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Die Stimme · 1949-01-28 · Heft 30 (28.1.1949) · page 3

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Journal
Die Stimme
Volume
1949
Issue
Heft 30 (28.1.1949)
Date
1949-01-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 30 3)ie Stimme Seite 3 Otkar Helmer, ein antbemitiKher Hetzer yiiimlniin «‘in ir o > < ■ Ii;'i f t I i 1 h o - I iili-r 11<‘I)Il)i‘11 licii bsirlit ijf(. wä | i\ Die Zionistisdic I<* 1;ii 1 < 111 11.11 < 1;)! 1'■ i mn ■tiinmip; brschlos.-o-n den tr«,i,lirt<‘li \ <>i‘and dor Kiilliispf'im'indi' zu <tsii<-Ii<‘ii nctr*'!! dii’^c Vf-mnsirrimiliiiip Stcllunii' zu imlniimi und in 1 1;i 1 1 0 11 1 h iz 11 i' V <• r I ii ix u 11 (i -. I «■ ii o 11 d i‘ 11 Mitteln die (r f' 11 e II ■ III i fr II II fX de C S t U lllte || z 11 V <' I ll I II d e | |1. Ziellist isclio Fedenit |u|l in (iptemueli. Trotz dieser offiziellen schriftlichen Warnungen haben die Behörden Bewilligungen erteilt und darüber hinaus den beiden Leitern dieser Aktion die üslerreiehisehe Staatsbürgerschaft am Id. Oktober 1918 \erliehen. Es scheint erwiesen, daß die eingeführten Waren nicht als Liebesgaben verwendet, sondern \ erkauft wurden. Der Herr Innenminister und die Ministerien haben einen schweren Fehler begangen, weil sie diese eindeutige Warnung mißachtet haben und in einer nur zu gefälligen Weise Bewilligungen erteilten. Die maßgebenden Gründe hie für. die Wahrheit, kann man nur vermuten. aber man wird sie nie ht erfahren. ln Bi e d i m I n n k r e i s hat s i e He r r Hel m e r j e d e nfalls nicht e r z ii h 1 t. Nach dem bewährten Trick ..Haltet den Dieb” hat Herr Helmer den braven Tirolern, die gekommen waren, um etwas über den dreizehnten Monatsgehalt zu erfahren, seine tiefe Entrüstung über diese Sehiebergeschäfte dargetan. Seim* Rede aber strotzte vor raffiniert-ant isemilischer Propaganda und es ist unsere Pflicht, diese antisemitische Hetze näher zu betrachten, stammt sie doch vom Innenminister des demokratischen Österreich. Am 20. Dezember in Ried, im Umkreis. mitten in der festliehen Weihnachtsstimm nng;, hat Herr Helmer erklärt: Wenn die Mutter ihrem Kinde aus ihren kargen Mitteln zu Weihnachten ein Stückehen Schokolade kauft, so muß sie wegen diesen Schiebern einen hohen Preis bezahlen. Der Gewinn aus dem Verkauf dieser teueren Schokolade aber finanziert den Einkauf und den Waffensclimuggcl nach Israel. Wie raffiniert Herr Helmer mit den ■ Gefühlen zu spielen weiß! Weihnachten . . . die Mutter kann dem Kind kaum Schokolade kaufen, weil die Juden am hohen Preis schuld sind und mit jedem Stückchen Schokolade finanziert die österreichische Mutter die jüdischen Mordwaffen in Israel. Besser kann man antisemitisches Gill auf dem e r p r o I> t e n österreichischen Boden nicht verbreiten. Was nützt es. daß bei näherer Betrachtung jeder vernünftige Mensch die Unlogik und die Unsinnigkeit dieser Behauptung sofort erkennen muß? Die Leute in Tirol und die Bürger Österreichs li ö r e n e s g e r n e u n d g 1 a u 1* r n o s g e r n e! Die Wahrheit sieht so aus: Schokolade wird in Österreich frei verkauft und die von Goldmanu und Osterei* uinerzollt eingeführte Schokolade >te 111 nicht einmal 1 Prozent der Gesamteinfuhr dar. Warum man ihnen für ihre Schokolade mehr zahlen soll als einer anderen Eirma. kann niemand erklären, auch nicht der Herr Helmer. Vielleicht soll sie deshalb teurer sein, weil man den hohen Zoll nicht bezahlt hat? Herr Helmer weiß, daß die Israelitische Kullusgcmeinde und die Zionistische Föderation vor diesen Geschäftsmachern gewarnt haben. Welche Impertinenz gehört dazu zu behaupten, daß Israel mit diesen Leuten