Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 89 (21.12.1906)
- Date
- 1906-12-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 89 Nationalzeitung Seite 5 jüdischen Obergymnasinms die vom Gemeindeausschuß unterbreitete Organisation und ermächtigt den Präsidenten der Gemeinde, namens derselben auf Grund dieser Organisation den endgiltigen Vertrag mit dem Freystädtler-Kuratorium 'abzuschließen und die Bestätigung desselben beim Kultusmtb Unterrichtsminister zu erbitten " Hierauf folgte die Wahl eines Ausschubmitgliedes; Wahlpräsident Ministerialrat Doktor Ludwig B a l l a i meldet, daß für diese Stelle mit 54 Stimmen Sparkassendirektor Dr. Franz Sz 6 kely gewählt wurde. Uermischte Nachrichten. Jüdische Tohnbee-Halle. Wien. xx. Bez.. Othmargaffe 46. *Wochenprogramm: Samstag, den 22. Dezember: Konzert. Arrangement Herr Prof. Melion. Sonntag, den 23. Dezember: „Eindrücke einer Palästinareise" (mit Skioptikon). Herr Rabbiner W. Reich^aus Baden. Montag, den 24. Dezember: „Die Tatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens". Zyklus iv). Herr Prof. Dr. W. Jerusalem. Dienstag, den 25. Dezember: „Anonyme Briefe" (mit Skyoptikon). Graphologiü Frl. Dolphine Poppöe. Mittwoch, den 26. Dezember: Konzert. Arrangement Herr Birnbaum. Donnerstag, den 27. Dezember- „Bilder aus der Volkswirtschaft". Herr Leopold Spitzer. Freitag, den 28. Dezember: Bibelvortrag. Samstag, den 29. Dezember: Konzert- Arrangement Herr Stock. Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Beginn: An Wochentagen 1k& Uhr. Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei -Konzerten wolle man an den Obmann. Herrn Dr. I. Samuely. 1., Fischerstiege 6. gelangen lassen. Sonntag, den 16. d. M. fand in der Toynbee- Halle eine Chanuka-Festjause statt, bei welcher 280 arme Schulkinder der Brigittenau durch Sang und Sviel erheitert, bewirtet und mit Süßigkeiten und Spielsachen beschenkt Kurden. Vor der Jause erläuterte der Lehrer des Kuabenhortes, Herr Rosenheck, die Bedeutung des Chanuka-Festes. worauf in feierlicher Weise das Anzünden der Lichter erfolgte. Glückstrahlend verließen nach dreistündiger Unterhaltung die kleinen Gäste denFestraum. Wie»». Der in weiteren nationalen Kreisen als glänzender Hebräist — durch seine Uebersetzung einzelner Grillparzerischer Di htungen bestbekannte Herr Isidor Mintz hat einen schweren Verlust erlitten — durch das Ableben seiner im Alter von 70 Jahren verblichenen Frau Emilie Mintz. die nach längerem Leiden vorige Woche verschied und am Mittwoch unter zahlreicher Beteiligung der Familienangehörigen und Freunde des Hauses beerdigt wurde. Dem Schmerze des tiefgebeugten Gatten gab Herr Rabbiner Dr. Bauer beredtem Ausdruck und die erhebende liturgische Fraktion versah Oberkantor Qnartin vom Josefstädter Tempel. Möge unser geehrter und geschätzter Freund in dem allgemeinen mld auflichtigen Beileid aller, die ihm nahe stehen. Trost und Aufrichtung finden und der edlen Verklärten, die im Andenken ihrer guten Werke fortlebt, auch dort die ewige Ruhe und Seligkeit zuteil werden! —*• Hebräischer Klub. Sonntag, den 23. Dezember l. I.. präzise V28 Uhr abeods fiiudet im Restaurant Bondi, i. Bezirk, Schottenring 29. ein hebräisch-literarischer Abend mit folgendem Programme statt: 1. Ansprachen des Ausschusses. 