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Die Stimme · 1948-10-01 · Heft 24 (1.10.1948) · page 2

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Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 24 (1.10.1948)
Date
1948-10-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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fifflty 2pnäl3Siil22 t aiaiq ZDie Stimme 2** Nr. 24 ■■rif1’' »■■ feierlicher Smpfgng für 3)r. diurl Jßevin in Wien s y limine Das filnfte Rückstellungsgesetz I >io Frage. die <li(' dezimierte Judenschaft Ost e r r o i c h s seit dt'i* Niederwerfung des Nazismus bewert, wird von der Regierung mir zötrernd und zum geringeren Teil beantwortet. Die wenigen Überlebenden der DarbarDdum Epoche selum sieh der Tatsache gegenüber. daß sieh ihr wichtigster seinerzeitiger Besitz noch immer in fremden Händen Befindet'. Nach der Zerstörung von Lehen. IIaD und (int ist es begreiflich. daß diejenigen. die die Sintflut überdauerten, den Tag herheisehnen. an dem sie in die Lage versetzt werden, ihr Heim und ihre Lxistenz wieder aufzubaiien. Sie verlangen nur Rechtmäßiges. nämlich ihr Xest und ihren Futtertrog, das heißt die ihnen gerauhte Wohnung und das ihnen enteignete Geschäftslokal. Die österreiehischen Behörden haben oft und oft versprochen, dieses gerauhte Gut. dessen Xutznießer in den meisten Fällen noch die Ariseure sind, den rechtmäßigen Besitzern zurückzustellen. Zuletzt geschah dies, als die Delegation des jüdischen Weltkongresses bei Bundesminister K r a u- 1 a n d vorsprach. Der Wiener Jude, der auf seine Wohnung und auf sein Geschäft wartet. hört schon seit langem, daß» die Lösung dieses Fragenkomplexes im sogenannten fünften Rückstellungsgesetz verankert werden soll. Er nahm zur Kenntnis, daß sich bereits der österreichische Ministerrat mit diesem Gesetzesentwurf befaßt und ihn gutgeheißen hat. Er verfolgte den Weg dieses Entwurfes in die Handels- und Gewerbekammer, wo das fünfte Rückstetlungsgesetz in der Versenkung verschwand. Mit Bangen hatte der Jude vorher erfahren, daß diese Stellen schwerwiegende Einwendungen machten. dio die gesamte Rückstellung gefährden könnten. Um das fünfte Riiekstellungsgesetz ist es seit Wochen ruhig geworden und niemand weiß, was sein Schicksal sein wird, ob sein Erlaß nur verzögert, oder gänzlich unmöglich gemacht werden soll. Der österreichische Jude hört leider nichts davon, daß seine Interessenvertretung. nämlich die Kultusgemeinde. es sich angelegen sein läßt, ihm zu seinem Recht zu verhelfen. Dagegen las er mit Erbitterung, daß das Innenministerium, das von fortschrittlichen Elementen geführt wird, die Gründung eines Schutz v e rb a n d es fl e r A r i s e u r e zugelassen hat. Dort haben sich die Xutznießer fies Raubes an jüdischem Eigentum zusanirnengetan. um sieh dio Beute auf gesetzlichem Wege aneignen zu können. Eine solche Vereinigung ist in einem demokratischen Staatsgebilde ein Xovum und es soll nichts verabsäumt werden, um dio Welt davon in Kenntnis zu setzen, was hei uns möglich ist, Die Ariseure haften sogar die Stirn, eine öffentliche Versammlung e-inzuberufen. die flank der Intervention der Opfer des Xazismus füll vorzeitiges Ende fand. Der (isterreichisdic Jude verlangt Aufklärung: Was geschieht mit seiner Wohnung, die die Vermissetzung für sein normales Leben ist? Was geschieht mit seinem Laden, der ihm die Existenz ermöglichen soll? Er verlangt Ant wort! Wir fühlen u11~ als sein Fürsprecher und -o wenden wir uns an alle, die es angchl: W as Dl; mit dom fünften Riick- 'lellung-gesetz?! Mittwoch, den l. September HMS traf Dr. Kurt Lewin. der Vertreter der Regierung Israels für Österreich, in Wien ('in. Die Zionistische