Neue Zeitung
- Journal
- Neue Zeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 1 (7.9.1906)
- Date
- 1906-09-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Ne li e Z e i t u n g Nr. .1 ' Und fu geht es fort, 31 Seiten! Borniert-. schende, Hälbkterikale, antisemitisch infizierte Gruppe heit an Borniertheit, Persidie an Perfidie! Der! der Fiumaner Nesolutionisten behilflich, welche mit Schlußruf ist selbstverständlich die Parole: ,.8vüj^ Hilfe der ungarischen Regierung/ eines asiatischen K -jvsoau!" Man weiß nicht, soll man weinen z Wahlgesetzes und leider auch eines. Teiles. der' oder lachen, über die Art und Weise, in der die! kroatischen Juden/zur Herrschaft kam. . Bei der Einfalt unseres Landvolkes mißbraucht , wird, i Propagierung ihrer konfusen 'Bestrebungen ift ben . Jedenfalls das crstere, denn die Sache ist sehr! Fiumaner.Nesolutionisten, die von .dem-überaus ernst! Feinde überall! Jungtschechen, Alttschechen,! rührigen, aber nicht gerade sympathischen Ab- Agrarier, Staatsrechtler, Nationale Sozialisten, geordneten Siipilv geleitet werden,? die grvß- Klerikakc, Deutsch-Liberale und Nationale, in einem? kroatische und .großösterreichische „Reine Rechts- Punkte sind sie alle einig — in der Bekämpfung; Partei" umso unbequemer,, als sie von. ihr bei unserer armen Glaubensgenossen. Dr. B. S.; Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten uuu™»pi_ “--zr--. Wahlrechtes iveggefegt' würden. Sie bekämpfen Anwendung des nationalen! MNg1)artjlu)c GylMvtMSMUS ötVifie daher mit allen erlaubten und noch mehr : in der Hauptsache zureichend:? Ruin der Juden. j unerlaubten Mitteln — sogar damit, daß sieden Kataster, einen deutschen und! Aus Wesdmqarn wird uns geschrieben:? Führer der Partei, Dr. F r a n k, der allerdings - anb jeder Mährische Landes-! L-eit aeraruner ^eit haben der Nationalitäten-, ^^oon^ännnling .die. x>udensrage und das bürger kann sich nach freier Wahl in den einen-hader nnd der Antisemitismus die Leitha über-! lüd'sche Bvlk ignoriert, durch Drohung mit peröd« anderen eintragen. Jede Naüon wählt dann! schritten hier m Westungarn äußert sich dies ge-' wnlicheu Insulten einzujchnchtern versuchen. Bein allen Wahlkreisen gesondert. Der Wahlkampf - rade in'der jetzigen Acrader magyarischen Koazsvnders^ symptomatisch aber und fiir die „fvrtspielt sich nicht mehr zwischen Nationen, sondern,Mon für die Juden sehr fühlbar. Unter deniOE'ch^" Gesinnung des Herrn Supilv und J ctn**. s-*- V, +• + J LftrmtnvfpiT faniriijpirfmprih nt pä hni? iip nmi2 nnrfi deren,, eine weit größere Tragweite besitzt, als die Meisten ahnen. Denn die Regierung, will die Wirkung der neuen mährischen Wahlordnung, welche auf den nationalen Kurien beruht, erproben, um sic eventuell auch auf die Reichs-. ratswahlen anzuwenden. Shm muß man aber wissen, daß das System der nationalen Kurien einzig und allein dasjenige ist, welches den Juden, wenn sic einmal als eigene poliüsche Individualität anerkannt sein werden, die ihrer Zahl entsprechende Vertretung in den, parlamentarischen Körperschaften sichert. Die mährische Wahlordnung ist allerdings noch keine ideale V Kurienprinzips, aber Es gibt nationale Kataster, ....... _..... .einen tschechischen und jeder mährische Landes-? zwischen den Parteien desselben Volkes ab. Der sogenannte Besitzstand der Nationen ist. im Voraus, festgestellt. 