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Nationalzeitung · 1906-09-14 · Heft 67 (14.9.1906) · p. Seite 2

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 67 (14.9.1906)
Date
1906-09-14
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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beite £ Nationalzeitmik Nr. 67 stina zu bculucnbcn, angesichts dieses Elends, in das unser ganzes Volk gestürzt ist, gibt es Juden, die sich notionol nennen, und eine Aktion, die entsprechend dem Ausmaße des Elendes, rasche und radikale Hilfe zu bringen bestrebt ist, zu verleumden und zu unterbinden! Al elch ani bochijab!" Das ist eS. was das Herz eines jeden elirlichen Juden beklemmen muß! Es ist ein blutiger Jahresschluß! Doch fiitb wir nicht das Volk der Hoffnung, das Volk, das wegen seines Optimismus verschrien ist?! Wir beginnen ein neues Jahr, beginnen wir eS mit denr Gelübde, alle unsere Kräfte anspannen ztl wollen, tun tinseren Brüdern aus dem Reiche deS Kummers und der Drangsal Hilfe und Ruhe zu bringen in einem Lande, in dem sie ungestört an der Erhaltung unserer Religion und unseres Volkstums arbeiten können! Territsriale Politik. Siehe „Nationalzeitung" Nr. 62, 64 und 65. (Schluß.) Im vorhergehenden Artikel habe ich eine detaillierte, wenn auch kurze Beschreibung Kanadas gegeben, hier will ich die übrigen für eine jüdische Siedlung in Betracht zu ziehende Territorien beschreiben. Mit Rücksicht auf den Raummangel muß ich inich jedoch darauf beschränken, hier bloß die wichtigsten Momente dieser Territorien anzusühren, eine ausführliche Beschreibung behalte ich mir für eine andere Gelegenheit vor. Argentinien .ttiurae MittsilunMll über öas Land, zusammengestellt nach öen «Bericht-en öes Goneral-«Einwanderinigsamtes der argentinischen Nopublik. Flächenraum und Bevölkerungszahl. Argentinien, eine selbständige Nepublil in Süd-Amerika, Har einen Flächeninhalt von zirka 3,000.000 Quadratkilometer, mit zirka 4 Millionen Einwohnern. Argentinien ist in 14 Provinzen und 9 Territorien ober Gouvernements eingekeilt. 14 Provinzen: Salta, Jnsury, Tneuman, Catanrarca, Kirja, Santiago del Estero, Santa Fe, Eorrientes, St. Juan, Cvröu'ba, «Entre Rios, Bkendoza, San Louis, Buenos-Aires. 9 G o u v e r n e m e n t s: Chaeo Austral, Ehäco Central, Missivn'es, Pampa Central, Neuquen, Rio Negro, Chaibüt, Santa Cruz und Feuerlaud. Die 14 Provinzen haben einen Flächenraum von ca. 1M6.000 Quadratkilometer mit ca. 3,340.000 Einwohnern. ich setzte mich; ich habe keine Kraft gehabt, zu sitzen, ich fiel um, ich lag . . ." „Und die Katze?" „Sie ging fort! Wohin sie gegangen ist, das will ich nicht wissen! Wozu soll ich wissen, wohin solch eine unflätige Kreatur geht? Ich habe gesehen^ daß sie nicht mehr da sei und stand auf. Tags darauf ging ich zu unserem Gemeindeältesten und sagte, daß es ein Unglück geben wird. Ich riet, uachzuseheu, ob nicht ein „Gebot" irgendwo verdorben worden ist. (Sie wissen, solch ein Gebot in einer Blechkapsel, das sich an jedem Türrahmen befinden muß.) Ich riet aufzupassen, ob nicht irgend eine Jüdin falsches Haar angelegt hat? (Sie glauben, daß unter rmseren Jüdinnen keine derartige leichtfertigen Weiber sich befinden?) Ich riet, aufzupasseu, ob der Fuhrniann Gdalie alle Gebote der Heiligen Schrift befolge? Denn warum saß die Katze auf seinem und nicht auf einem anderen Dache? Ich bat, sagte, es wird ein Unglück passieren, daß die ganze Stadt zugrlmde gehen wird. Sie wollten nicht hören. Sie sagten: was bedeutet Bcrl! Berl bedeutet nichts." „Nun?" „Nun, es ging so vorüber. Unterdessen zeigte sich ein zweites Anzeichen." „Wiederum eine Katze?" Die 9 Territorien umfassen insgesamt einen Flächen raum von