Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1948
- Issue
- Heft 27 (20.11.1948)
- Date
- 1948-11-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 27 3)ie Stimme Seite 4 Warum verlangt Israel den NegevT welchem eine Industrie nufgehaut wn I)i<1 ..New York I lerald I ribune" briue! unt<*r dein 4 ilel ..Wnriim Israel den Xegev verlangt" ('inen Artikel \nn Ruth (iruher. Sie \ erglcieht durin den Bernadette rinn, der die Loslosung des Xegev vun Israel \<'rI;inp;t mit der Abtretung der Sudeten im Hitler dentselilnnd im .Inlire I9JS. Für jedi'ii .Inden, der seine ganze Krall darangeset zl Iml. im sandigen Iloden des Xegev Wasser zu linden, für jeden .Juden, der sieh seinen Wer!' nach Isrnel durch die Konzentrationslager von Dnehnu. Buchenwald und ( Apern erkämpft Iml. ist Graf Bernad(dt(‘ der Nachfolger I* uncinmns. Es sind \vi(‘ Ruth (Iruher von olliziellen israelischen Kreisen in Idi Jährling brachte sieben Punkte, weicht' die Boreebligung für ihr«' Forderungen dnrstellen: 1. I)er Xegev ist das einzige flebiel. in dt'm ('int' große Anzahl Einwanderer anfat'si(>(|<>H, worden kann. Isrnel ist mehr als (('des andere Land in der beschichte -- mit Ausnahme der Vereinigten Staaten - auf die Aufnahme von Einwanderern angewiesen. 2. Der ürrnadotte-Plan spricht den Xegev Transjordanien zu. das schon ein Territorium von .'54.5 70 (Quadratmt'ilt'u hat. Zuzüglich der .'5S00 t.)uadratmeilen d('s Xogov-hebiotos würde Transjordanien nt'iin zehn mal gröber als Israel sein, bahoi hat Transjordanion nur .'510.000 Einwohner. Israel aber mehr als 800.000. Die .Juth'ii habt'ii die Polash- Werke aufgebaut, welche die größten ihrer Art im britischen Imperium waren, Es besieht eine stärkt1 Nachfrage nach I’otash und die -luden sind überzeugt, da 15 sie die Werkt' weiter ausbauen und viele andere Mineralien wissenschaftlich auswerten können. Sit' haben die Wüste besiegt. Anfang Dezember werden die ersten Wahlen im Staate Israel stattlinden. Aber das proportionelle Wahlsystem wird dasselbe sein, wie es bei den letzten Wahlen des Yishuv (Assofat llanivharim) 1044 angewandt wurde. Obgleich der Staat, neu ist. bleibt die Rcgierungsform die alte; der Yishuv hat seine Angelegenheiten schon seit Jahrzehnten auf seine eigene Weise geführt. Das propnrtionelle Wahlsystem in Israel ist, ganz besonders einem Volke angepaßt, das so lange Zeit eine Minorität in vielen Ländern gewesen ist. hnd seine Politiker diskutieren gern bei kleinen I Unterschieden und Differenzen, aus denen sich dann wichtige politische Ansichten bilden — ähnlich unseren Vorfahren, die jede Nuance und jede Kleinigkeit des besetzes erörterten. Das proportionelle Wahlsystem ermöglicht, es auch den kleinsten politischen Minoritäten, ihre Ansichten zu vertreten. So gab es 1044 -hei den W ahlen .'5(5 Listen. Obwohl b nippen, wie Vemeniten, Sephardäer, oder Sportvereine, wie z. 15. Maccabi, gar nicht erwarteten, daß mehr als ein Kandidat gewählt wird (der (1 roßteil dieser 40 Listen hat, keinen einzigen Platz gewonnen), haben doch viele Listen bis 171 Kandidaten aufgestellt. Lud warum gibt es so viele Parteien, wenn die meisten von ihnen keine Aussichten haben? Die Stimmen dieser erfolglosen Kandidaten gehen