in Verbindung stehe und von ihnen Waffen kaufe. Warum hat Herr Helmer. Innenminister und SPÖ-Bonze ohne irge ndwelehe tatsächliche Unterlagen so schwerwiegende antisemitische Behauptungen aufgestcllt, die in sich zusammenbrechen müssen? Warum hat Dr. Kresse, Präsident der Gewerbesektion der Handelskammer und führender ÖVP-Mann, sieh seihst als Judenfresser bezeichnet? Warum steht in den Wiener Zeitungen, ohne jegliche Beweise und vollkommen aus der Lull gegriffen, geschrieben, daß Zigaretten von Belgien nach Ungarn gebracht, von Ungarn nach Österreich geschmuggelt werden und daß aus dem Erlös dieser Schmuggelware Waffen in Österreich gekauft und über den Donauweg nach Israel transportiert werden? Weil die Zeit für führende Politiker gekommen ist, ihre aufrichtigen antisemitischen Gefühle nicht zu verbergen. Man steht vor den Wahlen in Österreich und will die Stimmen der Nazis haben! Der Eindruck, den diese Exzesse im Ausland erwecken müssen, stört Herrn* Helmer ebensowenig wie die Enttäuschung gewisser demokratischer Kreise im Inland. Wir aber müssen Dir diese traurigen Ereignisse ein wachsames Auge haben und jede Passivität könnte sieh sehr rächen. Stapsy. Eine offizielle Erklärung zur Affäre der ,vKoffnung(< Der VcrtreiiT des Staates Israel in Österreich. Dr. Karl Lewin. hat an die Austra Presse-Agentur in einem Schreiben zu der Kerle, die der Herr Minister dos Innern Oskar Helmer in Ried im Innkreis gehalten hat. Stellung genommen und erklärt, daß die genannten mul verhafteten Teilhaber der „HOFF¬ NUNG“ fler Vertretung des Staates Israel in Österreich unbekannt sind und keine Verbindung besteht. \ on dom Frlös des Schleichhandels i -t nieni das (iering.-te für den Staat Israel verwendet, noch Wallen für den Staat Israel gekauft worden. In Österreich gibt o* keine Organisation, die sieh irgendwie mit dem Ankauf von Mafien beM-häftigt. In einer späteren \ erütreiitlielmng ist ein Dokument erwähnt wurden, das die Angaben der Keile des Herrn I nnenniiiiisters belege-. ..Wir hatten leider nicht die Möglichkeit, Einsicht, in dieses Dokument zu nehmen. Wir halten es aber für überaus unwahrscheinlich daß dieses söge n a nute I) o k u m e n t etwas über M alVeiikäufe der ..HotViiung1* für den Staat Israel oder über Watfenlieferungen aussagt. da derartige Walfcnkäiifc oder Lieferungen nach unseren Informationen nicht stattgefnnden haben." An die jüdische Jugend Wiens! Der Herr Innenminister Oskar Helmer wurde durch das Aul fliegen der bekannten und skandalösen Affäre der Eiebesgabenaktion der Herren Osterer und Goldmann in eine peinliebe Situation gebracht. Es ist dokumentarisch erwiesen, daß sein Ministerium ifn August 1918 au! die eindringlichste Weise durch die Israelitische Kultusgeineinde in Wien. bzw. Zionistische Föderation in Österreich davor g e w a r n t wurde, dem Ansuchen der beiden genannten Herren, welche damals als Proponenten aultraten. slattzugehen. Die beiden Originaldokumente: Wien, ilen 2-1 August PO* All ilie Sicherheit -nlirekt hm Wien [. K uthaiisstra ßo SD 12.241) -IS Verein: ..Scariss llaplota" Bundesverband der .-»ioli geretteten .Inden in Europa in Mild n n g. Zu oiiigcm Bet reif wird mitgeteilt, daß die Israelitische Kultiisgomeindo Wien sowohl gegen die Bildung dieses Vereines als auch gegen die heigelegten Statuten mit aller Entschiedenheit. sieh aussprieht. Hierzu wird lol gemles angeführt : 1. Schon die Bezeichnung des zu gründenden Vereines ..Bundesverband der sieh geretteten .luden in Europa“ ist, unklar und irreführend. Es ist nicht glaubhaft, dal.) die in Europa geretteten Juden einen ..Bundesverband“ in Wien gründen oder bilden wollen und die Vcreinspropnnonteii dazu ermächtigt haben. 