2. Frau Borodizkaia: Vorlesung eigener Schriften. 3. Konzertsänger D. Reißenmann: Vorträge hebräischer Lieder mit Klavierbegleitung des Fräulein Blumen. 4. Fräulein L 0 u b e z k a j a: Vorlesung ..Sahendrin gdoulo" von Frischmann. 5. Frau Dr. Waldmann: Dekamation. 6. Herr Rosenblatt: Vortrag eigener Dichtungen. 7. Fräulein Schlesinger: Deklamation. 6. Herr P. Loubetzky: Vortrag hebräischer Lieder. 9. Konstituierung des neuen Ausschusses. Entree zugunsten des hebräischen Klubs von 20 kr. bis 1 fl. Das Exekntiv-Komitee: Dr. Sterngold; Frau Boroöitzkaja. M. Hammer. Wie»,: Letzten Sonntag fand im Bethause Fugbachgasse Nr. 7 eine Channkafeier statt, die vom Vereine „Talmud-Thora" veranstaltet wurde. Wegen Umbau des Talmud-Thoratempels, hatte Herr Schramek. zu diesem Zwecke sein Bethaus in liebenswürdigster Weise zur Verfügung gestellt. Unter den Festgüsten bemerkte man den Präses des Vereines ..Talmud-Thora" Herrn M. Bondy. ferner die Herren Ehrw. Rabbiner M a y e r s 0 h n. Kauders. Hofbauer, den Borstand des Fugbachtempels Herrn Knltusvorsteher Ad. S ch r a m e k. den Rektor des Seminars Herrn Dr. Schwarz, Herrn Kohn, akad. Maler 2c. rc. Nach Entzündung der Chanukalichter durch Herrn Lehrer Friedländer und der Absingnng des ..Moans Zur" unter Leitung des Herrn Lehrers Lichtschitz schilderte Herr Oberlehrer Kohn in eingehender Weise die Bedeutung des Chanukafestes. Die von Knaben mit vielem Geschick vorgetragenen hebr. und deutschen Gedichte verrieten große Kenntnis des Hebräischen und stellen dieser Anstalt das glänzendste Zeugnis aus. Besonders exzellierten die Knaben: Muschel. Wirtschafter. Bermann. Teltsch. Mit dem Mariw- Gebete schloß diese erhebende Feier. Es bliebe noch der Wunsch, daß sich recht viele den Institutionen dieses Vereines fördernd anschließen mögen. Wien. (Allg. Krankennnterstützungsverein „Menschenliebe".) Dieser in den Wiener jüdischen Kreisen sehr beliebte Verein veranstaltet Montag, den 31. d. M., abends 8 Uhr, im Prachtsaale des Hotels „Franz Josefs-Bahn" einen Unterhaltungsabend. Die Unterhaltungsabende dieses segensreich wirkenden Humanitären Vereines geniesen besonders im ix. Bezirke bereits einen so guten Ruf, daß es überflüssig erscheint, den eben angekündeten erst besonders zu empfehlen, umsomehr, als der derzeitige OYmanu des Vergnügungskomitees Herr Richard B e r d a ch. alles aufbietet, um den Abend zu einem genußreichen zu gnstalten. Entree kZ—. Der Reingewinn fließt, wie bei allen Veranstaltungen dieses Vereines, wohltätigen Zwecken zu. Überzahlungen werden durch die Vereinsleitung dankend quittiert. Ein Toilettezwang besteht nicht. Wien. (Jüdisches Museum.) Daselbst sind aufgestellt: Konkurrenzen von Bildhauern um das Freiherrlich von Rothschild'sche Künstlerstipendium; ferner das Modell des Grabmales für den Oberrabbiner Leopold Löw s. A. in Szegedin. in Alabaster ansgeführt und von seiner Tochter, Frau Fleischer in Wien, dem jüdischen Museum gespendet. Wieu. Sonntag den 23. Dezember 1906, präz. 10 Uhr vorm, findet eine öffentliche Plenarsitzung des Kultusvarstandes statt. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über eine gegen die stattgehabten Wahlen eingebrachte Einwendung. 