Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 58 (10.8.1906)
- Date
- 1906-08-10
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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>riU* 4 Nationalzeitung Nr. 58 selbst bei deu« Hauptcoups des Jahvesjüdische Namen« 'unter hen , Automobilisten, 'hfl Oesterreich vor allem Tr. Hildesheimer, B. Mmirhivcr u. a. Wenn man« bebenki, das; bei der Traintruppe (die von jüdischen Em-jährig- Freiwilligon! in, beiden Raichen stark frequentiert wird), auch nicht schlechter geritten wird als bei der Kavallerie, so ist man i,ir der Lage, eine starke Vorliebe der Juden für das Reiten zu konstatieren. Dieselbe, ist bei einem Volke, das mit iwm Araberin die nächste Stammveo wandl-schaft hat, weiter nicht Wunder zu nehmen-. In jüngster Zeit Höven wir aus dein Reiche Zeitungsberichte über einen jüdischen Schützenkönig un-d die „Kieler Woche" zeigt uns B'erlin-er Haulfina-uziers in der Blaujacke des Jachters. Wenn wir die körperliche Betätigung kat erachten, die Athletik und das Turnen betrachten, so siüd hier die jüdischen Leistun-g«on« besonders 6ei jener geringere. Was Wunder bei einenr Volke, dessen« Kerkeir erst vor ka-rnn- Jahfresfrist geöffnet wrmd«en. Ltber schon sehen wir vieloersp rechende An«fäin!ge« aus dem« Gebiete der leichten. 'Athletik, besonders in den beiden großc-n- Wiener Klubs, dem- „Atheltiksportklub" und „Ericketevklub" (Großmann) und in den Klubs bcu Schwergewichtsathlewn finden wir hie und da einen Jriden. (Orlik, Dr. Silbevberg.) Im Fechten« stehM d«i>6 Inden ziemlich auf gleich-er Stufe mit deu anderen Nationen. (in Oestcrreich der Judenstämmling Flafch, Dir. Herschmann, KönigsgartM), mir die Italiener bchauptvni h'i'cr ihre histc«rischc Meisterschaft. Tie Gefolge der jüdischen StudeNtei: a-uf d-em Mensutboden sisnd m«ehr eine- Prdbe ihres Mutes, aber a«uchsportlich« wurde hier mit geringer: Vorübung hc-roorragondes g«c«leistet. Iw Tu-.n.en« tr-aten die Juden mit der- „jüdischen Turn-erschaft" zue-ut als selbständige nationale Gruppe mit großem Erfolge aus, daneben noch unter deutscher Farbe imberüchtigten Turnkveis 16 V -der „Deutschen Turnerschaft". Im« Tennissport, der in« breitesten jüdischen Kreisen gepflegt wird, leisten« besonders die jüdischen Mitglie-dc-v der Wiener und P«ra,ger (Dr. Rosenbaum«) Klubs viel inden« int-ernen wie allgemeinen Turnieren. Diesen Stand der Tinge haben wir mit Befri-edignng konstatiert, cs wird nun Aufgabe der jüdischen- Nation sein, ihre Höhe als körperlich fähiges Volk zu« behaupten und allen ihren Massen den« Segen körperlich«en« Wo«hlbefindens und« der Lei«beskraft zuzuwein«d«en>. Bedenken -wir, was die deutschen Turner und Schützen zur Befreiung und Einigung ches deutschen- Vaterlandes beiget«ragcn-, erwägen « Wir ha«ben vor kurzen: wieder e«inen- Fall solcher - Art erlebt. HMsner ist nicht die Persönlichkeit, « wie Calas, aber so wie er ein Opfer künstlich er-! zeugter V«ol'ks«wu-t mit Ähnlichen Agitatoren, ä'hn-! lichen Zeugen Und Ähnlichen Organen der Rechts- - piflegie. Die Vorführung des Ca-las auf der Bühne wäre -sehr zeitgemäß. Czernowitz. (Vom israelitischen Waisen- > Hanse.) Ter jnn-gste