Die Stimme
- Journal
- Die Stimme
- Volume
- 1948
- Issue
- Heft 25 (15.10.1948)
- Date
- 1948-10-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 S)ie Stimme Nr. 25 Fortsetzung von Seite 1 21 neue Siedlungen der ‘"Welt Die Weltpresse Uber die Ermordung des Grafen Bernadotte In einem Leitartikel mit der Lh«*rschrift ..Noch ein Mord mehr” schreibt die ..New X ork Post”: ..Das Lehen der L Ni.-Beobachter, die früher durch die Araber kaltblütig; ermordet worden sind, ist nicht weniger wertvoll . . . trotzdem die \\ eit — und hauptsächlich die diplomatische Welt über die Tatsachen stillschweigend hinweg zur Tagesordnung überging . . . . . . L nd wenn Mord und Totschlag uns empören, welche Gefühle können unseren Zorn über den Tod unzähli ger Hunderterund Tausender von Männern. Frauen und Kindern ausdrücken, die während der letzten zehn Monate in Palästina rücksichtslos ermordet worden sind, nur deshalb, weil auch wir. infolge unserer Schwäche oder unseres Has ses oder infolge eines und des anderen. die Hand den Mördern gestützt haben, die die Zerstörung eines Staates wollten und auch weiterhin wollen, den die W eit zu verteidigen sich verpflichtete. es aber nicht getan hat. Die gemeinsame britisch-amerikanische Palästina-Politik betrachtet noch fortlaufend die aggressiven Mörder als "Verbündete im Kampf und in der Diplomatie. während die Opfer als Aggressoren und nicht als \ erteidiger ihres A aterlandes. denen wir wohl die Hilfe zugesagt, aber nicht gegeben haben. angesehen werden. Auch wir drücken unser Mitgefühl aus. jedoch nicht nur der einen Familie, sondern allen Hinterbliebenen durch unzählige Morde Betroffener, welche Verbrechen wir hätten verhindern können, was wir aber nicht gemacht haben. Wir sprechen den Juden, die durch die Arabische Liga, durch unser aller Verschulden, gemordet worden sind, unser Beileid aus. aber auch den Arabern, die zwecklos zur Schlachtbank durch die Blutdürstigkeit. Grausamkeit und den Neid ihrer Herrscher und ihrer diplomatischen Freunde im Auslande geschickt worden sind.” * Der einflußreiche „Cleaveland Plain Dealer” schreibt unter dem Titel „Verantwortlichkeit der LN.” folgendes: ..Dadurch, daß Dr. Ralph Buncho, der Nachfolger des Grafen Bernadotte. die volle Verantwortung für dessen Ermordung Israel zuspricht, hat er eine formelle Stellung eingenommen, um die Verantwortung von der Weltorganisation abzuwälzen. Das ist ein viel zu schwaches Argument, um dadurch eine so schwere Beschuldigung zu begründen. Die Araber haben nicht nur aufreizende Bemerkungen in bezug auf die Beobachter des Waffenstillstandes gemacht, sondern haben auch seine* Bedingungen vom ersten Moment an gebrochen. Besonders unerhört sind die lu :vvaffneten Verletzungen des Waffenstillstandes durch die Ägypter. In •.einem Brief an Shertok hat Dr. Buncho zum Ausdruck gebracht, daß Israel für die persönliche Sicherheit Graf Bernadettes verantwortlich war. Aber Israel hat Bernadotte nicht eingeladen, nach dem Nahen Osten zu kommen. Er ist durch die UN. dorthin geschickt wor fieth Schratt (Bcistin) Sehhichot und Rescliafim im Emek Both Schoan. am Fuße des Gilboa. Die Siedlung: Sehhichot gehör! zu der religiösen Arbeitorhewegung ..Hapoel Ilamisraehi”. Die Gruppe Beselin lim. Angehörige dies ..I lasche - mer Hazair". stammt aus Rumänien und Bulgarien. Beide Gruppen leben in ('inein gemeinsamen Lager, bis eine jede ihre eigene "Wirtschaft, auf dem Gesamtgebiet errichten kann. Die BodonÜache. von der Mandatshehörde übernommen, ist groß genug, für eine weitere, dritte Ansiedlung. Kiistciichcne Ausbildungsform Akko ehemalige Vcrsuehsfarm der Regierung. jetzt Ausbildungsstätte für Neusiedler. Tireli südlich von Haifa. Ausbildungsstätte für neue Gruppen. Tantura an der Küste südlich von Haifa. Ausbildungsstätte für nein* Gruppen. Schomrotn Klar Ja wetz in der Nähe von Tel-Mond. 1400 Thinatn KKL-Boden. I.’dim gegründet von einer Gruppe der Allgemein-Zionistischen Jugendorganisation ..Hanoar Hazioni“ auf 1200 T)unam KKL-Boden. Butimat bei Ein Hasehofet. 