83 Tschechen, 6(5 Deutsche, außerdem 2 bischöfliche Virilstimmen. Zum Schutze der deutschen WnoritätdientdieBestimmung daß dieWahlordnung selbst nur mit qualifizierter Majorität abgeändert und nur mit solcher andere Gesetze von natio- Dcutschen macht sich' Immer intensiver eine! ^u,oren kennzeichnend ist es, daß sie ganz nach deutschnationale, unter den Magyaren eine christ-? Miyter klerikalen,Alt-Obzorazen aüs die lichsoziälc Strömung bemerkbar. Die erste ist! °ut-ienutlschcn JnsyMe ipekichcren und gegen infolge der magyarifch - chauvinistischen Quer-; Dr. 6'rank >vuhle>i, um auf trcibereien unserer jüdischen „Großen" nichts! dK Weise^dic. nmner neucii Anhang gewinnende weniger als judenfreundlich, während die. magya-!„Reine Rechtspartei" mr^ande zu entwurzeln. ' rischen (besonders kleinbürgerlichen) Kreise unter -Rogen die kroatischen, yuden Acht geben, nalem Belang gegeben werden können. Außer-!dem klerikalen Einflüsse Antisemiten aus wirt-!,^ haben wohl keine Urjache, sich-für eine der dem hat die deutsche Landtagskurie eine bestimmte i schchtlichen Nlotivcn werden. Die Juden Ungarns! bestehenden. Parteien zu erpomeren. Aber darüber Anzahl der Landesausschußstellen und durch diese, beqinnen teilweise bereits zu erkennen, daß sielten sie,sich klar - sein daß ein felbststandiges ein Vorschlagsrccht bezüglich deutscher Beamter! einen verhängnisvollen Irrtum begingen, als sie! ^'.krvatieir nur nn Nahmen. Großosterreichs und Lehrpersonen, an welches die Majorität ge-!die magyarisch chau'vinisttsche Koalition förderten,!Möglich Yt, daß nur die,e Losung der kroatischen Hunden ist.' .!daß sic nicht den „'Idealen. Kvssuts", nicht der!0^"gc siir die kroatischen Inden ersprießlich ist. " Inwieweit die mährischen Juden durch, die? übrigens unmöglichen und fiir Ungarir schädlichen! , ' \ “ ~r~T7: neue Wahlordnung augenblicklich berührt werden! Personalunion, sondern nur der klerikal-antise-! AnlifeMtltSMUS M SvSNikN. und wie sie sich jcht dazu zu stellen haben, i mittschen Volkspartei, der eigentlichen Nutznießerin1 " darüber zu sprechen wird noch Gelegenheit ffein. .der magyarischen Koalition, Dienste geleistet! haben. arischen Chauvinisten und ihrer jüdischen Helfershelfer. Bei den letzten Wahlen für den ungarischen Die geistige Nahrung des mährischen Landvolkes. Brünn, Anfang September 1906. „Die Unterjochung der Welt durch das Juden- Reichstag wurden did Juden gezwungen,' für in'-fUM-meni svetazidvVift der Titel einer antisemitische, magyarische Klerikale zu stimmen- , nur damit tem Llovakc vdcr unimane gewählt werde! f .Andererseits hat Die -Ablehnung des Baues einer neuen Bahn, von Preßburg nach Wien aus chauvinistischen Gründest gerade die dortigen Juden wirtschaftlich geschädigt. Wenn irgend ein Volk, so haben also die Juden Ursache, zu wünschen, daß ein ehrlicher Man schreibt'uns aus Sarajewo: Bosnien galt bisher als Eldorado für Inden. „ .. .Da inan dem großen türkischen Bruchteil der Bechwigen zahlen, die^uden bereit. bic j öBIf?nmg uid]t' ^istlich tendenziösen tum" (Ilfuririeni svöru z\üf) ist der Titel einer Broschüre, die vor einigen Wochen in tausenden Exemplaren iin südöstlichen Mahren unter wohlwollender Duldung der Behörden verbreitet wurde. Die Schrift, die dein 'hohen Reichsrate in Wien gewidmet und in der Oyrülo-M.ethod6jskii- Druckerci V Kotrba in Prag bereits in 1. Auflage gedruckt ist — der Verfasser verschweigt wohlweislich seinen. Namen — erscheint als Schundf- . , >- : . . „ . Produkt allerärgster -Sorte, das ohne jeglichen? K'eden sowie em dauernder inniger Znlammenr — ’ " " ' rfüllt mit den whan- Mbch beider Reichshalfien und ihrer sämtlichen Anüsemiten sind, das Politik. machen dem Volke überhaupt nicht gestattet war/ ging cs den Inden wirklich nicht schlecht. Sie kamen in Amt .und i Würden/ avancierten, und als. Geschäftsleute legte man ihnen keine-Schwierigkeiten in. den Weg. Die Zeiten sind vorüber. Die Regierung, die ftühcr die Türken begünstigte und . die Serben drückte, toleriert die letzteren jetzt. Und das genügt! Der siiuf „Kauft nicht bei Juden!" erschallt nun auch hier.