Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 63 (28.8.1906)
- Date
- 1906-08-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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bellt? 4 Nationalzeitung Nr. V3 Proletariat der Revolution in die Arme getrieben hübe. Außerdem soll den Indens volle Hanidelsfreihest, gewÄhrck und der Zutritt zu den Hochschulen erleichtert werden. Der Gesetzentwurf soll der kommenden Dumazur Beschluß fafftmg vorgelegt werden. Petersburg, 21. Auguist. Vor einigen Tagen begab sich eine große An'znhl Agenten vom „Vierva-nd des rnffrschen Volkes'" und von der ,Liga zur praktischen Bekämpfung der Revolution" in 'die MruWschen Gouivernernents. Diese Agents provocateurs sind mit ganizen Ladungen Aufreizender Hetzliteratur gegen die Jiuden versehen. ,Die Inden dieser Gegend sind beunruhigt und fürchten den Ausbruch neuer Pogrome. Bialystok. Zweihundert Mische Kaufleute richteten an den Finaugminister eine Eingabe, in welcher sie um eine dreMHrige Befreiung von der Leistung einer Einkomimensteuer ansuchen. Degründet wird dieses -Ausucheul 'mit dem vollständigen Sinken des Handels seit dem jüngsten Pogrom. Warschau, 34. August. Infolge der letzten Bovkommuisse fliehen die Juden in Massen aus der Stadt. Die meisten gehen ins Ausla-nd. J«n -den letzten Tagen verließen über 12.000 Juden die Stadt. Berlin, 23. tapft. Aus Petersburg wird der „Vossischon Zeitung" 'berichtet: - An hiesiger miaHgebendev Stelle sind' heute äusteirst benurichigende Meldungen aus Rufsisch^Plokev emgelaufen. Sowohl in. Warschau^ als auch in der' Provinz werden^ ganz offenkundig, Borbereitungen zu einem allgemeinen Iudeugemchel getröffm, wobei die dortigen Truppen sowie die Polizei, durch die jüngsten Mm de erbittert, mit- Genugtuung ruhig bieferu Vorbereitungen gufehen. Die hiesige Botschaft einer" Großmacht ersuchte auf den atairmterenden! Blicht ihres Warschauer Generalkonsuls hin, die russische Regierung um entsprechende Vorkehrungen, erhielt aber eine ausweichende Antwort. Berlin, 23. August. Der Korrespondent des „Berliner Tageblatt" meldet: Der Ministerra t wird sich demnächst der Frage der Gleichberechtigung der Juden' zuwonden. Es wird beabsichtigt, frie einschränkenden Bestimmungen, die auf Grund der vom Zaren.bestätigten, frnherein, Gutachten, des Ministerkomitees in, Geltung sind, schon jetzt aufzu heben, lvähvend zur Aushebungj der einschränkenden Gesetze vom Minfstevrat ein Entwurf für die künftige Duma vorbereitet wird. Unter die erste Kategorie gehören alle einschränkenden, Bestimmungen über den Hochschul- und Schulbesuch. England. L o n d o n. Die parlamentarische Enquetekomission, die zur Prüfung der Frage einer erweiterten Somrtagsruhe eingesetzt war, hat jetzt, nachdem 12 Sitzungen abgehalterr und 78 Zeugen vernommen worden sind, ihre Verhandlungen abgeschlossen. Der die jüdische Bevölkerung besonders interessierende Passus des offiziellen Berichtes lautet folgendermaßen: „Schließlich lenkt die Kommission ihre Aufmerksamkeit auf die Juteressen der Juden, denen sie sehr sympathisch gegenüber steht. Es wäre ihr angenehm, wenn ein Kompromiß zustande käme, das die jüdische Gemeinschaft zufrieden stellte. Die Kommission hat sich davon überzeugt, daß jedes Gesetz bei ihr auf Widerspruch stoßen werde, das den am Samstag feiernden Juden nicht am Sonntag ihre Geschäfte zu öffnen erlaube. Andrerseits würde eine solche Erlaubnis wahrscheinlich die Gegnerschaft der übrigen Länderbesitzer erwecken, Und die Kommission kann sie daher nicht empfehlen. Die Kommission bedenkt jedoch, daß es in den großen Städten Bezirke gibt, die fast nur von Juden bewohnt sind, In diesen Bezirken haben sich Märkte entwickelt, auf denen am Sonntag ein lebhaftes Geschäft betrieben wird. Die Kommission ist der Meinung, daß man diese Bezirke gesetzlich festlegen und den Juden, die am Samstag ihre Läden geschlossen halten und kein Geschäft besorgen, erlauben möge daselbst am Sonntag bis zum Mittag zu verkaufen. Die Kommission empfiehlt