2. Agnoszierung , der Wahl in den Kultusvorstand. 3. Festsetzung der Voranschläge der Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde für das Jahr 1907. Wien. Sonntag, den 16. d. M. fand die Eröffnung des „Kaiserin Eliabeth-L e h r m ä d ch e nu n d A r b e i t e r i n n e n h e i m e s im eigenen Hause, l).. Malzgasse 7. statt. Anwesend waren: Abg. Dr. Vogler, Herr David Ritter v. Gutmann, Polizeirat K e n d a. der Präses der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern mit den Mitgliedern des Knltusvorstandes. Dr. Markus Spitzer. Dr. L ö w y, Kommerzialrat Leopold Simon, Schramek und S. Steiner. Gemeinderat K l e b i u d e r, Regierungsrat Dr. Schlag, die Bezirksräte N e u st a d t l und Heß. Negierungsrat Eifert, der Direktor des Nainer-Gymuasiums. die Schauspieler Kracher und Broda, der Vertreter der Baron Hirsch- Stiftung Dr. Asche r. der Direktor der Leopoldstädter Kinderbewahranstalt Dr. F i s ch e r. Doktor Samuely. Sekretär Dr. Adler, Frau Herta v. Sprung, Frau Hofrat O b e r m a y e r, Inspektor Kan i tz. für den Verein „Zuflucht" Frau G r ü n w a l d, für den Brigittenauer Frauenverein Frau Berta Fischer, für den Verein „Fraueuhort" Frau K 0 p p st e i n u. v. a. Nach Begrüßung der zahlreich Erschienenen durch die Präsidentin Frau kaiserl. Rat Berta Krüger, durch deren Initiative die Kaiser-Jubilänms-Stiftnng 1898 vom bisher besteheudeu Leovoldstädter Fraueu-Wohl» tätigkeits-Verein gegründet wurde, schildert dieselbe die Geschichte des Vereines und dessen vielfachen Kämpfe mit schwierigen Verhältnissen, namentlich zur Zeit, als der Hort noch in einer Mietwohnung untergebracht war. zugleich allen edlen Spendern. Stifter)» und Gründern im Namen des Vorstandes von Herzen dankend. Zu de» Stiftern gehören: Weiland Baron Nathauiel v. Notschild, dessen Bruder Hbert Freiherr v. Rothschild und Frau Alice Brückner. Gründer sind: Weiland Frau Baronin Clara Hirsch de Garenth. Frau Baronin Charlotte v. Königswarter. Frau Panline Kary. die Herren Max Freiherr v. Springer, Dr. Arn. Hildesheiner, Karl Witgenstein, David R. v. Gutmann. Wilhelm Freyberg in die Baron Hirsch- Stiftung. Unter den. Ehrenmitgliedern wird auch Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Schmiedl genannt. In dem neuen Heim erhalten Dank der Munistzenz edler Menschenfreunde fortan 25 Lehrniädchen im Alter von 14-16 Jahren und 35 jugendl che Arbeiterinnen unentgeltlich vollständige Unterkunft und besteht nunmehr die Hauptaufgabe des Vereines. - diese Mädchen während ihres Aufenthaltes in der Anstalt einem ihrer körperlichen Eignung entsprechendem gewerblichen Berufe zuzuführen und sie in Werkstätten außerhalb des Heimes ausbilden zu lassen, um auf diese Weise denselben die Basis zu einer gesicherten Lebensstellung zu verschaffen. Das neue Heim, welches vom Stadtbaumeister Viktor Schwadron wohl nicht erbaut, doch nach den Vorschriften der modernen Hygiene vollkommen adaptiert wurde, enthält lästige, lichte Schlascäume für 60 Betten, ferner einen Speisesaal, genügend für 60 Personen, einett geräumigen Arbeits- und Lesesaal, ein Bureau, die Wohnungen der Verwalterin und des Hausbesorgers, einen