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Die Stimme · 1948-11-20 · Heft 27 (20.11.1948) · page 4

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Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 27 (20.11.1948)
Date
1948-11-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Ü.)ie Stimme Nr. 27 ISRAEL Sowjet-israelische Handelsbespreeliungen Pas Isländisch«' I Iandi'lshiiro ttull mit. dal> einleiUmde Verhandlung«1!! i'iir ein ru.-sisrh-israelischo Handidsabkomnien zu «dnem günstigen A!>- -ehluß gelangt sind. Hußland wird Weizern. Holz und l’aratTin im AustatiM-h geg«m Waron aus Israol ludern. Diu vereinbarten Preis«1 dir diu "Waren aus Sowjet-Bußland sind um viides niedriger als diu dur imd.-teu anduruu Länder. 1000 Olim tätlich Am 10. November wurde von Llia’nu Pohkin. Mitglied dur Lxukutivu dur Jewish Agency in Jerusalem, die sen- -ationulL1 Tatsache mitgeteilt. daß -eit Anfang Xovemht'r tätlich 1000 Neueinwandurur in (Um Häfen Israels gelandet sind. Den Rekord jedoch hält der ti. November. an dem 4071 < »lim den Hoden ihres neuen Heimatlandes betraten. Armee Israels hat ihre Aufgabe noeh nicht beendet Premier- und Verteidigungsminister David Heu Gurion begrüßte Kadetten einer < »ffizierssclmle mit folgenden Worten: ..Der Feind steht noch auf unserem Hoden, deshalb dürfen wir uns mit dem Erfolg unserer Armee noch nicht zuiriodengeben. Fnsere Armee ist. verglichen mit den Truppen der Feindesstaaten, klein, aber ihre zahlenmäßige ITiterlegenheit wird durch ihre Schlagkraft, f'ieschirklichkeit: und vor allem durch ihre Moral ausge- Ldichen. Die Zukunft unseres Landes wird aber nicht nttr von der Stärke der "Waffen, sondern insbesondere von dem Fähigkeiten seiner Finwohner auf allen anderen Gebieten abhängen.“ Brutalitäten gegen .jüdische Internierte auf Cypern Es häufen sich Meldungen, daß die von den Engländern auf Cypern internierten Maapilim Mißhandlungen ausgesetzt sind. Vor einiger Zeit versuchte eine Gruppe junger Internierter. zu einem Schiff zu schwimmen, das nach Israel unterwegs war. Britische Polizei veranstaltete eine Jagd auf die Flüchtenden, doch gelang cs sieben von ihnen, das Schilf zu erreichen. sie wurden jedoch zur Biickkehr gezwungen und auf eine Weise bestraft, die an noch nicht vergessene Tage gemahnt. Sie wurden gezwungen, die ganze Nacht nackt unter freiem Himmel zu verbringen, und so stark geschlagen, daß zwei von ihnen ins Krankenhaus eingeliefert weiden mußten. .Neuankömmlinge aus Ägypten erzählen, daß sie trotz Ausreiseerlaubnis der Engländer ähnlicher Behandlung ausgesetzt. sind. Ihr Hab und Gut wird kontrolliert. Koffer zerbrochen. Säcke mit Bajonetten durchstoßen, so daß aller Inhalt verlorengeht, oder unbrauchbar wird. Es ist dabeikein W under, daß die Fnzufriedenheit der Internierten ständig wächst, was zu Zusammenstößen mit der britischen Militärpolizei führt. Yad Mordechai befreit 4 ad Mordechai. eine jüdische Siedlung. einige Kilometer nördlich von Goza. wurde durch den siegreichen Vormarsch der israelischen Truppen befreit. Pie Kolonie war in den ersten Tagen trotz heftigen Widerstandes der Siedler von den Ägyptern eingenommen worden. A ad Mordechai wurde 1444 gegründet und trägt den Namen des heldenhaften Kommandanten des W'arsehauer (ihettoaufstandes Mordechai Anielewicz. Englisches Militär in Palästina Tel Aviv. 9. November. Die Israel- L’egierung forderte die Vereinten Nationen auf. sie sollen Berichte, daß britische Armeoeinheiten in Transjordanien eingelangt sind, untersuchen. Pbwohl das britische Außenamt. diese Beschuldigungen dementierte, wurden folgende Behauptungen von Beamten der Israel-h’egierung aufgestellt: 1. Die Stärke der britischen Einheiten. welche die Grenzen Transjordaniens überschritten, beläuft sich auf mehrere hundert Mann. 2. Die Briten operieren als taktische Einheit: sie sind mit Panzern und Artillerie ausgerüstet. .4. Pie