Neue Zeitung
- Journal
- Neue Zeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 7 (19.10.1906)
- Date
- 1906-10-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 Neue Zeitung Nr. 7 Aus der jüdischen Oeffentlichüeit. 3. Parteitag -er Poale-Zion in Lemberg. Am 11.. 12. und 13. d. M. fand in Lemberg im Saale des Vereines „Jad charuzim" der dritte Parteitag der österreichischen „Poale Zion" statt. Es waren 39 Städte durch 92 Delegierte vertreten. Die russischen Poale Zion vertrat Herr Witebski, die russisch-polnischen Herr Schimanski, da« zionistische Aktionskomitee Herr Wolf Stand. Herr S. Herz begrüßte die Erschienenen namens der Lemberger Parteifreunde und derIlräsident des Verbandes. Herr A. L. S ch u ß h e i m erössnete die Verhandlungen mit einer Rede, in welcher er die Aufgaben des Parteitages auseinandeifetzte. Nachdem auch noch die Herrn Witebski, Schimanski und Stand gesprochen hatten, wurde das Bureau gewählt: Herz (Lembergs nnd R of e n f e l d (Drohobycz) als Vorsitzende, F e i e r m a n n (Stanislau) und Fett (Rzeszow) als Beisitzende, Steinmetz (Czernowiy), Fand (Prag), H u r w i tz (Tarnopol) und Frl. W e l t s ch e r (Rzeszow) als Sekretäre. Herr Dr. M a r g u l i e s erstattete den Rechenschaftsbericht über das letzte Jahr. Derselbe ergab, daß sich die Mitgliederzahl in einem Jahre von 200-' auf 4000, die Zahl der Vereine und Ortsgruppen von 20 und 15, auf 31 und 50 gehoben habe. An den Konditionslosenfond zahlen 1000 Mitglieder. Es wurden zwei Resoluttonen angenommen: 1. Der Parteitag drückt der russischen Revolution und dem kämpfenden Prolet a r i a t e aller Länder seine Sympathien aus und fordert den poalezionistischen Selbstschutz aus, gegen die von der russischen Regierung inszenierten Pogrome weiter zu kämpfen. 2. Der Parteitag fordert alle organisierten PoaleZion auf, für die Opfer der Pogrome und für die Selbstwehr zu sammeln." Am Nachmittag wurde nach längerer Debatte der Leitung das Äbsolutorinm erteilt. Hierauf wurden zwei von Herrn Dr. Margulies gestellten Resoluttonen angenommen: 1. Der Parteitag billigt das Vorgehen der Verbaudsleitung bezüglich des Schekels und fordert sie auf wegen desselben später mit dem Mtionskomitee zu verhandeln. 2. Der Parteitag verlangt, die Leitung möge sich mit dem Landeskomitee dahin verständigen, daß die Wahlkreise für den Kongreß so eingeteilt werden, daß die Poale Zion besondere Delegierte wählen können. Hierauf erstattete Herr Bisrnh ak aus Krakau sein Referat über die Fachorganisation. Er beantragt aus formellen Gründen Trennung der gewerkschaftlichen von der politischen Organisation. Nach längerer Diskuffiou wurden die Anträge Birnhaks angenommen, mit dem Zusätze, daß für jede größere Gruppe Fachorganisatiouen gegründet werden sollen. Ueber Organisation der Jugendlichen referierte Herr Kenner. Beschlossen wurde, eine Sektion im Verbände zu gründen, die sich speziell mit allen Angelegenheiten, die die Jugendlichen betreffen, befaffen solle. Freitag referierte Herr Kaplan-Kaplanski ^über das Programm. SeineAussthrungen waren sehr interessant. Die lange Diskussion, die sich^daran schloß, endet« mit der Wahl einer Programmkommission. Diese nahm schließlich die Thesen des Referenten als Programmprojekt an. Einstimmig wurde als Name der Partei angenommen: „Jüdisch-sozialistische Arbeiterpartei