ca. 1,310.000 Quadratkilometer. iD'ie Bepöllernngszähl beträgt ans dieser großen Fläche bloß ca. 112.000 Seelen. Klima. Argentinien Hat mit kleinen Ausnahmen ein ausgezeichnetes mildes Klima, einen milden Sommer und einen ebensolchen Winter. Kommunikation. Argentinien ist von einem Fluß- und KanalisHstem sowie durch ein Eisenöalinnetz durchquert, welche den inneren Verkehr regulieren. Der Suhere Verkehr wickelt sich durch Ozeandampfer ab, welche zwischen Bueuvs Aires und allen wichtigsten europäischen Häsen verkehren. Fruchtbarkeit des Bodens und landwirtschaftliche Produkte. Der Boden ist in Argentinien mit kleinen Ausn'cchmen sehr fruchtbar und erzeugt' fast alle in Europa bekannten Kulturen, wie Gerste, Roggen, Weizen nstv., alle Sorten von Gemüse nütz viele Arten von! OUtbänmien. Argentinien versorgt heute Europa mit allen möglichen lanÄwirkschastlichen Produkten, ganz besonders mit Fleisch. Minerale. Das Minenwesen ist in ArgenAnien sehr stark ansgeb ildet. Es besitzt große Lager von Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei, Graphit nfw., seriter besitzt Argentinien große Lager von Kohlen. Bodenpreise in Argentinien. In den Provinzen bekonimt mau fruchtbaren Boden zum Preise von 3 0 bis 150 Kronen pro Hektar; in den Gouvernements, die wenig bevölkert sind, farnt man den besten nud fruchtbarsten Boden um den. Spottpreis von 2 b i s 10 K r v lle n pro Hektar bekommen! In den Territorien (Gouvernencents) geiwährt die argentinische Negierung an Kolonisten unter Beobachtung von bestilnmken Vorschriften, «welche DpÄnlativnen verhindern sollen, gratis eine Laiidsläche von ca. 600 Hektar fruchtbaren, für 'Ackerba>u und Biehzlrcht geeigneten Boden. Dieser Belsitz stellt ein immenses Kapital dar. Mancher lenropäischer Grohgrnndbesitzier würde es nicht wagen, von solchen Vesitzn-ngen zu träumen! Die argentinische Verfassung. Argentinien teilt 'sich in Provinzen und Territorien. Jede Provinz ist autonom, und besitzt ihr eigenes Parlament, Senat und «Gonvernenr, der nicht ernannt, sondern voll den Kammern «der Provinz gewählt wird. D!ie Territorien, welche noch wenig bevölkert sind, werden laut der argentinischen' Verfassung von der Zenträlregienng zur Provinz erhobell, sobald sich dort 00.000 Einwohner ansiedeln, dann bekommt es auch nach der argentinischen Verfassung ihre Autonomie, Parlament, Senat nslv. Für eine jüdische autonome Siedlung wiitrden sich diese Territorien vorzüglich eignen. Kritisch Gstafrika. lleber dieses Gebiet «wurde schon so viel geschrieben, daß ich es mir ersparen kann hier «Details zu geben. Ich verweise nür ans die Beröfsentlichll'Ngen deS besten Kenners dieseS!G>c«bletes Johnstons und auch Gibbvlls. 'Aach der Anlsicht Johustons ist dieses Gebiet eines der bestell lln«d schönsten Flecken« der Erde. Das Klima gleicht insbesondere ans den höher gelegenen Plateaus dem Klima Süd-En glan/iS mutv eignet sich vorzüglich für eine europäische Siedlung. Der Bericht, der von der zionistischen Expedition am 7. Kongreß gegeben «wurde, ist für uns nicht maßgebend, weil er unserer Ansicht nach danach präpariert war, um den, englischen Angebot ein „Begräbnis erster Klasse" zu bereiten. UeberdieS waren die Ansichbeu der ein>zelnie>n Expedltivnsteilneli'mer sehr 'divergierend. Wiüihrend Gibbons, der eitler der besten. Kenne'r Afrikas ist, über daS untersuchte Gebiet günstig urteilte, haben sich die zwei übrigen zionüstischeExpeditionsteilnehmer Kaiser und Wilbnsch (letzterer ist Zione-Zion) ungünstig geänßert. Die Tendenz des letzteren Experten ist klar und erinnert wich stark an die berühmte Expertise GribbeUns im Prozesse Dreyfus, oder um einen 'biblischen Vergleich anlzusühren, an die Blerichte der