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Nationalzeitung · 1906-12-21 · Heft 89 (21.12.1906) · p. Seite 6

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 89 (21.12.1906)
Date
1906-12-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Nationalzeitung Nr. 89 tonenden Ausführungen der Reden mit Beifall ausgenommen. Wien. (Konzert Don Fuchs.) Der Arien- und Liederabend, welchen unser geschätzter Kantor am 9. d. M.. im Saale Ehrbar veranstaltete, bot sowohl hinsichtich des gewählten Programmes als auch wegen der künstlerischen Qualitäten des Korizertgebers eine Fülle erlesener Genüsse. Er sang mit tiefem Empfinden und vollendeter Beberrschung der herrlichen Stimme und erwies seine wunderbare Begabung in gleich meisterhafter Wiedergabe traumhaft zarter Stimmungen und leidenschaftlich, aufflammender Affekte. Zahlreiche Freunde und Verehrer aus allen Gesellschaftskreisen hatten sich eingefunden um den beliebten Säuger auch auf dem Gebiete weltlichen Gesanges kennen zu lernen und überhäuften ihn mit enthusiastischem, wohl verdientem Beifall. Zur Chauuka Feier des Synagogen Sänger Vereines. Die deutschen Chöre die bei diesem in jeder Beziehung gediegenen schönen Feste zum Vortrage kamen, und von denen zwei: das im leisesten Pianissimo künstlerisch vollendet gesungene ..Wiegenlied" von Brahms und die grandiose ..Landerkennung" von Grieg über stürmisches Verlangen des Publikums wiederholt werden mutzten, wurden in mustergiltiger Weise von den Komponisten Herrn Löon Erdstein, einen äutzerst feinfühligen, tüchtigen Musiker, einstudiert und am Abend selbst, in vornehmer Manier sicher und zielbewutzt dirigiert. Wien-Floridsdorf. (Chanukafeier.) Sonntag den 16. d. M. hat wie alljährlich die vom hiesigen Frauen-Wohltätigkeitsverein veranstaltete Chanukafeier stattgefunden. Dieser Verein, der seit langen Jahren unter der bewährten Leitung wohltätiger Damen steht und durch die Unterstützung der zahlreichen Mitglieder in der Lage ist. vielseitig Gutes zu lefften. hat auch in diesem Jahre 44 Kinder vollständig bekleidet. Der Feier wohnten bei der Vorstand der Kultusgemeinde Herr Emanuell Grünwald. Vizepräses Herr Max Neumann. Obmann der Chewra-Kadischa. Herr G. Duckes. Kultusrat Herr Dr. Isidor Herzei, ferner die Vorstandsdamen Frau Dr. Laura Bloch. Wien. Ehrenvräsidentin. Frau Henriette Grünwald. Präsidentin. Frau Rabbiner Babette Rosenmann. Vizevräsidentin. Frau Dr. Julie König. Frau Ernestine Dukes. Frau D. Rutz. Frau Gisela Stein. Frau Antonie Blatt, und V. A. Die Feier wurde durch das Ma Tauwu Gebet vom 1. Kantor Rosenberg und Khos eingeleitet. Nachdem die Chanukalichter angezüdet waren, bestieg S. Ehrw. Herr Bezirksrabbiner R. Rosemnaun die Kanzel unv hielt eine der Feier enlsprechende Predigt, schilderte die Mildtätigkeit der von echt jüdischen Geiste beseelten Freunde und Förderer, wie die selbstlose Hingebung der Vorstandsdamen für ben Zweck der guten Sache. Mit einem Gebete für das fernere Gedeihen dieses edlen Vereines ichlotz der treffliche Redner seine Predigt. Nachdem drei Mädchen paffende, von Herrn Religionslehrer I. Löw eingeübte Gedichte vorgetragen, schlotz diese solenne Feier mit dem Absingen der Volkshymne. Nach dem Gottesdienste wurden die beteilten Kinder