britischen Truppen sind vor einer Woche in Transjordanien eingetrolfen und konzentrieren sich bei Bamallah. der 14 Meilen nördlich von Jerusalem gelegenen Hast' der Arabischen Legion Abdullahs. Mezuzoth in Washington In Anwesenheit des israelischen Gesandten Eliahu Epstein und anderer Missionsbeamter segnete h’abbi Joshua Plaven. Habbinatsvorsteher in Washington, die Bäume der israelischen Mission in Washington und befestigte während einer feierlichen Zeremonie zehn silberne Mezuzoth an den Türen der Mission. I)io Mezzuzoth wurden in Jerusalem gearbeitet. * Israel bei Rundfunk-Konferenz vor vertreten In Mexiko-City fand eine Konferenz des internationalen High Fro<|iieney Broadcasting statt, an der nach hartem Kampfe — 2b zu 21 Stimmen — (‘in Beobachter Israels teilnahm. Großbritannien. Ägypten. Syrien. Kanada. Pakistan und Indien haben noch mich der Abstimmung Protest eingelegt. Großbritannien vertrat in der vorausgegangenen Debatte den Standpunkt. daß der Staat Israel nicht bestehe und dahier auch keinen Delegierten entsenden könne. Handelskammer Frankreich-Israel In Paris wurde ein neues Komitee der Handelskammer Frank reich-Israel gebildet, dessen Ehrenpräsident M. Justin Godart ist. Die Aufgabe der Iiandelskammer Frankreich-Israel besteht in der Bemühung, die Verstärkung der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern zu fördern und über das (Ökonomische und industrielle Leben im Staat«' Israel Aufschluß zu geben. Marrancn-Abgcsandtcr in Israel Dieser Tage traf in Israel ein Abgesandter der Marranen aus Portugal ein. um Erkundigungen einzuziehen, in welcher Weise die Legierung der Minimal Israel den Marranen dabei behilflich sein kann, wieder offen ihren Glauben zu bekennen und in die jüdische (iemcinschaft zuriickziikohroii. ln Portugal leben heute noch etwa. 10.000 Marranenabkömmlinge. * Verhandlungen über den Verkauf von Zitrusfrüchten Pie im Ausland weilende Zitrus- (h'legation hat in Schweden zufriedenstellend«' Ih'sultate erzielt und verhandelt jetzt in Prag über Zitrussendungen nach der ('SB. * Mais aus Polen Ein Schiff mit ein«'r Ladung von 2000 Tonnen Mais aus Polen kam im Hafen von Haifa an. Ph's«' Ladung war ein G«'schenk der Juden in Polen an den Staat Israel. Für d«'ii Ankauf dh'ser Sendung waren 240.000 Dollar aufgebracht worden. Israel und die UNO Zum Vortrag I. Jakobovies Der Kluhraum des Zionistischen Landesverbandes in Österreich war am 14. November anläßlich «U's Beferats des Chawer Israel .Jakobovies. dem Leiter der Jewish Agency in Wien, über das interessante Thema ..Israel und die FXO" bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Der Vortragende schildmde in seinen klaren Ausführungen die gegenwärtige Lago der Israel- Frage in der FXO. in delikater Weise die merkwürdige Situation der ..Arabischen Liga4', um schließlich di«' Vorscli lüg«' Bernadettes zu beleuchten und zu kritisieren. Mit einer außerordentlichen gründlichen Sachkenntnis zergliedi'rte er die Bedeutung des Xi'gev und Galiläas unter besonth'rer lh'zugnalnne auf den politischen und wirtschaftlichen 'Wert. Das zahhu'iche Publikum dankt«' mit starkem Applaus dem A'ort ragenden für sein«« hochaktuellen Ausführungen Mit bosomk'ror B«'fri«'digung wurde die Vmdautlmrung zur Kenntnis genommen. daß jt'den Samstagabend in den KlubrämiK'ii des Zionistischen Landesverbandes im Cale Be«'thov«'n 'Vorträge promim'iitor Zionisten abgidialt('ii worth'ii. National Allgemeine Vers. A. G. (Fonciere) Wien I, Bürsegasse 14, Telephon A 16 5 20 Elementerversichcrimyen, Krc\///u(irzciiuiA UnUlv crsicJiemn^cn Das gestrichene Wort / Von Hermann Hesse Ein wunderliches Anliegen hat uns gestern, meiner Frau und mir. je hür eine Stunde Arbeit gegeben. Es kam ein Brief aus Amerika, geschrieben von einem alten Herrn, einem frommen deutsehen Juden aus einem jener eiten Judcnhäii.'UT des W hoi n- und Maingebieles. die bis an die Schwelle dos unfreundlichen Heute zu den ältesten und besterhaltenen Kulturherden Deutschlands gehört haben, einer jener alten rheinisch-jüdischen Familien, deren eine in Wilhelm Speyers wundor- -•* liönem Boman ..Pas Glück der An dermudi" ihr Denkmal und ihren würdigen Nachruf gefunden hat. Dieser alte Herr in New York, ein Emigrant, ein kultivierter und frommer .Jude, ein Namenloser in jenem Heer von Werl vollen, die Deutschland zugunsten der SGiroicr und Bösowichte von sich ge -■toben hat. ,-chrieb mir einer Gewi.