Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 63 (28.8.1906)
- Date
- 1906-08-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2429839-2429840-2429903--451-2430560- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
*Vr. 03 NatüurÄi-Äunq Sei’.« wendete sie dem. vo»n» diesem Verein errichteten und erhaltenen Mädchenasyl zu, in dem jährlich fi'mlfzig Halbwaisen verpflegt, evzcMN und um terrichtet werden'. Sie begnügte sich nicht damit, für die Zöglinge zu sorgen, so lainge sie in der AnstaD waren, sondern sie machte es sich zur Pflicht, die Mädchen» auch in ihrem Weiteren Lebens'l!a»usc zu stützen itmb zu fördern. Bei den Wohltätigkeitsanstalten der Baron Hirschl-Stiftung betätigte sie .sich gleichfalls in der wirksamsten Weife; mit räftloseir Ausopfemng suchte sie hier die Hütten» dev Armut, all die Stätten! des Elends aus, um nur auf Grund ihr»er persönlichen! Recherchen» über Würdigkeit und Dürftigkeit der Bittstellerinnen Auskunft gelben zu können. Eine angesehene, weitverzweigte Familie wird durch den Todesfall in, tiefe Trauer versetzt. Lugos. (Todesfall.) Hier ist dev angesehene Bürger Herlunnn Blau im Alter von, 90 Jahren gestorben. Blau hat sich um Re Entwicklung des wirtschaftlichen Lebens in Lugos große Verdienste erworben; er war der Gründer der Kvassoer Sparkasse, deren Direktion, er angehörte, ferner zählte er zu. den ältesten Mitgliedern der israelitischen Gemeinde, der er 32 Jahre hindurch als Vizepräsident Vorstand, auch iva»r er der Gründer der Lugoser Chewra Kaidischa. Das Leichlenbegängnis fand am 21. d. M. unter überaus großer Beteiligung statt. Deutsches Reich. Berlin, 22. A»u'g»ust. Von dem deutschen Bureau der Mtau.ee JsrcveMe Universelle wird mitgeteilt: Das Hilsswerk tu Bmlystok ist zwar noch Nicht b>eeNdet, aber zu einem gewissen vorläufigen Mschluß gelangt. Insgesamt sind dem K>olNitee, Vas die Verteilung der Unterstntznnasnnö Entschädigungssummen iw Bialystvk übern»om'men Hatte, 246.000 RubÄ zur Verfügung gestellt worden. Die Mitteilung gibt dann Einzelheiten >über die Devweniduug der Gelder. Jim ganzen sind 20.000 Personen von Bialystok fortigezogeN. Berlin. Dlie Alliance Jsvaelite Uniperselle versendet soeben ihren Geschäftsbericht über das abgelnuftne VerinEmrgsjahr 1905. Bei den übertriebenen Vorstellungen, welche in der öffentlichen Meinung vielfach Mer das Wesen dieser Bereinigung und der ihr zur Verfügung stehenden Mittel verbreitet sind, erscheint es durchaus notwendig und nützlicheinmal etwas- Genaueres aus dom Jahreshaiushalie der „Alliance" mitzuteilen. Es sind im vergangenen Jahre vereinnahmt worden etwas über anderthalb Millionen fransen,' davon entfallen nnMähr 900.060 Frauen ans Geschenke, Zinsen und dergleichen, über W.OOO FraNöen Zuschuß der JewW Kolonisation Ässypsation und Äftas über 2O0.OOO Franken regcl- Konlzertc, wie es die HanWurger waren, zuzu- Uiuten und auch sonist der herrlichen Stimme >Schon»nng zu gewähren. Es hat schon hier den »schärfsten Widerspruch verständiger Kunstfreunde hervorgeruft», daß der Eindruck der Schaustellung gar zu absichMch hrevovtrat, und daß der Knabe den Hauch -der Kirldlichkeit Nbgestveift zu haben scheint. Wie viele Tausende könnten noch durch den WoHllarrt .der Stimme Möses Mirskys erfreut, ja entz,Lickt und erhöben werden! -.Mer wenn diese Aussicht bestehen soll, rn.uß aufs sorg» -faniifte jede Ueheranspalmung vermieden werden. Mag in bescheidenen Grenzen die Kunst des Gesanges vor: Mirsky — und nicht zu oft vor freinde Ohren — geübt werden, dann wird sie noch lange Zeit lebendlig sein, dann wird die Stimnre sich iminvr wi»»udcr voller enitwickeln und d^r Aiann dereinst reichere Früchte ernten, als sie Knaben je beschieöew sein können. Altjüdische Nninen in Bulgarien. Iw der alten Zaren»- und Kröu»uUgs'sta»dt Dir novo sind bei dorr Evdavbeiten für den- Bau eines neuen Wjitb Hofes die Ueberreste eiues nralten- 'jüdischen Friedhofes blosigelegt worden-, wobei mau nicht Nur au,f irre »Mi che Skelette gestoßen ist, sondern