- Auch die Siege der Japaner mußten die hiesigen Inden büßen und büßen sie noch: Erstens, i»„™, uob m »]-)'■ j(tc „icht im Sujotai, funi hnmmte mrajer Zmammen- '&[n /„„„b/n, zwmc,/ recil fic offenbar an der Niederlage des russischen Heeres Schuld trugen und. drittens, ebenso offenbar überhaupt den Krieg verschuldet haben. — Es wird /j viel davon gesprochen, ' daß Bosnien Freiheiten logischen-Zusammenhang, erMt mit den phan-i^,- .- .. ., . - tastischeste Märchen, lediglich berechnet ist, quf die? Nationalitäten erfolg^ damit endlich e,ne neue niedrigsten Instinkte der Maffe stimulierend zu Aera pmitwer w.rtschafilicher ReMmarbeu be- 1 " ' 0 qmne. Die n-ortdauer der letzigen Zu taude bewirten. - - - .? . ., , O <. .. | uiei uuuun iiumiuuieu, uuij ^uöiuui /viuiicuun Der Zweck des Büchleins, das offensichtlich? d/utct unseren wirtichaftlichcn Rum und crmog-) ^koinmen müsse Die erste, wird wohl die sein, von klerikaler Seite ausgeht, ist der, -die-auf-den «-iege»zug de»...ltttl,eim^smu^m gavS j die.Juden-unterdrücken zu'dürfem vr. .1. L.-Ll. klärenden, antiklerikalen Ideen, die namenüch durch! die Propaganda Prof. Masaryks und der! ~ , , ■. ~ v Realisten auch unter dem tschechischen Volke Ein-! Gkvt Achl I{tdrtTt|d)C ZNorN gang finden und der bisher alleinherrschenden katholischen Kirche gefährlich zu werden beginnen, dadurch zu diskeditieren, daß man, diese ganze liberale Bewegung als Machwerk des Judentums darstellt. Ncunentlich gilt der Kampf dem Freimaurertum, das von der „Jüdischen goldenen Internationale" zu dem Zwecke ins Leben gerufen Aus Kroatien erhalten mir von einem Kenner der dortigen Berhültniffe folgende Zeilen: Innerhalb der Monarchie gibt es! zwei Gruppen von Juden: Die einen verwerfen jede politische Betätigung, dieandern züchten, durch eine falsche Politik immer imd überall den Antisemiüsmus. In Zislcithanien ebnen sie durch ihr wurde, um durch die Macht des Goldes, geheimer? Verhalten in deutsch-tschechischen, pvlnisch-ruthe- Künste und magischer Kräfte die ganze Welt zu benischen und italienisch-südslavischen Nationalitätcnherrschen. Als Symbol dieser geheimen Mächte5kämpfe den antisemitischen Extrem-Nationalen, ist auf dem Titelbllde ein jüdischer Greis dar-? Christlich-Sozialen und Klerikalen aller Volksgestellt, der in den Gebetinantel gehüllt, mit. den stämmc den Weg. In Ungarn .und Kroatien Tefillin angetan, vor einem mit Folianten' bewiederum leisten sie den magyarischen Chauvideckten Tische sitzt und jedenfalls darüber nach-!nisten und ihren Trabanten, den sogenannten denkt, welches Ländergebiet Israel noch nicht? Fiumaner Resolutivnisten, welche, sich einbilden, unterworfen ist. Einer der wichügsten Programm-? mit Hilfe der Budapcster Blachthabcr zur. Ver- Die Zukunft drr jüdischen Stadt Salonichi. punkte dieser angeblichen jüdischen Weltorganisation lautet: „Wir müffen die Christen dazu bringen, daß sie das kirchliche Eherituale in # einen einfachen Kontrakt vor dein staatlichen