Mannheim
Compact Memory

Die Stimme · 1948-11-20 · Heft 27 (20.11.1948) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 27 (20.11.1948)
Date
1948-11-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2431292-2431304-2431317--0154-2431745
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

mmm Nr. 27 S)ie Stimme Seite 5 WioHciauithau (Ict Kolonie „Nitzanim“ Abraham llarzfeld, Leiter des Land- \urtsehalftsaiiites der Israel-Legierung, ei klärte, daß die Aulfbauarbeiten der Kolonie* der llanoar Hazioni „\itzaniin“, welche* während der Kämpfe im Neger von eien Ägyptern vollkommen zerstört wurde, in Angriff genommen wurden. Wir erinnern unsere Leser daran, eiaß eliese Kolonie der Allgemeinen Zionisten währenel der ersten Phase* ele*r ägyptischen Angriffe von ihren Linwolinern bis zum letzten Mann verteidigt wurde. Volkszählung in Israel Tel. Aviv.!t. November. Morgen, zwischen 5 l'lir nachmittags und Mitternacht. wird der jüdische Staat seine1 erste Volkszählung zu den kommenden W ahlen anfangs Jänner beginnen. Ein Ausgehverbot wurde zu diesem Zweck über das ganze Land verhängt. Militär- und Zivilpolizei und eine große Anzahl lleamtor werden von Haus zu Haus gehen, statistische Daten und zwei Photos von jeder Person Zusammentragen. Zum erstenmal werden die Juden einen genauen Index; ihrer Bevölkerung haben, deren Anzahl jetzt auf SOO.OOO bis!)()().000 geschätzt wird. * Ilandelsbcsprechungen l Tigarn-Israel Die ungarische! Legierung hat den I landeisminister autorisiert. Verhandlungen mit, der Legierung des Staates Israel zu führen, um zu einem Abkommen zu gelangen, wonach Israel Orangen und Zitronen im Austausch gegen ungarische Industrieprodukt e liefern würde. Waad Leu in i wird aufgelöst W ie ..llaarez" mitteill. hat, die Legierung beschlossen, den Waad Leumi (.Jüdischer .Nationalrat), der während der .Mandatszeit die jüdische Bevölkerung gegenüber der Legierung vertrat. a.uf zu lösen. Seine Funktionen werden von den Ortsverwa.ltungen bzw. von den zuständigen Ministerien der Legierung übernommen werden. Internationale Transporte Übersiedlungen Bahn — Auto —- Flugzeug — Schiff Inland — Ausland — Übersee JOSEFINE REINL WIEN I, HERRENGASSE 17 TELEPHON ü 27-2-15 llandelsmission In (»Itawa traf eint1 israelische I landelsmission ('in. die beabsichtigt, mit Kanada einen langfristigen Handelsvertrag ahzuschließen. Lin Sprecher der Mission erklärte. Israel hofft!, noch vor Ende dieses Jahres mit Kanada ein I la ndelsvolumen von et wa JO Millionen Dollar zu erreichen. * Am 21. September nahm der amerikanische Luxusdampfer S. S. Excalibur den direkten Passagierverkehr PSA — Israel auf. Der Dampfer wird die israelischen Häfen Haifa. Tel Aviv und Jalta anlaufen. Ebenso wurde ('in regelmäßiger Flugverkehr Lydda — München hergestollt. Die Linie führt über Athen und (leid. * Film in Israel Norman Lourie1 ist aus Südafrika nach Israel gekommen, um einen Dokumentarfilm ..Ich spreche für Jordanien“ zu drehen. Er ist der Ansicht, daß ..Palästina das beste natürliche Studio der Welt, abgibt. Zehn Monate im Jahr scheint die Sonne: es gibt Berge. Ebenen. WTiste. Wälder. Strand, das Meer und die bemerkenswerten Seen in Galiläa.“ * Israelische Filme in Washington Zwei israelische Filmt1. ..Das Haus in der Wüste1' und ..Die Wiedergeburt Israels“, deren Produzenten Norman Lourie und Joseph Krumbold sind, wurden im Staatsdepartement: für Inneres in Washington vorgeführt. Die Sekretäre der Staatsdepartements für Inneres und Landwirtschaft, hohe Beamte und Diplomaten wohnten der Aufführung bei. Ausstellung israelischer Malerin ln der Harbizon-Plaza-( lalcrie in New York wurden die Bilder und Zeichnungen Euba. (lurdus‘ ausgestellt. Die Künstlerin, die heute in Israel lebt, ist aus Polen gebürtig und überlebte den Krieg in Konzentrationslagern. Eine Leihe ihrer Bilder und Zeichnungen schildert das Martyrium der Juden unter dem Naziregime. andere1 Kam])! und Leben des Yishuv in Israel. Neue Siedlung Die (1 nippe ..Amelin“ wurde auf einer Anhöhe angesiedelt, deren Besitz zur Sicherung der ..Burma-Straße“, dem neugeschaffenen Fmgehungsweg. der Tel Aviv mit Jerusalem verbindet und von besonderer Bedeutung ist. Die 70 Siedler gehören dem Siedlungsverband ..