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Nationalzeitung · 1906-08-24 · Heft 62 (24.8.1906) · p. Seite 3

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Journal
Nationalzeitung
Volume
1906
Issue
Heft 62 (24.8.1906)
Date
1906-08-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 6S NMpMMy« Seite ö in Aussicht gestellt, fallsdie Territorien sich filiv eine jüdische Siedlung als geeignet er- 'weisen würft'en- Nachdem! die Untersilchuugen ein negatives Resultat ergeben. halben, wenigstens nnnäwn; wir fo berichtet, so ist die Frage der Charterer teil u ng se l bstverstä ndli ch gegenstanidslos gciworden.. Man ist also gar nicht daran gegaugeu (Dielleicht ist daran die Majorität des siebenten Kongresses schuld), aus diesen Territo-ien die Vorarbeiten für eine Kbeftitbasis zu machen. Es kann hier alsovon ein>em Gelingen oder Mißlingen gar keine Rede sein. Im übrigen sind auch wir der Ansicht, daß nicht der Charter allein die Kreditbasis, schassen kann, sondern der Charter in Verbindungmit einem, fruchtbaren, sür eine jüdische Siedlung geeigneten Territorium. Was schlägt aber 23em Berachel statt des Charters vor? Nachdem der Charter nach seiner Ansicht in Palästina nicht erlaingt werden kann., so schlägt er vor, an- Stelle des Charters kleine Konzessionen zusetzen und hofft, durch diese Konzessionen die Kreditbasis und dnrch siel £y(c jüdische Wirtschaftseinh-eit und später die jüdische soziale Gescllsch-aft zu gvün-den. Wir wollen! nun, sehen, wie Herr Ben Berachel das durchführt!: Das internationale Kapital geht nach Palästina. Die Konzessionen aber, meint Ben. Berachel, bekommen« wir. (?) Nun wissen! wir aber, daß das! internatio!nale Kapital gewöhnlich in! ein Landl durch Erw!erbung voni Klonzessionen geht. Das intsonationale Kapital wird also sein Geld nicht uns. geben., damit wir mit diesem ©elfte1 Konzessionen erwerben!, so-nftern! wirft, es vorzsehen, die Konzessionen selbst zu nehmen. Folglich, sind diese Konzessionen' nicht in jüdischem, Besitz, sondern im Besitz-e des internatio!na!len Kapitals ' noch mehr, das Kapital ist in. einem Satiftie wi>e Palästina, auf welches mehrere Großmächte! aspirieren, nicht so international, wie Herr Ben, Berachel es sich vorstellt, iw Gegenteil zeigt fta£ Kapital in Palästina politischmvtidnale Tendenzen von den koUkurrievmdenl Großmächiten, so daß die Konzessionen sich im! Besitze von diversen politischen Mächten erweisen' werden. Welche Machtwittel stehen uns dann zur Verfügung, um d>iese Konzessionen,. welche sieb im Besitze von Großmächten befinden, als Kreditbasis zur Schaffung! einer jüdischen Wirtschaftseinheit oder.einer jüdischen! sozialen Gesellschaft zu benützen? Herr Ben Berachel meint nun, daß, mndfc dem dem. internationalen Kapital seitens! d-er Türkei nicht gestattet ist, seine konnationalen em-igten S-taatcir von- Nordawerlka sind doch die Hauptzilfluchtssttttten unserer verfolgten Volksgenossen und wir Eönneu aus Dr. Cohns Schrift viel Belehrung für die Zu!ku.n>ft der Emigranten entnehmen. Bildung heißt wirtschaftliche Stür- Vnng. Und dafür ist inden Vereinigten Staaten von Nordamerika reichlich gesorgt. Auch für die Eixistenz des einzelnen ist hier der rechte Boden. Bemerkenswert sind besonders folge.nde Schllußbetrachtungen des Verfassers: ,,.D>amit alles «klappe mW die Einigkeit dieser 'fortwährend noch im Werden, rrnd Wachsen! sich, besiudlichen, Nation fest geschmiedet werde,, mußte eitle! Staatssprache gesetzlich festgelegt werden. Da ohne Unterbrech-nug -ein. Strom aller Nationalitätenmti£> Sprachen, sich ins- Land ergoß und ergießt, so könnte es Leicht geschehen, daß die verschiedenen Nationalitäten -sich nach ihre,, Besonderheiten gruppieren, jede sich aubestimurte Territorien sestsiedelt und die eitle oder andere nicht nur ihre Nationalität uud Sp'rache beibehä'lt, 'sondern -wogell dieser leicht iu Kauips uvit einem oder mehreren nachbarlichen Territorien' gerät, wie dies in vielsprachigell Ländern. Europas der Fall ist, was leicht m Reibungen' nn!d Bilgerikriegen -führt,' ltm dein von vornherein die Spitze zu benehmen, hat die Staats regle rnng a