt: der Gründung von Kolonien längs der syrischen Grenze aut einem unlängst, vom Jüdischen .Nationalfonds gekauften Terrain. Eine Kolonisationszone soll ip der Eingebung von Jerusalem gegründet werden. Neun Kolonien wurden schon in dieser Zone gebaut, und weitere sollen noch im Laufe der nächsten zwei Monate geschaffen werden, um die Zugänge zur Heiligen Stadt, zu sichern. Iui Negev wird Beer Scheba das Zentrum der Kolonisationstätigkeit sein. und die regionalen Büros dos Landwirtsehafts-l fopartoments der ..Jewish Agency" werden dort eröffnet worden. ..Pan Crescent" wieder seetüchtig Der Dampfer ..Pan Grescont“, der kurz vor dem Ende des britischen Mandats, nach mißglücktem Landungsversuch in Palästina, mit einer großen Anzahl jüdischer Flüchtlinge auf der Insel Gypern landen mußt)', ist in ein vollwertiges Passagierschiff für Israel eingebaut worden, das 2800 Passagiere an Bord nehmen kann. Der ..Pan Greseenti“ wurde in vier Monaten in den Schiffswerften von Venedig umgebaut und ist mit, einer rein jüdischen Besatzung an Bord vor kurzem nach Israel ausgelaufen. Neue Israel-Briefmarken Die philatolistisehe Abteilung des Postministoriums von Israel teilt mit. daß in Kürze neue Briefmarken ausgegeben werden, die den Namen ..Israel" in hebräischen, arabischen und lateinischen Buchstaben tragen werden. Die im photolithographischen Verfahren horgestellton neuen Marken bestehen: 1. Aus einer Spezialmarke zur Erinnerung an die Annahme der Nationalflagge Israels durch den Provisorischen Staatsrat. Die Marke wird das Bild der Israeli-Nationalflagge tragen. 2. Aus der ersten definitiven Ausgabe von a) M ii n z e n - M a r k e n. Diese bestehen aus sechs Werten mit der \\ iedergabe alter jüdischer Münzen aus der Zeit des ersten und zweiten jüdischen Unabhängigkeitskrieges. — b) B i 1 d m a r k e n. Vier Werte, die Jerusalem, den Negev, Galiläa und Petach Tikvah zeigen. Telephon Jerusalem—Tel Aviv Nach einer Unterbrechung von über sechs Monaten sind die Tolephon- 1 ei Jungen zwischen Jerusalem und Tel Aviv wieder instand gesetzt, und in Betrieb genommen worden. In der Zwischenzeit wurdo die V erbindung drahtlos aufrecht erhalten. Jüdischer Unternehmungsgeist hat Jerusalem aus der militärischen und wirtschaftlichen Belagerung befreit; den Beweis liefern die neue Straße, die neue Wasserleitung und jetzt die neue Telephonverbiudung. Neue Münzen Der israelische Staatsrat hat ein Miinzgesetz angenommen, welches die Regierung ermächtigt, neue Münzen zu prägen. Die kleinste Münze, 1 des Israel-Pfundes, wird ..Pruta“ genannt (an jjjtelle der bisherigen Bezeichnung ..MH“). Amerikanischer Luft-Attache für Israel Golonel Edwin Archilmld ist zum ersten amerikanischen Luft-Attache in Israel ermannt, worden. Oberst, Archibald ist mit einem Stahe von vier Offizieren in Tel Aviv eingetroffen. Israels Konstituante tritt in Jerusalem zusammen Der Innenminister Israels, Itzhak Grünbaum, hat, soeben bekannt-gegeben, daß die Konstituierende Versammlung in Jerusalem zusammentreten wird. Es stellt zwar noch nicht fest, ob die verfassunggebende Versammlung nur ihre erste Sitzung in Jerusalem ahlialten oder während der ganzen Session dort, tagen wird, aber mau hört, daß Vorbereitungen im Gange sind, gegen 120 Abgeordnete sowie B0 Vertreter ausländischer Staaten und die Weltpresse in Jerusalem unterzubringen. Bis jetzt, sind den mit der Durchführung der Wahlen beauftragten Behörden 12 Wahllisten eingereicht worden. Neues \Y4>hn Im u programm In einer gemeinsamen Sitzung von Vertretern der Regierung und der Jewish Agency wurde ein Plan gebilligt. der (>in Wohnungsbauprogramm für Noueinwanderer in Höhe von zwölf Millionen Dollar vorsieht. An den Kosten des Programms werden sich Regierung, Agency und Nationalfonds zu gleichen Teilen l>efeiligen. Gedenktag Per 11. Jänner ist vom Oberrabhinat in Jerusalem zum Gedenktag für die jüdischen Opfer der Nazi Verfolgungen in Europa proklamiert worden. 1. L. Die .Notenabteilung der ..Anglo- Palestine-Bank“ bat, offiziell mitgeteilt, daß die Abkürzung für das Israel-Pfund nicht mehr L. I. sein soll, sondern I. L.. um Verwechslung des Buchstaben ..I“ mit der Zahl' I zu vermeiden. * 150.000 Pfund wurden zur Förderung des Gesundheitswesens der neuangekommenon Olim in Israel von der OSE zur Verfügung gestellt. * Unter den vielen Büchern über den neuen jüdischen Staat ist .,This is Israel“ von 1. F. Stono das bisher beste. Stono hat als Reporter für New Yorker Blätter die schwersten Monate der Gehurt des jüdischen Staates mitgemacht und gibt ein faszinierendes Bild dieser heroischen Tat. Bartlev Crum, selbst als Diplomat und Zeitungsmann in die Geschehnisse verwickelt, schrieb das Vorwort, und drei Photographen, Robert, Oapa aus Ungarn und Jerry Gooko lind Tom Gidal aus Deutschland (alle heute amerikanische Bürger) zeigen mit 100 Photos im Bild, was Worte nicht erklären können. * Fred Zinnemann beginnt seinen neuen Palästina-Film im März. Für die Hauptrolle wurde Montgomery UliIH, verpflichtet. * Sieben Kriegsgefangene Engländer, die auf arabischer Seife gekämpft hatten, sandten Grüße an ihre Familien über den Sender K o 1 .1 i s r a e 1. * Israel wurde zu der infernafionalen Fisenbahiikonl'orenz in Florenz zugelassen. * Ein Ambulanz-Flugzeug wurde durch Spenden Tel Aviver Schulkinder erworben. * Jebeskel Sahar, Generalinspektor der Polizei in Israel, wird in Kürze' die Vereinig!en Staaten besuchen, um neue Unlersuchungs- und Organisafionsmefhodeu der amerikanischen Polizei zu studieren. * Auf der Insel Gypern wurde das 1500. jüdische Baby geboren: es erhielt den Namen Sehmul. * Frau Dr. YVinogradow wurde als ersto Frau in Israel zum Friedensrichter ernannt. * Einwanderungsminister Shapiro gab bekannt, die Regierung Israels beabsichtige, 250.000 Olim im Laufe des Jahres 1949 aufzunehmen. 50.000 Juden worden aus Ungarn erwartet, 20.000 aus der Tschechoslowakei, die übrigen aus den anderen Staaten Osteuropas, aus Deutschland, Österreich und Italien.

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