es, wenn die jüdische Gemeinschaft es wünscht, den Verkauf von Koscherfleisch und jüdischem Brot am Sonntag bis z m Mittag zu gestatten." Diese Beschlüsse kommen den Wünschen der englischen Juden, wenn sie sie auch nicht ganz befriedigen, doch immerhin ein gutes Stück entgegen. Die ursprüngliche Fassung des Kommissionsberichtes macht der jüdischen Bevölkerung, abgesehen von der Erlaubnis des Koscherfleisch- und Brotverkaufes bis Sonntagmittag gar keine Zugeständnisse. Es gelang jedoch schließlich den jüdischen Mitgliedern der Komnüssion, einer Anregung des Herzogs von Northumberland folgend, die ermähnten Aenderungen zu erlangen. Die endgültigen Beschlüsse haben allerdings noch den Nachteil,' daß dabei die außerhalb der abzugrenzenden Viertel wohnenden Juden nicht berücksichtigt sind. Zweifellos wird dadurch die Ansammlung der Juden in den allzu dicht bevölkerten jüdischen Stadtteilen in einer durchaus nicht wünschenswerten Weise begünstigt werden. Außerdem setzt auch die Beschränkung des Geschäftsbetriebes am Sonntag auf den Vormittag eine zu enge Grenze, da erfahrungsgemäß der Verkauf am Sonutagmorgen erst gegen 10 Uhr beginnt. Man gibt sich jedoch der Hoffnung hin, daß bei der Einbringung eines Gesetzes im Parlament weitere Zugeständnisse für die Juden erkämpft werden können. nenöer Ar«mk kür jüdische Agenten der Papieru. Buchhandlungsbranche Auskünfte erteilr F. ALTMANN, WIEN, IX., Pramergasse 17. Unternehmen für Zeitungsausschnitte „Observer“ WIEN, I., Concordiaplatz Nr. 4. TELEPHON Nr. 12.801 Liest alle hervorragenden Journale der Welt in deutscher, französischer, englischer und ungarischer Sprache und versendet an seine Abonnenten Artikel und Notizen (Zeitungsausschnitte) über jedes gewünschte Thema. PrOiPtHt« gnill» «BÄ IttBfcO. — "="= Soeben erschien in Unterzeichnetem Verlag: Nationale Forderungen --------------- ■' 1 Nationalkulturelle Autonomie. Uebersetzung aus dem Jüdischen von David Balakan. Preis 30 Heller. Preis 30 Heller. . Von demselben Verfasser erschien im Vorjahre: Die Sozialdemokratie und das jüdische Proletariat. 64 Seiten. Preis 80 Heller. „Eine Streitschrift nach zwei Fronten hin. Der Verfasser bekämpft sehr energisch jegliche Art von Zionismus und wendet sich nicht minder scharf gegen eine Resolution der polnischen Sozialdemokratie Galiziens, die sich wider eine besondere Organisierung der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiter Galiziens ausspricht“. Eduard Bernstein in „Dokumente des Sozialismus“, V. Band, Heft 12. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt (auch gegen Einsendung von Marken) vom Verlag: Brüder Suschitzky, Wien, X. Keplerplatz Nr. 4. Keplerplatz Nr. 4. Zataiatelier! Wien, XVII,, Varsnikagassa Nr. 22 (Im eigenen Hause) Gegründet Im Jahre 1884. Anerkannt nebe Ausführung. Was Passen, Material u. preise anbelangl, rfas Baste in Wien, Spezialität; Reparaturen von K 1.—aufw.tianzeaebissw v.K 60.—aufw. Ea wird freundliche! iiu eigenen Int eres fee aufmerksam gemacht, die Hausnummer genau zu beachten. Im Hause befindet sich ein Post-Telegraphenamt. Ordination von 9—12 uni von 2—6 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9—11 Uhr. ■ ' Kein Ratengeschäft. Annoncen müssen stets in richtiger Weise vorfasst, in leicht leserlichen auffallenden Typen gesetzt sein, dann haben solche, wenn sie in hierfür zweckentsprechenden Blattern zur richtigen Zeit zur Einschaltung gelangen, auch gewiss den vorausgesetzten Erfolg. Um eine derartig gut geplante Reklame zu lancieren, empfiehlt es sich immer vorerst Informationen und Kostenberechnungen von unserer, seit 30 Jahren bestehenden renommierten ANNONCEN¬ EXPEDITION einzuholen. Wir dienen auf Grund unserer langjährigen Erfahrungen jederzeit gerne kosten- Erfolg versprechenden Ratschlägen so wiebezüglichen Preisanstellungen. Annoncen - Expedition M. Dukes Naehf.. WIEN, I. Bezirk, Wollzelle Nr. 9 Kataloge gratis. I. Geyerhoser's Jrtfl 5S roter Stern“ Wien, II. 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