nicht, verloren; sie unterstützen die Wahlstimmen der größeren Part,eien. Lin religiöser sephardiseher Arbeiter würde z. 15.. wenn ('s nur die fünf großen Parteien geben würde, die Poale Misrachi wählen. Lr lindet aber auf der Wahlliste zwei andere Parteien, die seine Interessen während die Wüste jahrhundertelang die Araber besieg! und ihren Nomaden nichts als Billiger und Armut gegolten hat. I. I >i<1 Juden haben einen I»ewässe ■ rungsplan ausgearbeilol. an Hand dessen sie die \\'iiste urbar machen wollen. Sie haben als einziges Volk im Millelosfon das technische Wissen und Können zur Aushihrung dieses Pianos. 5. Präsident Woizmann stellt sieh Israel als die Schweiz des Mittelasiens vor. einen Staat, der Rolmiateria- Iieil ('inführt, sie verarbeitet und sie als Fertigprodukte wieder a.usfiihrt. Der Xegev ist das einzige hobiet. in bünzlich unerwartet, trifft uns die traurige Nachricht, aus Paris, daß unser Chawer Samuel Seligsohn durch ein grausames beschick uns entrissen wiinh*. im blühenden Alter, im Aulstiicg seiner politischen Karriere, ist, Samuel Seligsohn jäh voll uns gegangen. Lr ist im Jahre PH2 in \\ ihm als Sohn einer chassidisehen Familie geboren worden. Seine erst»' öuelle jüdischen Wissens war wie gewöhnlich in solchen Familien der biioder und der Kabln, später die Jeschiwah. Lr ging nicht den Weg der damaligen Tradition, es drängle ihn nach weltlichem Wissen, belieim fängt er an. sich in unsere modernen Schriftsteller von der Maskalnh-Hewegung zu vertiefen. und mit größter Begeisterung las er die (iedichte von Iiialik und hzernichowski. bloichzoilig nahm er Privat unterricht, um nach der Aufnahmeprüfung in das Wilnaer bymnnsäum einzutrelen. In späteren Jahren, als vorgeschrittenen Student, treffen die sephardische Arbeiterpartei. Der führende Kandidat auf der Sephardi- Liste ist vielleicht ein reicher Rechtsanwalt, mit dem der Arbeiter wenig (iemeinsairies hat; er wählt die sephardische Arbeiterpartei, weil er der Meinung ist, daß diese seine Interessen am besten wahren wird. Obgleich er ein gutes Mitglied der Jlistadruth ist. will er nicht die Mapai wählen, da, er die unbegründete Meinung vertritt, daß der ..Ashkenasi Mapainik" als Leiter der Arbeitsbörse ihn hintansetzen wird. Daher wählt er die Sephardi Arbeiterpartei, deren Stimmenanzahl aber nicht, für einen Kandidaten genügt und sieh daher der Mapai anschließt,. Oder sie werden zur Partei des reichen sephardischen Rechtsanwalts hinzugefügt,, oder er gibt sie den Allgemeinen Zionisten weiter. Das proportionelle Wahlsystem gilt wenn es korrekt, angewendet wird - als das gerechteste im Sinne der demokratischen Wahlordnung. Der ganze Staat, Israel bildet einen einzigen Wahlkreis, und die Jerusalemer und Tel Aviver Bürger wählen die gleichen Kandidaten. Diejenigen, die gegen das proportiolielle Wahlsystem sind, sind auch begner einer Koalitionsregierung. Doch in Israel ist die Koalitionsregierung die einzige demokratische Form, die den wahren Volkswillen vertritt. Oirößere Änderungen im proportioni'llen Wahlsystem Israels sind nicht zu erwarten; es entspricht der Art und den demokratischen Aspirationen der Mehrheit des Volkes. Dieses System wurde auch im Teilungsplan der UN vorgesehen doch ist; dies nicht von ausschlaggebender Bedeutung. Jesse Zel Lurie den kollll. (>. Soll Israel diese St eiluna einnehmen. so bru lieht es den Ihifcn voll Akuba nls ..Feilster" für den i h ientnmrkt. 