Nationalzeitung
- Journal
- Nationalzeitung
- Volume
- 1906
- Issue
- Heft 57 (7.8.1906)
- Date
- 1906-08-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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.V. 57 Nallvnalzeitung (Ung.-Vrod), Vizepmsiociitin des dortigen zionistischen' „Mädchenvevcinies", riß durch ihmt rrnhthast künslleri scheu Vortrag vou Schllbeuiilirderndas i?lnÄtoninm zu begeistertem Applaus hin. Vcil größtar Liebenslvürdiakeit nnterstützten! die BestvebnnGit der Zionisten, Fr. S z e g ö l Losonez) und Herr. Jn-g. E f, r e ii; s e st (Brünn). Fast alle jüdischen Kurgäste tvaiion' erschi-onein. Das Re inert rägnis tmrrde dein Nation al fonds zn gefü hrt und betrug 136 Kronen. Radautz. (Jüd.-akad. Ferialoereinigung „Eherinonia".) Jn> Itadantz hat sich eine jüdisch-iakaldienrische Ferlalbereiniignugi „Ehernwnia" öoinstitniert. Diese hat sich zur Aufgabe gestellt, jüdisches Wissen zu verbreiten und das Natioualgefühl unter der Nadarcher jüdischen Bevölkerung zu heben. Tie Chairgeutvahl für das laufende Jahr hatte folgendes EvgeLms: Senior: David Terner, skull meid. ConscN'ior: Schafe Lecker, sind. jur. ^chuiftführer: Jsak Menscher (Weinstein), find. phil. Kassier: Harth Chaim, stud. jur. Bibliothekar: Arelra'd Ehaim, cand. jur. Nationalfondskouiinissär: Lapajotosker llakob, stud. jur. Ungarn. Budapest. Du Beamten und Angestellten der neologen Kniltnsgemetniden hielten in der Zeit oon Sonntag bis Mittwoch iihren ersten Landesikongres; in der Hauptstadt. Es -wurde beschlossen, an den Minister für Kultus und Unterricht, ferner an die Met LandeAkansleien ein Nteinlora>ll>dn>m zu richten.. Hieraus louNde -der Lanidesvereiin der Ktiltu-s-genleiiideang-elstellten konstitll'iert, welcher die Unterstütznim n-otleideUder Mitglieder, wie auch ihrer W-Nwen und Waisen veiziweckt. In der: V'orst'and wurden geiwühlt: Luidiwig Labowitsch (Biuda-pest) als Präsident, ParcizW s-Obuda) und Frie-ö-man (Szoluoik) als Bizelprälsiidenten, NaVbiner Dr. Wil-heim (BUidapest) .als iSekretär, Lorber (Bu-da>peist) als K-assier, Ehrenthal lVu-ö-apest) und Jalkob-ooics (Bltdapest) als Kontrolore, Sontagih als Oelona-m. Schliefzli-ch ernliächtigte der Kongreß die Vereinsleitung, bei der G-e-setzgeibung ulid den Landeslkanzleiendie uv tilgen Schritte zn ullte-rnelhlmen, daantt die Kultusgeweiuidealiigestellten! definsitive An-stellu>uigeiu erhalten. England. Stürmischer Zionistentag in London. Der Schluß .be& unter diesem Titel in unserer jünigsteu' Dienstagnitüinmer veiröffeutlicheu Berichtes ist infolge eines maschinellen! Versehens ans Fälle, iu denen, Personen gleichcin. Religions- 283.980 rein evangelisch, 146.696 reiu katholisch und 4001 rein jüdisch. Auf die «in konfessionellen Ehen — tuen nwni sie so nennen darf — kamen also 90,9 Prozent aller Eheschließungen, so daß 9,1 Prozent der Heiraten Mischehen waren. Im allgemeinen zeigt sich bei -den- Angehörigen der evangelischen Kirche das weibliche, bei denen der katholischen Kirche das männliche Geschlecht eine stärkere Neigung zum Eingehen einer Ncischehe hat. Wenn 1904 im ganzen sich 21.273 katholische Männer mit evangelischen Frauen verbanden, wurde der umgekehrte Fall, also die Heirat zwischen einem evangelischen! Manne und einer katholschen Frau, mim 19.843 mal beobachtet. Die Mischeheu zwischen Inden- und Chlristen waren im Bevichtsjahve beson-ders häufig. Während 1902 nur 99 derartige Heiraten geschlossen wurden, llmchs ihre Zahl 1003 ans 636 und im, folgenden Jahre gar auf 720. Der weitaus häufigste Fall war die Heirat Zwischen' einem Juden und einer evangelischen Christin,, die 316 mal vorkam. Daun, folgten die Chen zwischen evangelischen Männern' nnb jüdischen Frauen (266). Die 497 jü-disel)i-prot!estantischen Mischehendes vorigen' Jahres lvaren somit aus 672 im: Jahve 1904 gestiegen umlb betrugen annähernd viermal soviel, als die jüdisch-katholischen Verbindtmgen, deren 148 Fälle sich je zur Hälfte ans die beiden hier mö-glichen Kombinationen