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Nationalzeitung · 1906-08-28 · Heft 63 (28.8.1906) · p. [Seite]

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 63 (28.8.1906)
Date
1906-08-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Organ für die gesamten Interessen des jüdischen Volkes. MtmcheitW >■■.. « rredsklion: IX/1, Wsssgalsr 81. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. f.. .. -.. <1 Administration: IX/1, Wafagastr 31. Telephon Nr. 14783. Eizc«tnm einer Sosietiit. — Herausgeber und Ehrstedabtenr: Telephon Nr. 14783. Sprechstunde»: vn Wochentagen von 10 bis 12 Ubr vorm. AbonnementS-PreiS r Preis der Anzeigen: Postadresse: „Nattonalzettung" Wie». IX|1. Jakob Krausj. Aür Wie« u. Oesterreich- Ungarn s. Fraokozustellung: Ganzjährig. . . . K 18.- Halbjäbrig . . . . K 0.- Bierteljävrig . . . K 3.-?lür daS grämte SluSl d Die Smal gespalt. Nonpareillezeile oder deren Raum 12 h. „Eingesendet" die Zspaltige Nonpareillezeile 50 Heller. Bei mebrmaligen Aufträgen Beschwerten wegen versväteier oder gar nicht ersolater Zustellung erbitten wir uns dringend. — ManusdNpte werte« »lebt xnrlekarsteiit. Postsparkasien-Konto 47037. In daS Abonnement kann man Inserate vbernehmen die firmen: 3. vannederg. M. vrikes Nachfolger, lfaasenstetn & Vogler, Rubolf mojfcr M. vozsonyi, Ä. Schalek in Wien ferner alle Annoncen. Expeditionen im Nuslande. täglich eintreten. » 4 Einzel - Nrrmmer in Wien 15 Heller. Soazjädrig ... X 18.18 h entftrechender Rabatt. S Verschleißstellen unseres Blattes, in welchen auch Abonnements entqeqengenommen werden: Hermann Goldschmidt, Wien, I. Wollzeile 11; Verlag „Zion" Wien, II. Große Schiffqasse 7; Robert Weiß, Wien, l. Jakobergasse 7. Kr. 63 Wen, Disastag den 28. August 1906 (8. Eint 5666). VII*. Jahrgang. Die zionistische Presse über -en Internationalrnt der Ito. Die offizielle zionistische Presse glaubte die Resultate der Bemtuingeni des Jntevnationalrates der Ito mit mehr oder weniger witzigen Bemerkungen abirm zu können. Die „Wett" spielte üb-erhaupt die „Vornehme" undbequemte sich erst 14 Tage später eimini Bericht ans 'bien reichsdeutschon! Blättern abznormten, un,d darandie sartastischie! Bem,erknn,g zu kirnpfeni, daß -die Itoin dem „ersten" (sic!) Jahive ihres- Bestehens' keine positiven, Resultate a'ulfzu,wei-fenl habe. Wir wollengerechter sein und rmumwunideni konstatieren, daß der organisierte ZioNismius währendseines 10jährigen- Bestandes sehr viel erreicht hat, indem er sich, zunr — Ito i sm> n K entwickelte. Das „Frankfurter Israelitische Familienblat-t" übte -ebenfalls Kritik an den- Londoner Vorgängen, doch hat es sich, entgegenseiner so-nst-igen G-ewohnheit in Wortklaubevei-en gefallen-, anstatt der! Frage sachlich! näherzutreten!. In. Erwiderung ans diese Kritik, sandte Herr Dr. E. S i mi ons o n dem genannten Blatte denfolgenden, Brief: „Sohr geehrter Herr Redakteur! In Nr. 31 Ihrer geschätzten, Zeitschrift findet sich unter der Rubrik „Die Woche" ein Entrefilet, das sich mit der Londoner Sitzung der Ito vom 1. und 2. Au-gust d. I. besaßt. Es w-ird nach! zjwei Nichtungen Kritik geübt. Erstens iw-ird gerügt, j daß die Ito ihre Ziele in- Äie Z,u!kun-ft setzt. Zweitens wird der Name „JnterUationalrat" bemän-gelt, und es werden au diese Bezeichnung kritische Betrachtungen angereiht, die darin g-ipfeln, daß der Territorialism-us dem Gelde der jüdischen Millionäre zuliebe aulf seinen nationalen Charaiktex verzichtet Habe. Gestatten Sie mir, mit wenigen