Föderation in Wien veranstaltete zu dessen jüdische Organisationen Wiens nahmen an diesem festlichen Akt teil. Unser Verband war durch die Chawerim Ing. Kornfein, Dr. Popper, Dr. Herzberg, Rosenstock, Praschker, Salo Guttmann, Hofrat Ing. Lerner und Führer vertreten. Dr. Popper hat den illustren Gast, namens unseres Verbandes, auf das reichen und ihn auf Wahrhaftigkeit zu basieren — der einzigen Grundlage, auf welcher wahrer Frieden bestehen kann. Und das bedeutet, daß der Friede beruhen muß auf Gleichheit hinsichtlich der Unabhängigkeit, Gleichheit im Selbstbestimmungsrecht und Gleichheit hinsichtlich der Souveränität. Dies ist die Grundlage unserer Forderung, von den Xationen der Welt anerkannt zu werden. Den 15 Xationen1, dio uns bisher anerkannt haben, sind wir dankbar. Wir sind sicher, daß ihro Zahl wachsen wird. Aber ich möchte darauf* hinweisen, flaß es Mitglieder der Vereinigten Xationen gibt, die bisher von weniger Staaten anerkannt wurden, als wir es sind. Unsere Regierung wird „provisorisch“ genannt, weil an dem Tag, an dem unser Staat ausgerufen würfle, wir uns noch an die Terminologie einer gewissen internationalen Entscheidung hihlten. Sie ist. nicht provisorisch vom Standpunkt ihrer Beständigkeit. Sie ist; nicht provisorisch vom Standpunkt ihres Rechtes, zu regieren oder ihrer Fähigkeit, zu regieren. Sie ist stabil und erfreut sich der IAlterstiilzung der Bevölkerung in einem Ausmaß, das nicht, geringer ist, als dasjenige vieler Regierungen, die länger bestehen. Sie hat, ihre Fähigkeit., zu regieren, bewiesen bei mehreren entscheidenden Gelegenheiten, und zwar nicht; nur in bezug auf dio interne Situation, sondern in gleichem Maße in äußeren Angelegenheiten. Sie verlangt,;tuf Grund ihrer Existenz, den Vereinigten. Kationen beitreton zu dürfen. 1 lnzwisHirii. n;icli Ancrkt-niimig diuc!) Paraguay,!•> N;iti*j11<-11. herzlichste begrüßt. Unser treuer Freund und Weggenosse Herls Ing Korn fein hat in einer zu Herzen gehenden Anspruch!' diesen 'Fug gesegnet. den er und seine Altersgenossen. nach jahrzehntelanger, unablässiger Arbeit für das zionistische Ideal erleben durfte. Auch die Israelitische Kultusgemeinde hat, im . Rahmen einer offiziellen Feier und in Anwesenheit sämtlicher jüdischer Persönlichkeiten Wiens namens der jüdischen Gemeinschaft den Vertreter Israels zu seinem Amtsantritte in Wien auf das herzlichste begrüßt. Wir haben den Vorzug gehabt, in unserer Mitte, am Sitz unserer Regierung, dio Repräsentanten der USA und der Sowjetunion begrüßen zu können. Ihr gleichzeitiges Erscheinen in unserer Mitte hat uns noch einmal dio symbolische Bedeutung gezeigt, dio in entscheidender Weise das Zusammenwirken dieser beiden Kräfte uns gegenüber in verschiedenen Abschnitten der Debatte und sc hließlich in der Entscheidung der Generalversammlung der Vereinigten Nationen und des Sicherheitsrates charakterisierte. Dies ist eines der Wunder, die wir erlebt, haben: daß durch Palästina, und das jüdische Volk die beiden Großmächte der Welt sich in einer gemeinsamen Politik gefunden haben. Und flies ist auch das grundlegende Prinzip der internationalen Politik des Staates Israel: daß wir uns in unserer Außenpolitik auf dio Vereinigten Kationen stützen mul unseren kleinen, bescheidenen Beitrag nicht; zu einem neuen Krieg, sondern zu einem neuen Frieden leisten wollen — nicht zur Uneinigkeit, sondern im Interesse der Einheit, der Welt. Dr. Chaim Weizmann bei der UNO*Generalversammlung Aus sicherer Quelle erfahren wir, flaß der Präsident, Israels, Dr. (’haim Weizmann, an der Generalversammlung der U.N’O, dio in Paris am 21. d. M. begonnen hat, teilnimml. Von Paris wird der Präsident, gleich nach Israel abreisen, um