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Nationalzeitung · 1906-09-11 · Heft 66 (11.9.1906) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 66 (11.9.1906)
Date
1906-09-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Narivnalzeüung Seite Nr. 66 Zionsfünger, niemals meldeten sich die TeilneHmie^, zu einer Gäselllschafts reife so rasch, als für iM'efc Fahrt. Aber auch int Heiligen Lande wissen nntseck «Glauibensibrülderl die idealen und praktischen Dlomente dieses 'Reisezuges tau würdigen und sie rüsten sich auch mit Begeistern ng zum imposanten festlichen Empfange der Zionssahrer. Die Teilnehmer der bevorstehenden Reise iwerden nebst dem Gen-nsse der unvergeßlichen Historischen Sehlens!w>iivdig>keit auch noch Gelegenheit Haben, eine Reihe schöner, herzerhebender jüdischer Festlichkeiten mitznmachen, die zu Ehren der Gäste veranstaltet werden. Nähere A'ufklärungen iiber die Reise erteilt der zionistische Zentralverein in Wjen, 9. Bezirk, Türlen-sttaße 9. - Wien. Korpskommandant FZM. Fiedler Hat dem Gefreiten Chajim Saul Safe v. Ablakos 'der Sanitätsabteilung Nr. 1 für seine bei Typhuskranken und Tuberkulösen mit sehr viel Pflichteifer, Hingebung und Verläßlichkeit geleisteten Krankenpflegedienste Hie belobende Anerkennung des Korpskommandos ausgesprochen. . . Marienbad. (Kultus!wlahl.), Beb-, der ' am 6. d. stattgesuudeuen Kultuswahl wurde Herr Dr. jur. Josef iS t e i n e r, Advokat in Marieubad, einthellig zun« Vorsteher der Hiesigen Israel. Kultusgemei-ide gewählt. Bolks-Vorschußkaffe in Prag, r. G. m. V. H. (Königshoserg. 12). Iw Lause des Monats August wurden -Darlehen im Betrage von K 170.998,83 bewilligt. Am 31. August betrug' der Stand der Darlehen K 703.767,38, der Spareinlagen Kronen 338.127,20 und der Stand der Anteile K 124.260. Prag. Sonntag bert 16. September 1900, präzise 1.1 Uh^r vormittags, findet die feierliche Schluszsteinleguing und Einweihung des Kaiser Franz Jvsef-Jubiläuins-Tempels in Prag, rusatemsgasse, statt, Programm: Orgelprätudium. 1. Choral: Mah towu. 2. Ansprache' des Obmannes des Exekutivkomitees, Herrn'Ottomar Rosenbaum'. 3. BerbesuNg der SchluHsieinurkunde durch! den Architekten Herrn f.‘f. Baurat Wilhelm Stiassny, und den'Bau- Meister Herrn Alois Richter. 4. Chor: Psalm 118, Vers 21—23. 6. Schlußsteinlogung, Ansprache des Architekt,en rmd Erteilung der Hamm,erschlüge. 6. Chor: Psalm 118, Vers 24. 7. Anzünden des Ewigen Lichtes. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. G. Weiner. 8. Einzug der Dhorarollen. Chor: Halleluja! . (Psalm 160.) 9. Weihogebet und Einstellen der Thorarollen in die Heilige Lade unter Leistung . des Oberkantors Herrn Loo> Komnitzer. (Waj'hi bin'soa. Uw' nuchoh.) 10. Festpredigt. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Aladar Deutsch. 11. Gebet für Seine Majestät den Kaiser uind König Franz Josef I. Se. Ehrwüvden Herr k. u. k. Feldmbbmeiv Dr. A. Kisch. 12. Volkshymne. PostludiUm. Krems. Am 2. ds. vcranstallcte der Verein „Zion", hier, einen Ausflug nach Nofcnburg im Kamptal, an dem sich fast alle Juden von Krems und Umglcbnng beteiligten-. In der dort abgehaltenen Versammlung' führte Herr Deutsch, Hetzelsdorf, den Vorsitz. Nachdem &cxt Leopold Kohiut, Lau gen lots, die Anwesenden begrüßt hatte, hielt Herr Dv. Waschitz aus Wien einen Vockrag über die Entstehung- Entwicklung uwb Institutionen des Zitonismus, welchem mit gespannter Ausmerksamkeit gefolgt winde. Belustigungen verschiedener Art unterhielten die Gäste bis zur Abfahrt. Der Verein erzielte mit diesem Ausflug einen schönen Erfolg. Für den Nätionalfonds wurde gesammelt, Brünn. (TemPelweihle.) Laut Beschluß des Kultusvorstandes wird das neuerbaute Bethaus am 14. September d. I. feierlich eirrgeweiht werden. Man rüstet sich zu einer größeren Feierlichkeit, denn der Vorstand blrschloß, für die Feier besondere Einlaßkarten auszug-eben. Brün,». (Versorgung