Bericht dieses hn>manen Ini stitutes für das abgelau-fene Jahr von September 1903 enthält eine Reihe interessanter Daten und! Mittei-trm-gen. D«ie Einleitung enthüllt die er- ' schöpfende Entstclhnngsgeschlchte der dln-stalt, schil-! dert die Schwierigkeiten, die sich der Realisierung * des humanen Projektes in den Wieg stellten und erwähnt alle, die sich um das Zustandekommen ■ des Werkes verdient gemacht haben, das in kurzer '■ Zeit dank der bewunderungswürdigen Energie > und hingebungsvollen« Tätigkeit des Präsidenten! «der Kultusgemeiüde Dr. Strancher einen so he- I deutenden Aus-schw-ung gen-oM«men hat. Als Leiter! fungierte Herr Hermann Feuerwerk. Als Haus-! lehrer fungierte Herr Schaffer und Herr Thier.! In der Berichts-Periode be«fan«den sich im Waisen- Hause 4t Zöglinge, «darunter 2g männliche und 18 weibliche.. Das Stist-ungsnermögen beträgt 697.490 Kronen. Judeulos. In Sambo: (Galizien) m-eldew süH dieser Tage ein jüdischer Soldat beim Rvgimentsarzt marod. Er klagte über heftihe Schmerzen inder Brust. Der Regimen-tsarzt „untersuchte" deu« Sold-alie-u und „fand" ihn! vollkommen dienstfähig-. Der Herr Regimentsj a-rzr vevlvariüe den „arbeitsscheuen Juden" wir, welchen Kmftaufwand auch des Körpers die Erreichung der letzten- Ziele jüdischer Nationalpolitik benötigen wird, und wir tvovden zu dam Schlüsse konimen, daß die körperAche Hebung der Juden, die national-spottliche B«etätigung, eiue höchst notwendige Voraussetzung für jen,e Ziele bedeutet. Schon werden« allenthaltcn die Anfänge h-iwzu gemacht, schon wächst ein kräftigeres jüdisches- Geschlecht > heran, möge die Zeit nicht zu ferme bleiben, da em Trupp sehin«iger ^ä;^r neir unter dem blau-weisien B-an-u«er 9ceu- Judäas das Stadion« zu Athen betritt. Die Rettung der Pogrorrrmaisr«. Wir erhalten vom Hilfsverein der Deutschen Juden die nachstehond-e Mitteilung: Die« Aktion, zugu-n«sten der russischen- Waisenkinder, die, was« Deutschland a«n-langt, unter Führung Der Großl-o«g-e stattgefunden^ hat, kann nunmehr in ihren wefenltlichstein Teilen als abgeschlossen! betrachtet werden. Es ist gelungen, fürsämtliche Kinder in bester Wie-ise zu sorge!:«, und insbesondere ist darauf Bedacht genommen worden«, dag Geschwister, wenn nicht indem^- selben- Institut oder derselben Familie, doch zum weuigsten in derselben Stadt unt«e-rgebra«cht werden konnten, «dannt enge Familienbezichung-on unter den Kindern sich aufrecht erhalten lassen«. 9!ur wenige Kinder sindleidend. Es handelt sich ans schließt ich« um leichte Erkrankungen, die schnell behoben werden! können, und erst nachdem auch «diese Kinder vollkommen hergestellt sind, werden« sie ihrem Bestimmungsorte zugeführt. Das Alter der Kinder geht von« einem Jahr aufwärts, und einige der -Kleinen sind auch von -erwachsen«en Schwesternvon 16, 18, 20 Jahren begleitet. Die große Mehrzahl sind 8, 9, 10 und 11 Jahne. Bon der Gesamtzahl der 110 Kinder gehen 33 nach 'Amerika, 17 nach England-, 2 «niadj der Schweiz, 3 nach Italien, 9 na«ch! Oesterreich durch Vermitltlun«g der Israelitischen Allian«z-Wien, 4 nach« Argentinien. In Deu-tschland sind fernier 37 Kinder un>tergebracht in gemeinsamer Tätigkeit der. Großloge für