Poale Zion." Hiebei gaben aber 34 Delegierte folgende Erklärung ab: Im Prinzipe sind wir für den Namen: jüdisch-sozialdemokratisch. Skur der Einigkeit zuliebe stimmen wir für jüdisch-sozialistisch. Ueber Takttk refetterte Herr Schußheim. Der Parteitag schloß Sonntag, den 14. Oktober, b Uhr früh, mit Absingung der „Schwuoh". Aus der zionistischen Bewegung. Das zionistische Zenttalbureau in Köln teilt uns mit: Der Staatssekretär der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Mr. Elihn Root, hat auf seiner jüngsten Reise nach Südamerika eine Abordnung der argentinischen Zionisten in Buenos Aires empfangen, die ihm eine Willkommadreffe überreichten. Air. Root antwortete dem Führer der Deputation, dem Mitgliede des Aktionskomitee, Herrn Aron Vecht, folgendes: „Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre freundliche Begrüßung und schätze mich glücklich Zeuge zu sein der warmen Gefühle, die das jüdische Volk gegenüber den Bereinigten Staaten hegt. Das amerikanische Volk wird immer mit Freuden bereit sein, dem jüdischen Volke überall in der Welt zu helfen. Ich bin aber übera daß die letzte Hilfe immer nur von der jüdischen n selbst Herkommen kann, wenn es ihr gelingen wird, ihre alle Heimat in Palästina wieder zu erlangen." Aus der territorialistischen Bewegung. Die „National-Zeitung" teilt mit: London, 9. Oktober. Bekanntlich hat die Londoner Konferenz vom 1. August d. I. ihren Präsidenten Israel Z a n g w i l l bevollmächtigt, die Mitglieder der von der Konferenz beschlossenen Fünferkommission zur Ueberprüfung der vorliegenden Territorialprojekte selbst zu ernennen, beziehungsweise dafür zu sorgen, daß diese für unsere Bewegung wichtigste Kommission durch die geeignetsten Persönlichkeiten vertteten werde. Herr Z a n g w i l l veröffentlicht nunmehr die Liste derjenigen Personen, welche sich bereit erklärten, diese schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und tut Sinne unseres Programmes auszuführcn. Die Kommiffion, welche den Namen „geographische Kommiffion" erhielt, besteht nunmehr aus den Herren Lord Rothschild-London, Hon. Oskar Straus (gewesener Botschafter der Vereinigten Staaten in der Türkei), New Jork, James Simon, Präsident des Hilfsvereines der Deutschen Juden,Berlin, Dr, Paul Nathan, Vizepräsident dieses Vereines, Berlin. und Professor Doktor Mandelstamm-Kiew. Durch die Konstituierung dieser Kommiffion in dieser Form ist die Bewegung um einen großen Schritt vorwärts gebrachtworden. Ihre Bedeutung soll in einem Artikel in der nächsten lllummer unseres Blattes gewürdigt werden. Dom „Bund," Der „Bund" erläßt, nachdem die Vereinigung mit der rußländischen Sozialdemokratte erfolgt ist, eine Art Manifests. Dasselbe beginnt mit einer geschichtlichen Darlegung der Gründe, weshalb seinerzeit der Austritt ans der Partei erfolgte und geht dann auf die Wiedervereinigung über. „Nicht ohne tiefe Bedenken" heißt es in dem Manifeste, „hat er (der „Bund") zu diesem wichtigen Schritte sich entschlossen. Er verschloß seine Augen nicht vor den großen Schwierigkeiten, die ihm in der geeigneten Partei noch bevorstehen. Sehr viele Genoffen von der rußländischen Partei werden den „Bund" gar nicht als Partei, als Verttetung des'jüdischen Proletariats anerkennen. Die rußländische Partei hat den Gedanken, den „Bund" allmählig zu