2 Zu $ 2 n): Es ist eine notorische Tatsache, daß aut (irund einer bindenden Abmachung zwischen der großen jüdisch-amerikanischen Hilfsorganisation A.JDC (American Joint Distribution foinmittee) Zentrale für Österreich, Wien 1, Stalinplatz II, und der III0 (International Kefugees Organisation), gleiche Adresse wie der Joint, die gesamten Kosten für eine materielle und moralische Hilfsleistung an minderbemittelte Juden, die nach Palästina abwandern wollen (vor allem an Migenannten DP.s) von diesen Organisationen übernommen und gedeckt wurden. Wenn der zu gründende Verein die* Absicht hat, für den in § 2 lit. a) angeführten Zweck Spenden zu sammeln und dies bei einer verarmten jüdischen Bevölkerung, wie dies in Wien der Fall ist. so ist das weder notwendig noch gerechtfertigt 2. Zii § 2 h): Mit. der (iewährung oder Erlangung von Erleichterungen für die Ausreise nach Palästina befassen sieh in bewährter Weise die Zionistische Weltorganisation, die in Wien und Österreich vertreten ist und die .lewish Agency, die ja nach der Gründung des jüdischen Staates Israel die halboftizielle Vertretung der Regierung in Israel in allen Ländern faktisch bildet, ln einem späteren Zeitpunkt, wenn der Staut Israel seine diplomatische Vertretung in Österreich haben wird, wird diese diplomatische Vertretung für alle Fragen ijer Einwanderung nach Palästina zuständig sein. Was die Frage der Auswanderung von Juden nach Übersee aubetritl't, so bestehen liiefür die bewährten jüdischen Hilfsorganisationen Joint (vorhin schon angeführt) und die Hl AS, Wien 2. Marokkanergassi' Dl. I. Zu 4} 2 e): Zu diesem Punkt wird als Zw eck des \ er haiides auch der Ankauf von Schilfen, die zur Beförderung der überlebenden Juden in die neue Heimat dienen sollen, angeführt. Dieses Vorhaben ist geradezu phantastisch mul im Kähmen eines Vereines undurchführbar. Die effektive Durchführung eines solchen Planes, wenn der Plan überhaupt durchführbar ist, könnte sogar mit Gefahren für die jüdische Bevölkerung und mit weitgehenden internationalen Konflikten verbunden sein. Die Leitung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien hat sich an die wirklich zuständigen Organisationen in den angcliilirtcn Fragen, das ist au die Zionistische Föderation in Österreich und an das Büro der .lewish Agenc.\. gewandt und um ein Gutachten ersucht. Die vorhin angeführte Stellungnahme der Israelit i,sehen Kultusgemeinde stützt sieh auf dieses Gutachten. Die Israelitische Kultusgeineinde Wien ist der Ansicht, daß die Bildung des pioponieilen Vereines, insbesondere unter Zugrundelegung der v öl-geschlagenen Statuten, mit dem öffctitliehen Interesse unvereinbar und den I II t e r e s s e ll d e s .1 II d e n I II III s .. e ll ä d 1 i e ll ist. Die Israelitische Kullusgcmeinde st eilt daher den A ii t r a g. die Sicherheitsdirekt 1011 möge de- Bildung des Vereines untersagen. ISK A ELITISDIIE KI: LTITSf 1 EM El N D E WIEN Der I ’rä 'ident : Dr A int sdi|-ekt o: Stellungnahme der Zionist ischen pöderation in fWferreich in Abschrift. Wien, den 21. Augu-U |!Us An den geehrten Vorstand der Israelitischen Kuliiisuemeiiuh- W i e n I. Schottenring 2V Die Zionist isehe Föderation hat -'ich in: EinverneHmen mit. der Jewi,-h Agency in ihrer Sitzung vom 20. August P) IS mit der Angelegenheit der Statuten des neu zu gründenden Vereines ..Scariss llapleta" Bundesverband der sieh geretteten Juden m Europa befaßt und beehrt sich, im filierenden ihre Stellungnahme hokanntzugebeii. Vor allem ist die Bezeichnung ..Bundesvband der sieh geretteten Juden in Europa" unklar und irreführend, denn daß die in Europa, geretteten Juden