Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 60 (17.8.1906)
- Date
- 1906-08-17
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 60 Natiottalzeitung Seite 5 gerne, zum Z-usanrimeuschlusse der deutschsveiheitlichen! Frattronen-, zu einer Art Emeuismmg dev ohomtaligien! „Veroilrvgteu de-ritschen» SittiEen" ct!uf5it;fo'Ltiem. D'a Die Deutsche Volkspurtei und die Fretalldeutsche-n den Grunidstock dev „iniöuen" deu>t'schf!r>eih>eitlichen! Partei bilden sollen!, kauui man, sich! schou, uorstellen, wie freiheitlich dieselbe fieiin. wvrld rm!d. was Die Juden üott, ihr 5Lt. ’civiiD'cvrtieni haben!. Wie bischer in dev deutschen Gemeinbüugschast loird au-ch iir dieser neuen Partei! der' C'hau'vimsmus mrd Arribisomitisnuis dcin» Liberalismus' erschlugien'. Die Iriideni können sonnt sich nur für eine solche ftviilMiche Pa rteibildu-ng ' ermä vrnen>, ^welche rnr Sinne der seinerzeit von, Dr. Adidls F i s Hst h o f geplantem österreichischien Volkspa'ritei, die Anhänger der nationalen, konfessionellen und wi rtschaftlicheir Gleichbercichtigung sämtlicher Volks stäm'me riinsasst und die Inden a'ls gleich/ berechtigte Nationatität an erkennt. Reform der israelitisch - konfessionellen Schulen in Ungarn. Unterlichtsintnister Gras Albert Apporryi hat in betreff der Reform dev israelitifcht-konfessionc'llen! Schuteir cinic neuerliche Verordnung erlassen, die dom 1. Septomlber l. I!. angesangen divfe Schuil-en aus dem Wirkungskreise der Vlo^rstehrm-geu dev KultuAgem-einiden arrsschaltet und letzteren nur die Verpflichtung aufeiCegt, für die materielle Bedeckung der 5dosten> dieser Schulen. Sorge zu tragen. Die Hauptpunkte der Verordnung sind: Sic! i'sr'aelitisch>-konfc!sfionelleu Schulen gelangen unter die Obrigkeit dev zu schaffeNlden Schiutstühte, die aus sieben, feitirus der Get- Nlera>lv!ersam!nttrmg der Kultusgemei>nde zu wählenden! Mitgliedern bestehlen -we-rideitt. Von Uiutswegen gehörc'ix deni Schrilstühlen an: d>ev Rabbiner, der Ge'M'ein-d'epräside'uk un!d de!» Direktor-Lehrer. Außerdem. entsenden die Lehrka'rpovationen'. im Sinne des § 117 G.-A. 38: 1868 gleichfalls Vertveber in die Schub stühle. Tie- SchüMMe wählan, ia,us' chinem eigenen Schoße iw Wege geheimer Abstimmung einen Präsidenten., Vizepräsidentenim-d Schriftsslhirer. Das Recht der Beaufsichtigung, der Feststellun-g der Lehrr-rzahl, der Organisieru-nig vU'N Stellen und Enklohnitng der Lehrer steht dem Schulstuhle zu-, gegen dessen Beschlüsse — Wahlen und Msziplinarvevfahx-en auisgen-ominreNi — an die Generalversammlung der Kultusgemeinde appelliert werden kann. Budapest. (Ernerrinunig von jüdischen Magnateubarlsimitgl'iedern'.) In der Generälversgmwluttg des M!Ullilzi>pata!>lsschusseA des Tolnaer Konrütats munde folgenider Antrag des Muniizipal- >a»lls'schlußlmitgl-iedes Beta Vartal >m>it großer Majorität angerriomimen': ,^D>a nach der bisherigen Hebung die Ernennung israelitischer Vertreter im MagnätevhalUlse ae»wlö-hrtlich nur aus den Reihen des Großkapitals erfolgt, was weder den Rechten entspricht, die -den Juden durch -die lRezeption ge- Die Pietät gegen das Hergebrachte war diesen Geisteshevoen fremd und kein! Fortschrittler fand lsich> der