verschlingen, noch nicht aufgegeben. Mit vollem Bewußtsein hat der „Bund" diese Hindernisse, die vor ihm auf seinem Wege liegen, beobachtet. Klar und offen sagte er sich: Viel Kampf und viel Mühe steht mir auf meinen ersten Schritten in der Partei bevor. Und doch hat er fest entschlossen auf dem 7. Kongresse, durch seine Vertteter gesagt: „Wir treten ein!" Als Gründe führt das Manifest das Verlangen an, nicht in der Zeit des Gefechtes mit den anderen Arbeiterbataillonen zu marschieren, sondern auch an der Ausarbeitung des Planes mitzuhelfen und auf diese Weise auch die Bedeutung und den politischen Wert des jüdischen Proletariates zu stärken. Das Manifest bespricht dann die Aufgaben des „Bundes" innerhalb des jüdischen Volkes und kommt nach einer Erwähnung der feindlichen jüdischen Bürger- und „quasi proletarischen" Parteien zu folgenden Sätzen; „Der ,Bund' marschiert überall an der Spitze der ganzen Partei. Wo die proletarischen Kräfte mobilisiert werden, um die speziellen Interessen des j ü d is ch en Proletariates zu schützen. Der ,5Bunb' agitiert zwischen dem Proletariat von ganz Rußland fiir sein nationales Programm, beweist die große Bedeutung einer national-kulturellen Autonomie für die Befteiung unterdrückter Nationen, ttägt diese Forderung aus dem engen Kreise des jüdischen Proletariats heraus, strebt sie zu einer allgemeinen Forderung des ganzen rußländischen Proletariats zu machen und aus diese Weise die Möglichkeit ihrer Verwirklichung im Leben zu vergrößern." Die Wiener Kultuswahlen sind auf den 2. und 11. Dezember festgesetzt. Am 11. finden die Wahlen ftir die Kurie der Höherbesteuerten statt. Jnsgesammt kommen 16 Mandate zur Besetzung. Von zionistischer Seite kommt uns folgender Be- Samstag, den 13. d. M., fand eine vom innerösterreichischen Disttiktskomitee als zionistisches Wahlkomitee einberufene zionistische Verttauensmännerversammlung statt, welche zahlreich besucht war. Referent Dr. W e i s e n g r ü n »über die Bedeutung der Kultuswahlen, es gälte ischen, das heißt jüdffch - nationalen Geist in die Kultusstube zu bringen, die Wahlplattform sei gegeben: Kampf gegen den Taussiggeist, der noch immer in der Kultusgemeinde herrscht und für das allgemeine Wahlrecht sowie diehebräische Sprache, die von einem Borstandsmitglied'e „alter Plunder" genannt wurde. Referent Dr. Z w e i g erläuterte das Programm, welches heute dasselbe sei, wie im Jahre 1902. Die fünf Haup' punkte daraus find: 1. Allgemeines, gleiches Wahlrech., 2. Herabsetzung des geringsten Steuersatzes der obligatorischen Kultussteuer auf 5 Kronen; 3. Austeilung der Mandate auf die einzelnen Bezirke; 4. Ausgestaltung der Bezirkskommissionen zu autonomen Arbeitskörpern; 5. Soll der Kultusvorstand die Jnitiattve ergreifen, daß die Kultusgemeinden Oesterreichs zu einem öffentlich-rechtlichen Verbände zusammengefaßt werden. Herr G e w i t s ch sagt, daß der Hauptfehler darin liege, daß in der Kultusstube Mäimer sitzen, denen jüdisches Gefühl nnd moderne sozialpolitische Bildung mangeln. Angesichts des immer schwieriger werdenden Existenzkampfes der jüdischen Bevölkerung bedarf es einer großzügigen jüdischen Sozialpolitik. Die Versammlung, welcher Dr. Margulies präsidierte, nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die am 13. Oktober im alten Kongreßburean tagende zionisttsche