russischer Waisenkinder.) D!er Vorstand der hiesigen Kultusgemeinde faßte denein!stim>migen Beschluß, die Versorgung dreier jüdischer Waiiseuikinder, die bei den letzten Massakers ihre Eltern verloren hatten- - zu übernehmen. Zu 'diesem Zwecke wurden 400 Kronen (pro Jahr, oder ein für allemal? Red.) bewilligt. Triest. (Ein Esrog-Kartell.) Die griechischen Pflanzen und Händler, welche die Esrogim aus Korfu und,Parga nach Triest bringen, haben auch ln diesem Jahre ein Kartell geschlossen, wodurch auch die Minderwertige Ware nur um -Hohe Preise erhältlich ist. Schon dieser Unfug allein sollte es allen Jüöen, die sich einen Esrog auWaffeu, zur Pflicht machen, ihn Geld nicht den judeNfrefserischen Griechen an den Kopf zu weifen, umisomehr, als die Esrogim nicht koscher sind, wähnend die Mischen Kolonisten von PaWstinn vollständig entsprechende und preiswerte Ware erzeugen..In dieser -Beziehung empfehlen wir das Vongehen 'der Jasloer Jud«en zur Nachahmung, die in einer zahlreich besuchten, Volksbersammluug den einhelligen Beschluß faßten, strenge darüber zu wachen, daß die Händler in diese Stadt' keine anderen Esrogim -bringen, als 'solche, die aus jüdischen Gärten in Palästina' stämuron.;• Mährisch-Ostran. (Jüd.-akad. Fenialverbindüng „Heffiaua'".) Die am, 30. Juli d. I. stattgefundenen CHargenwahlen Hatten folgendes Ergebnis: Präses: cand. jur. F. Mw) Bizepräses: cand. Phil. E. Spitzer: SchrMüHrer: cand. ing. I. Blume nthal. Lemberg. (StreMewegung. jüdischer Bäckergehilsen.) D'ie Lage den jüdischen Bäckergehilfen in Galizien ist vielfach eine sehr schlechte:-schlechter Lohn, lange Arbetsizeit und dazu noch die Arbeitin Bäckereien, die den normalsten Hygienischen Anforderungen Hohnsprechen. Die jiddischen Bäckergehilfenbeschlossen nun, durch den Boykott einzelne Bäckerfirmen, in denen die bezeichneten Uebelstäntde besonders grassieren, zur Aenderung der Zustände zu zwingen. Der Boykott gegen den Bäcker Seiden endete mit den Genehmigung den Forderungen der Oiehilfen. Nun wurde auch -gegen den Bäcker Schlüsselberg der Boykott proklamiert. Deutsches Reich. Essen. (Vom Kachollkenta-gie.) Es ist mit Genu'gtuuug zu. konstaitielien, daß auf dem kürzlich hier statt,g esunde non. Kacholikentaig lviodovholt und energisch gegen jeden Rasskm und Religionshasz protestiert wurde. Ter Abg. d e Witt- Köln sagte: „Wir oeiwcrsetr den Staat des 17. und 18. Ja'hchunderts mit seinemstaatlichen ItbfolutiSmus und seinem! Gewissenszivang. Wir verwerfen den mittelalterlichen Grundsatz: „Cujus regio, ejus religio." Wir verlangen, den. pairitätifchM Rechtsstaat und dessen volle Konsequenzen. (Sti'mnischer Beifall.) Wir verlangen den Nechtsstaat, wir verlangen, daß der religiösen Betätigung keine gesch^lich-en: Schranken! gezogm werd>en. Wir verwerfen den kcnsessionellen Kaimpf. Wir wollenmit allen- Andetslgläubigen in Frieden leiben. Wir hu-ldigen,- dem Grundbsatz: Jeder kann, nach seiner Fasson selig werden." — Der Jesuitenpater Pvosessor Dv. S e i l e r - Feldkirch' aber erklärte: „Die katholische Kirche verwerfe den Klassen- und Rassenkampf. Wir verwerfen den Kampf der Nationalitäten' sowir! der Rassen! und Klassen. Es kann nur dann besser werden. Wenn Gott der Herr zwei- Engel ans die Erde schickt: t> die Justitia -und dt>e Charitas. Wenn alle Stände von Gerechtigkeit und wahrer Nächstenliebe durchdrungen undnicht bloß im Auge haben, was uns trienntsondern was uns eiint,- -hamr wivd mit Gottes Hilfe die soziale Frage eine füedliche und für alle glücklichte Lösung erfahren." — Professor Dr. E i rtl g - Trier fügte hinzu: Der heilige Basilus sagte: Wenn Gott in Gefahr ist, dann! müssen Pxotestkinten, Juden und' Katholiken wie ein Mann zusammenstehen. Und dev KiaidinabErzbischof Dr. F i f ch e r - Köln forderte daraus ebenfalls znm konfessionellen Frieden aus. In der Zeit des Unglaübens und Umsturzes mutzten alle, die au Gott glauben, ohne Unterschied» des Bekenntnisses, fest und einmütig zufamimenstchen. — Wollte Gott, daß diese wahrhaft edlen Allschauiyngen! auch von dem niederen Klerus aller Länder beherzigt würden! Posen. (70 Jahre Waiisenanstalt.) Die isra>ebitische Waisen!knv'benan!stalt in P o s e n besteht a>m -16. Oktober 70 Jahre.