ersten Expedition, die Moses zur «AnAknndschct finnig Palästinas entsandt «hat. Ich bilt Überzeugt, daß eine zweite Expedition, die von wahren- Bolkssrennden entsendet werden würde (was «übrigens nicht ausgeschilossett ist), einen ganz aüderen Bericht bringen« wird als die zionistische Expedition! Australien. Hier begnügte ich mich mit der Wiedergctbe eines Artikels, der vom Präsidenten «der anstralischen Ein>wandernlt«gsliga, Dr. Richard Arthur, im „«Jewish Cliro-nicle" erst nillängst Veröffentlicht wurde. Dieser Artikel, «welcher oit die Jto gerichtet ist, führt folgelides ans: „In 'den Hesserbebölkerterl Staaten^ dürfte es schwer, wenn lticht «'»«möglich fein, einen für diesen Zweck gen«iigen«den Laiüdstrich zu erwerber,. Aber in drei Staaten, Queens'la«n«d, Sliidauftralien und Westaulstralienist es w-o«hl möglich, ohne viel Anstrengung lind große Kvstell das niötige Land zu erlangen. Ich bin der Meinung, daß das Nordge«biet das geeigltetste für einelt Versuch sein würde. Dasselbe ist sechs- bis siebenmal so groß wie Großbriiann'ien, und U'lnsaßt weite Strecken fruchtbaren Bodens. Das Klima ist dort ein subtropisches, aber aus der: Hochplateans ist es gemäßigter. Es ist gewiß, daß die Negiernng das Territorinim bald übernehmen und fiir eine Ein- „Nein . . . warnm eine Katze? Wer wird ihr wehren, ein Zieqenbock zu werden? Oh, mein Unglück! Es war gleichfalls abends, sogar spät, sehr spät. Der Mond lenchtete ebenfalls. Ich hätte lieber gesehen, wenn er nicht geschienen hätte, denn dann würde ich daS, was ich gesehen, vielleicht nicht gesehen haben. Ich ging vom Bürgermeister. Er rief mich zu sich tvie gewöhnlich und bestellte bei mir eine schöne Weste. Ich nahm. daS Maß, plauderte mit dein Bürgermeister unb ging nach Hanse. Unterdessen sah ich wieder neben GdalieS HauS. Er stand mit Hörnern, mit einem Bart und ganz schwarz Ivie Pech ..." „Wer stand?" „Sie fragen! Es ist bekannt, lver stand. Ein schwarzer Bock!" „Eine große Sache das!" „Natiirlich ist es eine große Sache. In der ganzen Stadt war nur ein Ziegenbock und dieser war ganz weiß -- woher also gab es einen schlvarzen? Ich bitte Sie, das war kein gewöhnlicher Bock - aber ein Zeichen, daß in der Stadt ein Unglück geschehen wird . . . „Ein Zeichen?" „Natürlich, ein Zeichen. Ich schlug wieder Lärln. Ich ging wiederum zu unserem Gemeindeältesten. Aber was sind diese wert! Sie kümmern sich so um die Stadt, wie um diesen Sand, der auf der Chaussee liegt. Wenn sie selbst mir Geld haben, so ist es für sie genug. Ich sagte, bat, weinte sogar!" „Und sie?" „Sie lachten! Sie sagten, dieser Ziegenbock sei ein einfacher Bock. Er habe an einer Stelle geschlafen, wo man Ruß ausgeschüttet, und deshalb ist er schwarz gelvorden. Ich wlißte, dies sei nicht lvahr, aber was sollte ich machen? Ich lvartete aufs dritte Zeichen." „Und es stellte sich ein?" „Natürlich. Es lvaren noch nicht zlvei Monate verstrichen und es lvar da." „Was denn?" „Es lvar pfui! Ich lverde darüber weder viel noch lvenig reden; ich lverde nur ein Wort sagen: Gdalie Fnhrnmnns Tochter flüchtete!" „Das lvar ein Zeichen?" „Das lvar ein sehr garstiges Zeichen . . . solch ein Mädchen! Sie lvar bereits verlobt. Pfui! Und mit wem ergriff sie die Flucht? Mit dem Sohn des Tischlers Dzieneiolkowski, mit einem Christen! Und heiratete ihn. Pfui! Damals wurde Lärm geschlagen. Die GemeindeäUesten schämten sich — und ich« sagte: Nun? Sie sagten: ein Unglück! Berl hat recht gehabt, es hat sich schon ein Ungliick eingestellt! Ich sagte: Neill, das ist nur pfui, aber nicht ein Unglück; das ist ein VMOhhir 1 NaMordlch«! 0«rucl»lo8 1 Pollenz echte Reform-Schwcissblätler

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