sein Amt, als Staatspräsident, anzutreten. „CHEN“ das Frauenheer Israels Uliel Xaschim (das Anagramm dieser beiden Worte ergibt; Ghen, das hebräische Wort, für Liebreiz) ist, der Käme der Frauentruppe in den Streitkräften des Jischuw, dio geschallen wurde, um eine ähnliche Arbeit zu leisten, wie sie ATS, WAAF und WREN für England im zweiten Weltkrieg taten. Das jüdische Kommando hat, die Erfahrung anderer Völker benützt, und die Frauenkraft, des Landes in eine Körperschaft, zusammengefaßt, so flaß nunmehr von den Krauten nur freiwillige, hauptsächlich Veteran innen der Haganah, sich am aktiven Frontdienst; beteiligen werden. ..Jedes Mädchen in unserem Heer ersetzt; einen Mann und macht, ihn frei für den Frontdienst“ — so erklärt,e Ghana Lew in, die oberste Rekrutierungs-t tffizierin für „Ghen“ ((.diel Xaschim). flie zugleich Mitglied der Israel WIZD-Exekutive ist. Ghana Lewin war nicht, nur als Rekrutierungs-Offizierin bei den ATS im Zweiten Weltkrieg tätig, sondern auch als Offizierin für die Wiedcr- Eingliederung der Ex-Soldaten und Soldatinnen nach dem Krieg durch die Jevvish Agency. Ihre lange Erfahrung. unterstützt; von einer warmen, gütigen Persönlichkeit, (erweist sich jetzt als überaus nützlich bei der Ausgestaltung der neu gebildeten Frauen-Armee in ein sehr wirksames Werkzeug für den jetzigen Krieg. Militärdienst ist jetzt obligatorisch für unverheiratete und kinderlose Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren und für alle Krankenpflegerinnen ohne Kinder im Alter von 18 bis 40 Jahren. Dio älteren Krankenschwestern sind für den Dienst in den Zivil-Krankenhäusern mobilisiert. Doch nimmt man Rücksicht, auf Schülerinnen, Lehrerinnen und vor allem auf Krankenschwestern, um ihnen die Vollendung ihrer Ausbildung zu ermöglichen. Ghana L’ewin betonte, daß in unserem Frauen-Heer am dringendsten Pflegerinnen gebraucht werden, dann Fahrerinnen, Bürokräfte. Lageristinnen, Telephonistinnen, Signalistinnen und Zeichnerinnen. Ich hatte Gelegenheit, das Chen- Ausbildungs-Lager mit Ghana Lewin zu besuchen. Es ist eine weiträumige und gut angelegte kleine Stadt, die die Mädchen nach Frauenart zu einem wahren Schmuckkasten auszugestalten bemüht sind. Das Unkraut ist ausgejätet, düe Ränder der Straßen und Woge sind mit Blumen und Gebüsch bepflanzt. Da gibt es eine nette. Kantine, in der man billige Erfrischungen erhält und sich außerhalb der Dienststunden erholen kann. Die Vorrats- Räume sind wohl verstehen und werden praktisch verwaltet. Man findet einen geräumigen Speise-Saal, mul in der Küche waltet ('ine vorzügliche Köchin. Die Schlafzelle der Mädchen sind bequem und gut gelmllen, und obwohl sie nur für 10 Tage hier bleiben, ist, für allerlei Bequemlichkeiten gesorgt. Das einladende Lesezimmer und die Konzertha.Ho tragen ebenfalls dazu hei, eine gemiiiliehe und behagliche Stimmung in das Fehlen der weiblichen Soldaten zu bringen. (WdZO) Nandelsbiiro in London In London wurde ein llandelsbiiro Israels eröffnet, und demnächst, wird auf Einladung des N’alirungsmillel- Ministeriums eine Delegation für Verhandlungen wegen der midisten Zitrusernle dort oinirelfen. Irland wird eine bestimmte Menge an Zitrusfrüchten abnehmen und dagegen Biichsenlleiseh nach Palästina exportieren. Ehren, in den Sälen des Kaffee (’arlton. ' 'V' . i : ''DG Empfang Dr. Kurt Levins bei der Zionistischen Föderation. Prof. Hirschl bei der Begrüßungsansprache. Von links nach rechts: Dr. Schapira, Präsident der I. G. K., Dr. Kurt Levin, Prof. Hirschl, Vertreter der Jewish Agency in Wien Dr- Jakubovitz einen feierlichen Empfang. Sämtliche Fortsetzung von Seite 1 für einen wahren frieden

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