Beamten verwandeln, denn dann werden ihre Frauen und Töchter sich bemühen, in unser Lager zu gelangen, wohin sie das Gold locken wird." In diesen Worten ist die ganze Tendenz des Pamphletes gekennzeichnet! — Nach der Aussage eines „Leviten" gilt in dem genannten Weltverbande folgende Rechtsnorm: „Gelangt einer von uns vor ein christliches Gericht wegen. Uebertretung der Gesetze des Volkes, unter dem er lebt, dann müssen -chm die anderen helfen, aber nur in dem Falle, wenn der Beschuldigte'nach dem Gesetze gchandelt hak, nach dem sich das Volk Israel richtet (Hllsner)." einigung der kroatischen Länder gelangen zu können,'Heeresfolge. Welche Verblendung! Die Inden, eine nationale Minorität^ von Geknechteten, kann für sich die Freiheit und. nationale Autonomie nur im Rahmen eines förderativ anfgebantcn einheitlichen Völkerrcichcs Großösterreich, welches allen Nationalitäten dies- und' jenseits der Leitha vollständige nationale Gleichberechtigung sichert, erkämpfen. - Dagegen muß die im Schlepptau' der Klerikalen segelnde inagyarische Koalition, welche heute bereits antisemitische Allüren zeigt, die Lostrennung von' Zisleithanien wünschen, um desto leichter die 12 Millionen Nichtmagyaren und vor allem Kroaten vergewaltigen zu können. Und dabei ist chr eben die heute in Kroatien hcrr- . Arlibl der „O e st e r r e i ch i s ch e n N u n ds cf) n welche Fragen der österreichischen auswärrigcn Poliiik gewidmet sind, pstegen weit mehr als ninsstge Betrachtungen .zu sein. Daher »ms; es'uns doppelt interessieren, in der Nuuinicr vom 23. August d. I. in einem Anssapc „U e der n n s e r e k ii n f t i g e O r i e n t- Politik" solgende Sätze zu finden: - „ . . .. Wir-mutzten,-wenn die Landkarte der Balkanhalbinsel geändert wird, Salonichi und die allernächste Umgebung für uns reklamieren und sie als eine üüstenenklave mit Oesterreich vereinigen. Welchen Wert der Besiv der großen Hafenstadt für unseren Export nach der europäischen. und astatischen Levante hätte, ivelchcn Wert ste in Zukunft noch erlangen würde, wenn die alten vorderasiatischen Kulturländer wieder aufbliihen, braucht nicht besonders hervörgchoben zu iverden. Daß ihr Besitz »ns auch nicht über Gebühr mit Opfern belasten, würde, da weder Griechenland noch Bnlggrien stark ■ gering wäre, ihn uns zu entreißen nild Italien mit uns nicht' um ' diesen Preis einen Krieg beginnen würde, ist wohl als sicher anzusehcn. Bor allem, aber ist anzuführen, daß iveder Bulgarien noch Griechenland das ägäische Emporium national für sich in Anspruch nehmen können und daß stch in ihm iveder. eine gefährliche bulgarische, . noch eine gefährliche griechische Jrrcdenta'entwickeln kann.- Ein. Franzose,- also ein Freund der Griechen, Biktor Berard, hat L-alonichi seinen Landsleuten mit den Worten charakterisiert 1 Es ist weder eine griechische,, noch eine bulgarische, . noch eine serbische Stadt, c s i st eine. - j wd i s ch e Stadt. Und -. .in der Tat,- knapp ein Viertel der Bevölkerung ist griechisch, ein Viertel türkisch, ■ bulgarisch, kutzowalachisch, serbisch: mehr als die Hälfte besteht aus spanischen Juden. Die siebzigtansend Juden - von Salonichi würden unter-der schwarz-gelben . Fahne ganz anderen - Schutz. finden als unter der Fahne des . hellenischen Königreiches und sie würden , treue österreichische Staatsbürger sein und bleiben: Wenn man ein Plebiszit unter ihnen-veranstalten und sie fragen würde, welchem Staatswesen sie sich nach dem Rückzüge. der .