7. Niemand kann genau sagen, ob im Xegev öl vorhanden ist. doch soll!»' nicht alles öl einem Volk gehören. Die Juden weisen auf das .Jahr BMI hin. in welchem sich Irak mit den Nazis gegen Droßbrilannien verbündete. Aus diesen briinden kann Isrnel den BernudoUe-Plau nicht aimclmion: es wird nicht die Rolle der Tschechoslowakei von damals spielen. wir den jungen Seligsohn in den Reihen der Zionistischen Vereinigung ..lvadimah". Nach Absolvierung der Hochschule studierte, er Philosophie, heiratete die Tochter eines chassidischen butsbesitzers in Tarnopol (Galizien). Im .Jahre PF59 liüchtcte er mit Frau und Kind nach Rußland, wo er bis zum Kriegsende verbleiben mußte. I in seinen 1 raum, die Alijah nach Lrez, zu verwirklichen, trennt er sich von seiner Familie and fährt nach Polen. Hier nimmt Magister Seligsohn lebhaften Anteil an der Arbeit unserer Bewegung. Lr fährt über ganz Polen und organisiert Sniiim und Kibbuzim und wird schließlich von der Leitung unserer Bewegung nach Österreich zur Weiterarbeit beauftragt. Wir selien ihn hier im Mittelpunkt der Organisationen in den Lagern Betli Biahk. Franz Joseph u. a. — Das erstemal iraf ich mit Samuel Seligsohn auf der 1. Landeskonferenz der Allgemeinen Zionisten im Jahre 194(5 in Linz zusammen. Damals grill' er unsere zionistische Tätigkeit m Wien sehr heftig an. Der junge Mann mit seinen vor Begeisterung brennenden Augen machte auf mich einen besonders guten Eindruck und ich schlug dem Merkas vor, ihn nach Wien zur Arbeit zu delegieren. Im Oktober 194b fängt er mit seiner Arbeit in Wien an, organisiert den Ilanoar Hazijoni in Wien und erweitert die Aktivitäten des Zionistischen Landesverbandes in Österreich. Unermüdlich ist seine Arbeitskraft, unerschöpflich sein umfassendes Wissen. Seine interessanten Diskussionsabende, welche allwöchentlich Dienstag stattfanden, die Referate, welche er an den OnogSchabat.ini in den Klublokalitäten hielt, werden für alle Teilnehmer unvergeßlich bleiben. Sein scharfer Witz, seine kluge Satire und besonders seine schlagfertigen Antworten haben die Masen begeistert und in unsere Reihen gezogen. Lin privates Leben hat er nicht, mehr gekannt, 'Pag und Nacht war nur der Arbeit gewidmet. Auf der Generalversammlung des Zionistischen Landesverbandes wurde er zum Generalsekretär gewählt. Er wurde von seinen tJiawerim mit, ..Kronpring' be titelt und seine Beliebtheit kannte keine Grenzen. Im Dezember 1946 vertrat, er unsere Organisation beim 22. Zionistischen Kongreß in Basel und war auch unser Delegierter bei der Weltkonferenz der Allgemeinen Zionisten. Bei den Beratungen von Ilanoar llazioni wurde seinen Ausführungen besondere Beachtung geschenkt. Nach dem Kongreß fährt, er nach Paris und setzt seine erfolgreiche Tätigkeit fort. 'Protz der verantwortlichen Stellung als Sekretär des Leiters der Jewisli Agency in Paris, Pr. M. Such, vergißt, er nicht die eigene Partei. Er organisiert den Snif des Ilanoar Hazijoni in Paris und nimmt teil an den Arbeiten der Allgemeinen Ziolnstcnorganisalion in Frankreich. Seine Leistungen wurden derart, gewürdigt, daß er zum Leiter des Pal.