Dentschlanid, des Frankfurter Hi'lfskom!itees« für «die notleidenden osteu:«opäislllen Juden« unid des Hilfsvereines der D«eutsch!en Juden. Für die Unk-crkunft von 6 Kindern hat die Alliance Jsraelite Universelle Sorge getragen. Tie Sorgfalt, mit der die Jiüütute u-nd die ^flegestelleu, wo «die Kinder uniergebracht werdenfallen, ausgew-ählt worden sind, bieten und ließ ihn lveit-er d«e«n schweren, Dienst vor- , sehen-. Ztve-i Tage später wurd>e der N«e-gi-m-entsarzt zu den:felbe«njüdischen Solda-ten gerufen. Der Negimentsarzt kam- — zu« spät, der „arbeitsscheue Jude" wollte tatsächlich nicht mebr den« Dienst versehen,, deim« «ein Blutfturz hatte seinem geplagte"!:« Lebenein Ende geinaeht. Jud«e::«los! Bkelitz-Biala. iE im jü-biische Dochte-r.) An: 1. d. M. wurde die «wegen Zo-lldchraudation zu 2 J«a>h«ven 18 Tagen Arrest verurteilte Wit-we I Jetti Mayer aus dem Bialaer Gefängnis in die Straisainlstalt z«u Wado«witz äbgeführt. V-vn dein bereits s'ekbständigen, verheirateten, m«it der Mutter in Unfrieden leben«de«u> S-o»hn Äbgeseheu, hatte die Witwe Mayer noch eine Tochter von 15 Jahren -u-nd 2 M-vnaten n-ud drei wei't-ere Äin-der von 18V», 11 nnd 9 Jähren. U«m diesen näher zu blaiben nn«d an deren Erhallnng wenigstens durch Nat- -sch«lü«ge m«itz«n>wirken, ha-tt«e die M«ayer bei der Fii!m«n«zprv-knrat-ur gebeten, ihre Sträf-e in Biala «verbüßen zu diirsie-n. Die B«i-tte w>u-rde ihr von «dein beleidigten Fis'kns abgeschlagen. Sie hatte ja nicht gemordet wie die Schwestern- Zeller, sorr- «dern das Aerar materiell durch Tab-äkschm'U«g-gel -gefchädi«g«t. dlls die May«er Mittwochfrüh abgeftthrt wurde, sa«n:«lnelte sich bei dem- Abschiede von ih-ren Kin'dern vor dem Biala-er Bezirksgerichte eine große Menge j-iidischen nn«d christliche:: Pnbläknws an und alles weinte «mit bei der hertzzerre ißen-den Abschiedsszene zwischen- Mutter und Kindern. Il-m 2 Uhr 39 Min. nachinittags fuhr die l3-jährige Bertha Mayer mit deirn Zuge nach Bistrai nn-d brachte sich vor Krän«lnng und Schrnerz eine Gaivantie dafür, daß, was im« Bereiche der Möglichkeit liegt, gesch-chen« ist, um deu Kindern«, die so Furchtbares gelitten, eine gute Zukunft m sichern. Insofern^ als geeignete Pflegeitelleu in D«eutschla«n!d für die Kin«de-t, nicht gicfutniben wc«vi den konnten, hat der Hilfsverein« der Deutschen Juden« die finan-zi'ellen« Lastenfür die Waisen ' übernon:«men.! Von« de«v Jsrael:tische-n Alliain-z zu Wien wird uns h-ierztlnochfolgendes berichtet: Die Aktion toir critif dev -gemein-samen zwnsevenz der Hilfsorg«a!nisa-tion!en im« Jänner d. I. in Frankfurt a. M. beschlossen worden. Nacbden: die untfassenden Vokbeveitn-ngen getroffen waren und genaues über die Zahl de: zur Versorgung in- B«etracht komm-enden Kiuider festzstand, wurde den, einzelnen Lan«des-e«r-gamsati'onten; irr Europa und Amerika di-ejeuige Anza-h-l von Kind-ern zur Unterbrin-gung übergeben«, zu deren 1l>eibet«nah«m>c sie sich bereit erklärt hatten. Seitens de«r Israelitischen Allianz zu- Wien« i«nterven,i«erte beim- Empfange der Kinder in Gällizien Herr Sekretär Dr. Kaminka. Die Wiener Allmaig übernahm acht Kinder zur Erziehung, welche provisorisch in« Mähr.