zur Vereinspräsidentin Frau Henriette Grünwald zu einer Jause geladen. Berlin. Ein vorbereitendes Komitee, an dessen Spitze Herr Gideon H e y m a n n steht, ladet mit folgendem Rundschreiben zum Beitritt zu dem neugegründeten „Verein zur Förderung jüdischer Kunst" ein: „Der Verein ist aus einer Reihe künstlerischer Veranistaltungen entftaubeu, die im letzten Winter dem jüdischen Publikum Berlins mannigfache künstlerische Bestrebungen und Produktionen innerhalb des Judentums vorführten. Diese Veranstaltungen auf eine gesicherte Grundlage zu stellen, Verständnis und Liebe im jüdischen Publikum zu wecken zur jüdischen Kunst, d. h. zu allen Bestrebungen und Werken auf dem Gebiete der Dichtkunst, der Musik und der bildenden Kunst, die von Juden ansgehen und die Merkmale jüdischer Eigenart an sich tragen, kurz die jüdische Kunst in jeder Weise zu fördern uud zu pflegen, dies ist der Ziveck unseres Vereines. Die große Zahl hervorragender Meister auf allen Gebieten der Kunst, wie Israels und L i e b e r m a 11 lt, M ende l s o h u und Bize 1, Heine und Auerbach, die das Judentlun gerade im letzten Jahrhundert wieder der Menschheit geschenkt hat. die eigenartig-jüdischen Charakteristika, die ihre Werke in der Methode des Schaffens, wie in der sie durchdringenden Gestthiswell ausweiseu, sind die besten Fürsprecher für unsere Bestrebungen Sie beweisen, daß das künftlertsche Genie des jüdischen Stammes, das sich jahrhundertelang nur in Dichtungen, in der Musik und im Kunstgewerbe Bahn gebrochen hatte. da zahlreiche Momente die Entwicklung der bildenden Kunst hemmten, in der Stickluft der Ghettos nicht verdorrt ist, sondern mit dem Hereinbrechen freierer Zeiten überall und gerade auch in Malerei und Bildhauerei die schönsten Blüten treibt. Auch unter den Ostjuden hat sich eine eigenartige Kunst entwickelt, die aus dem noch ungebrochenen jüdischen Volksleben heraus wertvolle Werke zeitigt. Das Wiedererwachen der jüdischen Kunst als junge lebens« kräftige Individualität schaft, wie jede Individualisierung in der Kunst, neue, künstlerische Werke. Da ist es unsere, der Juden Pflicht, unsere eigene, die Kunst unseres Stammes zu hegen und zu pflegen, umsomehr als sie ja der Anstalten und Förderungen ermangelt, durch die andere, besser organisierte Gemeinschaften, als die Juden es sind, ihre individuelle Kunst unterstützen. Es ist unsere Pflicht zur Bereicherung unseres eigenen Kulturlebens, wie zur Bereicherung der Weltkultur. Diese Einsicht bricht sich jetzt überall Bahn: wir verweisen auf die große, wertvolle jüdische Kunstausstellung, die soeben in London eröffnet wurde, auf die jüdischen Kunstausstellungen, die in Haag und in Frankfurt geplant werden, auf den jüngst in Warschau gegründeten Verein für jüdische Kunst „Hazomir“. Wir sind überzeugt, daß Ew. Wohlgeboren an unseren im besten Sinne -es Wortes jüdischen, wie allgemeinkulturellen Bestrebungen regen Anteil nehmen und unseren Verein, der sich so hohe und edle Ziele gesteckt hat, nach Kräften fördern werden". Beitritts-Erklärungen sind an die Geschäftsstelle des Vereines in Berlin, Unter den Linden 59 (A. H. Heymann u. Co.) zu richten. Paris. (Trauerandacht für das Andenken des Grandrabbin Zadoc Cahn.) Vorige Woche fand hrer in der Synagoge