-- Der svan'g. Freiherr Ernst von Kotkwitz aus Fächorz, Kreis BoMst, ein Mann, lichen Lesern! v'ermttteln! zu.müssm geglaubt. Es liegt ein Stück jüdische Seele in dieser Le^- gende,^ und ich« klaube mir, diesen Beitrag zu>m Jubiläum! des grotzon! Künstlers höher einzuschätzm, als manche dev vielen Kundgebungen', die So>nn>enthail in letzter Zeit geworden si!nd. I» Kr. Huntes Feuilleton. Ein Bartels-Denkmal. In ise'iner Schmähschrift auf die' Dichkunaen des Inden Heinrich Heine leistet sich der hinlättglich bekannte „Literar- Hiftvriöer" Adolf Bartels ä'it Weimar folgende von feinem Sprachgefühl zeugende StildAite: „Es ist 'soviel ich «weiß, bishernoch niew'äls hervoraehoben worden, welche bedenlkliche Rolle der Baron Cotta, der Verleger Goeth.es und Schillers, in der deutschen Literatllr spielt, indelm er, Uachdeim er zuerst un'sere Herven verlegt, dann auch Boerne uuö Heine - in sleinen D>ie'll>st zog." - Dtefer schöne Satz begeisterte Osikar^Blümen- Gal zn einigen ianiiigell Versen, in' -denen er dem germanischen Professor die verdiente Ziichtignng -für das -vort ihm artgesertigte,/Heinedenikrnal" verabreicht: Herr Adolf Bartels in Weimar ist Ein Arier von wlaschechtev Reinheit. Herr Adolf Bartels ist auch.'Stilist Von nnvergleichb'arer Feinheit. lschuf, Indem er, na chde m er das' Heinebuch Aerdunkelt selbst Karlchen' Mietznicks Rüf. ... iHerr Adolf Bartels in LÄeimar singt!Seit Jahrendie nämliche Weise.!Ein Wiederkäner des Wortes verschlingt Er Miesach jegliche Speise. ldacht, Indem er, nachdem er sich müd' ge- Klns dreizehn Büchern das vierzehnte macht. * 'Herr >Ad0lf Bartels iwiinfcht inUiglich Evnen Pogrom unter den Dichtern. Ein kritischer Dreschgraf stellt er sichiGetvost den zürnerr-den Richtern. (brüllt, Indem er, nachdem er getobt und ge- Stch in den teutonischen N-antel Hiillt. * -Herr Adolf Bartels ernährt fich> zumeist Vorn Schimpfen a-uf Heines Dichten. Da weiß er die Kotwvrte dick und dreist Zu staMchen Ha-lison >znschlichten, iRällb ist, 'I tt dem e r, n a ch d e m er' dem Zorn ein Für Mtz und tönellöe Annmt taub ist. Der Dichter äber im Lorbeerhain, Den polternd ein .... Bartels beleidigt, Er sliistert lächelnd: „Olaßt ihn 'schrei'n! Und 'daß Mich niemand verteidigt l Indem e r, n a ch d e nt e r sich ansgefchmäht, Im eigenen Unrat zugrunde geht." Budapest. (Die Bibliothek eines Rabbiners ist uupfündbar.) lGegen einen ungarischen Bezlir'ksrab>bin!er wurde -vor einiger Zeit aus Grund eines rechtskräftigen Urteils die Pfändunggefiihrt. Unter anderem wurde auch die Bibliothek des Rabbiners mit dem Pfündungssiegel belegt. Auf einen »Rdknrs des -Rabbiners gegen! die letztgenannte VerfügU'Ng entischied mut1 die Jinnfkirchener köNigl. Tafel, daß d i e Bibliothek eines Rabbiners z-u dessen Bernfstätigke'it unerläßlich und daher nicht pfändbar ist. Die -Gerichtssperre Über die Bibliothek wurde daher ansgeHoben. Teplitz. ^Plötzlicher Tod eines Rabbiners.) Der Rabbiner der Sebretener Kulttlsgemeinde, G o le nd a u e r, feierte am 9. d. M. im Familienkreise seine silberne Hochzeit. Inmitten eines Gespräches mit seinen ans der Fvenröe herbeigeeilten Kindern rvu'rde der inlseiuer Gemeinde!beliebte Nabbiner von eitlem Schlagalt'sallle betroffen, dem er nach einigerl Minuten erlag. 4S4- KRCBS-rtPOTnCKC 5. fllTTCLDflCH Hühneraugen-Pftaster. Mfinn l Hnhoi. Marin M« fl brsis pro Kuvort 50 h. Preis pro Sohaohtsl W*«n, 1, Hobar MarU Nr. 8 (Palais Sin«) iw Zeati-mdsr Stadt. ♦ - -■ Prals pro Pliscbabaa 70 Nallar. 70 h.

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