auch goldene und silberne Schur!» cksache» in bedelltender Anzahl zutage gefördert hat; die Auffindxulg porr Gvchsteinen mit jiidischexi Namen in hebräischer: Sch'rifttzLi'gen läßt keinen Zweifel davmäßige Mitgliederbeiträge. Verausgabt wurde:: rund 1,486.000 Franken, und zwar zum weitaus größten Teile für Unterrichtszwecke. Allein für Elementarschulen ist best südöstlichen Ländern Europas und in Kleinästest .ymrden' V* Millionen Franken aufgeweNdet,' slrr das iLehrlinWwerk im Orient und für die Werkstätle in Jerusalem waren insgesamt fast 160.000 Franken erforderlich, und die Ackerbauschule in Jaffa, die Meierei zu Djadruda sowie die Domäne Noghaja erheischten einen Zu-schnß von 152.000 Franken. Anherden:, gestaltet sich der Haushalt der israelitischen orientalischen Normalschule mit rnud 102.900 Franken Einnahmen und 106.170 Franken Ausgaben. Man ersieht aus diesen Veröffentlichungen-, daß die Alliance Jsraelite Universelle fast ausschließlich ihre durchaus bescheidenen Mittel — denn was will ein Jahresbndget von 1,5 Millionen Franken gegenüber der großen Not.der Inden aus der Balkanhalbinsel, in Asten, No-rdafvika besagen! — in den Dienst der Kultur stellt, dadurch, daß sie nach Kräften für die Hebung »des- Jugendnnterrichtes zu sorgen bestrebt ist. Es ist staunenswert, wie ansterordenilich viel die Verwaltung bei -ihren äußerst beschränkten Geldmitteln leistet. Direkte politische Zwecke verfolgt die Alliance Jsraelite Universelle cb-ensowenig wie der Gustav Adolf-iVerein, mit den:, sie überhaupt die größte Wesensgemeinschaft besitzt. Was dieser für die evangelische Diaspora ist, das will die Alliance für die in Asien und Halbalsdein zerstreuten Juden sein. Der Beitritt zu diesem Verein ist eure Ehrenpflicht jedes deutschen Juden. Wunstedel. (Bayern.) Im Jahre 1901 ließ sich daher der Kaufmann Leo Bäsch Nieder, indem er in den: Kiüspertschen Hause bei der Stadtkirche in schönster Lage der Stadt ein Kaufhaus errichtete. Herr Basch ist jüdischer Religion und die hiesigen Antisemiten waren ganz ausdem Häuschen, daß nun ein Jude seinen Einzug in die lichte Stadt WiuNsiedel gehalten hatte. Sie wurden sofort zu Propheten und erklärten: ,^Jst nun einmal ein- Jude da, so werden bald mehr komnven und in absehbarer Zeit wird unsere Stadt verijndet sein!" Aber auch Hier Hattendie Antisemiten »wieder einmal daneben prophezeit; denn während der 6 Jahre ließ sich Lein weiterer Jude hier Nieder, ja sogar Herr Basch kehrte dieser Tage der Stadt Wunsi»eöel den- Rücken! Wie ist das gekom!men? Was wohl niemand fertig gebracht Hätte, das ist dem verstorbenen Bankier, Gemeiüdebeoollmächtigten, Arme:rrat, Waisenrat, Feiueriwehradjntanten- -und Kassier verschiedener Vereine Georg S. Merz dahier -gelungen. Barsch hatte 16.000 Mark in bar als Dlepot bei dem ungetreuen Baukier hinterlegt und als Merz plötz- W gestorben war, .wollte Basch sein Geld aöheben, es war aber auf Heller und Pftnüig verschwundein. Basch war nun ein rltinievter Miann und wären nicht wohlhabende Verwandte für iiber zu, daß manes hier . tatsächlich m!it den Uebervosten jener bedeutendsten der j'üdischen Kolonien ans der Zeit der selbständigen! Zarenzu tun hat, deren Bestehen bulgarische Chroniken erwähne»', über deren genauere Lage mau aber bisher keinen »Nachweis besaß. Nürnberg. (»Ein E>rtebn.isauf einem» bayerischen» Bahnhof.) Von einem Herrn aus» Wavfchäiu!vi»rd dem „Fmnk. Conr." fvil-gienide E-in»- g'ckbe mitaetenlt, ivelchie er an den Bahinih-ofsvorstand in Niibnlberg! gerichtet hat: Warschlcm», 4. August 1906-. An den Bahlnhöfsvorstalnd der Station Nürnberg NümbanA. „Ich bitte Sie, höfl. recherchieren» lassen zu wollen, welcher Beamte es i»st, der am Vorigen» Montag, 30. Juli er-, c., zwischen 11.30—11.45 miorgmG, am Schalter Bamberg—Pröbstzella, folgende Antivo>rt a»us eine Frage meiner Gemahlin, gegebelr hat: Frage: „Bitte, könnten Sie mir vielleiHt sagen!, welches ist ungefähr der Fah!rp-reis von Nürnberg bis Warschau'?" — Antwort: „Dias kann