Verttauensmännerversammlung erklärt sich mit dem Beschluß des innerösterreichischen. Distriktskomitees: AufGrund des im Jahre 1902 aufgesteltenKultusprogrammes energisch in bei Kultuswahlkampf einzutret' vollkommen einverstanden." Auf Anttag Dr. S ch a l i t s wurden sofort die Bezirkswahlkomitees eingesetzt. Löbliche Redaktion! Das gefertigte Wahlkomitee ersucht um den Abdruck folgender, ihm über seine Eingabe vom 8. d. M. seitens des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien am 10. d. M. gewordenen Erledigung: „ . Nach § 8 der Wahlordnung ist zur Einbringung von Reklamationen eine Präklusivfrist von 14 Tagen festgesetzt. Die Entsprechung Ihrer Anregung würde eine Verlängerung dieser statutarisch festgesetzten Frist zur Folge haben, wozu der Vorstand nicht berechtigt ist. Ihre Interpretation, wonach unter den in der h. a. Publikation bestimmten 14 Tagen nur Werktage gemeint wären, ist offenbar nicht zuttcffend und entspricht auch nicht den geltenden, privat- und verwaltungsrechtlichen Besttmmungen bezüglich der Fristen. In sinngemäßer Anwendung dieser Bestimmungen wäre eine Verlängerung der Präklusivstist nur dann gerechtfertigt, wenn der letzte Tag der Frist auf einen Sabbat oder jüdischen Feiertag fallen würde, was aber selbstverständlich seitens des Vorstandes schon bei der Ausschreibung hintangehalten wird. Endlich sei noch erwähnt, daß erfahrungsgemäß für eine Verlängerung der festgesetzten 14tägigen Frist ein praktisches Bedürfnis überhaupt nicht vorhanden ist; die Reklamationsfrist geht demnach allerdings mit dem 17. d. zu Ende. Der weiteren Anregung, für die Wahlen in den Bezirken II und XX eine Sprengeleinteilung an Stelle der be- Senden alphabetischen Einleitung zu schaffen, Folge zu :n ist der Vorstand nicht in der Lage, doch wird für die nächsten Wahlen Ihre Anregung in Erwägung gezogen werden. Hochachtungsvoll Dr. Lieben, w. p. Dr. Alfred Stern, w. p. Sekretär. Präsident." Herr Dr. Stern beharrte bei dieser Wlehnung, obgleich ihm noch Sonntag unser Delegierter auffuchte und ihm einerseits darlegte, daß nach der Intention des Gesetzgebers wohl eine Verlängerung der Reklamationsfrist zugunsten einzelner Wähler, nicht aber der Gesa mtwählerschaft unerlaubt sei, andererseits ihm die Wählerliste, nach den Sprengeln rechts (und links der Taborsttaße geordnet, druckreif bereitstellte. Der Herr Präsident argumentierte, eine solche Wählerliste wäre als Adreßbuch schlechter geeignet, auch seien jene Wähler, die den weiteren Weg zum Wahllokale scheuen, ohnehin keinen Schuß Pulver wert, überhaupt sei unser Ansuchen nur Sekkatur rc. Hochachtend Für das zionistische Wahlkomitee: Dr. Paul Weisengrün. Dr. Isidor Margulies. Jüdische Toynbee-Halle Wien, XL, Othmargasse 46. Wir eröffnen im Lokale der Religionsschule der israel. Kultusgemeinde Wien I. Seitenstettengassse 2, IT. Stock folgende unentgeltliche Kurse (Einschreibegebühr K 1.— per Kurs), an denen Unbemittelte teilnehmcn können: Englisch für Anfänger: Montag und Donnerstag S’/a bis 9'/? Uhr abends für Vorgeschrittene: Montag und Donnerstag 7V2 bis 87a Uhr abends Stenographie für Anfänger Dienstag von 8'/- bis 9% Uhr abends für Vorgeschrittene Dienstag von 77? bis 87r Uhr abends Deutsche Sprache und Literatur Mittwoch?7z Uhr abends. Anmeldungen: Samstag, 20 Oktober, 8 Uhr abends I., Seitenstettengasse 2, II. Stock unter Mitbringung der Einschreibgebühr. Nachträgliche Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Vom 3. November d. I. ab finden in der Toynbee- Halle XX.