Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1949
- Issue
- Heft 30 (28.1.1949)
- Date
- 1949-01-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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wmmmm e/Illgem eia zionistisch eßo ch enschvift Zionistischer Landesverband Wien nro D^an fforsn nrrwnr: Preis 1 Schilling V-b.b Redaktion und Administration: =§ Wien IX, Universitätsstraße Nr. 4 4 I| Telefon A 26 4 73 1 Postscheck-Konto Nr. 134.292 28. Jänner 1 949 Erscheint vierzehntägig (ifö "i. Nr. 30 — 1949 „Die Regierung Israels kann nicht ignoriert werden“ Rade Winston S. Churchills vor dem englischen Unterhaus Ich muß sagen, (laß auf keinem Gebiet der Regierungspolilik mehr Fehler gemacht worden sind als in der Palästinafrage. Es ist meine Überzeugung, daß wir in den Monaten nach der deutschen Kapitulation die Möglichkeit und Macht gehabt hätten, in Palästina eine Teilung (lurchzuführen, mit dem Ziel, den Juden die nationale Heimstätte zu sichern, ein Postulat, das schon seit einem Vierteljahrhundert zur Politik jeder englischen Regierung gehört hat. Solch ein Plan hätte natürlich die legitimen Rechte der Araber, wie es im Irak, in Transjordanien und in bezug auf Syrien geschehen ist, berücksichtigen müssen. Ich hatte immer gehofft, daß die ganze Frage des Mittleren Ostens auf einer breiten Basis sofort nach unserem Sieg geregelt werden würde und daß ein arabischer Staatenbund, der drei oder vier arabische Staaten zusammenfassen sollte, und ein jüdischer Staat erreicht werden könnten, die dem ganzen weiten Gebiet des Mittleren Ostens Frieden und Einigkeit geben würden. Ob eine so weitgehende Politik wirklich hätte durchgeführt werden können, weiß ich nicht sicher, aber eine Regelung der Palästinafrage auf der Grundlage einer Teilung wäre bestimmt von jeder Regierung, die ich geführt hätte, versucht worden, und zwar in enger Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten und im persönlichen Kontakt mit dem Präsidenten. Aber diese Gelegenheit wurde verpaßt. Die sozialistische Partei gewann bei. den Wahlen dadurch viele Stimmen, daß sie den Juden große Vorteile und Konzessionen versprach. Als sie dann ans Ruder kam, hielt sie ihr Versprechen nicht und erzeugte bei ihren Wählern Enttäuschung und Ärger. Die Labour-Regierung hat bei der Behandlung des Palästinaproblems ihre ganze Unfähigkeit bewiesen. Als nach anderthalb Jahren größter Unruhen die Regierung trotz ihrer jährlich über 100 Millionen Pfund kostenden Armee nichts erreichen konnte, schlug ich der Regierung vor, daß sie, wenn sie sich nicht zu einer Änderung ihrer Politik entschließen könne, das Mandat zuriiekgebeu sollte. Sie ließ noch ein weiteres Jahr mit höchst bedauerlichen Zwischenfällen vorübergeben, ein* sie entsprechend meinem Rat handelte. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Mr. Bevin das Kräfteverhältnis zwischen Arabern und Juden während dieser Zeit und nach dem Abzug der Engländer falsch einschätzte. Sicherlich sah es auf dem Papier so aus, als ob die Syrier, die Ägypter und Araber, die von so vielen Stuten eindrangen, die Partie gewinnen würden. Dies war nie meine Ansicht. Während des Krieges fragte ich Lord Wavell, wie er die Chancen der beiden Gruppen in Palästina beurteile, und ohne Zögern antwortete er mir. daß. wenn die Araber und Juden sich selbst überlassen wären, die Juden gewinnen würden. Die Tatsachen haben dieses Urteil bestätigt und gezeigt, wie leicht es gewesen wäre,' nach der deutschen Niederlage eine wirkungsvolle Teilung durchzuführen. Jetzt haben wir eine veränderte Situation; die Palästinafrage ist keine Parteifrage. Labour und Konservative sind nicht auf eim> einheitliche Meinung festgelegt. Aber welcher Partei wir auch angehören und welchen Standpunkt wir /auch einnehmen, müssen wir uns doch auf den Boden der Tatsachen stellen: Die Juden haben die Araber aus einem größeren Gebiet he rausgetrieben, als wir ihnen in unserem Tcihmgsplun zugebilligt hatten. Sie haben eine Regierung eingesetzt, die erfolgreich arbeitet. Sie haben ein siegreiches Heer zu ihrer Verfügung und sie genießen sowohl die Unterstützung der Sowjetunion als auch die der Vereinigten Staaten. Das mögen