verteilen. Die Abneigung gegen^ eine eheliche Berbi'Mmg mit Inden ist also auf katholischer Seite ganz bedeutend stärker atlsgeiX'iu Blatte ausgefallen. Dieser Schlußsatz lalltet: „TleSzenmiu der letztenVersainmlnng berühren limi so peinlicher, als gerade in dieser Versammlung auf eine besondere Einladung der zionistischen- Leittm-g zum ersten Male an-ch die Vertreter der größten Londoner Tagesblätter auweseu-d >varen". London. (Ein chlisttich-zioinstischer Verein.) Hier besteht tm-tor dem Namen „Gesellschaft zur llu-terstützuug der verfolgten Juden" ein Verein-, beffeit Zweck es ist, die Juden nach Palästina zrirückzubringen. An der Spitze des Vereines, dessen Mitglieder ausnahtnslos Christen sind, steht Lord A m h o -t st. Vorige Woche hielt dieser Verein eine Versammlung, ans welcher Reverend Gripin das Referat hielt über: „Tie neuen, Judenaustreibungeu aus .Rußland". Die Rade schloß mit einem Appell audie Vereins lei trmg im Sinne der Bereinsstatuleu, Zugunsten, der Inden. Schritte zu unternehmen. London. (Von der Jto.) Ans Grodn o (Rstißland) ethielt Zangwill folgendes Te'legramm': „Die Jtüdenntetzeleien von Kischenelv und Bialystok habenuns überzemzt, daß denr JudentlMt -nur ein Territorismns mit nationaler Autonomie Helsen kann- F ü n f - h n n d e r t I t o i st e n> u ns e r e r S ladt bitten Sie, allesauszubieten, dannt dieses Ideal seiner Erfüllung zu,geführt tverde. _— Fel. A ue r b a ch, diese rührige und opferwillige TerritouialistM', ist von ihrer erfolgreicher Agitaiionsreise in, Süd- und Ostafrikanach London zurückgekchrt. Fel. Auerbach wurde inden! internationalen Jto-Konseil gewählt. London. (Jo-nrn-al'istisches.) Di-e einiz-i-ge hvbvälsche Wochenlschri-ft in Englan-d, der Londoner „Hwjt.h-vo-dy" ist in den Besitz einer Aktien-gesellsch-a!ft n!ber'geg>a.ngelr. Die Sulbiskription! -der Aktien —- es werden 2000 Stück Aktien zu.m Gm-i-ssionskurse V-V'N 1 Pfund Sterling Nüisge-g.rben — wurde b-eveitö beg-v-rrnen. Umter den SuVfkribenten befin.deii sich sow'v-h-l Fti-Hrer .der engllschen Jndenscha-st, wie auch -m-iniüerb^lmittelte J-u>den aus allen Bevnfs>krei>sen. Sobald 600 IMien gezeichnet sein wer,den, wird sich die Aktien-ges-ellischast gesetzkich konstituieren. Rußland. Petersburg. (Neihastung von „Poale"- Zionisten-.) -A'ns Poltawawird dem „Leben," gemeldet.: Bei vielen hiesigen „Poale"-Zionisten. wurden nächtlich-eHainsdurchsuchungen voirgeno-mmen. Es fanden viele Verh-aftungen prägt, als ans evangelischer. Bon Interesse ist jedenfalls die Tatsache, daß die Häufigkeit der Rcischehen in de-n letzten Jahren in nnverkenvbarer Zunahme begriffen ist. Während ihr Anteil 1902 8,7 Prozent der Gesamtheit aus-- macht-e, stieg er 1903 ans 8,8 rmd im folgenden Jahre ans 9,1 Prozent. Jerusalem. (Die Kellereien von Rischon Lezion). Die Deputation, welche die Kolonisten an Sam. R o t h s ch i l d nach Paris entsendeten, um mit ihm wegen Ueberlassung der Kellereien von Rischou Lezion an die Kolonisten zu unterhandeln, ist bereits heimgekehrt. Als Ergebnis der Unterhandlungen kann berichtet werden, daß Baron Rothschild dem Verlangen der Kolonisten nachgegeben hat und die Kellereien den Kolonisten zur Selbstverwaltung überlassen wurden. Hiermit ist ein alter Streit zwischen den Kolonisten und dem Hause Rothschild zur Befriedigung beigelegt. Raschiliteratur. Der bekannte jüdische Literat Jacob Moses T o l e d a n i aus Tiberias (Palästina) veröffentlicht soeben unter dem Titel „Apirjon" eine Broschüre, ivelche einen interessanten Einblick in die riesige Raschiliteratur gewährt. Der gelehrte Herausgeber zählt nicht weniger als 197 teils gedruckte, teils handschriftliche Werke und Schriften auf. welche in den verflossenen 5 bis 6 Jahrhunderten als Erläuterungen zumRaschi-Koinmentardes Pentateuchs verfaßt wurden. I statt. Die Redaktion des sozialdemokratischerr! Wochenblattes „Die jüdische Arbeiterchromk" - wurde geschlossen, und behörvlich versiegelt. Der? Sekretär der Redaktion^ u-niO der bekannte füdi