- der cWelt &n ‘.Krieg wird in Palästina gewonnen Die ...New Vork Herold Tribun«'' nimmt in ihrer Ausgabi' vom Pb November d. J. Stellung zur Palästina- Frage: Wenn der Sicherheitsrat seine Sitzungen in der Palästina-Frage wieder a.iifnimmt. wird er sieh in einer großen Verlegenheit befinden. Der Sicherheitsrat hat seinen Feuereinstellungsbefehl entsprechend dem Bernadette-Plan erlassen. Doch die Beobachter der Vereinten Nationen sind aus Palästina zuriiekgekehrt und berichten. daß die Kämpfe zu Ende seien, weil Israel seinen Unabhängigkeitskrieg gewonnen hat. Lin Rückzug auf die? Positionen nach dem Bernadotte-Plan sei unausführbar, da dies der militärischen Wirklichkeit nicht entspricht. Es heißt, daß General Riley. Generalstabschcf des UX-Vcrmitllers. noch weiter gegangen sei und den arabischen Staaten gesagt haben soll, sie 1 ii 1 ('ii besser, mit Israel Frieden zu schließen, da, die Juden Herren der Lage seien. Man kann die* Richtigkeit dieses Ratschlages kaum besä reiten. Wenn aber der Sicherheitsrat diesen Vorschlag olfiziell begünstigt, bestätigt er ein Ergebnis, das durch militärische Macht gewonnen wurde. Das stünde im genauen Gegensatz zu den Bemühungen des Rates, dessen Aufgaben sich darauf beschränken, den Frieden zu wahren und eine ..gerechte Lösung“ für die Streitfrage zu linden. Frieden wahren, das hieße jede heftige oder gewaltsame Änderung, wo lind unter welchen Bedingungen es sei. zu unterdrücken. Die unausgesprochene Voraussetzung für dieses Mandat ist. daß Krieg immer die schlimmere Alternative ist, gleichgültig. welchen Zielen er dient — auch wenn es um Berichtigung von Unrecht oder Unterdrückung geht. Aber nur wenige glauben daran. Die meisten sind überzeugt, daß es gerechte Kriege gegeben hat oder gerechte Gründe, die nur durch einen Krieg ausgefochten werden können. Und es ist höchstwahrscheinlich, daß im Laufe der Geschichte sich der jüdische Unabhängigkeitskrieg als ein gerechter und fruchtbarer erweisen wird. Aber der Hauptzweck des Sicherheitsrates ist, Krieg — jedweden Krieg — zu verhindern, und daher wird er nicht imstande sein, eine andere Tatsache zur Kenntnis zu nehmen. Amtes in Marseille bestellt, wurde, ln dienstlicher Mission fährt er nach .Lrez Israel, um sich nach seiner .Rückkehr wieder voll mit den Massen zu beschäftigen, welche durch Marseille nach Lrez Israel strömten. hie Mißverständnisse in unserer Bewegung mit, Dr. M. Snob haben ihn nicht, beirrt und er stand selbstverständlich treu zu unserer Bewegung. Die Regierung Israels hat ihn zu ihrem Vertreter in Marseille ernannt, aber es war ihm nicht; vergönnt, diesen ehrenvollen Posten anzutreten. Lin Autounfall auf dienstlichem Wege nach Paris führte zu einer schrecklichen Katastrophe. Samuel Seligsohn ist; seinen tödlichsehworon Verletzungen erlegen. In Gliawer Seligsohn hat unsere Bewegung einen der treuesten Mitarbeiter verloren. Seine oft mit Lebensgefahr verbundene Arbeit, lud er mit, einer Aufopferung bewältigt, die uns allen für immer ein leuchtendes Beispiel sein wird. \\ ir werdi'ii seiner stets in Ehren gedenken. Josef Ben David. Das Wahlsystem in Israel | Samuel Seligsohn |