('liewer Hakwuzoth“ an. Am Ort, dieser neuen Siedlung stand in biblischen Zeiten das Dorf Leser, das Körnig Salomon bei seiner Hochzeit j mit eine]' ägyptischen Pharaonentoclder als (ie.-clienk erhielt und welches in der Zeit der Kämpfe der Makkabäer gegen die (1 riechen eine wichtige jüdische Festung war. Damals wie heute ... * „llabimah“ zurück aus I SA Bei einem Empfang für die Schauspieler des ..llabimah“. die von einer (lastspieltournee aus den Vereinigten St.,aalen zuriiekkehrten. wurde berichtet, daß das Theater in Amerika IS Vorstellungen gab. die von insgesamt (it).OOO Zuschauern besucht wurden. Ls war diese (üne Art BLtztournee und die Aufführungen fanden großen Beifall. Das Amerika-Lepertoire der Truppe bestand aus den vier Dramen: Dybuk. Ödipus, (lolem und Keffer David. Die Kriliken waren glänzend. Zahlreiche Autoren boten ihre Stücke zur Aufführung in Israel an. * Jüdische Flieger werden bei Lom ausgebildet. In der Nähe Borns wurde eine Fliegerschule für jüdische Piloten geschaffen. deren Instruktor ein Amerikaner. Oberst Harold Greene, ist. Die Schiller werden in Gruppen von je 15 Mann trainiert; sie erhalten 52 i Übungsstunden. ..Das genügt, um als Jagdflieger fliegen zu können, nur können wir ihnen keine iTiterweisung in Schießübungen geben, da das italienische Gesetz militärische Ausbildung verbietet. Diese erhalten sie in Palästina“. berichtete Oberst Greene. * Einkaufs-Agenturen Der Leiter des .Lebensmittelkontrollamtes in Tel Aviv. Dr. Herbert Fürder. Im Gegensatz zur ..Weltwoche" (Zürich). in der Herr Schacht leitartikein darf, finden wir erfreulicherweise auch eine andere Linstellung in der Schweizer Presse. So schreibt ..Die Nation“ (Bern): ..Schachts historische Lolle ist eindeutig und klar: er war immer der Totengräber der Deutschen Lepublik und einer der Wegbereiter Hitlers und des zweiten Weltkrieges. Und zwar nicht irgendeiner, nicht einer von vielen. sondern einer der Hauptschuldigen . . . Das Trümmerfeld, in das weite Strecken der Erde verwandelt wurden, ist, das ..konstruktive“ Ergebnis der eindeutig destruktiven Politik des Herrn Dr. Hjalmar Schacht,“ Gleichzeitig nimmt die Wochenzeitung ..Freies Volk“ (Bern) zu Revuebühne „Casanova“ I, Dorotheerg. 6-8/ Tel. R 27 1 36 Direktion : O Pouche - S. Wittner Täglich 20 Uhr. Sonn/Feiertag auch 16 Uhr, die erfolgreiche Ausstattungsrevue ein pikanter Kurs in 21 Vorlesungen von Dr. Günther Philipp und Dr. Peter Wehle mit: Fred Kraus, Friedl Loor, Günter Philipp, Wilhelm Hufnagl, Hedy Fassler, Erika Wildner, Raoul Retzer. Inszenierung: Oskar Pouche Karten: Theaterkasse von 10—13 Uhr und ab 15 Uhr sowie in den Kartenbüros In der tägl. ab 16.30 Uhr 5 Uhr Tee bei freiem Eintritt. Ab 21 Uhr C AS AN ©VA- IIBAIIP INTERNA TIONALES VA R/E TE PR OG RA MM besuchte eine Leihe von Ländern und richtete besondere Einkaiifsagcnturen für Ijebensmittel, die für den Staat Israel bestimmt sind. ein. Auf Grund seiner Verhandlungen gab die britische 'Legierung 2.500.000 Pfund Sterling für lebenswichtige Einkäufe frei. In USA ist ein laufendes Dollarkonto zur Erleichterung der Einkäufe angelegt worden. Vom 15. Mai bis zum 15. September hat der Staat Israel Devisen im Werte von 121/, Millionen Dollar für Importe bewilligt, Schachts neuer Lolle als ungebetener Latgeber der Alliierten Stellung: ..Zwar hat sich Herr Schacht geistig noch ''nicht, umgestcllt. lediglich sein Lippenbekenntnis ist ein demokratisches geworden, weil dies nun einmal modern ist.. . Der .Mann, der nun iindet, daß Lüsten noch nicht Krieg bedeute, und der die Stirn hat. die Verantwortung für den Krieg nicht sich und seinem Hitler zuzusprechen. sondern den Alliierten aufzuladen, dieser "Mann wird heute ..als einer der wenigen konstruktiven Wirtsehaftsdenker unserer Zeit“ vorgestellt . . . Herr Schacht spielt seine Lolle so ausgezeichnet, daß die braven Leute glatt auf sie hereinfallen. Schach dem Schacht!