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Die Stimme · 1948-03-17 · Heft 17-18 (17.3.1948) · page 6

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Journal
Die Stimme
Volume
1948
Issue
Heft 17-18 (17.3.1948)
Date
1948-03-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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CDie Stimme Seite 6 Nr. 17/18 Or. Sifver Uber die ~ ' " ' von Jerusalem Ben0“rioonberdleVer,eidig"”8sM,'edesJisch” New-York (Palcor) Rabbiner Dr. Abba Htllel Silver zum Bombenangriff in Jerusalem Stellung nehmend, wies darauf hin, daß die tragischen Ereignisse in der Stadt vor sich gingen, die Sitz der Regierung ist, Truppen und Ausrüstung in großer Zahl und Menge konzentriert sind und sie darauf bestand, für die Aufrcchterhajtung von Gesetz und Ordnung alllein Sorge zu tragen. Dr. Silver betonte, daß es von Amerika aus nicht möglfrch war, die Aussagen der Augenzeugen dahingehend zu kommentieren, daß britische Streitkräfte in diesen empörenden Terrorakt verwickelt waren; es bestand jedoch kein Zweifel, daß er die unmittelbare Auswirkung übelwollender ,.Neutralität” und Verweigerung der Mitarbeit an der UNO-Entscheidung seitens der Briten war. Die Regierung hat der arabischen Gewaltpolitik ständig nachgegeben, hat sich geweigert, die Kontrolle über die Altstadt aus den Händen zu geben» derart die Altstadt und die Heiligen Stätten arabischen Banden preis gegeben und der jüdischen Selbstverteidigung die schwersten Hindernisse in den Weg gelegt. Die Regierung schützte weder die Juden, noch gestattete sie ihnen, sich selbst zu verteidigen. Ihre Obstruktionspolitik der UNO-Entscheidung gegenüber, hatte die arabische Aggression und Zügellosigkeit ermutigt. Dr. .Silver verlangt sofortiges Eingreifen der UNO, sofortige Einsetzung eines Ivcgicrungsobcrhauptes für Jerusalem, Aufstellung einer internationalen Truppe sowie einer jüdischen Miliz zur Verteidigung des Judenstaates. Ebenso wäre die baldige Anerkennung der Vorschläge der Palästinakommission betreffend eine internationale, bewaffnete Macht durch den Sicherheitsrat der UNO, von wesentlicher Bedeutung für die Wiederherstellung des Friedens und der Sicherheit und für die Würde und Autorität der UNO. Irgend einen anderen Weg einzuschlagen, zu wanken oder zurückzuweichen, hieße die arabische Aggression belohnen und ermutigen und so das Volk von Palästina neuen und schrecklicheren Katastrophen auszu setzen. „Wir stehen jetzt in der ersten Phase eines Kampfes, der eine Folge der internationalen Erkenntnis ist, daß die Juden das Recht auf einen eigenen Staat haben”, erklärte. David Ben Gurion, als er die Sammelaktion der zweieinhalb Millionen Pfund für Sicherheitszweck die der Jischuw proklamiert hat, einleifetc. „Wenn eine internationale Hilfe nicht kommen sollte, werden wir, ohne an die Völker der Welt Ansprüche, zu stellen, den Krieg allein führen. Unser Volk muß sein Recht mit eigenen Kräften verteidigen”, führte Ben Gurion weiter aus, „denn nur dann wird unser Recht von der Welt anerkannt werden. Die erste Etappe unseres Ringens hat bewiesen, daß man sich mit den arabischen Ueberfällen Rat schaffen kann. Das sukzessive Eindringen aus Syrien und Irak beweist, daß die pak England für die Unruhen in Palästina verantwortlich läsfinensischen Araber mit der jüdischen Bevölkerung keinen Krieg wollen, es he steht aber keine Garantie dafür, daß ein reguläre arabische Armee nicht doch gc gen uns kämpfen wird. Es gibt eine gro ße Macht, die sie unterstützt... Das wird uns aber nicht abschreckcn, wir weiden den schweren Kampf aufnehmen, di Gefahr droht uns nicht von außen son diern von innen — das Nichtbegreifeti des Ernstes der jetzigen Lage. Die potentielle Kraft des Jischuws und des jüdischen Volkes ist nicht kleiner ah die der arabischen Völker, betonte Ben Gurion. „Die