ein Wort gesprochen hätte für das, was unseren Ahnen durch Jahrtnulsenbe heilig war. Als aber im!Jähre 1861 die Orthodoxen! anregten, ein orthodoxes Bethasts zu errichten, da mißbrauchte Dr. Jelliuek seine herrMche Rednergabe, seinen spvüheuben Geilst dazuunr im Namen der Pietät, die wir den Manen der TeMpel-gründer von 1 8 2 6 fchnldeu, eine wütende Philippika gegen „die Errichtllng einer Stätte für den ungeregeltere 6>vttesbienft irr der Reichshälnptftabt mit Zustimmung der KklltnSgemeinde" 'loSzlulässen. Also Pietät für das, was zwMs un-gelehrte Großhäüdler als Jrrlderrkulnr. vor 38 Jahren «schufen, aber »nicht mrr keine Pietät, sondern U-roffste llnduldsarrrike-it für alles, -was' dem Jnderlttl-m durch Jahrtä-Nsenbe sakrosan'kt war. Da-s orthodoxe JlndenAr-m, das heute in Wien ein« Macht ist, hat schon schwerere Stürme als die Gegnerschaft der Wiener Parrmsfim Wer sich ergehen lassen und wird noch bestehen, wenn kein Jelliuek mehr dem Jndentrtrn angehören wird. P. währt wurden noch auch der Billigkeit, Und was überdies dazu beiträgt, daß die öffentliche Meinung das Großkapital mit dem JÜbenlum identifiziert, rnöge. das Komitat an den Kultusminister eine Petition richten, daß er bei Sr. Majestät die Ernennn'ng eines hervorragenden Vertreters der israelitischen. Konstssiou zu-m MagNatenhärlsmitglied vorfchl'ägt." Vermischte Nachrichten. Wien. (Stad'itcmpel.) Mit Rücksicht auf die gottesdienstliche Feier anläßlich des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers wird der Beginn des Gottesdienstes im Stadttempel am Samstag den 18. Mugnst 1606 von 8 Uhr früh a'itif ö U h r vorlnittags verlegt. Der theologische Verein der Höhrer an der israelitisch-theologischen Lehranstalt emPfiehltt seine Mitglieder den p. i. Gemeinden un!d 'Bethausvereiueu als Predliger für die tommenden hohen Feiertage. Zuschriften sind zu richten an Herrn H. Torezyuer, stud. theol. et phil., Wien, 2. Bez., Stefaniestraße 14. Allgemeiner Fasttag. Wir beehren uns be- Eanntzugeben, daß die Ghrw. Rübbiner von Rußland llnd dem. heiligen Lande für nächsten 'Erew Rösch. Chodesch (20. Ang. l. I. einen allgemeinen lFasttag angeordnet haben, wie ltzies seit Altersher hei großen Leideil unseres Volkes Gebrauch ist. In llnlfe!rem Bethau-se (2. Bez., Große Schifsgasse 8) 'wird Montag beim. Frühgebet .Slichoth (vom 2. Schellt) gesagt und abends^ der Fastenabschnitt ans d,er Dhora vorgelesen. Der Vorstalld des AdüH Jsroel (Schiffschül). Jaroslan. (Verlobung)) Herr Maier S t r a ß b e r g, hebrä-ischer Schriftführer des jüdisch-lkatiolnalen Handelsgehilsenivereines ,/Fvri" in Jaroslau, verlobte sich mit Irl. Laura M o n - ber aus Horynice. Verein „Jvrik^ gratuliert! Kolomea. Am 30. Juli wurde hier ein,e jüdisckMka'demi sche -Ferialvere inigu>ng gegrüindet. Die Chargen wähl für das laufen-de Semester ergab sich folgend: Senior: Kisaj MojzeSz,' Kassier: Ätsz^nazy Joachittl,' SchriftKhrer: Israel Sonnenreich. Blldapest. (Eine Dreyfus-SiNsonie.) Julius I. Mgjor, ein Sohrr des verst-orben-eü! Diirektors der jü'disch>e!N LeHrerpräparalldie, hat, wie in lNusikallschen Kreisen, bekannt ist, in seiner 4. Stnfou-ie das traurige Los Dreysus' zmm -Grulndgedan-ken gewäihlt xnrd dieseü! im Progra-mm des Werkes durchgofkihrt. Mit diesem. Programm wurde die Sinsollie vor zwei Jahren in Berlin, Leipzig und Breslau mit großem Erlfolg a-ufgeführt,' sie «wird auch in dieser Saison, in einem Konizert des Bndapester Kolliservatoriums und des Dresderler Gelverbehausorchesters zür Zlufführu-ug gelangen. Nach der vollständigen. Rehabilitierlill'g Dryfus' sandte Maijors Gattin den KlavierattAz-llg der Sittfonie in Begleitliug eines Briefes aii1 Mille. Dreyfus, die nun in liebeusw-ürüigster Weise für diese küll-stleri-schc- 'Ansmerkfa«nl!keit dankte, und ihren lmd> ihres. Miannes Wluv-sch anssprach, das Werk in Orcheisterauffiihrnng hören zu köliineu. Ne«tra. (Todesfall.) Samstag abends verschied hier im Alter von 86 Jahren, Herr Sebastian Hirn, der langjährige Sekretär der hiesigen israelitischelr Kultusgemeinde. Im Jahre 1848 hatte er sein Amt hier anbetreten mrd versah er dasselbe mit ausgezeichneter Gewisselrhaftigkeit und seltener Pflichttreue bis zum Jahre 1900. Schon als er sein 50jähriges Dienstjubiläum rmter besorrderen Ehrrntgen der Repräseirtanz mrd der eurzelrien isr. Körperschaften beging, stellte int die Repräsentanz den Antrag, sich mit voller Perrsiorr zurückzuzieherr, allein er rvollte davon nichts hören mrd es war überraschend zrr seheir, mit welcher Sicherheit er als hoher Achtziger seine Funktionen als Borbeter an den hohen Feiertagen versah. Elrdlich im Jahre 1900 zog er sich auf Drängeir seiner zahlreicheir Verehrer irr beit wohlverdienten Ruhestand zurück. Er war eirr lebendes Archiv der Geschichte der hiesigen Gemeinde rrrrd zahlreiche schätzenswerte Daterr des hiesigerr Gemeindelebens sirrd mit ihm ins Grab gestiegen. Mit klassischer Meisterschaft handhabte er die hebräische Sprache und die durch ihn in dieser Sprache verfaßter: Denkschriften verraten derr Meister des Stils. Bis irr die letzter: Lebensstunden hatte er sich geistige Frische bewahrt und still und friedlich wie er gelebt, ist er auch im Kreise der Seinigerr verschieden. Das Leichenbegängrris, rvelches der „heil. Bereirr" auf eigene Kosterr veranstaltete, hat am Atontag stättgefrmden und hatte sich zu demsclberr die garrze Gcrrreinde eirrgefunden. lieber letztwillige Perfügurrg nrrrßte jedwede Leicherrrede mrterbleiberr. Berlin. (Hilfsverein der deutfchon Inden.) Gutifprecheu'd dem dlntrag der Deukfch-Jsraelitiischeu. Knlt-usgenreinde zu. Sofia, die dringend um einerr Lehrer zur Erteilung von Unterricht in der deutschen -Sprache bat, hat der Hilfsverein der deutschen Juden eine tüchtige Kraft gewonnen': Herrn. S-ie-gmu-nid R u d a, zurzeit Berlin, der im Oktober sein Amt an der Schule in Sbfiä antreteu! wird. Bei -der wachsenden Bedeutung, die der deutsche Handel in den Donauländern und im Orient gewonnen hat, ist die Kenntnis der derltisch-eu! Sprache einhbchst wertvolles un-d in seiner Wichtigkeit in: imim-er weiteren Kreisen erkanntes uub geschätztes Mittel, um Halchelsbeziehmi!geu uub ev. gute kaufmänuksche Stelluugieu zu erlangen. Es besteht daher ein lebhastes Bedürsn-is nuferer Glaubensgenosfeu in den osteuropäischen Ländern uub der europäischen wie astatischen! Türkei, der