einen ..Bundesverband" in Wien gründen oder bilden wollen, beziehungsweise die Proponenten dazu ermächtigt haben, isl weder bekannt noch glaubhaft. ad § 2 Punkt a) Es ist eine bekannte Tatsache, daß auf Grund bindender Abmachungen zwischen Joinl und IRQ die gesamten Kosten für eine ..materielle uncl moralische Hilfeleistung an alle minderbemittelten Personen'* von diesen Organisationen übernommen wurden und gedeekl worden. Das Sammeln von Spenden unter einer zum weitaus überwiegenden Teil verarmten Bevölkerung für obige Zwecke ist mit Rücksicht auf die Deckung dieser Ausgaben durch das Ausland keineswegs notwendig ud-r gereehtfert igt. Was die Aufbringung von Kautionen zur Erlangung von Einreisevisa anbelangt, ist der Jewish Agency von der Notwendigkeit oder Verpflichtung des Erlages solcher Kautionen nichls bekannt. ad $ 2 Punkt lt) Mit der Gewährung oder Erlangung solcher Erleichterungen für die Ausreise nach Palästina befaßt sich in durchaus bewährter Weise die Zionistische Weltorganisation durch die in ihrem Auftrag tätigen mul von ihr mit weitgehendsten Befugnissen ausgestatteten. von den Regierungen und ihren Behörden anerkannten Palästina-Ämter (Jewish Agency), die es nicht nötig haben, irgendwelche Hilfe oder Intervention von Vereinen oder Einzelpersonen in Anspruch zu nehmen. (Mirigens wird in Zukunft die Einwanderung mich Palästina durch die israelische Regierung geregelt und nach ihren Weisungen durch ihre Institutionen durchgeführt, werden. In ähnlicher und bewährter Weise befassen sieh der Joint und die Ilias mitder Finanzierung und Erleichterung der Auswanderung jüdischer Menschen nach Übersee. Auch diese Organisationen verfügen über die Mittel und einen Stab erstklassiger Fachleute, daß sie einer Hilfe seitens anderer nicht benötigen. ail 4? 2 Punkt c): In diesem Punkt wird als Zweck dieses Verbandes auch der „Ankauf von Schilfen, die zur Beförderung der überlebenden Juden in Europa in die neue Heimat dienen sollen'' angeführt. Wir halten dieses Vorhaben für phantastisch und im Rahmen eines Vereines undurchführbar. da die hierfür nötigen, gewaltigen Mittel von einem Verein nie aufgebracht weiden können. Aus diesen Gründen könn teil die als Zweck des Verbandes angegebenen Aufgaben des Vereines den Eindruck erwecken, als ob mit diser Vereins- Die „Jugendsektion des Zionistischen Landesverbandes“, die vor wenigen Wochen reaktiviert wurde, mit alle jüdischen Jugendlichen Wiens auf, ihrer Organisation beizutreten. Die Jugendgruppe hat sieh die Aufgabe gestellt, die jüdische Jugend zu einem Freundeskreis zusammenzuschließen, wo jüdische und zionistische Plane erörtert werden sollen. In diesem Freundeskreis soll auch Geselligkeit und Sport betrieben »erden und jeder knnn das besprechen und erfahren, woran er interessiert ist. Für die erwachsene Jugend finden schon jetzt allwöchentlich kulturelle Veranstaltungen statt und wird die Jugendgruppe auch Ausflüge und Sporttage veranstalten. Aber auch den ganz Jungen wollen wir den Weg zeigen, der ihnen als Basis für die Zukunft dienen soll. Die Kleinen sollen ihre Spielnachmittage haben, wo sie im zionistischen («eist erzogen werden. Jüdische Jugendliebe Wiens: Kommt zur „Jugendsektion des Zionistischen Landesverbandes" und ihr werdet einen Kreis von Gleichgesinnten tinden, der sich bemühen wii;d, euch das Leid vergangener Tage vergessen zu machen und den Weg nach Israel, dem Endziel aller jüdischen Menschen, zu ebnen. Die „Jugendsektion des Zionistischen Landesverbandes“ ruft und grüßt alle Jugendlichen Wiens. I I G E N DS E K T I 0 X Zionistischer Landesverband in Österreich

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