Existenz unseres Volkes hängt davon ab, ob, wie und wann wii unsere potentiellen Kräfte auszunützen verstehen werden. Wir sind hieher ge kommen um unsere Heimat zu bauen,’ schloß Ben Gution seine Rede, „wir werden aber unser Schwert nicht wegleger bis der Beschluß durchgeführt und der jüdische Staat ein Faktum sein .wird Bomben in d_r Ben Jehuda-Sfraße : Uebcr 400 Opfer. (Palcor Nachrichtenagentur) Jerusalem, 24. Februar 50 Leichen wurden bis jetzt aus den Trümmern der Ben Jehudastraße in Jerusalem geborgen, 19 davon so arg verstümmelt, daß sie nicht mehr zu identifizieren waren. Die fünf zuletzt geborgenen Leichen waren die des Chaion Schernberg, seiner Gattin Mina, des einjährigen Töcht; rchens beider und der alten Füttern der Frau Scheinberg. 70 Leute befinden sich in Spitalsbehandlung; einige tmter ihnen sind lebensgefährlich verletzt. Mit jenen, die in Unfallstationen Kliniken ui d Privathäusern wwndärztFch behandelt wurden u. von denen viele noch weitere ärztliche Behandlung zur E .ti'ermmg ron Bombensplittern usw. erhalten müssen, beträgt die Gesamtzahl der Opfer mehr als 400. Irtbegriffen sind noch ungefähr 30 Vermißte und nimmt man sich gegenwärtig alle Mühe, festzustellen, ob sie zu den Ueberlebenden gehören oder unter Trümmern begraben sind. Der Generalsekretär der UNO Trygve Lie hat in einer Pressekonferenz die Frage Palästinas im Zusammenhang mit der Behandlung derselben im Sicherheitsrat berührt. Hinsichtlich der Geschehnisse in Palästina selbst betonte er, daß bis zum 15. Mai 1948 die ganze Verantwortung auf die Mandatarmacht falle. Wenn die Palästinafrage bis zu diesem Zeitpunkt nicht gelöst und das Chaos weiter herrschen werde, werde das Prestige der UNO nicht nur sehr stark leiden, sondern auch die ganze bisherige Arbeit illusorisch sein, Trygve Lie hat auch vom , juristischen Standpunkte aus die Frage aufgeworfen, ob der Sicherheitsrat die Fähigkeit haben wird, den Beschluß der Vollversammlung der UNO durchzuführen. Jeder Versuch dieVerantwortung von sich abzuwälzen, wird der UNO schaden und das Vertrauen der ihr angeschlossenen Staaten herabsetzen. Er berührte auch die juristischen Bedenken der Araber dahingehend, daß der Beschluß der UNO keine gesetzliche Kraft besäße, weil er nicht von allen Ländern ratifiziert wurde. Nicht die Beschlüsse sondern nur Abmachungen bezüglich einer solchen Ratifizierung bedürfen der Ratifizierung. Zusammenschluß der jüdischen Verteidigungsgruppen Wie der Haganah-Sender meldet, sind Irgun Zwei Leumi und die Sterngruppe in den Verband der Haganah eingetreten und haben sich einem gemeinsamen Kommando unterstellt. Die gut disziplinierten und opferbereiten Kämpfer des Irgun Zwei Leumi und der Sterngruppc sind eine wirkungsvolle Verstärkung der Haganah. Britisches Mandat über Palästina endet unwiderruflich am 15. Mai Lake Success, 12. März (AND). Die Besprechungen der Großmächte über Pa lästina wurden gestern fortgesetzt. Der britische Delegierte Sir Alexander Cado gan nahm hiebei zu einer Reihe von Fra gen Stellung, obgleich er eine Teilnahme an den eigentlichen Beratungen bekannt lieh abgelehnt hat. Cadogan bestätigte, daß die Beendi- [ gnng des britischen Mandats in Palästina am 15. Mai endgültig feststehe. Der Tei lungsplan müsse, wenn nötig, mit Gewalt durchgesetzt werden. Seine Regierung, so erklärte Cadogan, würde eine Einigung zwischen Juden und Arabern begrüßen die bisher erwiesene Unmöglichkeit, eiine solche Einigung zu erzielen, bilde jedoch den Grund für die Ueberwelsung des Palästina-Problems an die Vereinten Nationen. Polizeisfafion hißt blau-weiße Flagge. Jerusalem, 23. Februar (Nachrichtenagentur Palcor). Die gestern von britischer Polizei ge_ räumte Polizeisfation Mahne Yehuda hißte heute die Fahne mit den zionistischen rarben, womit sie zum Ausdruck brachte, daß sie nun ausschließlich