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Nationalzeitung · 1906-10-16 · Heft 73 (16.10.1906) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 73 (16.10.1906)
Date
1906-10-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 73 Natümalz-ttung Seite 3 Be>z., Nohrbacherstraße 16. Betti Goldstein, Mikolcz, 18. Bez., Anton Fraukgasse 4. Stephanie Sch'önberg, 3. Bez., Reisnerstraße 42. Emil Groß, Eibenschitz (Mähren), Metallarbeiter, 20. Bez., Pbch>larnstraße 8. Lcni Mau, Diaki (Ungarn), Bedienerin, 20. Bez., Bäuevlegasse 16. Ernst Beck, 6. Bez., Wtmmergasse 18. Rudolf Feldmann, Horitz (Böhmen), Hanidelsangestellbeir, 9. Bez., Säulengasse 16. Ludwig Schön, 12. Bez., Arndtstraße Nr. 89. Gisela Weiß, Budapest, Sängerin, 2. Bez., Motensterngasse 5. Jakob Bi.p, Hilfsarbeiter, 2. Bez., Novaragasse 46. Jacques Sgalitzer, Rechtshörer, 6. Bez., Mariähilferstratze 119. Hugo Stern, Friseurgehilfe, 19. Bez., Sittergasse 11. Gabriele Sirchy, Brunn, Verkäuferin, 2. Beiz., Obere Donaustraße 45a. Eugenie Jsler, 2. Bez., Lcssinggasse 19. Wally Jokl, Brünn, Schauspielerin, 1. Bez., Ebendorferstratze 3. Elsa Schorsteln, ged. Friediuann (Uebertritt in Linz). Margarethe Singer, Prosessorstochter (Uebertritt zum katholischen Glauben in Grobning, Steiermark). Karl Grast, Humpoletz (Böhmen), 1. Bez., Neichsratsstraße 29. Heinrich Herschl Geiger, LackenDach (Ungarn), Hilfsarbeiter, 20. Bez., Leipzigerstr. 64. Josef Chnmmcr, Ezcrnowih, 18. Bez., Schopenhanerstvaße 61. Emilie Hupka, Hilfsarbeitetin, 14. Bez., Meiseilstraße 3. Ignaz Fischhof, Gymin'asialschüler, l0. Bez., Hasengasse 33. Arthur Fischer (Uebertritt in Prag). Alfred Deutsch, 7. Beiz., Kaiserstr. 91. Klara Schrecker, Schneiderin, 9. Bez., Waisenhansgasse 20. Karl Wechsler, Mittelschüler, 9. Bez., Hörlgasse 10. Marianne Saxl, 1. Bez., Salzgries 16. Karl Stroß, Alexandrien, Kaufmann, 1. Bez., Koukordiaplatz 6. Auguste Kompert, 1. Bez., Schottenbastei 6. Josef Grünma'ld, Prioatbeamker, 1. Bez., Lazzenhof 1. Jda Mcjersberg, 9. Bez., Hörlgasse 4. Kamilla Fuchs, SeL (Böhmen), Büglerin, 17. Bez., Gschwandnergasse 32. Ellen Schwarz, geb. Wallcustein, Dresden, 16. Beiz., Hietzinger Hauptstraße 63. Doktor Leo F'ischl, Ehemrker, 13. Bez., Jenuttgasse 6. Walter Herlinger, Trzebinse (Galizien), Jurist, 13. B»ez., Linke Wienzeilc 4. Siegfried Deutsch, 16. Bez., OLtakringerstraße 117. Charlotte Kohn, Mährisch-Allssee, Federnschnmickerin, 2. Bez., Zirkusgasse 16. Alice Spieler, Koritschan (Mähren), 2. Bez., Notensterngasse 16. Jacques Freudenthal, Tarnopvl, 18. Bez., Dittesgasse 6. Wilhelm Karins, Snezawa, 16. Bez., LerchenfeldergHirtel Nr. 31. Marie.Pollak, geb. Weiß, Lundeuburg, 16. Bez., Redtenbachgasse 66. Ernestine Mahler, B.-Dabor, 16. Bez., Hafnergasse 144. Heinrich Weiß, Holicz (Ungarn), Artist, 18. Bez., Schnlgasse 33. Oskar P>orges, 8. Bez., Josesstädterstraße 66. Leo Freisinger, Pilsen, Privatbeamter, 12. Bez., Schönbrunnerstraße 285. Karl Reicher, Mähr.