-Ostrmr nnt'evgdbracht wu-rd-en; fünf davon, welche G«esch>wi'st-er sind, n«nd zwar vier Mä-dchl'N« in: Altervon, vier bis zehn« Jahren u-::d« ein, Knäb-e vo-n- Zwei«einh-alb Jahren, werden Ende August vo«ra-uss:chtlich dauernd in Leipnik unter Aufsich-t des dortigen Kultusoorstand,es -einer dazu« hervorragendqualifizierten Fr-an übergeben« werden, die die Erziehung während der nächsten« Jahre leiten- Wird. Die drei an!d«eren, Ebenfalls Gefchwift-er im Alter von 16, 13 und 9 Jahren werden möglicherweise in« Mähr.-Ostran oder in -einer anderen großen« Pro«v-inz,stad-t -er^c'gen. werden, worüber der Vorstand der Allianz noch definitiven Entsch-luß fassen« wird«. Archer diesen« acht Kindern wurden in O«est-erre:ch bereits früher acht andere Waisen nach den« Opfern -der Massakers versorgt. Anträge, die von za«hlreichim Familiender Allianz zugeh-cn, ern-zeln-e Kinder zu übern!ohN:-en«, kann nich«t entsprochen werden«, da d-er V«eschlrls; gefafzt wurde, Goschwisicr beisammenzu« lassen«. Aus Hamburg, 6. ds., wird berichtet: Ein eigenartiger Transports russischer Answande-rter, nämlich 108 jüdische Waisenkinder, deren« Eltern bei d-en Metzeleien. ( in Rußland ermordet worden sind-, hat vor einigen Tagen die russisch-e- Grenze üb-ersch«ri-tte::, um Unterkunft in O«e,stert-eich, Deutschland, England und Amerika zu finden. Ein Teil dieser Waisenkinder ist in« Wien, ein anderer Teil in V-erlin bereits untergebracht worden. Die übrigen Kinder, 71 an« d-er Zahl, Knaben und iUfe bk Härte der Finm:«zbehürd-cN dreißig -Schritte von der Stativn W«il>kmvice einen Re- «vobv-evschnß in die Schl-ä«fe bei. D'ie Bistraier Gen«d-a-rm«e-r,ie vera-n«kaßte die Uebeksilhru-ng, des leben sgefäihrl ich verletzten Mädchens mittels Wagens ins Bi-a-taer Spital, wo dessen An>fna«h-me uiach ei-n«i«g«e-ln Stw-nlbe-itz der „barnflhertziven -S-ch«weste-rn" erfolgte. Um 11 Uhr nachts erlag das a-rMe Mädchen mit de«m enchfinbsamen Kindesi:nd Ghrgesii-hl seiner «Berletznng. Die me-iter verbliebenen drei K«iNder wurdein der Gerneinde iu Obsorge übergeben. Die Beamten tu deu fiska-ll«sche«n Kan-z-leien tv>n«chi-ert s-o e«t>vas nat«ürlich n-icht,' wa-rnm war a«nch das Kind so zart besaitet? -Unsere G-e'säll«stra«sg«e«setzg-ebnn«g -un«d seine Handhalb-ung v-erdien-te a-u-ch, daß das 20. Jährh-nrtdert mit -der Fackel de«: H'mn-cinität -u«n«d der Ansklävnn-g hinein«lench-tete. D'ie Beerd-igunge-rfolgke am« 4. d. nachim-itta«gs -u«nite>r großer Veteilig-nng des Pnblitu«ms. D-ie K«o«ste«n derselben wurdenvon der Bin-lia«e-r 5!-u-ltnsgemein>debestritten. Die Ansprache ,des Herrn 9iabbiners Dr. Glaser rührte -di«e An!we>s«en«de-ll tief ins .Herz hinein. N-om. t«A>nszeichn!tt«nig.) S-am«:chle- Ottolengki, Deparie-nlentschef im italientschen Ackerba«um«i«n«ist«e«riu«m, hat das Kom«lnan«de«u«r>ki'eu«z des Orde-nS von S-t. Ma-nriiz-io und St. La-z-ara e-rha«tte«n. Lemberg. (Ein ständ-iges jltdisches- Theater.) Der i«ü«dislh-e 'Dra«men'sch-rtftstelle«r erhielt von der gaki,z-i-sch>e>n S-I«att'haltei'ei d-ie Kv-nz«chsi-vn z-u«r Erricht,:,>,g und Er-Hältnugeines ziveiteu stältdigen hlbiische-u Theaters in G-alizieu. Herr Stichler dürste -seiue Kv-utzeWvn in K r a ka n ausüben.