in jüdischen Händen ist. Die britische Polizeitruppe ist auch aus Rehovoth zurückgezogen worden, so daß dort jetzt eine rein jüdische Polizei den Dienst versieht. Gebäude der Jewish Agency wurde in Palästina in die Luft gesprengt Jüdische Untersuchungskommission. Jewish Agency und Vaad Leumi haben sich entschlossen, eine Untersuchungskommission an den Ori: des Verbred ens in der Ren-Jehudastraße zu entsenden, um die Hintergründe dieses Anschlags aufzudecken. Die Kommission ist aus den prominentesten Juristen und Mitgliedern des englischen Gerichtshofes in Palästina, den Herren E. D. Goitein, Ascher Levitzky und Israel Olshan, zusammengesetzt. Jewish Agency zur Sitzung des Sicherheitsrates eingeladen Jerusalem, 12. März (WK). Gestern vormittag wurde, wie UP meldet, ein Flügel des zweistöckigen Zentralgebäudes der Jewish Agency durch eine gewaltige Explosion zerstört, wobei nach den letzten Meldungen zwölf Personen den Tod fanden und weitere 89 verletzt wurden. Die beiden Stockwerke des Hauses stürzten ein und rissen dabei auch die Zwischenwände mit in die Tiefe, wahrend Türen und Fenster in weitem Umkreis zertrümmert wurden. Nach der Explosion entwickelte sich ein rasch um sich greifender Brand, der schließlich jedoch unter Kontrolle gebracht werden konnte. Die jüdische Organisation Haganah veröffentlichte eine Erklärung, daß die Täter unter Benützung der amerikanischen Flagge in das Gebäude eingedrungen seien und keine Gnade finden werden. Die Un tersuchung wird so streng gehandhabt, daß sogar dreißig britische und amerikanische Pressekorrespondenten auf dem Schauplatz der Explosion fcstgcnommcn wurden, um ihre Identität zu überprüfen Die Haganah bedauerte diese Maßnahme aber auf die Notwendigkeit hin, wies sämtliche Fremden, die auf dem Tatort angetroffen werden, zu kontrollieren. Haganah prangert britische Parteilichkeit an. Jerusalem (Nachrichtenagentur Palcor). In einer Radloansprache beschuldigt die Haganah die englischen Behörden, welche besonders mit Aufrechterhaltung der Sicherheit betraut sind, die jüdische Verteidigung im Grenzgebiet Jaffa - Tel Aviv absichtlich dadurch zu erschweren, daß sie Jude ngrundlos anklagt, aus jüdischen Gebäuden der Umgebung gefeuert zu haben, wobei solche Häuser durch Mörserbeschuß und leichtes Artilleriefeuer zerstört werden, ob sie nun als Verteidigungsstellungen gedient haben oder nicht, und gleichzeitig offene Kriegsvorbereitungen der Araber zu ignorieren. Das Radio stellt fest, daß am 23. Februar ein Auto der Militärpolizei die Karmelstraße an der Peripherie von Jaffa entlangfuhr, um den jüdischen Bewohnern mitzuteilen., daß di:*. Stadt zu verlassen hätten. Lake Success (Paloor Agency) Die Jewish Agency wurde förmlich eingeladen, a nden Palästinasitzungen des Sicherheitsrates teilzunehmen. Aegypten und Libanon nahmen ebenfalls teil. General Mc Naughton, der kanadische Vorsitzende des Rates, forderte, den Ernst der Lage betonend, von den Mitgliedern der UNO, sich jeder die Lage erschwerenden Tätigkeit zu enthalten und warnte jene, welche diese Forderung nicht beachteten, davor, auf diese Weise nicht nur der Situation Palästinas zu schaden, sondern auch dem Prestige der UNO ur.d damit den Weltfrieden überhaupt gefährden. für Baumpflanzcn im Walde der jüdischen Opfer Oesterreichs 1938—45 zu Die si Haganah wi:d unverantwortlichem Vorgehen entgegen treten. Jerusalem (Nachrichtenagentur Palcoir) Heute unterwies die Haganah ihre Streitkräfte dahin, alles nur mögliche zu tun, um unverantwortliche Handlungen ur.d Ausbrüche der Erregung zu verhindern. OPFfU wmm um» 1WS1N mmmä Jeder Stifter erhält obige Urkunde vom Keren Kayemetti in Wien IX., Universitätsstraße 4/4 17/11 In der c«, < steh kein Bcsc Er tiati und gescl das den weis der biscl hafe gerä den. 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