^ Othmargasse 46, täglich um 8 Uhr abends populär-wissenschaftliche Vorträge statt, deren Programm allwöchentlich in den jüdischen Blättern veröffentlicht wird. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Der Obmann: Dr. I. S a m u e l y. Jüdisch-akademische ..Verbindung „Jvria", Wiien. Die Chargenwahlen für das W. S. 1906(1907 hatten folgendes Ergebnis: cand. jnr. Albert Scb önho f X, oaoä. jur. Leopold Friedmann XX, cand. jur. Felix Winterstein XXX- Bude 9. Bezirk, Seegasse 7. Akademische Verbindung „Kadimah," Im G. C. vom 14. Oktober 1906 wurden für das Wintersemester 1906—07 folgende Chargen gewählt: cand. med. Felix Deutsch X, cand. ing. Arnold Löwenstein xx. cand. jur. Fritz Löhner XXX. S amstag, den 20. d. M. findet bei der „Poale Zio n", ein Vortrag., des Herrn .Nathan.. Gro ß über. „Zionismus oder Territorialismns" statt. Lokal: Cafs Stefanie, Stefaniestraße Nr. 2. Am 7. l. M. fand in Rymanow eine überaus zahlreich besuchte Volksversammlung statt. Referiert haben E. F. W a s ch i tz über den Pogrom in Siedlee und N. I d e e w i e z über den Zionismus von heute. Hierauf kamen über Antrag von Samuel Seelen freund nachstende drei Resolutionen zur Annahme: 1. Ministerpräsident Freiherr Beck, Wien. Jüdische Volksversammlung begrüßt Heranreifen der Wahlreform und fordert bei Wiederaufnahme der Beratung bezüglich der Einteilung der Wahlkreise volle Berücksichtigung des besonderen jüdischen Volkselementes in Galizien durch absolutr Sicherung der bereits zugewiesenen und Zuweisung neuer fünf Mandate in Galizien. Zugleich gegen Sonderstellung Galiziens. 2. Zionistisches Aktionskomitee, Köln. Die am 7. Oktober 1906 in Rymanow abgehaltene zionistische Volksversammlung ersucht das Aktionskomitee a) die Emigration aus Rußland zu überwachen, ihren Strom nach Palästina zu leiten, speziell aber für Beschäftigung der nutzbare» Arbeitskräfte zu sorgen. d) Der realen Arbeit in Palästina stärkere Aufmerksamkeit zu schenken. 3. Ehrwürden Rabbiner Schmelkes, Przemysl. Eine massenhaft besuchte jüdische Volksversammlung, abgehalten in Rymanow am 7. Oktober 1906 (2. Obojl bamoied ssukojss 5667), drückt Ew. Ehrwürden für Ihr mannhaftes, unerschrockenes, jüdisch-volkliches Auftreten anläßlich des Wahlkarnpfes in Zloczow-Brody unter stürmischen Zustimmungskundgebungen Bewunderung, Sympathie und Dank aus. Rabbiner Schmelkes, dieser brave Kämpe, hat sich diese Ehrung wahrlich verdient. 8. Infolge Raummangels müsse» die Rubriken „Kunst nnd Literatur", „Humor nnd Satyre" nnd „Wissenswertes" diesmal wegblcibcn. Der missnagdische Dom rmd der chasstdrsche Uedde?) Nach dem Jüdischen des Schalom Asch von Hugo Zuckermann. (Fortsetzung und Schluß.) ' Alle, das ganze Städtchen, lief hinter dem Row daher, dem Rebben entgegen. Aus allen Türen kamen die Männer, nahmen die Sabbatröcke, die Samthüte, die Läden wurden am hellen Tage geschlossen, die Türen wurden versperrt und alles lief mit der Menge. *) Missnagdim (Gegner) heißen die altgläubigen, aber nicht chassidischen Juden. Der missnagdische Rabbiner heißt „Row", der chassidische, der deutsch Wunderrabbi genannt zu iverdcn pflegt, „Rebbe".