5500 Dunam KKL- Boden. Erhält Wasser von Ewen Jizcluik. den, und nach jeder unparteiischen Abschätzung der Lage war die Verantwortung für seine Sicherheit die Aufgabe der UN. Viele Delegierte der UN. halten diese Meinung vertreten, als sie gefordert haben, daß die UN. bewaffnete Streitkräfte zur Kontrolle des Waffenstillstandes entsenden soll. Die UN. halten dies aber hauptsächlich wegen der Gegnerschaft der Vereinigten Staaten nicht getan. Man hat angenommen, daß das Prestige der LN. allein genügen wird, um ihre Vertreter zu respektieren. Dieses Prestige aber ist unzählige Male, besonders in der Frage Palästinas, deshalb untergraben worden, weil diese Organisation außer leeren Worten nicht (“inen einzigen Schritt gegen die arabische Aggression unternommen hatte. Alles wird jetzt von der Aktion, welche die UN. unternehmen werden, abhängig gemacht. Sollten diese Schritte nur eine Wiederholung der Stellungnahme Dr. Buiidies, nämlich, die Beschuldigung. daß Israel Bernadotte nicht verteidigen konnte, sein, um auf diese Weise die UN. reinzu waschen, dann wird dies nur zur Vergrößerung des Chaos im Nahen Osten führen ” k Die größt* republikanische Zeitung „New York Herald Tribüne”, die als eines der maßgebendsten politischen Presseorgane der Welt gilt, schreibt in ihrem Leitartikel vom 20. September unter anderem: „Es ist nicht ausgeschlossen, daß der I od des Vermittlers einen Fortschritt in der Sache, für die er fiel, mit sieh bringen wird. Sein Tod wird sicher auch die Ennlerung der Welt stärken, um Ebene Jeltuda (SchrfrUth) Sikim hei Beer Jankow. zwischen Bischon Lezioti und Bumleh. Die meislen der 100 Mitglieder und zehn Kinder der Gruppe kamen aus Bumäuien. viele von ihnen über Gypern. Ihr durchschuiltliebes Aller ist; 21 Jahre. Ihre zionistische Erziehung erhielten sie im II aschomer Hazair. Die Gruppe bearbeitet zirka 4000 Dunam. zusammen mit dem Kibbuz Buchenwald. Hier leben 100 ehemalige Insassen der .Vazilager. die sich im Jahre 1015 in einer deutschen Farm zusammenscldosscn, 11m die Tmndwiidschuft zu erlernen. Dies war die erste Gruppe, die nach dem Weltkrieg aus Deutschland einwanderte und zur Ansiedlung gelangte. Der ausgezeichnete Boden wurde früher von der religiösen Sekte der deutschen Templer bearbeitet., und es gibt "Weinberge, Zitrusanlagen. ölhäume usw. Wasser ist reichlich vorhanden. Bei Ekron zwischen Hulda und Reehowot. 1500 Bagdad (ZAP). In Irak erscheint eine illegale Zeitung „El Kahla“, welche den Text eines Flugblattes, das zu sofortiger Einstellung der Feindseligkeiten mit Israel aufforderl, bringt. Die Flugschrift, die in Bagdad kolportiert wird, greift die arabischen Führer in der Eigenschaft als Werkzeuge in Bevins Händen an. Sie verweist auf ein definitives Euch* des Terrors, der den Nahen Osten während so vieler Jahre belastet, herbeizufiihreii. Es gibt wahrscheinlich Araber, die der Überzeugung sind, daß der Mord Graf Bernadottes ihre Lage hei den Verhandlungen verbessern wird. Die Existenz des Judenstaates aber ist nicht von Vorfällen oder Fehlern, mögen sie auch noch so tragisch sein, abhängig. Den Arabern hingegen wird es nicht gestattet sein, solche Ereignisse dazu zu benützen, Israel zu schädigen. * Die englische Presse nimmt eine