-- - (Ul - frage wegen, die ihm Skrupel machte, und die Bille, di«' er an mich zu lichten für .-eine Pflicht hielt, bc- - teilt darin: ich möchte ein einzige-' Wort, in einem meiner Bücher bei künftig«1!! Auflagen weglassen. Er hat vor kurzf'in «hm ..Kurgast'4 gi'h'smi und darin «‘ine Stelle, wo ich «len Spruch zith'r«1. ..Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.44 Per ..Kurgast" nennt diesen Spruch ..«las weis«'ste Wort, das je gesprochen wurde, und fügt hinzu: ..Ein Wort, das übrigens erstaunlicherweis«' auch schon im Alten Testament steht." Für «hm Lf'ser und Briofschreiher in Amerika, nun, für den frommen .Juden und Bibelleser, ist das Wort ..«'rstaunlioluTwoise" nicht annehmbar, er lind«1) mit diesem Wort, das Jiuhuitum und di«* Thora b«1hddigl und angezweifelt. und er bittet midi mit ernst«1!! Worten, dies Wort zu streichen. Zunächst, nun mußte meine Frau, da meine Augen es nicht leisten konut«'ii. den ..Kurgast" auf jene Stell«1 hin durchlliegcn. um den Zusammenhang und Wortlaut, des Satzes fest zustellen. Dann las ich die fragliche Seit«1 meines vor 24 Jahren geschriebenen Buchesorgfältig nach. Natürlich hatte der Brh'fsehroibor recht, natürlich war es «'in Irrtum, und war für jüdisch«1 Leser beinahe eine Blasphemit', wenn «'in bisher von ihm ernst gt'iiomimmer Autor es „erstaunlich“ fand, daß «'ine so «'«lies und «'rhabenes Wort, .,s<dion“ im Alten Testament st,and, also lang vor Jesus und der christliclu'n Li'lire geschrieben war. Er halte recht, daran war nicht, zu zw«'if«'ln: mein Ausdruck „ersfaunlicherweis«1“ war, «'benso wie das Wort, „schon“ (das iimin BriefschreilxT almr nicht; Ix'anslandet.«1) objektiv unrichtig, ««r war voreilig und töricht, er spiegelt«« «dwas von d«'r zugh'ich vmdegenen und hoehmiitigt'ii Art, whh'r, mit der zur Z<dl iiudner Kindheit, und Erziehung die populäre pro- («'stantiscli«1 TImologie uns kleiiH'ii Brotes,Innh'iikindern von der Uilxd und vom Juden),um sprach und welche, etwa, darauf hinauslief, cs s«'i das .Judentum und das Alte Tcstaim'iit zwar hochehrwürdig und nicht, genug zu respi'kt icren, aber es fehl«1 ihm eben doch das Letzte, die Krön«1, das All«1 Th• -1ain-'iit, sei vorwiegend «du Buch des Go-etze^ und der Streng«1, während erst, das Neu«1 (hm wahren und vollen Begriff (It'r Lieb«' und der Gnad«' gebracht halx' usw. Als ich jene Zeile im „Kurgast," vor 24 Jahren schrH'b, war ich, mindestens elxm für jenen Augrnblick. nicht, ein Wissender und PIktli'geix'r gewesen, somh'in «>s war mir damals, als ich jmms h('rrlich«1 Wort von der Xüehsh'iilh'be zith'ide, in der Tat „«'istaunlieh" vorgekonuiK'ii, daß «'in solchi's Wort, das man ruhig di«' puinh'ssenz (I«t christlichen Lehr«1 oder «loch der christlichen Moral nenneii könnt«1, .schon44 im Allen Testaiik'I11. stell«1. Beeilt, hatte <t, der Ih'lx1 besorgt«' Mann in Amerika. Aber wie war das nun. War <Icr „Kurgast," und wanm alle mein«1 Bücher «h'iiu geschrielxm, um Kenntnisse und obji'ktive W ahrlmilen im \ «dk zu verbreiten:' War nicht, dies iiK'ine Bolh' und Aufgabe gewcsmi: nminen Lesern nicht nur iimin«' Gcdanki'ii und f!herzeuguligcn milzuti'ihm, sondi'i n auch iiK'in«1 Zwi'ilel, und ihnen nicht einen Autorisierten und Geweih!«'!! vorzuspielen, sondern nur mich selbst zu zeigen, eiiu'ii suchenden und irrenden Bruder:'

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