der Rue de la Victoire eine Trauerandacht anläßlich der ersten Jahrzeit nach dem verstorbenen Grandrabbin Zadoc Cahn statt. Lange vor Beginn der Trauerfeier war die Synagoge bis auf das letzte Plätzchen von einem distinguierten Publikum gefüllt. Es erschienen die Mitglieder des Z e n t r a l k o n s i st o r i u m s mit ihrem Präsidenten Eduard von Rothschild, sowie das K o n s i st o r i u m von Paris mit ihrem Präsidenten G u st a v v. R o t hschild, die Vertreter der Stadtgemeinde, sowie aller jüdischen Vereinigungen von Paris. — Nachdem das Abendgebet von Oberkantor M. Beer mit Chorbegleitung rezitiert wurde, hielt Grandrabbin Dreyfus die Trauerrede in Form eines Gebetes vor der' Bundeslade, in welcher der große Verlust geschildert wurde, welchen die französische Jugend und das Judentum überhaupt durch den Tod Zadoc Cahus erlitten hat. BriMumr ismlitlslhkr UntttPImS’M!. Aufruf! Noch nie war der Ruf nach Hilfe berechtigter als diesmal. Eine ungeheure Armut starrt uns entgegen, wir sollen helfen und können es nicht. Verzweifelte Väter ringen mit der Not, können für ihre Kinder kaum die Nahrung erwerben uud Obdachlosigkeit droht einzulreten. Nicht schrecklich genug können wir das große Elend schildern, mit dem unser Bezirk, der Bezirk der Enterbten des Glückes, heimgesucht ist. ' Wer das nicht mit ansieht, der hat keinen Begriff von Armut uud mitten in dieser steht unser Verein da, dem Sturme der unzähligen Bitisteller preisgegeben, mit seinen schwachen Kräften soll er die Hungrigen speisen, sie vor Obdachlosigkeit schützen. Dieser groben Aufgabe wäre er nicht gewachsen, wenn nicht edle Wohltäter mithelfen würden, diese heilige Mission zu erfüllen und aus diesem Grunde wenden wir uns an Euer Hochwohlgeboren mit der ergebenen Bitte, Ihr Scherilein zu diesem guten Ztvecke beizutragen und Sie werden die Befriedigung bariu finden, eine große Wohltat ausgeübt' zu haben. Für den Vorstand: Adylf Schreiber XX., Klosterneuburaerstraße 19, Obnmnn. >.■ Hermann Ellbogen Josef W tt-tt s ch Obmann des Temvelpereines. Armenrat. Spenden nimmt Herr Obmann Adolf Schreiber entgegen und werden die eingelanfenen Beträge in den jüdischen Zeitungen veröffentlicht. Weitcrge. Dev heutigen Nummer liegt dev Verlosungskalender Per 1907 herausgegeben vom Kanlchirirje Eduard Urban, Krün» bei. Derselbe enthält allerlei fiir Losbefitzer und rlapitaliften wichtige Daten und empfehlen wir daher unseren Lesern die Durchsicht dieses Büchleins umsomehr, als das Bankhaus Eduard Nrbau schon seit 38 Jahren besteht nnd sich stets bemüht, seine Runden in Promptester und solidester weise zu bedienen. I. Mer TtßsildLeitunö «eil eröffnet Wien I., Akrugerstratze \3. Es gelangen?itnt Verkaufe r Wirtschaftstevviche. 200,300 . . v. fl. Persia. 200/300 .„ „ Brüsseler ia, 200/300 .„ „ Tapestrie. Schafwolle. 200/300 . „ Veloursplüsch. 200/300 . . . . „ .. Laufteppiche in allen Breiten ... .. Bettvorleger.„ „ Wandteppiche.„ „ Soitzenvorhänge per Fenster - . „ „ Tüllstores mit Applikation .... „ Portiören.„ .. Tuchvorhänge. gestickt.„ „ Plüschtischdecke, gestickt ...... „ Tuchtischdecke.. 5 Garnitur: 2 Bett-, 1 Tischd ecke „ „ Diwanüberwurf.. „ Flanelldecken.„ Steppdecken.. 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