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Nationalzeitung · 1906-08-28 · Heft 63 (28.8.1906) · p. Seite 2

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 63 (28.8.1906)
Date
1906-08-28
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Natsonalzeiium. als selbstverstäMich konzedierte, schon well im Zionismus die Mittel nicht vorhanden' sind, nämlich, Satz er an die großen Mischen Organisationen Herantrat, um mit ihnen zu!sam>men Las OstafrkKaproijekt zu realisieren, sollte man Zangwill Nicht zum Vorwurf utachen, der mit so augeNscheinkichem Erfolg die maßgebendsten J'Nden der Wett für 'den Territorialgedanken gewinnt, in dem, ich nach wie vor das sicherste Mittel zur Erreichnng des zionistischen Endzieles erblicke. Mit Ihrer gütigen Erlaubnis, sehr geehrter Herr Redakteur, werde ich auf diese Gesichtspunkte demnächst ausführlicher in einer Betrachtung zu? Frage der „Palästina-Pion iere" einzugehen mir erlauben. Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. E. Sim onso n." Bo« der Jto. London, 22. August. Die Zentvalleituug der Jto erhielt aus Cape-Town die erfreuliche Nachricht, daß sich der dortigen großen Jtogruppe in Mngster Zeit wieder eine große Zähl hervorragender Persönlichkeiten angeschlossen hat. London, 22. August. Hier hat sich eine neue Gruppe gebildet, die „Boiwand -Miiile-GNd Jto Prgnch". MitgliederanmelLungen nimmt die Schrrftflührerin Miß Clarice Bernett, 12 Moßford Street, Bridge Street Bnrdett Roäd, Row E. entgegen. London^ 22. August. Die S. (ZioNisten- Sozralisten) Haben soeben eine Flugschrift „Odeßiki Pogrom i Samooborona" (,Der Pogrom von Odessa und der Selbstschutz") verössentlicht. Die Muhschrift ist in -der Buchhandlung Albert Schutz, 8 Place de la Sorbonne iu Paris erhältlich. London, 22. August. Das OrganisationAkomitee der S. L. beschloß, ihren Namen in ,/J>ü d i s ch - te r r i to r ia li st i s che Arbeiterpartei" umzuändern, wovon die einzelnen .Gruppen nNö Vereine der Partei hiermit Kenntnis nehmen wollen. Die ,^Jildisch-territo riakistische Arbeiterpartei" Hat soeben eine in jüdischer Sprache verfaßte Flugschrift „Der blutiger Urolk" Mer die Bialysto'öer Massakers in 10.000 Exemplaren herausgegeben. Iiilinil. Wien. Jüdische Gesellschaftsreise nach Palästina!. Der Zionistische Zentraloerein in Wien verunstaltet Ende Oktober d. I. ciinte jüdische GesellschaWreise nach Palästina mit folgender Reisetour: Wien—Budapest—Bukarest Herrn, und ich will 'dich über die' Höhen auf Erden schweben lassem und will dich speisen mit dem. Erbe deines Vaters Jakobs; denn des Herrn Mund sagt es. Au diese Mahnung des Propheten Jesaias, welche er an Israel -richtete, sich aulchnend, sprach der Redner über eine Stunde lang mit einer hinreißendenBegeisterrling von der Heiligung des Sabbats, so daß ich momeutweise glaubte, ich sei in WolkowizL im Beth hanübrasch und höre den! berühmten Kellner Maggid mit seinen zündenden, fast feuerspeienden Strafreden für die Entweihung des Sabbats. Sehr viele spotten unser und meim’oi, wir wären Ignoranten. Lasset sie spotten. Wir wissm, daß es' einen Gott gibt, der in seiner Allmacht die Welt ins Dasein rief, der alles erschaffen und alles erhält. iitnib das genügt uns. Uns, ist wohl dabei und wir fühlen uns in diefenr Bewußtsein glücklich. Wir wissen, an wen wir uns zu halten haben, und wissen die Bedeutlling uufores Lebens. Daswissen diejenigen, die uns mit einem mitleidigen, geringschätzigen Lächeln anfehcu, nicht. In dieser Meise sprach der Redner über eine Strmde lang betaut eindringlich, ermahnend und aufmuuterud, daß ich momentwoiso wirklich in einem russischen Beth hamidrasch zu sein und den ft’efniet Mag^ gid mit seinen feuerspeienden, aber packenden Strafdrohu>ngen und spnweln'den Moschelich zu hören 'geglaubt hätte, wenn« mich nicht der —Konstanza (oder Sofia—Aoriauopel)— Konstantinopel—Jaffa Säron—Lida—Beth Dagan—H-azar Saul—Gebirge Juda—Artuff — Bethir—Jerusalem.