iüf alleir Plätzen, in allen Städten und Ortschaften, -wo sich die Einiivanderer einsiedeln, freie A 'b e n d schule n errichtet, in denen jeder inseiner Muttersprache Arbeitev mitzubringon, so wird das jüdische Proletariatnach- Palästina oinwanderu und im durch, die Konzessionien! geschaffeneu Aibeitsgelegeltheiten für sich mit B-eschlag belegen!? Jcht entsteht die Frage: Wenn oie Türkei eine Mafsmeinwanderung des. Proletariats anderer Nationen nicht gestatten sollte, warum lvitio sie dann« die Niassenemtvanderung des jüdischen Proletariates gestatten? Welche Ur sachon. werdensie baza zwingen? Ich glaube vielmehr, daß die Türkeientweder niemandem! — dann auch, den Juden nicht.— die Einwanderung gestatten! wird, oder es wirft! -die Einwanderung für alle offen fein; dann haben wir aber auch mit einer starken Einwanderung von Italienern und Ungarn zu rechnen., welche von« den, in Palästina, geschaffenen^ Arbeitsgelegenheiten, ebenso angezogen werden wie die Jud-en, wodurch den, Juden eine auswärtige Konkurrenz entsteht. Ein noch! gefährlicherer Konkurrent entsteht der jüdischen Llrbeliterschaft in ansässigen Fellach.en, und gerade wegen ihres „niedrigen kulturellen, Ativeaus", weil ihre Lebensbedürfnisse um so geringer sind, je tiefer ihr. kulturelles Niveau. Die Freude des Herrn Ben Berachel über den kulturellen Tiefstan-d der Fellachen war also, eine dep-laeierte. Soweit sich die Verhältnisse überblicken lassen,, werden die Arbeitsgelegenheiten allen -eher . als betv Juden, zunutze kommen. Zu dieser Behauptung berechtigt michdie wirtschaftliche Struktur in anderen Ländern. Mir sehen, daß das Großkapital überall bestrebt ist, in die Fabriken und- Werke kulturell tiefftelMde Arbeiterschaft einzuftlh-ren-, damit die Löhne gedrückt, der Widerstand' der kulturell hochsteh.enden, klasseubewußteu Arbeiterschaft geschwächt wird und-, was für. das Kapital die Hauptsache ist, damit die Profitrate größer wird. Wenn also das internationale Kapital in Palästina nur' „durch die höhere Profitrate angezogen w-erd-eu soll", so, ist klar, daß es trachten wirft, sich billigere Arbeitskräfte zu verschaffen. In erster Linie wird 'das. Kapital die kulturell tiefttehenden, Fella-chieu anzuwerben suchen und,, falls auch diese zu teuer sein, sollten, so Wird es einfach. Kü'lis einftihren', so wie es das Großkapital in- Südafrika, Amerika, und überall macht, wodie organisierte heimische Arbeiterschaft keine Alien Bills ufw. durchsetzen kann. Die Konzessionen! sind alsoin 'den Händen des internationalen, Kapitals oder vielmeh-r der interessierten Großmäch'te, die ArbÄtsgelegew heitenl und somit die ganze Wirtschaft in d-en Händen von Fellach-en,, Kulis oder, Christen, eventuell eines gerin,gen Prozentsatzes' von Unterricht inder en-g-lischen^ Sprache findet,' diese Schuten 'beginnen die K'nrs-e im Oktober und währen bis Ende März. Sie haben! sich außerordentlich bewährt. Die Staatssprache fördert es .folbstredend, daß ans dom Teig aller' Nationen' ein Ganzesgeknetet.n,n-d eine ein-vge a-merika-nische Natioll geschafferr wird, die sich fortwährend weiter bildet nnd sich, iin Laufe der Zeit zur bedeutendsten der Well emipor!sch!w!in>gen! ü'ürfte. Nielnmniö, der auf diesen:. Bode-ri, das Bürgerrecht erlan'gt, i-st beengt in seiner B-owegun-g, in seiner Tätigkeit, in seiner Ansicht, in seine'm Glauben, deshatb 'der iinP-vlrieren.de Aiu'sschjlv'urrg, desha-lb die wachsende Größe!" — Hoffen wir, daß. .auch der Jude dort Ruhe n-lld Friede firrdet! Huntes Feuilleton. Der letzte Kurfürst von Hestert und fein jüdischer Gardist. J>rr der „Franks. Ztg." erzählt ein aller Kmhesse: In Kn-rhesfe-n, welches auch ein „Garderegilnent" hatte, bestand die Regel, daß ein Israelit nicht die Ghve haben konnte, in diesem Regilnent seine zwei Jahreabzndienen. Nun war ei-rr hübscher, schla-n!ker B-nrsche ans Sontra wehrpflichtig gew-oderr n-nd da er aiuch Nicht iln geringsten ,-jüdisch" anssah, lvuvde er klt>rzerhan!d für die „Garde" ausgehoben. Lassen wir den B-e- Juden,; wo bleibt dann' biei Kreditbasis, welche zur Schaffung einer jüdischen Wirtschaftseinheit oder einer jüdischen sozialen