“ £eHartikler Schacht Ich konnle dem Manne in Amerika dies alles nicht, erklären. Da er es bei der Lektüre meiner Bücher, die er beinahe alle kannte, nicht gemerkt halle, würde es mir in einem noch so langen Briefe auch nicht gelingen, ihn zu einer anderen Art von Losen und Versieben zu bekehren. Er verlang!*1 von mir. ich solle1 ein einziges Wort in einem Bucht* streichen, und verlangte damit, ich selb1, im Dienste der Wahrheit, eine Läge begehen, ich solle so tun, als sei ich damals vor 25 Jahren, als ich den ..Kurgast“ schrie1!), keines Irrtums oder Leichtsinns, keiner Pnwissenheil, in bezug auf Bibel und Theologie fällig gewesen, als hälfen nicht, damals wie heule noch überall Loste meiner Herkunft und Erziehung an mir gehangen. War das nicht vielleicht etwas zu viel verlangt? Scheinbar war die Sache1 also sehr ('infach. Man ve'Hangle1 etwas von mir, was ineuni'in We'sem und Ge*schmack. me'ine'U lif orarischen Ge'wohiilu'ifim, um nicht gleich zu sagem ..Gruud- Titzi'ii“. wieh'rsprach, und darauf gab es ja eige'idlicb mir <1 ine1 Antwort, i'ine Absage1. Abe'r die Dingt1 selum imme'r einfacher aus, als sie sind, und die moralischen noch mehr als alle andern. Wäre ich zwanzig Jahre jünger gewesen! Dann hätte ich nicht meine1 Frau mit dem Suchen der Buchstelle belästigen, hätte1! mir nicht so viele1 Skrtiped machen müssen, hätte* Zeit gefunden, meinem Leser in einem Brief von vielen Seiten die Sache zu erklären. hätte* mich an diesem Brief warm geschrie'he'ii und in die Überzeugung hineingeschmeichelt, nun habe ich den Partner wirklich überzeugt, und beruhigt. Das Werl ..orstaimlichorwe'ise" wäre weiter in mi'inem Buch sfelumgeblieben und hätte weiterhin in edler Aufrichtigkeit meine* Ahnungslosigkeit und Torhi'it vom Jahre 1D2-I elokuini'iit ie'rt. Aber nun war ich ('heil etwas älfe'r und etwas bedenkliche1!', wohl auch effwas unsichere1)- geworden), und dor Mann, dendas Wort gostriehen haben wollte1, war eheuifalls nicht ('in junger, durch e'inen gutem Brie1 f zu beruhigimde'r und in seinem Über'zenigungcm wankemd zu maclumdeu' Ee'ser. sondinm er war (‘in aller llenT. de'ssem Brief es weilen' an Be'scheidemheüt noch an Würde fehlte. Er war außerdem ein Frommer, ein Liebhaber der Bibel, ein Mann, der im Alten Testament sehr viel besser als ich Bescheid wußte, und dem ein etwas unbedacht geschriebenes Wort von mir wob getan und Ärgernis gegeben hatte. End noch etwas: er war ein Jude. Er war ein Angehöriger des Volkes, das den- Welt die Bibel und den Heiland gegeben und dafür den Haß und die grimmige' Feindschaft beinahe aller anderen Völker geerntet, hatte, ein Mann aus einem uraltheiligen Volk, das in unseren' gottlosen Zeit lTiausdenkliches erduldet und sich dabei besser bewährt hafte als irgemel ein andi'res, jüngeres Volk in ähnlicher Drangsal: denn nicht, nur die1 Juden, und das gilt auch noch für heute1, die Verfolgung (lauort ja an) ein Beispiel ohiiogle'iclum an Solidarität, brüderlicher llilfs- und OpIVrborefftschaft geg'i'ben. dessen sich die1 Welt noch gar nicht bewußt geworden ist. sie hailem iiherdii*s in unzähligem Fällem e'inem lle'ldemmuf im Erfragen, i'ine Tapferke'if angi'sichls de's Todes, i'ine Würde1 im Elend und ITdei-gang bewiesen. hei deren Betrachtung wir NichtJuden uns nur schämen können. Pud nun sollte ich also diesem wohlmeinenden und würdigen alten Juden antworten, sollte ihm eine Genugtuung ve'rsagen, um die er auf eine edle Weise gebeten, sollte seinem Glauben und seinei' überpersönlichen frommen Weisheit mein Locht, als Bücherschroibor. als Vertreter einer psychologischen Spezialität, mein Pathos als Bekenner entgegenslellen und ihn. indem ich ihn enttäuschte1 und abwies, noch holehren? Ich brachte1 das nicht über mich. Ls hätte dazu ein Maß an SichiM'he'it. an Glauben an mich und dem Sinn und Wert meiner Arbeit gehört, das ich heule1 nicht mehr aufbrächte*. Ich schrieb dem Leser in New York einen kurzem Brief, daß ich seinen Wunsch i'iJüllt ha In1, und schrie'h meinem Yorh'gvr eine Mitti'ilung. daß hei einem effwaigem Nimdruck des ..Kurgast" auf Seite 15! das Wort ..*ts( aunlichorweiso“ wemzulassen sei. ( N. Z. Z.) *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.