-Ostrau, Zahlmarkör, 6. Beiz., Neudeggergasse 6. Zusammen 162. Der Ruf nach neuen Männern. Win erhalten folgende Zuschrift mit den Bitte mm Berössentlichiing.' Sehr geehrten Herr Redakteur! Der Leitartikel in der jüngsten Rümmer den „9<!gtionalzeitnug" unten Dem Titel „Der Ruf nach ueiiicu: Männern" hat in den weitesten Kreisen, der Wiener Kültuswähler tiefgehende Beachsirmg gefrmDeu. Der größte Teil der K'ultuiswähler wüufchi ebenfalls, Daß uichit nur andere Männer, sondern tri sächlich neue Männer, mit frischer, energischer und zielbewußter Arbeitskrast mit „Verstäilduis und Wohlwollen" für ein moberues jüdisches Geiueiulveseu in Den KnitiisvorslanD eingiehen. Gestatten Eie min, sehr geehrter Herr Redokteirr, die Ansinerksarnkeit Ihren Leser und den Kultusivähler im allgemeinen^ aus einen Maim zu, lenken, dessen persönlicher Charakter und auch sonsti'geu Eigenschaften ihn zum Vorsta'nds'mitglied einer Kiiltnsgememde, lvie sie die Wiener Gemeinde ist, prädestinieren!. Dieser Mann ist Herr Dr. Heiirrich S ch r e i b o n, Prokurist -der Juteruationalen Mekbrizitätsgesellschast, Vizepräsideui der „Oesterreichischisraelitischeii Iluiou", Vorstandsmitglied mehneror jüdischer Humauitätsvereiue uflv. Herr Dr. Heinrich! S ch r e i b e n ist den Wiener Jliden nicht unbekannt, und besoüiders in der Brigittenau ist fast jede jüdische Institution! mit dem Namen S ch r e i b e x auf» engste verknüpft. An der Errichtung des- Tempels! in der Brigittenau bat die Energie, Umsicht und Tatkraft des Herrn Dr. Schreiber seinen Löwenanteil. 2U»' ausgezeichneter, überzeugender Redner hat Herr Dr. Heinrich Schreiber in unzähligen, Reden einlern modernen Judentum das Wort geredet, und die „Union" Ijat in schweren Zeiten von den Ratschlägen! des Herrn Dr. S ch r ei b e r sehr viel profitiert und es war nur eine natürliche Konsequenz seiner eifrigen Tätigkeit, daß er ebenfalls in schwerer Zeit' zum ersten Vizepräsidenten, dieser großen Organisation berufen wurde. Wir wollen das Lob dieses Mannes nicht häufen, und begnügen, unsheute mit dom Hinweise darauf, daß Herr Dr. Heinrich S ch r e i b c r als gewiegter Jurist n;nib allsgezeichneter Kenner des Verwattungswesens lvie auch als giüMicher Kenner jüdischen, Leids und jüdischer Hoffnungen sich, a,m besten eignen lviirde, als neuer Mainin und! mcLtc, unverbrauchte, nach, jeder Richtmlig hin uinaVhängig'e Arbeitskraft in die Kultusstube einzuziehen. Mit bestem. Danke für die Veröffentlichung dieser Zeilen zeichne ich Einer für Viele. Wir haben diesen Zeilen gerne' Raum gegeben, weil wir der Ansicht sind, daß die Kandioatnr, des Herrn T>r. Heinrich S ch r c iüer nicht kurzweg von' der Hand zu toe'ifem sei. Die in der Zuschrift angeführten Qualitäten des Herrli Tr. S df r e i b >e r können nicht gel-euWict werden, und wenu> wir heute zu dieser Kandidatur med}1 nicht eingehend Stellung nehmen, so geschieht dies nicht nur Raummangols wogen, sondern auch deshalb, weil