Jsolierraum, Küche. Waschküche, Speisekammer. Bade- und Doucheraumen. ein Bügelzimmer, Klops- Putz- und Waschränme, sowie Boden- und Kellerräumlichkeiten. Die erforderlichen Einrichtungsgegenstände wurden von einigen hervorragenden Firmen bereitwilligst gespendet. Herr Stadtbaumeister Schwadron,der bei dem Bau als technischer Beirat fungierte, gab ein Situationsbild der Anlage des Hauses und der inneren Einrichtungen desselben. In schwungvollen Worten, die lebhaft akklamiert wurden, rühmte nun Dr. Hermann Fialla das edle, menschenfreundliche Werk, das mit der Errichtung des Mädchenheims geschaffen worden ist. Mit dem guten Herzen sei hier der praktisch denkende Sinn verbunden gewesen und habe sich zu humanster Tätigkeit vereinigt. Er dankt zum Schluffe jenen Damen des Vorstandes, die sich um das Werk besondere Verdienste erworben haben. Gemeinderat Klebinder begrüßt die Gründung des Heims als Mitglied des Gemeinderates und als Vorstand der Lokalschulbehörde. Die Präsidentin Frau Krü g er dankt den Vorrednern und schließt mit einem Hoch auf den Kaiser. Der Präses der israelitischen Kultusgemeinde. Dr. Alfred Stern, bringt den Dank der Kultusgemeinde für die Schaffung des Müdchenheimes zum Ausdruck. Frau Graf dankt im Namen aller Frauen für die an den Mädchen dadurch geübte Wohltat, daß ihnen ein derartiges Heim auf der gefährlichsten Lebensstufe zugänglich gemacht sei. Mit einem Rundgang durch die Räume des Hauses schloß die Feier. Mit der Präsidentin Frau Krüger machten die Vorstandsdamen mit den Vizevräsidentinnen Frau Regine Meyer, Frau Berta Käs. den Kassierinnen Frau Cäcilie F r a u k l und Frau Helene Stein und den Schriftführerinnen Frau Lina Weiß und Frau Regine May an der Spitze, den Festgästen die Hoirneurs. Die Channkafeier des jüdisch theologischen Vereines fand am Dienstag Abend im Festsaale des Hotels „Central" statt. Nachdem der Präsident des Vereines, Herr Dr. A l c a l a y die zahlreich Erschienenen, u. a. die Herren Rabbiner Mayersohn. Dr. Nosenmann. Dr. Kaminka, das gesamte Professorenkollegium mit Herrn Rektor Schwarz an der Spitze. Herrn Dr. Leop. Kahn »rc. begrüßt hatte, trug der Kandidat S. Löv.v einen von Herrn Torczyner verfaßten Prolog vor. Hierauf folgte die feierliche Entzündung der Chanukalichter durch Oberkantor Bela Guttmann. Hiernach hielt cand. Schwenger die mit großem Beifalle aufgenommene Festrede. Großen Eindruck rief bei Sachkundigen die in diesem Vereine bereits traditionell gewordene hebräische Festrede, welche diesmal von Herrn Halberstamm in tadellosem Hebräisch gehalten wurde. Die künstlerischen Darbietungen der Herren Oberkantor Guttmann, ersten Kantors Kwartin. Konzertmeisters Zimbler und des Komponisten Dr. Leo Ascher, der die Klavierbegleitung besorgte, wurden stürmisch akklamiert. Die gehaltvollen Reden der Herren Rektor Schwarz.' Doktor Friedmann und Dr. Leopold Kahn wurden mit großer Aufmerksamkeit angehört und die geistvollen, das religiöse Moment im nationalen Leben bees K. Mittelbach es Me«, I.. Bober man» llr.» Soda-Pastillen, g Dieselben sind für Personen. welche an Maaenbeschwerden, llebelkeiten, Sodbrennen, Anfstoßen rc. leiden, unenibehrltch. (Palais Siua) Zentrum der Stadt IW* Preis per Schachtel 00 Heller,