Worten ans beide PUn'kte emzng>chen. 1. DIer Londoner Sitzung lägen eine Reihe von Angeboten und P-rojekten vor. Ans leicht begreiflichen Rücksichten, schiweigt der -olffWelle Bericht darüber, welche Länder in- Frage kommen. Soviel ist aber aus der englischen Presse zu entuch-men und auch sonst wohl durchgelsickert, daß neben dem O-stasrikaplan u. a. Projekte und Angebote aus Australien, Argentinien und M-eso- Pvtamien in Fräge ikoimimen. Ich meine, daß man unter solchen Umständendem Jto-rat Dank wisseu sollte, daß er aNf die billige Polpulärität verzichtet lhat, irgend ein Projekt einfach anlz-unehwien, son- 'der-n sich seiner Verantwortungbewnßt war und eine nochmalige gründliche Durchprüfung — übrig-e>ns ein-st-im!mig — beschlossen hat, z-u-mäl einzelne der Projekte erst unmittelbar vor der Sitzung alktuell lwiurden. Das bedeutet kein-e „Ziele in die Zulkun-ft setzen", denn das Frühjahr 1907, wo spätestens die definitive Entscheidung fallenwird, dürfte durchaus als Gegenwart an-zuisprechen sein. Befoniders glücklich erscheint mir die Einsetzung der Sondevkomwi-ssion, die, wie ichhöre, ans den a-ngesehensten Juden der Welt bestehen wird, und in die einizutr-eten sich bereits die Herren Osjkar Strauß-'New Nork und Dr. Paul Rathan-Berlin \ bereit erklärt haben. Die Autorität einer solchen > K-om'mission wird nicht nur schwer ins Gewicht fallerf, wenn es sich Um dieBeschassung der erforderlichen Mittel handelt, sondern diese Namen bürgen auch dafür, daß die definitive Auswahl des zn besiedelnden Landes mit derjenigen Gelmissenhäftig- >keit und Gründlichikeit erfolgt, zu der den Rat der Ito seine dereinstige Verantwortlichkeit vor der jüdi!sch-en Geschichte z-w-in-gt. Auf irrtümlicher Voraussetzung! beruhend scheint mir auch der zweite Vorwurf. Zwar ist die Bezeichnung „Jntern-atio-nalrat" sicherlich nichts, weiter als eine Zufällkglkeit, die nur aUdeuteu soll, daß Vertreter aus den verschiedensten- Ländern anlwesend waren; aber selbst wenn dem Nicht so wäre, könnte man -der Ito keinen Vorwurf Machen. Das Ostafrikaprojekt war zunächst -dem jüdischnationalen Forum, dem Zion-isteNkongreß, vorgelegt worden. Er hat es abgelehnt. Zaugiwrlls großes, ich möchte sagen unsterbliches- Verdienst, besteht nach meiner Auffassung gerade darin, daß er es verstanden hat, Inden aus allen politisch>en Lagern und m-it den verschiedensten ANs-chanuNgen zur Dürch-führNNg des Territorialgedänlkenszu vereinen und so ihre AÄttel, ihre Jnt-e-llig-enlz und ihr jüdisches Gefühl in den Dienst einer Bestrebung zn stellen, d-ie in1 ihrem Endziel dem jüdischen Volkstu-m zugute kommen Mutz. Es kowiMt n-icht darauf au, daß diejenigen, die die Vorarbeiten leisten, die Pläne entwerfen, die Verh>andlnngen führen ufw., selbst jüd-ifchlnational sind, sondern 'darauf, daß eine autonome jüdische, freie Kolonie geschaffen wird, in der die Siedler selbstvevstänldlich kein anderes als ein jüdisches Volksleben zur lEntwickluing bringen werden. Was MaN Herzl Feuilleton. Sadbat-Christen. lieber b-em Sabbat beobachtende Christen <mt Genfersee bringt das Züricher „Jsv. Wochclnbl. f. d. Schweig" einen, interessanten, Artikel, demwir folgende S-tellen. entnahmen,. „Was? Gibt esnun, Genfersee so>lche Frominie, d-ie! ■ben S-chiabbes so heilig -halten,? Ja, lieber Leser, esgibt hier frvinme von echt religiöser Gosinnunig durchdrungene Menschen-, die den- Sabbatheiligein, und ihnals strengen Nuhetag beobachten, nur sind es — leider — keine Inden. Christen, sind