jungen- Generation die Kenntnis der deutschen Sprache in einer zur Berwiertuug im praktffch>en Leberr. geeigneton M!eise zu verfchaffen. Es liegen dem Hrlfsivereirr. eine ganze Reihe von. Gesuchen äns den genannten Länb-ern um Bervillig-rmg von Mitteln für deutscher,! Unterricht resp. Entsenb'uug von deutschen Lehrern ober Lehrerinuen vor. Der Hilfsverein der deutschen Juden wirb im Nähmen seiner finanzielle u Mittel öen in dieser Nicht>ung an ihn herantretenldeu Wün,sche,n zu entsprechen suchen. Umfassenbes und äu-tzerst segensreiches wäre für urrfere Glaubensgenossen in dieser Richtuing noch zu leisten, wenn in immer reicherem! Matze Spenden dem Hilfsverein der deutschen Juden züfließen. Für Jurbur-g (Georgenburg), die rufsische Nachbarstabt Tilsits, die durch ein großes Branbunglück heimgefucht worben ist — zwei Drittel ber Stabt sind -eingeäschert und etwa 300 Fämilien von Glaubensgeniossen haben' ihr Hab und Gut eingebüßt — Hat der Hilfsverein der deutschen Inden ans 'Antrag!sei!N>es Könligsberger Prwvintziälkomitees 1000 Mark bewilligt. Di«' 1000 Allätzk find arrl bas Ortsko-mitee überwiesen worden., das als Bor-sitzende bie F ü r st i n W a s 's i l i t 's ch i - k o!w gewählt hat, rmb das sogleich eine uurlfassende Hilfsäktion -für die Betroffenerr ein!geleitet hat. Als Beihilfe für die Abgcbranntein iui Goni-! o nb z (bei Vialystok) hat der HAfsverein der deutfchen Juden! 500 Mark -übersan-dt. Für die Opfer der Brandkatastrophe in Uretschje (bei Borbruisk) — die den halben Ort in Afche legte .und zahlreiche jüdische Falmilien auf das- Härteste betrofferi! hat —< hätte 'der Hilfsverein der deuillscheu Inden Ende Juni 5000 Mark überwiesen. 'Dieser Betrag ist zufammen w!it einer Spende der lStadt Blobrmisk zur iVerwenbunlg gelangt. Ueber die Verteilung der zur Verfügung 'stehenden Summe ist dem Hilfsverein der deutscherr! Julden der folgende Bericht zugegaugerr. Zur Verteilung kamen!: vorn Hilfsverein -der deutscheu Jnderr 2306,45 Rubel, von der lStadt Bobruisk 600 Rubel, zujsam-'urelk 2909,45 Nobel. Hiervon! w>nrden 52 Untevstütznngen verteilt, in Summa 1871 Rübel. Dem Wuu'sche 'der Einwohner des Ortes Uretschje errtgegerr'komlme'nb, wurde zum Barr einer lBadestube assigniert 200 Rubel, an 15 Christen, die durch das Jener Schaden gelitten 75 ßtttbel, zrrfarrrmretr 2146 R-robel. Der Rest mit 763,45 Rubel wurde unter Billigung bes Hilfsvereirrs der derttfchen Jttben, um der schwergeprüften Gemeirtde wieder arrlfzu-hekferr, zur Gründurrg eines Spar- Leihkasserlvereines für Kleinhändler und Handwerker bestilnirrt. Berlin. (Todosfull.) Im Alter von. 68 Jahren ist a>m 3. 'd. M. die wogen« ihrer Pllmiärrli'täven Beft-riebrrrrgen' irr weötievoni Greifen geschätzte Frau Geh. Kolirnnerzienral Jda S im o n, geb. L e h e w ß, gestoppen. Die Heimgegangerro hat erst vor krrrzem. zrmr ^fiitibeinferc ern ihren 'Gatten, den Geh. KorrrimierMenvat Lürtis' S i m o n, 'einten» Lehrstuhl für Reliaustalt für die Wisseirfchaft des Judonbu-rns' beg'ionsphilosophie rrrrd Geschichte an dev Lehrgrülldet. Berlin. (Hohes Alter.) In Röbel (Mecklenburg) lstavb dieser Tage, die älteste Einwohnerin, Frau Komnrerzrenrat Benjaimin Engel iw