—Oelberg—JcrMo — Jordan—Totes Meer, die Umgebung JerusalenO—Mozza (Zaber Dr. Herzls) Amnas— Rgmlch—Rischm l'Zion—Mkwe Jisrael— Jaffa—Nahar d Anasche—Petah Ti'kwa— Jaffa—Beyrouth—-Libanons—Nahar d Kalb —Ros Beyrouth—Koiustantinopel—Budapest —Wien. In den, einzelnen Orten Palästinas und Syriens wird genügend Aufenthalt genommen werden!, um alle Sehenswürdigkeiten unter Leitung sprach- und ortskundiger Führer kennen zu lernen. Der Teil nahnrcp reis, m welchem Fahrt, rituelle Verpflegung, Kosten der Ausflüge mit inbegriffen sind, beträgt ob Wien K 647, ab Budapest K 5B0. Anmeldungen für diese Reife werden bis spätestens 16. September l. I. angenommen und sind an den Zionistischen Zentmtvevein, Wien, 9. Bez., Türken^ stvaße 9, zu richtcin: ebendahin sind gleichzeitig als sicherstellende Anzahlung K 150 eiuzusenden. Tier Restbetrag ist bis 10. Oktober I. I. zu entrichten, worauf der Mitreisende die Teiln-chmerlegitimation erhält. Wien. (Dr. Alfred Stern.) Am 29. d. M. feiert der Präsident der hiesigen- KUllUAgemeinde seinen 75. Geiburtskag. Dr. Alfred Stern, der bekanntlich im -verflossenen Winter durch eine schwere Krankheit lauge Zeit aus- Bett gefesselt, an der Ausübung seines verantwortungsvollen Ehrenamtes verhindert war, tst gegenwärtig wieder vollkommen hergeste'llt und versieht nach wie vor persönlich die AgeNden des KUltuspräftdenten. Lemberg. (Ersatzwahl Brody-Zloezow.) Dias zionistische Exekutivkomitee beschloß, für die im nächsten Monat statifwdeude Ersatzwahl in Brtzdy- Zloczoiw das Mitglied deszionistischen LaNdeskom-itees Herrn Adolf Stand (Lemberg) zu kandidieren. Ungarn. Budapest. (Leichenbegängnis.) Vorige Woche wurde hier die in ZlttMüuster vevstorben>e Frau Fanny Weiß de Sznrda geb. Manthner unter ungemein großer Beteiligung zu. Grübe getragen. Die Verstorbene war eine durch Hervorragende jüdische Dngendon ausgezeichnete Frau. 'In der Verblichenen betrauert Herr Dozent Dr. P-ärck Cohn (Wien) seine Schwiegermutter. Die Familie Salo Cohn (Wien), welche -säst vollzählig zum Leichenbegängnisse nach Budapest gekommen war, Mächte für hiesige jüdische Anstalten namhafte Spenden. Budapest. (Wer Rabbiner 'als Pantomimiker.) Wohin der bis ins Sinnlose getriebene Chauvinismus unserer AsisimilattousjUdeu zu führen Anblick der unbedeckten Hauptes sitzenden, Zuhörer belehrt hätte, daß ich mich in keiner jüdischen Versammlung befinde. Ein Gefühl der Wehmut bemächtigte sich, aber meiner beim Aw blick dieser Etscheinimg und ich konnte m>ich des Stoßseufzers nicht enthalten!: Ach, wie ficht es bei uns >aus mit dem, Schobbos? Me begründet wären derartige Mahnuu!gen iru unseren Gotteshäusern! —" Huntes Feuilleton. Hamburg. Ein guter >Deil der jüdischeu B>evököeruug Hämiburgs hatte die sommerliche Stille, die konzertlose Zeit, ziwe-imol itu Laufe dieses Monats unterbrochen, um einein Whuder zu tauschen, nämlich um zu den 5lonzerteU sich einzufinden, dje für eiu gott'beguiadetes jitdiisches Kind, für den zwölifjäihrigen Moses Mirsky, in einem -der größten Säse verauftaltet wurden. VieleHunderte ftrön«- tea zusaMm>en, um den Wundersäuger zu vernehmen, desseil Ruf auch nach Hamburg gedrungen war, und sie Hatten es rsicht izu bereuerc. Deim-!was sich ihnen enthüllte, war in 'der Tat ein Wunder: AUf dem Podtum stand ein KiNd, das den besten Chasan in freu Schatten zu stellen vermochte. Moses Mirsky rezitierte unsere hshpäischen Wtbete mR ejrrer herrlichen, iw allen Lagen kräf- W. recht heitere Verwirrung entstaniden. Der Bräutigam verstand mi'mlid) nur