es, die den- Sabbat hiev heiligen, und sich jeder Arbeit cm. demselbon enthalten.. Stveiniggläubi-ge Ehlvisten habens. Z. (seit wann, lvisseni wir nicht genau) es hera-lisgesuuden, daß die Sonnitaigsrnhe biblisch nicht begründet lverdeni kann,, daß der Tag, -den Gott für die Menschenals Rnhetag eingesetzt hat, nicht Sonntag, sondern Samstag ist n!nd dieser müsse als solcher geheiligt und beobachtet werben. Anfangs! waren -es ihrer nur wenige, die sich zur Rückkehr zum a-ltbibli scheu, Gesetze — freilich nur in diesem Punkt — entschließen wollten-, heute bilden sie schon eine stattliche Zahl! inniösind fast in allen Ländern anzutreffen. In AmMka alleinsollen sie über 80.000 Anhäniger halben. S-i-e nennen! sich Le ad-ventistes dir septieme jo-nr, d-i-e Ad-v-entistcn vo-mi 7. Ta-ge oder Sabbatlistein-. In dev Schweiz sindsie bbensalls ziemlich stark vertreten; arn stärksten aber in der sranzö'sischen- Schweiz. Fast an> jedem g-röheren Orte ist eine Sabbatistengemeinbe anzritreffen. Jur So-lmner ve-r-ninistalten sie jedes Jahr in einem! ande-r-en- O-rbe ein' Zeltlager, zn welchem nicht nnr d-ie in, der Schweiz, wohne-nden wallfahren-, sondern auch Abovdnuinigen aus alleui Ländern, rrnd Weltteilen rrsche-in-en. Es ist i-nteressaint u-ndlehrreich,, dieses Schauspiel mi-tanziu-sehen!. Un-gefähr! hundert l-ein,ene Zelte sind, a-u!f einem! Platze aufgestellt, in, den: die Wallfa-h-ver Il nterku-nft finden-. Die Zelte sind sch-r h-übsch ansgestattet rrnd praktisch ei-uge^- richtet. Zwischen denl Fanr-ilten,zelten, ist ein großes, zi-rknsÄinliches Zelt -aufg-cstellt, welches als B-etu-nd- Berfa-mmlungslokal dient. Wie der -r-eligiöse Jude, verrichten auch, sie dreimal täglich-, morgens, mittags umd abends ih!re Gebete. In. der Zwischienzeit werden- Konferenzen! und Versainnrilnngen abgchaltm,. Sie entfalten eine außierordentlich-e Regsamkeit mit» gewimnen imni'er rneh-r an Boden . Bis nach Afrika hinein sind, sie gedrunigen und, haben dort ihren Glauben^ und ihre Lchre zu verbreit te,gesrrcht rrndrnch-rere Sabbat.istengem>einden gegründet. Sie legen einen Eifer und eine Opferwilligkeit an, den Tag-, undd-ie wir -sie beneiden dürfen. Piredigten- und Vorträge wer- -den in allen Sp-rachen geh-a-lten. Wie in alte,r Zeit der Moturgemon steht hier an der Seite des Vlortmgeniden ein Uebersetzer, d-er jed-en Satz ins Französische überträgt. Fr,eitag aberrd, w'ar auf dem Lagerplatz öo sonders bewegtes Leb-cn-, da sichalles aus den Sabbat voirb-ereitete. Um 8 Uhr ging alles festlich .gekleidet zunr- Gottesdienst. Mrhdenrdie Versanrnrlnng, a-ris ca. 360 Personen 5-esteh-end, irn Chor mit Harrironiunrbogleiinng ein Sabbatlied g-esrmgen undein sehr schönes, dorn Dtoirrent '0n!tsp,rechen!des Einleitnn-gsgebet gesprochen, folgte die Predigt, welche dein! KrilmiiraiionKprrnkt des- Abends bildete. T-ie Worte, die wir Nlr,serer heritige'n Belrach-tnng zugrmrde logen, bega-nnder Prediger, stcheir arrfgezeichnet tu Jesaias Kap. 68, 13—14, unlblauten folgend-övmaßen: Wenn, du. deinen Friß, v!on dem Sabbat kehrest, daß du nicht tust,!vas! dir gefällt, an NR'in-em heiligen Tage, so lvirdes ein lustiger Sabbat h-eisien, den Aerm zu heiligen und znpreisen, denn, so wirst du denselben preisen, wenn du nicht tust deine Wege, noch darin erfunden -werde, was dir gefällt, oder was du redest. Alsdann wirst du- Lust' haben am Die nächste Nnmmer erscheint Freitag de« 31. Angnst. -»•

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