vorsichtige Stellung in der Frage der Ermordung Graf Bernadottes ein. Einerseits verurteilt sie die furchtbare Tal, andererseits bringt sie den vollen Text der Erklärung der Regierung Israels über die Einleitung energischer Schritte zur Ausrottung des Terrors. Der „Manchester Guardian“ hält die Meinung, daß die UNO. Israel durch Nichtanerkennung strafen sollte, fiir unsinnig. Die Zeitung schreibt: „Israel ist am l ode Bernadol les nicht mehr schuhltrageml, als die italienische Regierung an dem Attentat auf Togliatti oder die ägyptische an dem Attentat auf Eord Moine.“ Die Zeitung verweis! auch auf die Gefahr eines langamlauernden und lu ‘in Resultat bringenden Waffenstillstandes. * Die ganze israelische Presse approbiert die Maßnahmen, die die Regierung gegen die Terrorgruppen eingenommen hat und fordert die voll,* Liquidierung (I(*s Terrorismus, der Israels Namen mit Schande bedeckt. Dunam KKL-Boden. Neger Bror Ultajil am nördlichen Zugang zum Xegev. Historischer IMatz des alten jüdischen Ortes Bror ('hajiI aus der ialmudisclien Zeih Der Boden ist hier gut , und es gibt; reiche Wasserqucllen in der Umgehung. Die Zukunft der Wirtschaft, bewässerte Kulturen, ist daher vielversprechend. Die Errichtung dieser Siedlung wurde noch vor Ausbruch der letzten Unruhen geplant, aber aus verschiedenen Gründen aufgeschohen. Dann brach der Krieg aus, und die Erfordernisse zwangen zur Ausführung des Blaues. Der Feind hatte den einzigen verbliebenen Weg in den Negcv durch eine starke Sperre bei dem arabischen Dorf Brejr verschlossen. Hierdurch war der jüdische Xegev abgcschnitten. Da stürmten jüdische Kräfte gegen die Sperre an lind brachen sie. Die Errichtung dos neuen Punktes, der das Dorf und die Straße beherrscht, gelang im Laufe einer Nacht, vom 11. zum 15. April. den katastrophalen wirtschaftlichen Zustand des Landes, der durch die Anteilnahme Iraks am Krieg gegen Palästina hervorgerufen wurde, lind fordert zur sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten auf. Die Stellungnahme dieser Flugschrift wird auch von fortschrittlichen Regierungskreisen vertreten. Viele ausländische Zeitungen bringen die Erklärung des Vertreters Israels in der UlNO Aubrey Eban, die er auf der Generalversammlung abgegeben hat. Eban hat Bernadotte mit Jean Jaures und Ghandi verglichen, als Mensch, der gegen physische Gewalt ankäinpfle und durch diese fiel. Eban hat strengstes Vorgehen gegen die Verbrecher angekündigt. Bezeichnende englische Stimme Im Organ des linken Flügels der b r i I i s e h (> n Arbeilerparljei ,,T li e X e w S I, a 1 (' s m a n a n d X a I i o n“ (TSC bien ein Artikel, dessen .Autor die Xotwondigkeit, der sofortigen Anerkennung Israels hervorhebt. Er begründete seine Ansicht wie folgt: „Die Araber haben sieh als schwache Kriegsmacht erwiesen und ihre Liga, ist uneinig. E n g 1 a n d kann also nicht mit den arabischen Staaten als Bollwerk für seine Erdölintcressen gegen die So w j e t u n i o n rechnen. Hingegen stellt der jüdisch«' Sinai, einen hei weitem solideren Maelill’akior dar. Seine Anerkennung würde England durch Exporte nach Israel sowie durch die Beleiligimg britischen Kapitals heim Aufbau und der Entwicklung der Staatswirlsehaft Israels große Vorteile bringen.“ Der Aulor schließt seinen Artikel mit der Forderung, Israel sofort an/iiK'ikoimen und eine freundliche Atmosphäre zwischen den beiden Staaten zu schaffen. Die Bevölkerung Iraks ist gegen eine Invasion in Palästina Gesinnungsgenossen kommt jeden Samstag abend in unser neu errichtetes Bezirks-Sektionslokal Im Kaffee Beethoven, Wien IX, Universitätsstraße 11 (eigenes Clublokal) und bringt Gäste mit!