Rumäudsch rrnÄDeutsch, hatte daher kettle blasse Il'hnun>g. dävon, -was der Naibbiner während des TrauUngsMes zu ihm iu ungarischer Spräche sprach llNd so mußte der Rabbiner durch stumme Gesten dem Bräutigam zu versteheu geben, was disser zu tun habe. Ebenso effektvoll war >die ungarische Trauuugsre'de, vou welcher ein großer Teil 'der Hochzeitsgesellschaft — die Verwandten des Bräutigams — kein Sterbenswörtchen verstand. Angesichts dieser lächerlichen Folgen des erwähnten Beschlusses will ein Teil der Gemeinde eine Bewegung eiNlerten, daß wenigstens bei solchen Trauungenbei denen Braut oder Bräutigam aus dem Auslande ist, die Ge'Nleinde es dem RaNbiner gestatten' möge, sich eventuell einer fremden Sprache zu bedienen. Budapest. (Der jUdenfeindliche Polizeihauptmann.) Der tudenfeindliche Grenzpolizeihauptmann Jban V a n o, der so vielen Wdischen Familien durch sein strenges, unbarmherziges Verfahren den Wanderistab in die HäNd druckte, ist schließlich selbst gezwungen «worden, die Stadt Bartfeld zu verlas>s,en. Wie nämbich von dort berichtet wird, wollte niemand dem herzlosen Menschen Wohnung geben-. Budapest. (Todesfall.) Die verwitwete Frau Ignaz Pfeifer geb. Amlatie Schwab ist nach kurzern Leiden ini Alter von 74 Jahren hier gestorben. Der Name Amal-ie Pfeifer wird vielen unvergeßlich bleiben, deim^ die ihn geführt, hat sich fast ein halbes Jahrhundert lang durch ihr Wirken Anspruch auf unvergängliches Gedenken erworben. Die herrlichen Lchren, die sie von th-rem berüh'Mten Vater, dein seinerzeitigen, Poster Obermbbinar Löw Schwab empfangen, sie hat sie später während ihres ganzen Erdenwallens in) die Tat umgesetzt. Mit ihrenr Gatten, dem Budapester Großindustriellen Ignaz Pfeifer, ftihrte sie Jahrzehnte hindurch das denkbar >glücklichste Leben; fein vor vier Jahrm! erfolgter Tod war der erste schwere Schlag, mit demdas Schicksal diese ed,le Frau traf. Jn> Werken -der Mildtätigkeil^ suchte und fand' sie Drost. Es gab fast Feine humanitäre Institution!, der ffe nicht ihre werktätige M-Mfe lieh. An der Gvünd-nng und Entwicklung, des Pester isr. Fra-u>enveve-iuies, desseir Leitung sie -auch angehörte, hatte sie hervorragenden Anteil genommen. Ihre ganz besondere Fürsorge ligen llNd «sicheren Sti'nmve, die warlmiem Wohllaut ausströmte. Welche Empfindung, welches Leben, welche Schönheit und rlührende- Anmut mußte er in unsere Gebete hmleinzulegäul JIH.n „leinen^ z.ll hören, bedeuteteeinen- Genuß, der der verwöhntesten Gemeinde wilädig wäre und sie zu stam-nender Bewu-ndrun-g hiri-reißen Müßte. Zl'uch deutsche Lie>der beherrscht der KnNbe, ebenso wie italienische, und er stattet sie -gleichfalls mit seircen reichen' Gäben ans. Aber die währe zu Herzen strömende Junigkett erfüllen doch nur seine hrbräischeu Rezitationen, denen iw keineswegs neue Nigu-ntm unterlegt, sondernderen altbekannte, berühmte M>e-l0dieu er nUr in sovollendeter 'Schö'Nheit wlederzugeben weiß, dqß ihr Gicha-lt reicher gervorden zu sein scheint. Wie ein Klagelied sen'szt und .schluchzt es inder Seele dieses Kindes, das sich -arm wieder jubelnd httprnelrpäxts erhebt, run die Größe des Ewigen M riihmen. Ob in zartem und doch bis iu den letzten WiNkel des großen Saales hinein de-rttlich vernehnOarchrl Flehen die Kehle flötet, ob in bmuseudeni St-nrnr gewaltig die Stimme dähinmnscht — im'lner läßt sie tiefstes -und seiustes F-iWeu er- Anlueuku-rz, es ist der lebensvollste Gesäingher W denlken' läßt, den- M-oses' Mirskys Lippeu entströmt. Und doch muß ^denen, die für das' Gedeihen Nad die Ent'wjckluug des Wunderkindes veratttworttich sind, dringend ans Herz M-egt werden, ihm nicht wieder so uMfangireiche mch tzustreUgeintze

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