Gesellschaft ft'chren soll? Was, dos' internatlicma-le Kapital führt nicht zur jüdischen, Wckschüftseittheit? Dgw m u ß es das zionistische Kapital besorgen! Während Beu B-erachel am Anfang seiner Ausftihrungeu den, Satz aufstellt', daß, nachdeim das zionistische Kapita-l machtlos und a!uße-r> stände ist, die terrltoriale Frage trn Palästina zu lösen, diese Lösung durch, Heranziehuug des intern-atioualen Kapitals hevbergeführt werö-enmüsse, und so das internationale Kapital als Hauptfa-kt'or in Palästina, da>.stellt, fetzt er im zweiten. Teile seines Artikels die ga,nzc Hoffnung zur Erlau'gu-n-g der jüftisch-en Wirtschäfts^ einheit d o ch> auf dasfrüh-er als ohnmächtig bezeichn-ete zionistische Kapital. Vlötzlich erklärt ,er, daß die z.ionllstlfch.e Bank d'er Hauptfaktor ist, d-urch welchen, er d-eu Arbieitsmarkt in, Pa-lästinafür das jüdische Proletariat erobern, w-ill. Diese Wendung, birgt iu sich! ein-en sehr krassen- Widerspruch. T!ie weitere Konsequenz aus dieser Feststellung. ist die Unmöglichkeit, den! Abbeitsmairkt iu Palästina auch durch, das zionistischie Kapital ohn,e Chairter für das! jüdische Proletariat zu erobern. Folglichj auch, hier keine Kreditbgsis, keine jüdische Wirtschlaftseinheit mb keine jüdische soziale Gesellschaft. Die Juden,frage bleibt also ungelöst. Ganz anftieig. würde sich das ganze Bild gestalten', wenn wir auf Palästina, einen Chart-er bekommen würden,, so wie eseben Herzt gefordert hat. Dann, mag gan-z Palästina, privatrechtlich im fremden B!esitze, mögen die Konzessionen auf sämtliche öfsentlichie Arbeiten, ja sogar Industrie und. Landwirtschaft, im Besitze fteft internationalen Kapitals, sein, wenn aber, das betreffende Gebiet völkerrechtlich uns gehört, d. h. wenn wir die Herren des Gebietes sind und somit die ganze nationalwirtschaftlicha und zolltechuischie Struktur ft'es! Gebietes bestimmen, so.erscheint die Judenfrage, insofern, cs das gesamte .verfolgte und, bedrängte Judentüm aufnehmen! kann, als g-elöst. Ich will diese These dnrch folgende Beispiele erlätltern: NehiM'en wir au,, wir bekonmnen auf Palästina oder irgend ein andeves Territo-rium einen Cha-rter. Dieser! Charter räumt uns gegen eine bestimmte Abgabe an den Staat, welcher uns den Charter^ gibt', das vollständige Exploitierungsrecht auf diiefes Gebiet ein. Wir kön'nen unsere nationalökonomisch.e StvMur so ein!richten-, wie eft die Interessen unserer Siedlung -erheifch!en. Wenn wir' z. B. eine Agrartrefserchen jetzt selbst weiter erzählen: „Bei der Besichtigiuug durch den Kutjürsten lief alles glatt ab. Unsere Kowpaguie hatte gut abgeschrlitten und der Kurfürst sagte: „'Sehr gut; so weitermacheu,!" Ich war der zweite Manu vom rechten Flügel. Der Kurfürst -sprach w'ich an: „Woher?" — „von Sontra, Königliche Hohett." — „Hm; Bater auch Soldat gewesen?" — „Zu Befehl, Köuitzliche Hoheit, hat in Harta.n gedient." — ,-So, bei den Main-franzosen." Wie heißen?" — „Mnmenthal." — „D,vch kein Jn-öe?" — Zn Befehl, Königliche Hoheit, J>ude," erwiderte ich, ihn istramlm a!nb.licken!d. — „HauptMauu —schrie der Kiirfürst, ,-wie, kow-mt der Mann in meine Garde?" Dem, Ha!uptman!n ging es wie dom P!flan,zer in Senmes „Kanadier", er sta'mmelte verwirrt Etttsch-uldigll-ttgen. „Morgen' geht er nach Hana!u, kann dort dienert, w'ie sein Vater auch," schnauzte der Kurfürst mich au. Und fo kam es. Von der Garde zur Linie versetzt nnd der wollenen, 'Litze beraubt, zog ich nach HaNau, wo mich das dortige Jusauteriereginient irr seinen Schoß an-fnahm. Jüdische Sklaven im amerikanischen Süden. Man schreibt 'uns ans New Avrk: Der Arbeitsverurittler S. S. Schrvartz, der beschuldigt wird, den 60 Jaihre alterl russischen Arbeiter Benjanrin Wilenski in Gesellschaft zahlreicher anderer Arbeiter nach den Wald Morästen' Floridas nntev betrii-gerischen Vvrjpiegelllugen glesandt zu haben, . nii'i'et.vAein ton, I., Hoher Markt Nr. 8 Palais Siua) in Zentrum der Stadt. ♦ Hillon Diese vereinigen in sich . N.g.«. . "illlllslu alle jene Vorzüge, weiche man an ein gut. Abführmittel stellen kann. Preis pro Dose 2 Kronen.

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