wir öift die Gelvißheit haben müssen^, daß Herr Dr. Heinrich, S ch r e i b e r auch die Absicht hat, cimc Kandidatur anzuirehmen, und wir in diesem Falle auch, das kultuspolitische Piroigram!M! des Herrn Dr. S ch r e i b c x kenmen lernen müssen, 'wobei alleroings hervorgehobm zu' werden, verdient, daß Herr Dr. S ch reib e r vor zwei Jahren zu dem äußerst radikalen Progmmm>e b'C^' von der „Union" eingeisetzten Zentrallrahlkomitoes seine Zustimmung gegeben hat. Eine intereffavte „deutsche" Wählerversammlung in Mähr.-Ostrau. (Eigenbericht.) entstellte und ltickenhafte Berichte veröffentlicht und ängstlich vermieden, das stramme Auftreten der Jttdeu zu erwähnen. Dr. Wilh. Freister wurde incht stürmisch begrüßt, sondern von den Deutschen beifällig empfangen. In diesen Beifall mischten sich feiten# der I u d e n lebhafte Pfuirufe, was in,evster Linie hervorgehvben werüen muß. Hierauf hielt Dr. Freisler seine Kaudidatcurcde, in der er sich offen als Freialldeu-tscher bek-mnte und bezüglich der Jlidenfrage erklärte, „daß die Deutschen die Anhänglichkeit der Juden, welche selbst unter g?roßeu Opfern für die deutsche Sache kämpfen, anerkennen und daher den Antisemitismus nicht in den, Vordergrund treten lassen". — Ans gut deutsch übersetzt heißt des: Wir sind wohl Antisemiten, wollen aber aus Opportunitätsgründen dies manchwal nicht zeigen, um deir jüdischenStimme nicht verluüig zu werden. — Dieser inhaltslosen Erklärmm folgte seitens der gegen 400 anwesende'l. Inden ein Sturm der Entrüstung. Die Sozialdc mokraten bekämpften ebenfalls ans das '»est'gite die 5la?'didatur des Antisemiten, Fvüslcr. Unter allgem>eine!r! Spannung ergriff u,un Klütuspräs,s Dr. Hilf, an Nnterzachner des Wahlaufrufes, das Wor.' und mußte unter dem Drucke der erregten Judenschaft erklären, daß er sich mit den Ausführungen betreffend die Juden frage nicht zufrieden gebe, rrnd eine untzwei'deuilge Erklärung^ fordere, von welcher es abhängig wäre, ab seine Kandidatur der Judenschaft zu empfehlen sei oder nicht. Herr Bock erklärte herauf namens vieler Juden, daß diese sich me und nimmer dazu hergeben werden, einen io prononcierlen Airtisemiten zu wähleri, und Xerlangte du Kandidatur einer anderen Periönlichteit. Dr. Freisler wies in seinem Schlußtomie darauf hin, seiner Evklärung bezüglich der Judenfrago nichts mehr beifügen zu können. rmD so ivcit als möglich schon gegangen zu sein. Vor der hieraus folgeirden Abstimmung verließen sämtliche Juden demonstrativ den Saal, was ctitf die übrigen Anwesenden sichtlich den größten CSinbaitcf machte. Diese Vorgänge haben in Ostrarr größtes Aussehen hervorgerusen und bilden das Tagesgespräch. Die Juden in Ostrau haben ihr Selbstbewußtsein erlangt und! werden in mehreren jüdischen Wählervew ^1111111^1,1191'^ gegen die Kandidatur Freislers Stellung nehmen. Anläßlich der bevorstehenden Landtags- Wahl für Vre allgc'moine Wählerkurie des fünften deutschen Wahlkreises farrd am 10. ds. im