Ihnen hiev niemand sagen, geh>e>n Sie zur jüdischen Gemei-nde." Ich! kann nicht! ann'chnlen, daß die bayerische Baihn'- vertmltnng eiima derartig unpassende und uiw thn eingefpruugcn, so hätte Basch den Konkurs anmelden müssen. Der Geprellte veranstaltete einen Ausverkauf und zog jetzt nach Landshut, un: sich dort eine neu»e 'Existenz zu gründen. Hätte Basch den Ban»kier M>erg so htneingelegi, wie umgeke'hrt geschehen, er wäre gesteinigt worden, so aber — ja Bgner, das ist was ganz anderes! Amsterdam. tErfchwerung der Ausw»andernng.) Tie »Annahme und strenge An-wen-dung der Fremdenibill in Engla-n»d zwangdie h-oüändische Regierung auch ihrerseits die Auswanderung na>ch und über England zu erschweren. Wer sich lneinem der holländischen Hä>ftn einschifft, u»M nach oder Über Englaud weiter zu wandern, m»u-ß beim Betreten Hollands eine bei den A»genturen der Damlpfcrgesellschäften erh'ältliche Einkvittslkarte des holländischen AusswaüdernngsikomMissars zu Rpttevögim vorzekgen. In AüSnaihm»eifä-llen '-genügt auch -eine von den großen Mo'Mätigikeitsverernen ausgestellte Legitimation, in welcher die betvefsende >Gesellischgft sich verpflichtet, den 'Inhaber wie dessen Familie möglichst rasch eintzuschUen und während des unumgänglichen Au»fenthaltes in Holland auskö.m»mkich zu ern»ähren. Rußland. Petersburg. (,-Der Fvarnd.") Wie wir seinerzeit meldeten, wurde das in Petersburg -erscheinende jüdische Tagblatt „Der Frasnd" untevdvücht und seinem Redäkteur der »Prozeß -gemacht. Bon diöseim Tage an erschien das» Blatt unter dem Titel „D'as Leben". Nun wurde der Prozeß gegen das Blatt M Ende geführt, der Redäkteur wurde freigeisprochen und das Erscheiuungsverbot -äufgehoben. Seit einigen Tagen erscheint »denn auch das ausgWjeichn»et geleitete Blatt wieder unter dem altgewohnten und liebgewordenen Titel „Der Frainü". * Petersburg, 24. Au'g»ust. Zuv Meldimg, d»aß das Mmistevium Stolypiu ein Pivojekti ANL LöfujNig der Juid-enfra-ge ötniniert! kurzem feivtigftötCefn. werde, erfährt die „Nowoje Wvemsa", daß Stolypin -d»enr Depnvtement düv inneren Ang-eleg»e>nheitenlediglich! den Auftrag erteilt haibe, Matie-rivlieni zur Judensrnge zu sa'mmieln rm»d. zu» bearbeiten. Mau. -nimmt <m, daß den Juden» Freizügigkeit -gewährt öder wemgstens ihr Ansässig,keitsrayon bedeutettd erweitert werden soll. In R'ög!ieru!n»gskveisen, sagt bas Blatt, fei ma>n. der- Ansicht, daß die Rechtslage dev Juden» möglichst d>er allg,om»eineu Rechtslage genüfyevt werdenmüsse. In der Gewährunlg! der Fvei'zügtgkeit erblickt man ein Mittel zur P!esferung der wirtschaftlichen» Lage der Juden. Man. glaubt, daß die bisherige Lage, bei welcher i!n!nevh»albdes Ausässigkeitsva yons einige jüdische KapitalistM Ha»ndel und Getverbe gänzlich an sich gerissen» haben', das hungernde jüdische freundliche Antwort gestatten» kann., und' bitte Sie dah-er, mir mitteifem zu wollen, welche Strafe d-iesem! gvobeu Beamten ausevlegt worden ist, damlit ich! urteilen kaun», ob ich! vo»n. weitereu Reklamationen a!b»feh»en. soll. Ich» bemerke n>ebenbei, daß ich Fra!n«zose bin und da»ß w'ddar meine Frau noch ich jüdischer Ko»ufessio»u sind-, undwenn» es auch, der Fall Wäre, gla»ubo ich nicht, daß Sie die Handlunigsworfe des betroffendm» Beamten» billigen! können." Eserscheint doch ka»u!m glaublich, daßein Beamter» aus eine höfliche Anfrage d-iese> Antwort lerteilt haben sollte. Ans jeden Fall ist es aber angebracht, festzustellou, ob wirklick eine demrti-ge Aeußovung von» einem' hiesigen Beamten gemacht wördm ist, und wenn! das gc>- schcheu sein sollte, -einzuschveiteu. Die Erhebungen können ja -bei d»eu ins einzelne geheirlden Angaben des Beschwerdeführers »nicht schwer sein. Bisenz. Evzherzoa Franz Salvator hat nach Vi-erzeh»käaigHn: A'uftnthalle in Biftm für die hiesigen jüd ischen- Armen »eine anfthn'liche Sumure dem Vorsteher der K:Utusgem!ein»de Werwiefen. 2. Mur UM ». « (Palais Siaa) Un ZmUtiuu der Stadt. ♦ PBrgiefPostli0B. mm *9 sin M. ^bkMMttsj BMff jc-nn Preis pro Voss 2 Kronen.