unliebsame Tatsachen sein, aber können sic in irgendeiner Weise bestritten werden? Es scheint mir. daß die Regierung Israels, die in Tel Aviv errichtet wurde, nicht ignoriert werden kann, nicht behandelt werden kann, als ob sie überhaupt nicht existiere. Ich unterstütze unbedingt Mr. Eden darin, daß wir ohne weiteren Verzug diplomatische Vertreter nach Tel Aviv senden sollten. Die Russen haben eine sehr große Vertretung, Amerika wird durch einen Botschafter repräsentiert. Insgesamt 19 Länder *) haben die Regierung von Israel entweder de facto oder de jure anerkannt. Die Wiedererrichtung des jüdischen Staates ist ein Ereignis in der Weltgeschichte. Es wäre geradezu närrisch, wenn wir Engländer, die Interessen. Pflichten und Erinnerungen in Palästina und dem Mittleren Osten haben, einen schmollenden Boykott aufrecht erhalten wollten. Tel Aviv. AP. Einer der vier RAF- Piloten. welche kürzlich über dem Rafah-Kainpfgebiet, abgeschlossen wur- Es ist noch etwas anderes zu bedenken. Wir haben (‘inen Vertrag mit König Abdullah und eine Pflicht ihm gegenüber. Siebenundzwanzig Jahre sind vergangen, seil ich seine Ernennung zum Emir von Transjordanien vorschlug. Sehr wenig Institutionen bestehen noch, die vor 27 Jahren bestanden. Während all dieser Zeit und was fjir einer Zeit hat König Abdullah mit Weisheit und unbedingter Treue zu seinen Verbündeten gehalten. ohne Rücksicht auf das Kriegsglück. Wir können seinem Schicksal nie ht gleichgültig gegenüberstehen oder ihn behandeln. wie wir es mit dem Nizam von Haiderabad gemacht haben. Aber wenn er angegriffen würde, könnte uns dies in direkten Kampf mit den Vereinigten Staaten bringen. Eine so tiefe Divergenz über einen kritischen Punkt zwischen uns und den Vereinigten Staaten wäre wahrhaftig eine traurige Belohnung für all unsere Bemühungen während der letzten 20 Jahre in Palästina. Es ist beklagenswert, daß die Entendung diplomatischer Vertreter so lange hinausgezögert worden ist. *) Inzwischen 22 Länder (Red.). den, erzählte Reportern, daß seine ..Spitfire“ israelisches Gebiet überflog, als sie von israelischen Bodentruppen abgeschossen wurde. Der junge Pilot. Frank Harvey Close aus London, gehört zur RAF-Erkundungsbasis des Suezkanals. Er wurde im jüdischen Militärspital interviewt, wo er sich von seiner Verwundung erholt, „Wir hatten Auftrag, die vorgeschrittenen Positionen der israelischen Streitkräfte zu photographieren“, erzählte Close. „Wir erreichten die Front, ohne 'Truppen zu sichten, worauf wir die Grenze überflogen. Ich kenne das Gebiet und wußte es. Ob unser Staffelführer dazu Befehl hatte, ist mir nicht bekannt. Wir sahen viel Militär und unser Kommandant machte Aufnahmen; wir flogen in 500 Fuß Höhe. Meine Maschine wurde von einem Geschoß getroffen, sie fing sofort Feuer und ich sprang mit meinem Fallschirm ab.“ Darüber befragt, ob er wisse, daß ein britisches Flugzeug vor einigen Wochen bei der israelischen Küste abgeschossen wurde, antwortete Mistor ('lose, er hätte in ägyptischen Zeitungen darüber gelesen. Die Wahlen in Israel Die Wahlen haben einen ruhigen und normalen Verlauf genommen. Nach Meldungen aus Israel wird das Resultat der Wahlen erst am 29. oder ßO. Jänner bekanntgegeben werden. JUDEN WIENS! Ihr könnt nicht passiv bleiben angesichts der heroischen Leistungen Israels! Heute ist Israel ein lebendes Faktum! Israel hielt gegen fünf fremde Armeen stand. Israel öffnete die Tore für mehrere hunderttausende Juden, die ein freies Leben in einem freien Land anstreben! Israel baut und schafft neue Siedlungen und Heime im ganzen Gebiet des nationalen Territoriums für alle, die festen Fuß fassen wollen! Treu den Traditionen müssen die Juden Österreichs auf den dringenden Ruf Israels ihre Antwort geben. Ihr werdet dem Staat Israel auf allen drei Fronten — Sicherheit, Einwanderung und Aufbau — eure Hilfe leisten. Die Zeit ist kurz, setzt euch gleich in Verbindung mit dem Zentralkomitee Magbith Meuehedeth, Wien L, Schott Miring 25/111 Sendet eure Spenden sofort und meldet euch zu einem monatlichen, freiwilligen Beitrag! Zögert nicht! Britischer Pilot wußte, daß sein Flugzeug iraelisches Gebiet überflog *k 5^99999999999999999999999999998015