sehe Schriftsteller und Publizist B o r. u ch o w! wurden verhaftet. Aus Anlaß der Gerüchte über eine nene russische Anleihe ermahnt Doktor Go l d s ch m i d t in der Berliner „Jüdischen Presse" die jüdischen Finanziers standhaft zu bleiben und Oiußland nicht ivieder Geld zu geben. Er sagt dann weiter: „Wahrhaftig, Ihr jüdischen Finanziers, wenn die Schreckensgcschehnisse der letzten Monate und die noch fürchterlicheren, die bevorstehem Euer Bruderherz nicht zu rühren vermögen, so werden vielleicht hochherzige Beispiele der Vergangenheit Euch zur Nachahmung ansporneu. Im Mai 1891 trat das Bankkonsortium .Rothschild - Diskontogesellschaft-Bleichröder von einem bereits abgeschlossenen Vertrag über die Ausgabe einer dreiprozentigen Änleihe zurück. Das Haupt des Pariser Rothschild, Baron Alphonse, hatte, als alle Vertragsbedingungen erledigt waren, der russischen Regierung Vorstellungen über die Behandlung der Juden gemacht und Garantien für eine Besserung verlangt. Als Wysch n eg r a d S k i) einen ablehnenden Bescheid erteilte, trat Baron Rothschild von dem Vertrage zurück und begann eine Baisse- Kampagne gegen die russischen Werte. Wollt Ihr die Russenkurse nicht „drücken", so laßt sie ihren natürlichen Weg gehen! Laßt sie fallen, dann ivird Rußland vergebens um Geld betteln, und das ist der Anfang des Endes! Noch ein weiteres Beispiel: Im März 1894 richteten die Vorsitzenden des Londoner „Russisch-Jüdischen Konntees", Sir Julian G o l d s m i d und Samuel M o n t a g u, an alle Bankdirektoren, Bankiers, Börsenmakler usw. jüdischen Glaubens die energische Aufforderung, sich zusammenzutun, um russische Anleihen und Werte zu boykottieren, weil Rußland die Juden wie wilde Tiere behandelt! Sollte nicht heute noch tausendmal gebieterischer der Zeitpunkt zur Wiederholung dieses Appells gekommen sein? „Wenn nicht jetzt, wann denn!'?" Wie werdet' Ihr die Stimme Eures Gewissens beschwichtigen können, wem: Ihr nicht handelt, ehe es zu spät ist, ehe die Sintflut hereinbricht, die Ihr zwar nicht gänzlich abzuwehren, aber doch abzuschwächen vermögt? „Das Blut deines Bruders schreit zu dir auf", und du willst um schnöden Mammons willen ihm dein Ohr, dein Herz verschließen!?" Graf Tyschkewitsch für die Gleichberechtigung der Juden. „Der Abgeordttete Graf Tyschkewitsch veröffentlicht in der „Ketsch" einen Artikel, in dem er sich, wie wir dent „Herold" entnehmen, folgendermaßen für die Gleichstellung der Juden mit den übrigen Staatsbürgern ausspricht: Seit Jahrhunderten leben die Juden ür Polen, seit Jahrhunderten besteht zwischen ihnen und der örtlichen Bevölkerung der Wirtschaftskampf, in welchem einzelne den Grund des Zwiespalts zwischen Russen und Juden sehen wollen. Dessenungeachtet hat Polen nie Judenhetzen gekannt. Ja, es läßt sich noch mehr sagen: In Polen gibt es „Polett jüdischett Glaubens", also Juden, die Polen so sehr als ihr Vaterland betrachten, daß sie sich in den Freiheitskämpfen ebenso wie die Vertreter der echt polnischen Fainilien opferten. Womit läßt sich dieses friedliche Zusammenleben votr Polett und Jtiden erklären? Doch nicht etwa dadurch, daß beide seit 70 Jahren in gleicher Weise geknechtet werden? Alleitr auch zu den Zeiten, wo Polen noch unabhängig war, kam es zu keinen solchett Vorgättgen, daß eine Bevölkerungsklasse gegen die andere gehetzt wurde. Man erhebt'in der Bialystoker Affäre den Vorwurf, daß die jüdischett politischen Orgatnsatiottett sich verteidigt uitd zusammengeschlossen hätten, aber tun das tticht auch die christlichen Organisatiotten in den Ostseeprovinzett oder anderen Teilen des Reiches? Beim Judett erscheittt dieses Zusantmenschließett seiner rechtlosen KrCBSdPOTlICKC 5. MlTTELBÄCn €ukalypt»s-Oel. Ala schnellwirkende, »chmeri- ..- - stillende fiiureibiing, insbeaoaui- „ ii.i-. y. Li o dere als stärkend. Mittel bei überanetrengenden Muakel- WI6n, I, HOnor In&rKl Rr. ö bewegungeu, Märschen, Radued Bergtouren. (Palais Sinai iu Zentrum der Stadt. ♦ PfOiS pro FlftOOho I K 50 H.