Festsaale des Deutschen Hauses in Mährisch- Ostvan eine vom deutschen Wahlausschüsse veranstaltete Wählerversammlung statt, bei welcher der ausgestellte Kandidat Dr. Wilhelm F x c i sl c r aus Neutiischein, ein .genug bekannter Antisemit vom Schlage KP H. Wolf, sich den Wählern vorstellte und seine K'auDtdatenrede hielt^ Schon Der Aufruf des -deutschen Wahlausschusses hatte unter der jüdischen Bevölkerung die tiefste Eutrüstuug hervorgerufeu, weil - es unverzeihlich schien, Den JuDcu diesen pronDircierten Autisemiien ausreDen zu lvolleu und lveil fünf jüdische Größen, deren detaillierte Eharakteri-sieruug wir uns Vorbehalten^, den Ausruf mitgefertigt haben. Die Kvnsequeuzeu, lvelche aus einer Deratiigen- Haudlnug ec wachsen könueu, sind nicht aiisgeblieben und haben sich in erwähnter Versammlung deutlich gezeigt. Die Juden, ivelche bekamMch, trenn auch nicht -gerechtfertigter Weise, eifrige und verläßliche! Stützen des Deutschtums lvaren, sind endlich aus ihrer Lethargie cNvacht und lvir glaubeir ruhig behaupten zu können, daß weite K'reise des Judentums zu der Erkenntnis gelangen loerden, den Ostrauer Juden für ihr mannhaftes und selbstbelvußtes Auftreten dankbar zu sein. Ileber die Wählerversammlung selbst haben sMvvhl die Ostrauer deutschen Blätter als auch die Wiener Tageszeitungen teils uiUvahre, teils ZeitunggschM«. KlMkspostdkstM. Inland. Wien. (JMische Bereiuignng.) Donnerstag den 18. Oktober 1906, abends 8 Ihr, findet in Gntbs Restmlrativn, 2. Bez., Skephaircestraße. eine B'erei 11 sv-e rsaminluna statt. DaMsordnstlttg-: 1. Die politische mit» ivirtschliftliche Lage der Juden in Oesterreich. Ziesereuk: Herr Lueian Brnnii>c"r. — 2. Diskusston. 'Gaste wiMvmrnen. Wien. (Streng koschere Speiseanstakt.) Die unter Aussicht des Herrn Rabbiner F ü c st (Schiss,schul) stebeude streng koschere Speisenustalk floriert und gedeicht, rvie -dies nicht anders zu erwarten ivar. Die Speiseausialt hat ivährerrd der kurzen Zeit ihres Bestehens ihre Lebensi:ot'!0c"ndigleit nnd Lebenssahigtcit anfs glänzendste beivlesen. — Am 13. d. fand eine Beratung des D a in e n k n r a t v r c n m s statt, an ive'lcher 4V Damen aus den besten jüdischen Familien Wiens teilnalimeul. D,ie Erschienenen! nahmen die Berichte nnt großer Befriedigung entgegen nnd beschlossen, diese hochrvichtige Institution mit allen Kräften zu fördern. Die Begeisterung, mit ivelcher die Damen nunmehr die Agitation zngnn'sten dieser segensreichen Anstalt in die Hand nehmen motten, läßt die Zukunft auf ein dauerndes Bestehen der Speiseallstalt üeri'chtigt erscheinen. Wien. (Todessatt.) Samstag deri 13. d. M. oerschied nach langer, schlverer Krankheit Herr. David M e p e r s v h n, Sohu des Herrn Rab- 2. nii'i'el.v^cn Wien, Hoher Markt Nr. 8 (Palais Lina) im Zontrumdar Stadt. ♦ Petrol-Haargeist. Ein hervorragendes Mittel zur Stärke des Haarbodens und der Haarwurzeln. Preis 1 Flasche 2 Kronen.

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